Walter Rauscher Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939

(10)

Lovelybooks Bewertung

  • 12 Bibliotheken
  • 2 Follower
  • 4 Leser
  • 10 Rezensionen
(7)
(2)
(1)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939“ von Walter Rauscher

Walter Rauscher, der sich mit Biografien über Karl Renner und Reichspräsident Hindenburg sowie mit der Doppelbiografie „Hitler und Mussolini“ als Sachbuchautor einen Namen machte, zeigt in seinem neuen Buch auf, wie der Frieden in Europa in den 20er- und 30er- Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf dramatische Weise scheiterte. Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, erbitterte Streitigkeiten um territoriale Grenzen bestimmten zwei Jahrzehnte lang das politische Geschehen. Nationale Egoismen und ein wachsender Antisemitismus vergifteten das gesellschaftliche Klima. Staatenbund- und Zollunionsprojekte, die eine Entspannung der politischen und wirtschaftlichen Lage bringen sollten, scheiterten. Damit wurde der Boden für den Siegeszug der faschistischen Diktaturen bereitet: Mussolini in Italien, autoritäre Regime in Ungarn, Jugoslawien, Polen, Rumänien und dem restlichen Osteuropa, Ständestaat in Österreich und schließlich das Dritte Reich. Als Hitler Österreich annektierte und die Tschechoslowakei zerschlug, sahen die westeuropäischen Mächte tatenlos zu. Die Folgen sind bekannt: Der Zweite Weltkrieg entbrannte und brachte millionenfachen Tod, Vernichtung, Vertreibung und verheerende Zerstörung.

Informativer und übersichtlicher Abriss der Ereignisse in Europa, die nach dem Ersten zum Zweiten Weltkrieg führten

— krimielse
krimielse

Sehr informativ.

— Sommerregen
Sommerregen

Sehr informativ, aber sehr trocken geschrieben.

— Mrs_Nanny_Ogg
Mrs_Nanny_Ogg

Sehr interessant uns informativ, gerade auch jetzt vor dem Hintergrund der erschreckenden politischen Entwicklungen.

— MelaKafer
MelaKafer

Informativ und detailiert beschrieben!

— ViktoriaScarlett
ViktoriaScarlett

Ein unglaublich gutes und informatives Sachbuch mit beinahe aktuellen Bezügen zur Gegenwart! Extrem gut zu lesen und interessant...

— Nepomurks
Nepomurks

Eine erschreckend geschichtliche Reise zurück nach Mitteleuropa und wie der Weg für den zweiten Weltkrieg geebnet wurde. Informativ!

— Buecherseele79
Buecherseele79

Die Geschichte der Zeit zwischen den Weltkriegen, konzentriert auf die Perspektive der Staaten auf dem Gebiet der alten Habsburgermonarchie

— Matzbach
Matzbach

Penibel recherchiert, zeigt der Autor auf, dass Politikern egal welcher Couleur nicht zu trauen ist.

— Bellis-Perennis
Bellis-Perennis

Ein neuer Blickwinkel auf bekannte Ereignisse. Toll zu lesen und sehr informativ!

— Buchgespenst
Buchgespenst

Stöbern in Sachbuch

Glück besteht aus Buchstaben

Letztlich eher enttäuschend. Die Autobiographie nahm mehr Raum ein als die Bücher. Außerdem ein paar Taktlosigkeiten.

rumble-bee

Gemüseliebe

Kochbuchliebe!

kruemelmonster798

Green Bonanza

Informativ, interessant & nützlich-nur leider wieder mal ohne Angaben v.Kcal/BE/KH/EW & F, dafür m.entbehrl. Fotos irrelevanter Leute!

RobinBook

Was das Herz begehrt

Tolles Buch mit vielen Erklärungen über unser Herz.

Linda-Marie

Die Welt vor dem Geldinfarkt

Sehr viele hilfreiche Tipps sein Geld zu schützen. Auch Möglichkeiten für Kleinsparer dabei.

