Walter Schels

 4,8 Sterne bei 38 Bewertungen
Autor von Die Seele der Tiere, Tierische Portraits und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Walter Schels porträtiert seit Jahrzehnten Menschen, Tiere und Blumen. Als leidenschaftlichem Erforscher der Physiognomie geht es ihm darum, Wesen und Persönlichkeit eines Motivs in der Fotografie sichtbar zu machen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Walter Schels

Cover des Buches Noch mal leben vor dem Tod (ISBN: 9783421058379)

Noch mal leben vor dem Tod

(10)
Erschienen am 07.09.2004
Cover des Buches Tierische Portraits (ISBN: 9783908163442)

Tierische Portraits

(2)
Erschienen am 01.01.2001
Cover des Buches Musikerporträts (ISBN: 9783576110335)

Musikerporträts

(0)
Erschienen am 01.01.1997
Cover des Buches trans* (ISBN: 9783522307567)

trans*

(0)
Erschienen am 25.06.2025
Cover des Buches Walter Schels. Leben. (ISBN: 9783982123769)

Walter Schels. Leben.

(0)
Erschienen am 01.01.2021
Cover des Buches Das offene Geheimnis (ISBN: 9783576104006)

Das offene Geheimnis

(2)
Erschienen am 01.01.2000

Neue Rezensionen zu Walter Schels

Cover des Buches Noch mal leben vor dem Tod (ISBN: 9783421058379)
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Rezension zu "Noch mal leben vor dem Tod" von Beate Lakotta

HansDurrer
Was wir nicht verstehen können

Zwei Zitate leiten diesen aussergewöhnlich feinfühligen Band ein und sie seien hier genannt, weil sie (für einmal) wirklich eine Hinführung sind auf das, was man auf den folgenden Seiten antreffen wird:

Auf alle Menschen wartet gleicher Tod

Und keinen gibt es, der an diesem Tag

Schon weiss, ob er den nächsten noch erlebt.

Euripides

Das Leben ging und nahm die Enttäuschungen des Daseins

gleichfalls mit sich fort. Ein Lächeln schien auf den Lippen meiner

Grossmutter zu liegen. Auf dies letzte Lager hatte der Tod sie wie

ein Bildhauer des Mittelalters mit den Zügen eines jungen Mädchens

hingestreckt, das sie einst gewesen war.

Marcel Proust, „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit

Als der Vater der Journalistin Beate Lakotta im Alter von 58 Jahren an Krebs starb, sassen sie und ihre Mutter eine Woche lang an seinem Krankenbett. Als die beiden von den Krankenschwestern nach Hause geschickt wurden, damit sie etwas Schlaf bekamen, starb er. „Ich habe mir meinen Vater nicht mehr angeschaut … Ich kann nicht einmal sagen, dass ich Angst vor diesem Anblick gehabt hätte … Heute fehlt mir dieses letzte Bild“, schreibt Lakotta. Walter Schels, der Fotograf, geboren 1936, ist ein Kriegskind und mit dem Tod schon früh vertraut „ … kraxelte er durch eingestürzte Behausungen, identifizierte eine tote Nachbarin am Muster ihrer Schürze und barg einen herumliegenden Arm. Geblieben ist ihm eine lebenslange, tiefsitzende Angst vor Leichen, Skeletten und Beerdingen.“

Lakotta und Schels machen sich auf in zwei Hospize, eines in Berlin, das andere in Hamburg, und tun, was gute Dokumentaristen tun: sie gucken genau hin, nach aussen und nach innen, und beschreiben beziehungsweise bebildern, was ihnen fassbar wird. Was das Buch unter anderem auszeichnet, ist, dass es den Leser an einem Erfahrungs- und Lernprozess teilhaben lässt. Zwei Beispiele:

„Gleich der erste Gast, den wir kennenlernten, Herr Müller, hatte uns mit dem Erzählen von Witzen verwirrt. Später tobten Hunde über den Flur, Enkel standen mit ihren Blockflöten an Grosmutters Bett –sogar von einer Hochzeit im Hospiz wurde uns berichtet. Allmählich dämmerte uns, dass wir uns – bei aller Trauer – an einem Ort befanden, wo so intensiv gelebt wird wie sonst kaum irgendwo.“

„Immer wieder haben wir im Laufe des Jahres, in dem wir an diesem Buch arbeiteten, erfahren, dass jemand, der von seinem bevorstehenden Tod weiss, noch lange nicht daran glaubt, es werde wirklich geschehen. So oft ist uns dieser Zwiespalt begegnet, dass wir uns mittlerweile gut vorstellen können, ihm selbst eines Tages zu erliegen.“

„It's easier to really look at someone in a photograph than in real life - no discomfort at meeting the other person's eye, no fear of being caught staring“ liest man bei A.M. Homes in ihrer Erzählung "The Mistress's Daughter". In der Tat. Hinzu kommt, dass die Aufnahmen von Walter Schels in hohem Masse zum Verweilen einladen. Guckt man länger hin, lässt man sich auf sie ein, vermeint man zu spüren, dass diese Bilder respektvoll entstanden sind und deshalb Leben und Tod als ganz einfach verschiedene Daseinsweisen zeigen.

