Walter Rauscher Die verzweifelte Republik

(6)

Lovelybooks Bewertung

  • 8 Bibliotheken
  • 0 Follower
  • 2 Leser
  • 6 Rezensionen
(6)
(0)
(0)
(0)
(0)

Inhaltsangabe zu „Die verzweifelte Republik“ von Walter Rauscher

Nach dem totalen Zusammenbruch der alten Ordnung, der Niederlage der k.u.k. Monarchie im Ersten Weltkrieg, zerfiel das Habsburgerreich in eine Reihe von neuen Kleinstaaten, der Kaiser musste abdanken. In Wien gründeten die politischen Parteien den „deutschösterreichischen“ Staat und riefen am 12. November 1918 die Republik aus, die sich Deutschland anschließen sollte. Durch den Friedensvertrag von Saint-Germain wurde das neue Staatswesen jedoch zur Unabhängigkeit gezwungen und hatte sich auch einen neuen Namen zu geben: Republik Österreich.
Besonders in ihren ersten Jahren kämpfte sie mit scheinbar unüberwindlichen Problemen: Die vom langen Krieg erschöpfte Bevölkerung hungerte und fror, die Nachbarländer erschwerten den wirtschaftlichen Aufbau des Landes durch ihre hartnäckige Abgrenzungspolitik. Überhaupt galt der von Wien aus regierte Staat vielen als lebensunfähig, folglich drängten die westlichen Bundesländer auf die Abspaltung. Durch die horrende Inflation und die massive Verschuldung drohten der Ersten Republik bereits 1922 der Staatsbankrott, die Zerschlagung und Aufteilung auf die Nachbarstaaten. Walter Rauscher schildert die Existenzkrise der Anfangsjahre der Republik, geht auf politische, wirtschaftliche und soziale Aspekte der Herausbildung des österreichischen Staats ein und zeigt, wie mühevoll und riskant dessen Entwicklung von Anfang an war.

Spannende österreichische Historie auch nach der k. u. k. Doppelmonarchie

— Manuel2704

Vier entscheidende Jahre der österreichischen Geschichte

— Matzbach

Spannend wie ein Roman und hochinteressante Fakten zu einer stürmischen Zeit.

— Buchgespenst

Ein sehr eindrucksvolles, interessantes und informatives Buch zur Geschichte Österreichs in den Jahren 1918-1922.. Absolut lesenswert!

— Nepomurks

Ein sachliche Darstellung des emotiononalen Themas, das schonungslos alle Beteiligte zu Wort kommen lässt.

— Bellis-Perennis

Informatives Buch, das sich mit der wohl schwierigsten Zeit österreichischer Geschichte auseinandersetzt. Ungeschont und sachlich erzählt.

— Miamou

Stöbern in Sachbuch

Love your body und schließe Frieden mit dir selbst!

Dieser Ratgeber hat meinen Erwartungen nicht entsprochen.

Bellis-Perennis

Meine besten Rezepte für Slow Cooker und Schongarer

Für mich eine Überraschung: so abwechslungsreich und praktisch

fantafee

Mut ist ... Kaffeetrinken mit der Angst

Wieder so ein wunderbares Buch von Susanne - besonders die letzten Kapitel haben es mir angetan. Ein Buch zum Immer-wieder-lesen!

goldenefliege

Herr Bien und seine Feinde

Informativ, der Autor hat ein enormes Wissen über Bienen und deren Gefährdung.