Kittycat007

Spring in eine Pfütze

Lustige und verrückte Ideen, die den Tag wirklich lustig machen c:

SmaragdEffect

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Interessanter und wichtiger geschichtlicher Abriss

    Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939
    krimielse

    krimielse

    07. January 2017 um 15:44

    Der österreichische Historiker und Sachbuchautor Walter Rauscher bietet mit dem Buch "Das Scheitern Mitteleuropas 1918 -1939" einer informativen und lehrreichen, sachlichen, sehr gut lesbaren Überblick über die Geschehnisse zwischen den Weltkriegen. Ich war vor der Lektüre der Meinung, mich geschichtlich recht gut auszukennen und politische Zusammenhänge erkennen zu können, und wurde vom Autor eines besseren belehrt. Das Buch versorgt mit Informationen, die mir bisher so nicht bekannt waren, betrachtet die Ereignisse aus einer überraschenden Perspektive und zeigt so Zusammenhänge auf, die für mich neu und hochinteressant sind. Als sehr gelungen betrachte ich dabei die in meinen Augen völlig neutrale Herangehensweise. Es ist spannend, auf diese Art Wissenszuwachs zu erhalten, eine Erweiterung des Blickwinkels angeboten zu bekommen und aktuelle Bezüge herstellen zu können. Das Lesen wird angenehm und einfach gestaltet durch die chronologische Abfolge und durch die Einteilung des Buches in sieben Kapitel. Der Autor widmet sich in den einzelnen Kapiteln jeweils der Reihe nach verschiedenen europäischen Gebieten und Ländern. In durchgehend verständlichen Formulierungen erklärt Rauscher die Themenbereiche, Differenzen und Spannungen - die geografische Neuaufteilung, politische Entwicklungen und nationalen Bestrebungen von Sieger- und Verliererstaaten, die Darstellung von Entscheidungen und Fehlentscheidungen mit den bekannten verheerenden Folgen stehen im Vordergrund. Man kann als Leser dem zunehmenden Nationalismus in vielen europäischen Ländern, den aus Gebietsansprüchen und national-egoistischer Kurzsichtigkeit entstandene Konflikte ursächlich nachspüren, die Dramatik in der wirtschaftlichen Entwicklung bedingt durch Zwänge und Eingrenzung sehr gut verfolgen und verstehen. Erschreckend war für mich bei der Lektüre, dass sich Geschichte wiederholt, dass egoistischer Nationalismus nach wie vor auf der Tagesordnung steht und zunehmende Arbeitslosigkeit und Fremdenfeindlichkeit durchaus wieder zum Scheitern führen könnte. Wenn auch viele Komponenten bekannt sind besticht Rauschers Buch durch Detailtreue und Präzision im Aufzeigen von Zusammenhängen. Dabei schafft es das Buch auf lobenswerte Art, nicht vom Wesentlichen abzuweichen und wirkt dadurch nie verzettelt oder gar langweilig. Das Buch hat mich beeindruckt und überzeugt, es ist wichtig und sehr lesenswert , und mir 5 Sterne wert.

    Mehr
  • Leserunde zu "Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939" von Walter Rauscher

    Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939
    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Worum geht's? Walter Rauscher, der sich mit Biografien über Karl Renner und Reichspräsident Hindenburg sowie mit der Doppelbiografie „Hitler und Mussolini“ als Sachbuchautor einen Namen machte, zeigt in seinem neuen Buch auf, wie der Frieden in Europa in den 20er- und 30er- Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf dramatische Weise scheiterte. Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, erbitterte Streitigkeiten um territoriale Grenzen bestimmten zwei Jahrzehnte lang das politische Geschehen. Nationale Egoismen und ein wachsender Antisemitismus vergifteten das gesellschaftliche Klima. Staatenbund- und Zollunionsprojekte, die eine Entspannung der politischen und wirtschaftlichen Lage bringen sollten, scheiterten. Damit wurde der Boden für den Siegeszug der faschistischen Diktaturen bereitet: Mussolini in Italien, autoritäre Regime in Ungarn, Jugoslawien, Polen, Rumänien und dem restlichen Osteuropa, Ständestaat in Österreich und schließlich das Dritte Reich. Als Hitler Österreich annektierte und die Tschechoslowakei zerschlug, sahen die westeuropäischen Mächte tatenlos zu. Die Folgen sind bekannt: Der Zweite Weltkrieg entbrannte und brachte millionenfachen Tod, Vernichtung, Vertreibung und verheerende Zerstörung.Erscheinungstermin: 3. Oktober 2016 Walter Rauscher Historiker und Spezialist für die europäische Ge­schichte des 19. und 20. Jahrhun­derts. Als Forscher, zunächst des Österreichischen Ost- und Südosteuropa-Instituts und danach der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, veröffentlichte er zahlreiche, teilweise auch in andere Sprachen übersetzte Bücher und gab gemeinsam mit anderen Historikern über zwei Jahrzehnte lang die Serie Außenpolitische Dokumente der Repu­blik Österreich 1918–1938 heraus. >> Informationen zum Buch >> Leseprobe Bewerbung zur Leserunde:  Wenn ihr mehr wissen wollt, dann sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wir freuen uns auf eure Teilnahme! > Besucht unsere Webseite! www.kremayr-scheriau.at> Folgt uns auf Facebook und Twitter und verpasst keine Neuigkeiten und Buchverlosungen mehr.