Von jeder der abgebildeten Personen erfährt man – neben der Geschichte zum Bild beziehungsweise zur Person – neben dem Alter auch wann und wo das erste Porträt aufgenommen wurde. Viele hatten nach dieser ersten Aufnahme nur noch ein paar Tage zu leben. Wer dies weiss, schaut diese Porträts noch einmal anders, ja eindringlicher, an als man dies normalerweise tut – schliesslich beeinflusst, was wir wissen, unsere Sehweise.

Eine der bewegendsten Aufnahmen zeigt ein 17 Monate altes Mädchen, das an einem Tumor gestorben ist. Wer sich die Zeit nimmt (und man soll sich Zeit nehmen für dieses Buch), diese Geschichte – die Bilder und der Text dazu sind gleichermassen eindrücklich – auf sich wirken, sie an sich heran zu lassen, der (oder die) wird für ein paar Augenblicke verstehen, dass wir nicht nur den Tod, sondern auch das Leben nicht begreifen können.

Die Seele der Tiere

Ein toller Bildband mit fantastischen Portraits von Tieren. Vom Elefant über die Maus bis hin zum Löwen sind hier enthalten. Pro Tier sind es mindestens zwei Fotos, immer in schwarz-weiß und immer enorm eindrucksvoll. Selten so tiefgehende Fotos von Tieren gesehen. Man nimmt hier Details wahr, die einem sonst eher verborgen bleiben. Abgerundet wird jede Tierart noch mit einem Text indem es um sie geht. Dabei werden Fakten, wie auch Sagen oder Märchen mit eingebunden. Oftmals ist der erhobene Zeigefinger spürbar, dieser wird dabei immer nur kurz in die Wunde gelegt. Tut kurz weh, hallt aber lange nach. 

Ein wirklich schönes Buch, ich hab es mir in viele kleine Portionen eingeteilt und mir sehr viel Zeit für das Betrachten der Fotos genommen. Wird auch immer wieder zur Hand genommen. Und ist auch ein besonderes Geschenk. 

Cover des Buches Die Seele der Tiere (ISBN: 9783809423720)
KinderLeseWunders avatar

Rezension zu "Die Seele der Tiere" von Sabine Remy-Schwabenthan

KinderLeseWunder
Berührender Augenöffner

Wenn wir als Menschen erst entdecken, dass auch in allen anderen Tieren Empfindungen und ein individuelles Etwas steckt, dann werden wir verstehen, dass wir Menschen keine Vorherrschaft über Tiere haben. Dieser phantastische Fotoband mit sehr lesenswerten Texten setzt mit dem besonderen Blick auf die porträtierten Tiere genau hier an.

Schon beim Blättern und betrachten der Fotos wird klar, das jedes Tier ein Selbst hat und ein Individuum ist, dass der Fotograf geschafft hat heraus zu kitzeln.

Sowohl Sabine Schwabenthan wie auch Walter Schels haben prägende Erlebnisse schon als Kind mit Tieren, was sie in ihren jeweiligen Vorworten schildern. Für mich ist es umso mehr ein Bestätigung, dass schon Kinder sich sehr gut mit dem Thema Tierschutz befassen dürfen und können.

Die begleitenden Texte zu den beeindruckenden Fotos sind lesenswerte und lehrreich, mit interessanten Blickwinkeln auf Tiere – die, die wir üblicherweise niedlich finden und die, die wir essen oder eben auch nicht.

Frosch, Fisch, Adler, Hund, Affe, Skorpion, Taube, Wolf, Schaf und noch mehr finden in diesem Bildband ihren Platz. Für uns ist dieses Buch ein ganz besonderes, welches wir als gesamte Familie gerne in die Hand nehmen, um zu blättern, zu lesen und sich von den besonderen Fotos berühren zu lassen.

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Zusätzliche Informationen

Walter Schels wurde am 01. Januar 1936 in Deutschland geboren.

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