Sikal

Fuck Beauty!

ein recht interessantes Buch über die Schönheit von uns Frauen...zum Nachdenken und zum Schmunzeln

aga2010

  • Rezensionen
  • Leserunden
  • Buchverlosungen
  • Themen
  • Geburtswehen einer Republik

    Die verzweifelte Republik

    Manuel2704

    19. December 2017 um 14:00

    Selten habe ich mich in letzter Zeit so bewusst für ein Buch beworben, wie dies bei dem vorliegenden der Fall war. Ich war daher sehr erfreut, dass mir die Glücksfee hold war und habe ihr die Lieferschwierigkeiten auch gerne nachgesehen. Die Leserunde hat mir viel Freude bereitet und ich habe das Werk von Walter Rauscher dann auch gleich noch ein weiteres Mal gelesen, was der Thematik und der Vielzahl der Fakten durchaus angemessen ist.Meine Rezension hat daher etwas aus sich warten lassen – dafür ist sie aber nun nach sehr gründlichem Studium und mit Überzeugung entstanden.Die Geschichte der Republik Österreich als Nachfolgestaat der zerfallenen Donaumonarchie steht ja immer etwas im Schatten der Weimarer Republik und deren Scheitern, welches dann von Historikern für gewöhnlich als Ouvertüre zum Aufstieg Hitlers gesehen wird.Walter Rauscher nimmt den Leser sinnbildlich an der Hand und führt ihn durch den ersten Weltkrieg hindurch an das Ende der Habsburgermonarchie, hinein in die Wirren der unmittelbaren Nachkriegs- und Vorgründungszeit der neuen Republik und dann bis zum Jahr 1922.Er tut dies sehr faktenreich und detailliert. Um die Übersichtlichkeit zu wahren und um den Leser nicht in Namen und Zahlen „ertrinken“ zu lassen, ist die Gesamtthematik nicht nur in Kapitel sondern auch in Unterkapitel gegliedert. Dieser „rote Faden“ ist eine echte Orientierungshilfe und für die gedankliche Verarbeitung eine wirkliche Unterstützung.Die Darstellungen von Walter Rauscher decken sowohl Übereinstimmungen mit als auch Unterschiede zu Staaten auf, bei denen ebenfalls ein Wechsel von einem monarchischen zu einem demokratischen Herrschaftssystem erfolgte.Parteienhader, Klassenkämpfe, gehässige Wahlpropaganda, provisorische Regierungen, zeitweise anarchische Zustände, Orientierungslosigkeit, wirtschaftliche Not – das alles schildert Walter Rauscher eindrucksvoll ohne jedoch dem Leser zu suggerieren, diese Dinge wären einzigartig und noch nie da gewesen.Er arbeitet jedoch auch gekonnt die Besonderheiten heraus:Die Auflösung eines Vielvölkerstaates mit einem sich explosiv Bahn brechenden Nationalismus, die Gleichgültigkeit der Siegermächte gegenüber dem Schicksal der Bevölkerung, der Separatismus selbst kleinster Regionen sowie die Bestrebungen von ehemaligen habsburgischen Gliedstaaten und von Nachbarländern, sich aus dem Kadaver der aufgelösten Donaumonarchie die besten Stücke zu sichern.Nach Gründung der Republik zeichnet Walter Rauscher einen österreichischen Leidensweg nach, welcher von ständiger wirtschaftlicher Existenznot eines eigentlich nicht lebensfähigen Staates geprägt ist. Die verantwortlichen Politiker stehen dabei ständig vor dem Dilemma, im Ausland um Kredite „betteln“ zu müssen und dabei eine mühsam erkämpfte und daher sehr fragile nationale Identität nicht wieder einzubüßen.Für mich war das Buch eine echte Bereicherung und Walter Rauscherhat mit seinen Darlegungen und Ausführungen dazu beigetragen, mein Bild der Geschichte vom Europa und vom Österreich der Nachkriegszeit zu vervollständigen.Ich kann das Werk jedem historisch Interessierten wärmstens empfehlen und vergebe aus Überzeugung und sehr gerne 5 Sterne.