    Mehr
    • 174
  • Äußerst informativ!

    Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939
    Sommerregen

    Sommerregen

    07. December 2016 um 20:39

    Der österreicherische Historiker Walter Rauscher, der bereits Biografien über Karl Renner und Reichspräsident Hindenburg sowie die Doppelbiografie „Hitler und Mussolini“ geschrieben hat, befasst sich in seinem neuen Werk mit der Zeit in Europa zwischen den beiden Weltkriegen. Denn in den 20er- und 30er- Jahern sorgen Weltwirtschaftskrise, linker und rechter Extremismus, Terror, Massenarbeitslosigkeit, Hyperinflation, Minderheitenfragen oder erbitterte Streitigkeiten um territoriale Grenzen für ein dramatisches Scheitern. Ebenso bereiten nationale Egoismen, ein wachsender Antisemitismus, das Misslingen von Staatenbund- und Zollunionsprojekten, die eine Entspannung der politischen und wirtschaftlichen Lage bringen sollten den Weg für faschistische Diktaturen wie unter Mussolini in Italien, autoritäre Regime wie in Ungarn, Jugoslawien, Polen, Rumänien und dem restlichen Osteuropa oder den Ständestaat in Österreich... Oder schließlich auch das Dritte Reich...Das Europa der Zwischenkriegszeit wird als eines der Konfrontation, nicht der Kooperation dargestellt und viele Konfliktherde, oft durch den Pariser Frieden, die damit automatisch vorgenommene Unterteilung in Sieger und Verlierer sowie viele strittige Grenzentscheidungen verursacht, beleuchtet.Dabei wird deutlich, dass die einzelnen Staaten immer wieder mit falschen (oder dem Unterlassen von) Handlungen die Lage noch verschlimmerten. Beim Lesen stellte sich mir häufig die Frage, ob man, wäre man ein wenig von den einzelstaatlichen Interessen, alten Feindbildern oder der Angst vor der Vormachtstellung eines Großstaates abgerückt, nicht so viel Leid hätte vermeiden können. Zahlreiche Möglichkeiten in diese Richtung hätten bestanden - allerdings wurden sie nicht wahrgenommen....Sehr sachlich wird erläutert, wie der Boden für millionenfachen Tod, Vernichtung, Vertreibung und verheerende Zerstörung bereitet wurde, wobei das Zusammenwirken der Staaten Mitteleuropas - und nicht nur die Entscheidungen eines einzelnen Staates - betrachtet werden.Gerade diese Betrachtungsweise hat mich neugierig gemacht, denn in der Regel beschränken sich die Bücher, die sich mit der Zeit zwischen 1918-1939 befassen, eher auf Deutschland. Aber natürlich gibt es wesentlich mehr Zusammenhänge, die man auf diese Art nicht verstünde. Ich war überrascht, wie viele für mich sehr neue Informationen dieses Werk daher umfasste.Der verwendete Schreibstil ist extrem sachlich gehalten, sodass man bereits sehr bald merkt, dass beim Schreiben auf die wichtigen Aspekte der Fokus gesetzt wurde. Mir fiel es anfangs daher schwer, mich in das Buch hineinzulesen, denn entweder waren die Sätze extrem kurz oder äußerst lang gehalten.Ein Beispiel möchte ich hierfür anführen: "Die lange Liste enthielt das Trentino und Südtirol, Triest, Istrien, Görz und Gradisca, den nördlichen und mittleren Teil Dalmatiens mit den vorgelagerten Inseln, den albanischen Hafen Valona mit dessen Hinterland, den Dodekanes, Libyen und bei einer Aufteilung des asiatischen Territoriums der Türkei das Gebiet von Antalya sowie Kompensationen in Afrika, sollten Großbritannien und Frankreich ihren Kolonialbesitz auf dem "Schwarzen Kontinent" auf deutsche Kosten erweitern." (S.49)Bei solchen Passagen kam ich zugegebener Maßen ins Schleudern und musste, nachdem ich sie mehrmals gelesen hatte, auch hin und wieder andernorts weitere Erklärungen suchen, da mir für die Lektüre zeitweise doch vorausgesetztes Wissen zu fehlen schien oder ich die Zusammenhänge gerne noch besser erklärt bekommen wollte, um eine bessere Vorstellung vom Gelesenen zu haben oder überhaupt den Abschnitten beim Lesen gerecht zu werden. Eindeutig ist dieses Werk nicht als Einstiegslektüre geeignet, sondern baut auf Vorwissen auf.Es war sehr spannend, zu erfahren, wie sich die einzelnen Staaten beeinflussten und verhielten, da so einige Entscheidungen nachvollziehbarer wurden. Dabei werden innerhalb der Kapitel Unterteilungen in verschiedene Staaten vorgenommen und außen- und innenpolitische Maßnahmen und Haltungen einander gegenübergestellt.Wirklich überraschend ist zudem, wie viel Informationen und Wissen auf vergleichsweise wenige Seiten gebracht worden sind, denn immerhin umfasst dieses Buch "lediglich" 208 Seiten."Auch wenn Hitler sein Publikum bei einer Rede am 26. September im Berliner Sportpalast auf eine militärische Auseinandersetzung einschwor, zeigte sich bei anderen Gelegenheiten, dass die Mehrheit der Deutschen offensichtlich keinen Krieg wollte." (S.173) Die Entwicklungen werden auf schockierende Art und Weise aufgeführt, sodass man teilweise gar nicht fassen kann, wie viel in derart kurzer Scheit schief laufen kann.Sehr erschreckend war es für mich zudem, wie viele Parallelen sich zur heutigen Zeit ziehen lassen...Daher kann ich dieses Werk auch sehr empfehlen, denn, auch wenn es einiges an Wissen voraussetzt und der Schreibstil nicht so ganz zu packen vermag, zeigt "Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939" von Walter Rauscher wichtige, aber eher weniger bekannte, Zusammenhänge auf. Gerade in Anbetracht der aktuellen Situation ist es sehr wichtig, das Geschehene nicht zu vergessen, sondern zu versuchen, es zu verstehen...

    Mehr
    • 5
  • Mitteleuropa - zum Scheitern verurteilt?

    Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939
    Mrs_Nanny_Ogg

    Mrs_Nanny_Ogg

    24. November 2016 um 08:34

    Walter Rauscher ist ein Historiker, der sich sehr genau in seinem Fachgebiet auskennt. Dies merkt man an den vielen Details, die in seinem Buch "Das Scheitern Mitteleuropas. 1918-1939" zu lesen sind. Ich bin geschichtlich nicht unbeleckt und gerade diese  Zeit interessiert mich im Moment brennend, auch weil der Vergleichmit der jetzigen Situation erstaunlich und auch beängstigend ist. Dieses Buch kann man allerdings nicht lesen, wenn man überhaupt keine Ahnung hat, was zu dieser Zeit und im Vorfeld geschehen ist. Sehr positiv empfinde ich die sehr knappen und doch sehr informativen Kapitel, die viele meiner Wissenslücken füllen konnten. Ich hätte mich über ein paar Karten gefreut oder über genauere Bildunterschriften der historischen Fotografien, um das Bild abzurunden. Ein Grund, warum es für mich so lange gedauert hat, dieses Buch, trotz seiner Kürze (!) zu lesen und warum ich nur drei Sterne vergebe, ist der sehr trockene Stil. Vielleicht kann man daran ein wenig arbeiten? Das Buch verdiente es, einer breiteren Masse zugänglich zu sein.

    Mehr
  • Ein hochinteressantes und informatives Sachbuch

    Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939
    MelaKafer

    MelaKafer

    18. November 2016 um 20:40

    Walter Rauscher beschäftigt sich in seinem Sachbuch "Das Scheitern Mitteleuropas" mit der Zeit zwischen den Weltkriegen. Einer Zeit, die unter dem Eindruck der alles überschattenden Kriege oft nahezu in Vergessenheit gerät. In 7 Kapiteln beschreibt er den Weg vom Ende der Alten Welt über die Weltwirtschaftskrise und ihren Folgen bis in die Katastrophe. Dem Autor ist ein hervorragendes Sachbuch gelungen. Hochinteressant, informativ und sehr komplex. Der Schreibstil ist, vom ersten Kapitel abgesehen (hier muss man sich erst ein bisschen einlesen), sehr eingängig und flüssig.Ein sehr empfehlenswertes Buch für alle Geschichtsinteressierten,  gerade auch jetzt vor dem Hintergrund der erschreckenden aktuellen politischen Entwicklungen.

    Mehr
  • Unglaublich informativ, interessant und auf keiner Seite langweilig.. Ein tolles Sachbuch zum Thema!

    Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939
    Nepomurks

    Nepomurks

    11. November 2016 um 17:41

    „Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939“ von Walter Rauscher - ein Sachbuch, das informativer und lehrreicher nicht sein könnte, ohne auch nur eine Seite lang langweilig zu werden. Man möchte meinen, dass man als Westeuropäer mit den Geschehnissen und Entwicklungen der Vorzeit zum 2. Weltkrieg vertraut ist. Dass man sich auskennt mit den Verläufen der politischen Zeit und allgemeinen europäischen Situation. Doch weit gefehlt. Walter Rauscher gelingt es mit seinem aktuellen Buch, den Leser mit neuen und teils gar überraschenden und erschreckenden Informationen zu versorgen. Was die große inhaltliche Qualität des Buches ausmacht, ist meiner Meinung nach die völlig unerwartete Perspektive des Autors. Als Österreicher versteht er es, die Zeit in neues Licht zu tauchen und entwirrt Verstrickungen und offensichtlich politische Fehlentscheidungen auf gänzlich neutrale Weise. Es wird deutlich, dass die verschobene Perspektive nötig ist, um eine typisch deutsche Sichtweise der Dinge aufzubrechen. Die Darstellung aller Verstrickungen wirkt dabei geradezu spannend – wüsste man nicht um die reellen Hintergründe und Folgen dieser Zeit. Geschichte in ganz besonderer Form. Der Schreibstil ist durchgängig verständlich (ausgenommen vielleicht einige, wenige österreichische Formulierungen oder Begriffe, deren Bedeutung sich aber immer im weiteren Zusammenhang erschließen lassen). Der Aufbau ist chronologisch und widmet sich in diesem Kontext der Reihe nach bestimmten Gebieten, Ländern oder Ländergruppen und ihren politischen Entwicklungen. Themenbereiche sind dabei territoriale und nationale Differenzen unter den Sieger- und Verlierer-Staaten. Die Neuaufteilungen der Gebiete nach dem ersten Weltkrieg, zunehmender nationaler Egoismus und ungünstige bis stark schädigende Dreiecksbeziehungen und Konflikte unter den einzelnen Staaten. Dramatisch die wirtschaftliche Entwicklung, massiv die Zunahme von Arbeitslosigkeit, Nationalismus und Fremdenfeindlichkeit. Sind dies keine unbekannten Komponenten, so werden es vermutlich doch die Details sein, die Walter Rauscher hier unglaublich präzise und konkret beschreibt sein. Der Autor beschränkt sich grundsätzlich auf die wichtigen Inhalte, so dass das Buch durchweg interessant und definitiv nie langatmig wirkt. Mich konnte Walter Rauscher mit seinem neuen Buch absolut überzeugen. Die Details zum Scheitern Mitteleuropas und der Weg in den 2. (verheerenden) Weltkrieg waren in diesem Buch unglaublich beeindruckend, schockierend und sehr informativ! Insbesondere, da die Thematik und damaligen Geschehnisse sich derzeit in Teilen zu wiederholen scheinen. Insofern ist dieses Buch vielleicht thematisch aktueller denn je und sicherlich ein „must-have“… Absolut lesenswert und zu empfehlen. 5 Sterne.