    Mehr
  • Leserunde zu "Die verzweifelte Republik" von Walter Rauscher

    Die verzweifelte Republik

    Verlag_Kremayr-Scheriau

    Worum geht's? Nach dem totalen Zusammenbruch der alten Ordnung, der Niederlage der k.u.k. Monarchie im Ersten Weltkrieg, zerfiel das Habsburgerreich in eine Reihe von neuen Kleinstaaten, der Kaiser musste abdanken. In Wien gründeten die politischen Parteien den „deutschösterreichischen“ Staat und riefen am 12. November 1918 die Republik aus, die sich Deutschland anschließen sollte. Durch den Friedensvertrag von Saint-Germain wurde das neue Staatswesen jedoch zur Unabhängigkeit gezwungen und hatte sich auch einen neuen Namen zu geben: Republik Österreich. Besonders in ihren ersten Jahren kämpfte sie mit scheinbar unüberwindlichen Problemen: Die vom langen Krieg erschöpfte Bevölkerung hungerte und fror, die Nachbarländer erschwerten den wirtschaftlichen Aufbau des Landes durch ihre hartnäckige Abgrenzungspolitik. Überhaupt galt der von Wien aus regierte Staat vielen als lebensunfähig, folglich drängten die westlichen Bundesländer auf die Abspaltung. Durch die horrende Inflation und die massive Verschuldung drohten der Ersten Republik bereits 1922 der Staatsbankrott, die Zerschlagung und Aufteilung auf die Nachbarstaaten.Walter Rauscher schildert die Existenzkrise der Anfangsjahre der Republik, geht auf politische, wirtschaftliche und soziale Aspekte der Herausbildung des österreichischen Staats ein und zeigt, wie mühevoll und riskant dessen Entwicklung von Anfang an war >>Informationen zum Buch Bewerbung zur Leserunde:  Wenn ihr mehr wissen wollt, dann sagt uns, was euch an diesem Buch interessiert und auf welchen Plattformen ihr eure Rezension veröffentlichen werdet. Eine baldige Beteiligung an der Leserunde sowie das Schreiben einer Rezension sind gewünscht! Natürlich sind auch alle LeserInnen mit einem eigenen Exemplar herzlich eingeladen, an unserer Leserunde teilzunehmen. Wir freuen uns auf eure Teilnahme! > Besucht unsere Webseite! www.kremayr-scheriau.at> Folgt uns auf Facebook und Twitter und verpasst keine Neuigkeiten und Buchverlosungen mehr.

    Mehr
    • 186

    Manuel2704

    27. November 2017 um 13:49
    Beitrag einblenden
    Miamou schreibt Und so ganz unrecht hatten die Vertreter ja nicht, wenn sie argumentieren, dass sich die Regierung selbst zusammengestellt habe, ohne, dass das Volk gefragt worden ist. Und auch das Argument, ...

    Diese Situation gab es in der Geschichte ziemlich häufig. Ein Wechsel des Herrschaftssystems und der Staatsform erfolgte ja niemals wirklich friedlich sondern war in aller Regel die Folge eines ...

  • Spannend wie ein Roman

    Die verzweifelte Republik

    Buchgespenst

    25. November 2017 um 19:00

    Das Ende des Ersten Weltkrieges stürzte nicht nur Deutschland in eine tiefe Krise, auch für Österreich bedeutete es einen steinigen Neubeginn. Spielball und Stiefkind der Alliierten entwickelte Österreich völlig eigene Vorstellungen von neuen politischen und gesellschaftlichen Strukturen, doch die wirtschaftlichen Nachwehen des Krieges und politischen Ambitionen der Siegermächte ließen nur wenig Spielraum. Walter Rauscher gibt mit diesem Buch einen tollen Einblick in eine turbulente, schwierige Zeit. Fundiert und sachlich geschrieben liest es sich doch spannend wie ein Roman. In einem ausführlichen Anmerkungsteil werden Zitate belegt und auf weitere Lektüre hingewiesen. Schwarzweißbilder lassen diese schwierigen Jahre lebendig werden. Portraits von Politikern wechseln mit Alltagsbildern von Bahnhöfen voller Flüchtlinge oder Essenschlangen im Nachkriegswinter. Erschütternde Zeugnisse von Not und Elend, aber auch ein Eindruck von Kraft, Enthusiasmus und Hoffnung. Überraschende Fakten lassen auch Ereignisse im Dritten Reich in einem völlig neuen Licht erscheinen. Eine junge Republik im harten Überlebenskampf einer bitteren Nachkriegszeit geprägt von Verzweiflung und großen Träumen. Dieses Buch liefert einen weiteren Mosaikstein zu einem komplexen Bild der ersten Jahrzehnte des 20. Jahrhunderts, die unser Leben so nachhaltig gestaltet haben. Mit diesem Buch liegt viel mehr vor als nur ein Teil der österreichischen Geschichte. Jedem, der an Geschichte interessiert ist, sei dieses Buch wärmstens ans Herz gelegt!

    Mehr
  • Von der Weltmacht zum Habenichts

    Die verzweifelte Republik

    Matzbach

    16. November 2017 um 20:04

    Ausgehend von den letzten Zuckungen er kaiserlich-königlichen Doppelmonarchie beschreit der Historiker Walter Rauscher die Gründung des Republik Österreich. Nach dem Zerfall und dem Rücktritt Kaiser Karls wurde das kleine Deutsch-Österreich nicht nur zum Spielball der Siegermächte, die in Saint Germain quasi über es zu Gericht saßen, sondern auch zu dem nationaler Egoismen der neu auf dem Gebiet des ehemaligen Österreich-Ungarn entstandenen Staaten, die alle ein Stück vom zu verteilenden Kuchen abhaben wollten.  Wilsons hehres Ziel vom Selbstbestimmungsrecht der Völker blieb da schnell auf der Strecke, so dass hunderttausende von Deutschösterreichern nun plötzlich Tschechen, Italiener oder Slowenen wurden. Der kleine Rest, der überblieb, sah sich selbst kaum lebensfähig, so dass lange Zeit ein Konsens darüber bestand, dass man sich an das Deutsche Reich anschließen müsse, ein Ziel, das vor allem die Sozialdemokraten verfolgten. Aus der Rückschau betrachtet eine kaum realistische Option, da zum einen die Siegermächte die sich daraus ergebende Stärkung Deutschlands nicht hingenommen hätten, zum anderen die junge deutsche Republik selbst ja auch mit immensen Problemen zu kämpfen hatte, so dass die Österreicher vermutlich vom Regen in die Traufe gekommen wären. So setzte sich dann ein eher realpolitischer Ansatz eines Flügels der Christlich Sozialen durch, der die Eigenstaatlichkeit auf Dauer durchsetzte, wenngleich aus der Motivation heraus, nicht unter eine protestantische Mehrheit zu gelangen. Die Geburt dieser Republik war allerdings mit kaum überwindbaren Wehen gekennzeichnet. Es gab Separatismus in den Ländern, deren einziges streben es zu sein schien, weg aus dem angeblich von Juden beherrschten Wien zu kommen, Versorgungsengpässe und nicht zuletzt eine Hyperinflation. All diese Entwicklungen schildert Rauscher auf anschauliche Weise, so dass man sich am Ende fast wundert, dass die Republikgründung Bestand hatte. Wer sich für die Geschichte des Nachbarlandes und die der Zeit zwischen den Weltkriegen interessiert, sollte dieses Buch nicht im Laden stehen lassen.

    Mehr
  • Sehr eindrucksvoll, interessant und informativ!