    Mehr
    • 3
  • Ein sehr informatives Buch, mit vielen Informationen und Fakten

    Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939
    ViktoriaScarlett

    ViktoriaScarlett

    10. November 2016 um 13:22

    Inhalt: Walter Rauscher, der sich mit Biografien über Karl Renner und Reichspräsident Hindenburg sowie mit der Doppelbiografie „Hitler und Mussolini“ als Sachbuchautor einen Namen machte, zeigt in seinem neuen Buch auf, wie der Frieden in Europa in den 20er- und 30er- Jahren des vergangenen Jahrhunderts auf dramatische Weise scheiterte. Wirtschaftskrise, Arbeitslosigkeit, erbitterte Streitigkeiten um territoriale Grenzen bestimmten zwei Jahrzehnte lang das politische Geschehen. Nationale Egoismen und ein wachsender Antisemitismus vergifteten das gesellschaftliche Klima. Staatenbund- und Zollunionsprojekte, die eine Entspannung der politischen und wirtschaftlichen Lage bringen sollten, scheiterten. Damit wurde der Boden für den Siegeszug der faschistischen Diktaturen bereitet: Mussolini in Italien, autoritäre Regime in Ungarn, Jugoslawien, Polen, Rumänien und dem restlichen Osteuropa, Ständestaat in Österreich und schließlich das Dritte Reich. Als Hitler Österreich annektierte und die Tschechoslowakei zerschlug, sahen die westeuropäischen Mächte tatenlos zu. Die Folgen sind bekannt: Der Zweite Weltkrieg entbrannte und brachte millionenfachen Tod, Vernichtung, Vertreibung und verheerende Zerstörung. Zum Cover: Bei Sachbüchern ist das Cover immer eine etwas schwierige Frage. In diesem Fall wurde diese sehr gut gelöst. Wir sehen hier zwei Bilder aus der jener Zeit. In der Mitte würde der Titel sehr stark hervorgehoben. Zum Inhalt: Zuerst möchte ich betonen, dass Grundkenntnisse der Geschichte zum Verstehen des Ganzen absolut notwendig sind. In diesem Buch wird sehr genau und detailliert auf jedes Land eingegangen. Es kommen einige sehr spezielle Begriffe vor, die man eventuell nachschlagen muss, wenn man sie nicht kennt. Die verschiedenen Abschnitte wurden gut eingeteilt. Auch die Reihungen der Länder sind passend. Im ersten Kapitel viel es mir etwas schwer in das Ganze hineinzufinden. Der Text war anfangs zu trocken. Gerade bei den Grenzfragen und Neugründungen der Staaten hat mir eine Karte, die das Ganze veranschaulicht gefehlt. Ansonsten war das Buch sehr informativ, es wurden einige meiner Wissenslücken aufgefüllt. Ich verstehe nun manche Teile der Geschichte besser und habe sogar parallelen zur heutigen Zeit gefunden. Am Interessantesten waren für mich die 30er Jahre, der Autor hat den Text hier überaus flüssig gestaltet und konnte mir alle Fakten, Motive, Beweggründe der Staaten etc. sehr gut vermitteln. Auffallend war, dass nahezu jeder Staat Angst vor einem Zusammenschluss von Deutschland und Österreich hatte. Österreich diesen einige Zeit wollte sogar wollte und dann wieder nicht. Der Autor hat die Nachkriegszeit verständlich dargestellt und konnte das Scheitern der einzelnen Staaten zusammenfassend sehr gut schildern. Die Ängste, den Unmut, die Beweggründe der Völker und Staaten werden ebenso vermittelt. Hin und wieder wird auch auf einzelene Personen mehr eingegangen. Mein Fazit: Das Buch ist sehr informativ und erklärt so einiges, allerdings sind Grundkenntnisse der Geschichte absolut notwendig! Für interessierte dieser Zeit absolut empfehlenswert!

    Mehr
  • Europas Politik zwischen den Kriegen

    Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939
    Buchgespenst

    Buchgespenst

    06. November 2016 um 12:07

    Das Ende des Ersten Weltkrieges war der Beginn einer Ära der vertanen Chancen, der alten Ängste, der Lähmung und dem Kampf um Neuerung. Das vorliegende Buch verurteilt nicht, weist keine Schuld, sondern gibt einen Überblick über Entwicklungen und Motivationen der Politik. Natürlich spielt das Verhältnis der Siegermächte zu Deutschland eine wichtige Rolle, doch das ist nur ein Element in der Politik der Irrungen und Egos. Dass die kleinen Länder wie die Tschechoslowakei, Ungarn, Rumänien und Jugoslawien von den Kriegswirren, der zerschlagenen Wirtschaft und den Friedensverhandlungen genauso betroffen waren und Einfluss auf die europäische Politik hatten, wird oft unterschlagen. Der Kampf um Frieden und Demokratie endete in einem Kampf um Sicherheit, Macht und schließlich einer Flucht nach rechts. Europaweit. Ein Phänomen, das erschreckende Parallelen zur heutigen Politik hat. Die vorliegende Darstellung verzichtet auf die Frage nach Schuld, auf die Frage nach Vermeidbarkeit; nüchtern, sachlich fundiert und auch für Laien interessant und verständlich abgefasst wird ein großes Panorama des Nachkriegs-Europas entrollt. Verständliche Ängste, bittere Fehlentscheidungen und Fehleinschätzungen, die schließlich in den bekannten Konsequenzen endeten. Es ist interessant und spannend geschrieben, deckt Zusammenhänge auf, die man in der Schule nie in der Form geboten bekommen hat. Ich hätte gerne noch mehr Illustrationen gehabt, Karten, Bilder, etc., doch die großformatigen Schwarzweißbilder, die die jeweiligen Kapitel einleiten sind auch toll! Eine sehr gute Darstellung einer Zeit, die selten sachlich abgehandelt wird. Eine klare Leseempfehlung für alle an Geschichte Interessierten!

    Mehr
  • Und so konnte es passieren....

    Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939
    Buecherseele79

    Buecherseele79

    01. November 2016 um 15:42

    Wie konnte, so kurz nach dem ersten Weltkrieg und seine erschreckend Ausmaße der zweite Weltkrieg beginnen? Wer hatte daran Schuld? Wir war die die Situation nach dem ersten Weltkrieg in Mitteleuropa? Mit diesem Sachbuch bringt der Autor Licht ins Dunkel und ich musste beim Lesen sehr oft den Kopf schütteln. Denn es zeigt ein Mitteleuropa dass nach dem ersten Weltkrieg von Angst und Unfähigkeit regiert wurde. Frankreich welches hohe Kosten an die Schuldigen des ersten Weltkrieges richtete, Angst hatte vor Deutschland, Angst hatte dass sich Deutschland und Österreich wiedervereinigen würde. Wie Länder sich aufgespaltet hatten um eine eigene Regierung zu werden, die Menschen aber nicht gefragt wurden ob sie mit der Ziehung der neuen Grenzen einverstanden sind. Benachteiligung von gewissen ethnischen Gruppen und ihre Ausgrenzung. Menschenverachtende Politik und Machtgehabe, ein gemeinsamer Nenner konnte und wollte nicht gefunden werden. Dann der Börsencrash in den USA welcher auch in Mitteleuropa starke Konsequenzen zog... wie ewige Zeit der Blick nicht auf die rechte Bewegung in Mitteleuropa gerichtet wurde und somit wichtige Handlungen nicht stattfanden... und Hitler dann seinen schrecklich-geschichtlichen Weg ging. Ich persönlich hatte zu Beginn ein paar Probleme in das Buch einzusteigen da es sprachlich eine Herausforderung war. Man kommt aber nach dem ersten Kapitel doch gut mit allem zu Recht und ich persönlich fand die ganze Thematik des Buches sehr interessant, aufschlussreich aber auch erschreckend. Es zeigt mit welchen Geistern sich Mitteleuropa nach dem ersten Weltkrieg herumgeschlagen hat und wie wichtige Gespräche und Verhandlungen versäumt /durch eigene, starke Interessen abgebrochen wurden. Persönlich haben wir diesen geschichtlichen Teil in der Schule nie so genau durchgenommen, es war hauptsächlich der zweite Weltkrieg und wie es dazu kommen konnte, aber was alles nach dem ersten Weltkrieg passierte- daran kann ich mich nicht erinnern und fand in diesem Buch doch viele Antworten und Sichtweisen die dann ein ganzen Gesamtbild abgeben. Für mich ein Buch welches man gelesen haben sollte denn es ist die Geschichte von Europa mit all seinen Mitteln und Fehlern. Und gerade in der heutigen Zeit sollte man sich mal überlegen ob man diesen "rechten Einschlag" wirklich möchte. Für mich eine klare Lessempfehlung. Als sich Hitler und die Politiker von Österreich nochmals treffen und, für mich, der Wahnsinn Hitlers hier sehr deutlich wird: "Ich kann Ihnen nur nochmals sagen, dass es so nicht weitergeht. Ich habe einen geschichtlichen Auftrag, und den werde ich erfüllen, weil mich die Vorsehung dazu bestimmt hat. Ich bin felsenfest davon durchdrungen und glaube daran...Sie werden doch nicht glauben, dass Sie mich auch nur eine halbe Stunde aufhalten können? Wer weiß- vielleicht bin ich über Nacht auf einmal in Wien; wie der Frühlingssturm! Dann sollen Sie etwas erleben! Glauben Sie nur nicht, dass mich irgend jemand in der Welt in meinen Entschlüssen hindern wird! Ich bluffe nicht. Meine ganze Vergangenheit beweist dies zu Genüge. Ich habe noch alles erreicht, was ich wollte, und ich bin vielleicht dadurch zum größten Deutschen der Geschichte geworden."

    Mehr
  • Ein Scheitern, das weitreichende Folgen hat ...

    Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939
    Bellis-Perennis

    Bellis-Perennis

    30. October 2016 um 10:00

    Historiker Walter Rauscher fasst in seinem Buch „Das Scheitern Mitteleuropas“ alle jene Befindlichkeiten und teilweise diffusen Ängste der Siegerstaaten nach dem Ersten Weltkrieg zusammen. Diese und die rücksichtslose Zerschlagung von wirtschaftlich funktionierenden Strukturen sind der Dünger für die bereits latent vorhandenen faschistischen Gedanken. Die irrationale Angst der Siegermächte vor den Sozialisten bzw. Kommunisten lässt sie die Gefahr von rechts gering schätzen. Das wird von Ultranationalisten und Faschisten weidlich ausgenützt. Wir erfahren, wie Frankreich und UK vor einem Wiedererstarken Deutschlands Angst haben, wie sie Verbündete einfach im Stich lassen (siehe Tschechoslowakei) und Menschenrechte mit Füßen treten. Der Vielvölkerstaat Österreich-Ungarn mit seiner funktionierenden Wirtschaft wird in viele kleine Nationalstaaten zerschlagen. Die anfangs kaum lebensfähig sind. Eine Verbindung von (Rest)Österreich mit Deutschland wird ebenso verboten wie eine Annäherung an die ehemaligen Kronländer. Die Auswirkungen dieser rücksichtslosen Politik auf Kosten anderer sind ab 1933 deutlich zu sehen, manches wirkt auch heute noch nach. „Am 30. Januar.1933 wurde Hitler zum Reichskanzler ernannt- eine Entscheidung, die nicht bloß für Deutschland, sondern auch für Europa und seine Mitte dramatische Folgen haben sollte". Walter Rauscher bringt die Geschehnisse ziemlich prägnant auf den Punkt. Er spart nicht mit Kritik an der Entente. Sein Schreibstil ist sachlich informativ. Eine klare Leseempfehlung!

    Mehr
  • Vorprogrammiertes Scheitern

    Das Scheitern Mitteleuropas 1918-1939
    Matzbach

    Matzbach

    29. October 2016 um 09:38

    In seinem Buch stellt der österreichische Historiker Walter Rauscher die Geschichte der Nachfolgestaaten des ehemaligen Habsburgerreiches sowie die des Deutschen Reiches in der Zeit zwischen den beiden Weltkriegen dar. Sowohl Kriegsende als auch die Friedensbedingungen der Pariser Vorortverträge stellten die Weichen in eine Richtung, die beinahe unvermeidlich auf die nächste Katastrophe zusteuerte. Mit dem Zerfall des Vielvölkerstaates der Habsburgermonarchie eröffnete sich für viele Völker die Chance einer nationalen Souveränität, doch die Gemengelage in Mitteleuropa brachte es mit sich, dass so ziemlich überall nationale Minderheiten existierten. Die jeweilige Staatsnation war nirgends in der Lage, diesen Minderheiten angemessene Autonomierecht zuzugestehen, sodass Dauerkonflikte vorprogrammiert waren. Im Grunde wiederholten die Staaten damit die Fehler der K.u.K.-Monarchie. Doch anders als dieser Flächenstaat, der in wirtschaftlicher Hinsicht einigermaßen funktionierte, führte die Kleinstaaterei zur Entstehung ökonomisch kaum lebensfähiger Gebiete, die aufgrund der alten und neuen Animositäten auch wenig zur Zusammenarbeit bereit waren. Insofern kann man regelrecht von einem Dahindümpeln der südosteuropäischen Staaten sprechen. Mit Ausnahme der Tschechoslowakei gelang es nirgends, eine stabile Demokratie zu etablieren, über kurz oder lang führte die Entwicklung zu autoritären Regierungen. Der von Italien und dem Deutschen Reich ausgehende Faschismus hatte offensichtlich eine Ausstrahlung auf andere Staaten (dies zeigt im Übrigen auch die im Buch aufgrund der Beschränkung auf Mitteleuropa nicht behandelte Entwicklung in Westeuropa). Am Ende kam es also, wie es kommen musste, Hitler entfesselte mit seinen Verbündeten, zu denen einige der im Buch vorgestellten Staaten gehörten, den Zweiten Weltkrieg. Das alles liest sich sehr flüssig und anregend, der Verursacher all dieser Entwicklungen ist für Rauscher auch schnell ausgemacht, der übersteigerte Nationalismus. Damit hat er prinzipiell recht, allerdings erscheint mir der Titel des Buches sowie die Beschränkung auf die Zwischenkriegszeit etwas irreführend. Denn nicht Mitteleuropa ist gescheitert, sondern ganz Europa. Und das längst vor 1918. Der übersteigerte Nationalismus führte geradewegs in den Ersten Weltkrieg und war nach dessen Verheerungen und der gegenseitigen Hasspropaganda noch längst nicht obsolet. Es wäre beinahe auch ahistorisch zu erwarten, dass nach dieser langen Vorgeschichte so etwas wie eine "Schwamm-Drüber"-Mentalität einen völligen Neuanfang unter besseren Vorzeichen ermöglicht hätte. Zudem darf man auch nicht vergessen, dass vor allem in den im Ersten Weltkrieg unterlegenen Staaten die alten Eliten keineswegs gewillt waren, den Status quo zu akzeptieren. Insofern ist es bitter auszusprechen, aber offensichtlich hatte der Frieden in Europa in der ersten Hälfte des 20.Jahrhunderts keine realistische Chance.

    Mehr