    Die verzweifelte Republik

    Nepomurks

    13. November 2017 um 16:17

    Walter Rauscher legt mit „Die verzweifelte Republik: Österreich 1918-1922“ wieder mal ein unglaublich interessantes, wie informatives Buch zu Österreichs Geschichte vor. Das Buch bietet zudem neben den geschichtlichen Entwicklungen Österreichs auch eine ganz neue Perspektive auf die politischen Zustände Europas nach dem 1. Weltkrieg. Die Donau-Monarchie zerbricht, Großparteien kämpfen gegen den Zerfall der Republik und man muss sich dem Zugriff der Nachbarstaaten erwehren. Es bilden sich zudem Allianzen und gegnerische Gruppierungen, die die Republik ebenfalls weiter schwächen und zu dramatischen innerpolitischen wie auch gesellschaftlichen Zuständen führen. Die Kindersterblichkeit schnellt hoch, Hunger und anarchische Verläufe nach Kriegsende, dazu Hyperinflation und Deflation. Österreich sucht den Anschluss an Deutschland, doch das soll auch nicht die letzte Lösung gewesen sein..Walter Rauscher schreibt in seinem aktuellen Buch sehr verständlich und eingängig von den Zusammenhängen zwischen dem Ende der Donau-Monarchie, der innerpolitischen Entwicklungen wie auch von europäischen Verfahrensweisen und Entscheidungen. Das alles ist unglaublich reell (nicht zuletzt, da die Verläufe konkret so geschehen sind) und eindrücklich dargestellt und lässt die geschichtlichen Fakten aufleben. Man versteht erst nach und nach die Brisanz mancher falscher Erlasse der „Entente“ und des Kampfes um innerpolitische Stabilität. Interessant ist zudem die etwas andere Darstellungsweise des Autors: Walter Rauscher bricht meiner Meinung nach immer wieder mit typisch deutschen Sichtweisen und offenbart dem Leser gänzlich neue und weitläufige Eindrücke. Fakten, einmal aus einer vollkommen veränderten Perspektive betrachtet.. Mir gefiel das Buch im Ganzen sehr gut und ich fand es für ein Sachbuch äußerst flüssig zu lesen und interessant. Es fehlt nicht an sachlicher Dramatik, die durch viele sehr ergreifende Darstellungen direkt der Zeit entnommen zu sein scheint. Durch die fachliche und sachliche Schilderung der geschichtlichen Verläufe ist das Buch meines Erachtens absolut lehrreich. Alles in allem ein stimmiges und äußerst aufschlussreiches Werk, das ich nur empfehlen kann. 5 Sterne. 

    Mehr
    • 2
  • Die Existenzkrise der 1. Republik Österreich...

    Die verzweifelte Republik

    Miamou

    01. November 2017 um 17:20

    In seinem Buch „Die verzweifelte Republik“ wirft Walter Rauscher einen Blick auf die Krisenzeit in Österreich nach dem Ersten Weltkrieg. Die Habsburger - Monarchie ist Vergangenheit, der Krieg verloren, die Kronländer, der einst so großen Donaumonarchie, sind alle in eigene Staaten zerfallen. Übrig bleiben nur die deutschsprachigen Gebiete und ein neuer Staat mit unmöglichen Grenzen. Trotzdem wurde vor knapp hundert Jahren die erste Republik Österreich ausgerufen – damals noch Deutschösterreich. Viele Politiker, aber auch große Teile der Bevölkerung, streben den Anschluss an das Deutsche Reich an, weil sie den kleinen Staat Deutschösterreich als nicht lebensfähig betrachten. Und das zu Recht, denn abgeschnitten von den Zulieferungen der ehemaligen Kronländer, steht die Stadt Wien kurz vor einer humanitären Katastrophe. Dann jedoch kam der Tag, an dem der Friedensvertag von Saint Germain zu tragen kam. Deutschösterreich wurden viele weitere Territorialansprüche aberkannt und Österreichs Grenzen so festgelegt, wie wir sie heute kennen. Ein Anschluss an Deutschland wurde auf das Entschiedenste verboten. Die Kriegsschuld trägt neben Deutschland auch Österreich und Reperationszahlungen werden eingefordert. Dass sich die Entente hier nicht gerade rühmlich verhalten hat, wird dann klar, wenn man den geschichtlichen Verlauf weiter betrachtet. Die versprochenen Kredite mussten richtiggehend erzwungen werden, damit Österreich nach der galoppierenden Inflation ein wirtschaftlich stabiler Staat werden konnte. Aber auch innerhalb der neuen Grenzen lag vieles im Argen. So konnten die Bundesländer nichts mit der Regierung in Wien anfangen und haben eigenmächtig Entscheidungen getroffen oder selbstständig mit den Nachbarstaaten verhandelt, um sich dort anzuschließen und wirtschaftlich stabiler dazustehen. Und über Allem schwang noch das Damoklesschwert mit, dass die Habsburger doch wieder an die Macht kommen könnten, da sich die neuen Parteien alles andere als einig waren. Walter Rauscher stellt dem Leser diese Zeit gut vor Augen. Mit der nötigen Sachlichkeit, aber auch völlig ungeschönt und ungeschont. Er schildert und analysiert das Kriegsgeschehen und den damit einhergehenden Zusammenbruch der Monarchie. Die Rolle der Entente beim Vertrag von Saint Germain und die des Völkerbunds bei den Genfer Protokollen. Dabei lässt er die Zeitzeugen selbst zu Wort kommen, wenn er aus Briefen, Reden und Zeitungsausschnitten zitiert, die er dabei sehr gekonnt einfließen lässt. Ich selbst muss gestehen, dass ich aus dieser Zeit sehr wenig wusste. Natürlich kannte ich die „gängigen“ Namen, wie etwa den des ersten Staatskanzlers Karl Renner oder den Namen Ignaz Seipel. Dass sie damals einiges für Österreich geleistet haben, war mir auch klar, aber nicht in dieser Form, wie Walter Rauscher dies an mich heranbringen konnte. Das Buch lädt daher förmlich dazu ein, dass man sich mit dieser Zeit auseinandersetzen will. Viele Begriffe waren für mich neu bzw. wollte ich dann den genauen Wortlaut des Friedensvertrags von Saint Germain wissen oder was genau im 14 – Punkte Plan von Wilson festgelegt wurde. Das geschichtliche Wissen muss also nicht zu 100% fundiert sein, da es sich von selbst ergibt, dass man sich darüber schlau machen will. Aber das haben ja Sachbücher so an sich! Ein Buch, das aufrüttelt und daher gelesen werden sollte!!

    Mehr
  • Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017

    Warum Lesen glücklich macht

    GrOtEsQuE

    Punkte-Challenge zum SUB-Abbau 2017 Achtung - es handelt sich nicht um eine Leserunde sondern eine Challenge zum SUB-Abbau!!! Es werden keine Bücher verlost. Ich habe es nur als Leserunde erstellt, damit das Ganze etwas übersichtlicher wird.Ich möchte mich 2017 mehr dem SUB-Abbau widmen, daher habe ich mir überlegt eine Challenge zu erstellen. Die Regeln möchte ich so einfach wie möglich halten - es soll ja auch Spaß machen und nicht in Stress ausarten.Es wird jeden Monat ein anderes Motto geben. Für die zum Monatsmotto passenden Bücher, gibt es jeweils einen Extrapunkt. Das Monatsmotto werde ich immer Ende des Vormonats im entsprechenden Unterthema bekannt geben. Den Extrapunkt kann man mehrmals im Monat sammeln, wenn man genügend passende Bücher für das Motto hat.Jeder der mitmachen möchte, postet bitte im Unterthema Sammelbeiträge seinen Sammelbeitrag. Ich werde dann jeden Monat hier im Startbeitrag die Punkte aktualisieren. Bei den einzelnen Sammelbeiträgen ist mir eigentlich nur wichtig, dass in der ersten Zeile die Gesamtpunktzahl steht, ansonsten kann jeder seinen Beitrag so gestalten wie er möchte - entweder nur die Punkte aufschreiben oder auch das gelesene Buch benennen.Man kann jederzeit noch einsteigen - einfach einen Sammelbeitrag posten und los gehts!!! Rezensionen sind keine Pflicht. Es gelten alle Bücher, die in 2017 beendet werden, man kann also ruhig auch die in 2016 angefangen erst in 2017 beenden. Die Punkteverteilung sieht wie folgt aus: Für jedes gelesene Buch gibt es einen Punkt. Für jedes gelesene Buch, was vor 2017 auf dem SUB gelandet ist, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 400 Seiten hat, gibt es einen Extrapunkt. Für jedes gelesene Buch, was mehr als 600 Seiten hat, gibt es zwei Extrapunkte. Für jedes gelesene Buch, was zum Monatsmotto passt, gibt es einen Extrapunkt. Für Comics und Mangas werden nur die Hälfte der Punkte vergeben. Hörbucher zählen auch. Bei den Extrapunkten für die Seiten einfach an dem "echten" Buch orientieren. Wenn es sich um die gekürzte Fassung des Hörbuchs handelt, dann ein dreiviertel der Seiten. (Also mal angenommen das Buch hat 400 Seiten und du hast die gekürzte Fassung des Hörbuchs, zählt es nur für 300 Seiten, also kein Extrapunkt.) Bereits früher gelesene Bücher zählen auch, aber hier gibt es den vor-2017-auf-dem-SUB-gelandet-Punkt nicht, da die Bücher ja nicht mehr zum SUB gehören. Im besten Fall kann man also 5 Punkte pro Buch erhalten. Wer noch Fragen hat, kann sie im Unterthema für Fragen stellen. Nun hoffe ich auf eine rege Teilnahme und wünsch uns schon mal viel Spaß :-) Teilnehmer --- Gesamtpunktzahl --- zuletzt aktualisiert 06.01.2018: _Jassi                                           ---  77 Punkte AmberStClair                             ---   69 Punkte (Gesamtpunkte angeben) Arachn0phobiA                         ---   294 Punkte Astell                                           ---    20 Punkte BeeLu                                         ---   92 Punkte Bellis-Perennis                          ---  893 Punkte Beust                                          ---   424 Punkte Bibliomania                               ---   285 Punkte Buecherkaetzchen                   ---   48 Punkte Buchgespenst                         ---  515 Punkte ChattysBuecherblog                --- 316 Punkte Buchperlenblog (CherryGraphics)  ---   192 Punkte Code-between-lines                ---  199 Punkte DieBerta                                    ---   88  Punkteeilatan123                                 ---   96 Punkte Eldfaxi                                       ---   52 Punkte Farbwirbel                                ---   46 Punkte fasersprosse                            ---    35 PunkteFrau-Aragorn                           ---   343 Punkte Frenx51                                     ---  127 Punkte glanzente                                  ---   104 Punkte GrOtEsQuE                               ---   94 Punkte hannelore259                          ---   78 Punkte hannipalanni                           ---   207,5 Punkte Hortensia13                             ---   199 Punkte Igelchen                                    ---   26 Punkte Igelmanu66                              ---  222 Punkte janaka                                       ---   118 Punkte Janina84                                   ---    109 Punkte jasaju2012                               ---   20 Punkte jenvo82                                    ---   153 Punkte kalestra                                    ---   33 Punkte Kattii                                         ---   116 Punkte Katykate                                  ---   130 Punkte Kerdie                                      ---   259 Punkte Kleine1984                              ---   190 Punkte Kuhni77                                   ---   155 Punkte KymLuca                                  ---   149 Punkte LadyMoonlight2012               ---   29 Punkte LadySamira090162                ---   306 Punkte Larii_Mausi                              ---    154 PunkteLeif_Inselmann                       ---   40,5 Punkteleseratte89                               ---   50 Punkte Leseratz_8                                ---   18 Punktelisam                                          ---   331 Punkte louella2209                            ---   69 Punkte lyydja                                       ---   94 Punkte mareike91                              ---    47 Punkte miau0815                                 ---   71 Punkte MissSnorkfraeulein                  ---  44 Punkte MissSternchen                          ---  55 Punkte mistellor                                   ---   263 Punkte Mone97                                    ---   55 Punktemy_own_melody                     ---   18 Punktenaevia                                        ---   17 Punktenatti_Lesemaus                        ---  163 Punkte Nelebooks                               ---  310 Punkte niknak                                       ----  328 Punkte nordfrau                                   ---   162 Punkte PMelittaM                                 ---   283,5 Punkte PollyMaundrell                         ---   34 Punkte Pucki60                                        --- 37 Punkte QueenSize                                 ---   165 Punkte readergirl                                   ---    5 Punkte Readrat                                      ---   87 Punkte SaintGermain                            ---   139 Punkte samea                                           --- 80 PunkteSandkuchen                              ---   300 Punkteschadow_dragon81                  ---   92 Punkte Schmiesen                                  ---   209 Punkte Schokoloko29                            ---   35 Punkte Somaya                                     ---   361 Punkte SomeBody                                ---   207,5 Punkte Sommerleser                           ---   244 Punkte StefanieFreigericht                  ---   263,5 Punkte tlow                                            ---   178 Punkte Veritas666                                 ---   151 Punkteverruecktnachbuechern         ---   147 Punktevielleser18                                 ---   131 Punkte Vucha                                         ---   151 Punkte Wermoeve                                 ---   17 Punkte widder1987                               ---   69 Punkte Wolly                                          ---   202 Punkte Yolande                                       --   233 Punkte

    Mehr
    • 2656
  • "der Rest ist Österreich"

    Die verzweifelte Republik

    Bellis-Perennis

    30. October 2017 um 08:44

    Walter Rauscher zeichnet in seinem Buch „Die verzweifelte Republik“ den Weg Österreichs von der mächtigen Donaumonarchie zum machtlosen Kleinstaat nach. In schonungslosen Worten und Bildern erklärt er die Zusammenhänge, die Uneinigkeit sowohl bei der Entente als auch in Restösterreich selbst.Als ehemaliger Vielvölkerstaat fehlt dem jungen Staatsgebilde das Nationalbewusstsein, das z.B. Ungarn oder Tschechien haben.Politiker und Bevölkerung sehen das Überleben nur in einem Anschluss an Deutschland. Doch genau das, wissen die Siegermächte zu verhindern. Erschöpft durch die Kriegsfolgen, Hunger, Kälte, Krankheiten und das Wissen des „Im-Stich-gelassen-werdens“ verbraucht der junge Staat mehrere Regierungen. Auch das Parteigezänk und das kolossale Misstrauen, das die Parteien einander gegenüber haben, ist wenig hilfreich.Abgeschnitten von den ehemaligen Kronländern, die vor allem die Hauptstadt Wien mit allem versorgt haben, kämpft die Bevölkerung vor allem ums Überleben. Während einzelne Bundesländer Abspaltungstendenzen zeigen und schon Verhandlungen mit den Nachbarstaaten Schweiz und Bayern führen, wartet Österreich nach wie vor auf die zugesagten Kredite und Nahrungsmittel. Dass es ausgerechnet die Tschechen sind, die als Erste einen Kredit gewähren, darf wohl als Treppenwitz der Geschichte betrachtet werden.In zahlreichen Dokumenten und Zeitzeugenberichten wird belegt, dass sich die Siegermächte des Ersten Weltkrieges mit ihrer rigiden und Menschen verachtenden Haltung Österreich gegenüber nicht wirklich mit Ruhm bekleckert haben. Besonders Frankreich spielt hier eine unrühmliche Rolle. Karl Renner und Ignaz Seipel kommt wohl das Verdienst zu, vorerst den Bürgerkrieg und eine kommunistische Räteregierung à la Bayern verhindert zu haben. Mit der Einführung des Frauenwahlrechtes wird die junge Republik auf den demokratischen Weg gebracht. Der Staatsbankrott 1922 macht dieses fragile Staatsgebilde beinahe wieder zunichte.Erst die Bemühungen der bürgerlichen Regierung und das Sparprogramm des Völkerbundes (und der anschließenden Anleihen) helfen dem jungen Staat langsam aus der Krise. Die innenpolitischen Gegensätze sind jedoch kaum überbrückbar und unversöhnliche als je zuvor.Fazit:Ein Buch, das unbedingt gelesen werden muss.

    Mehr
    • 3
  • Was ist LovelyBooks?

    Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist! Mehr Infos

    Buchliebe für dein Mailpostfach!

    Hol dir mehr von LovelyBooks