Walter Scott Rob Roy

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Inhaltsangabe zu „Rob Roy“ von Walter Scott

From its first publication in 1816, "Rob Roy" has been recognised as containing some of Scott's finest writing. This edition features a critical introduction, explanatory notes, an essay outlining clearly the novel's historical context and a glossary of Scottish words and phrases used by Scott's colourful, vernacular characters.

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  • Rezension zu "Rob Roy" von Walter Scott

    Rob Roy

    sabisteb

    03. June 2012 um 20:39

    London 1715. Der zweiundzwanzigjährige Frank Osbaldistone soll in die Fußstapfen seines Vaters treten und das Handelshaus Osbaldistone und Tresham übernehmen. Nach seinem Lehraufenthalt in Paris jedoch hat Frank Zweifel, ob er diesem Beruf wirklich ergreifen will. Seine Liebe gehört der Literatur, er übersetzt gerne Gedichte und der dröge Alltag eines Kaufmanns widert ihn an. Sein Vater ist davon alles andere als angetan und setzt ihm ein Ultimatum von einem Monat. Bis dahin muss Frank sich entscheiden, ob er in die Firma eintreten will oder nicht. Auch wenn Frank nicht das kaufmännische Geschick seines Vaters geerbt hat, so hat er doch dessen Stolz und Sturheit ererbt und weigert sich, den Beruf eines Kaufmanns zu ergreifen. Sein Vater schickt Frank daher zu seinem Onkel Sir Hildebrand Osbaldistone nach Northumberland, damit einer der Söhne seines Bruders die Nachfolge im Hause Osbaldistone und Tresham statt Frank antritt. Die Wahl fällt auch Franks Cousin Rashleigh, der sehr intelligent und gebildet ist, aber ein geborener Intrigant, der alle in der Familie auf die eine oder andere Art in der Hand zu haben scheint und dunkle Ziele verfolgt. Frank und Rashleigh sind sich sofort unsympathisch. Auch mit den restlichen Cousins hat Frank wenig gemeinsam. Keiner von ihnen ist mit Intelligenz gesegnet, dafür sind alle umso trinkfester und ungehobelter, während Frank so gut wie keinen Alkohol anrührt. Das Einzige was Frank auf dem Gut seines Onkels hält ist die achtzehnjährige Diana Vernon, Sir Hildebrand's Nichte, die jedoch von einem dunklen Geheimnis umgeben ist. Regelmäßig konferiert sie mit einem mysteriösen Priester und es scheint einen geheimen Vertrag zu geben, der Dianas Schicksal schon in der Wiege besiegelte. Zu spät erkennt Frank, welches Spiel sein Cousin Rashleigh spielt und welche Rolle Franks Vater darin spielt. Eigentlich veröffentlichte Scott das Buch in drei Bänden. Heutzutage ist es aber in zwei Teile unterteilt, die beide sehr unterschiedlich sind. Während der erste Teil eher eine Liebesgeschichte ist, ist der zweite ein Wirtschaftsthriller. Frank bricht zusammen mit seinem Diener nach Schottland auf, um die Schuldbriefe, die Rashleigh entwendet hat, wieder aufzutreiben. Scott malt ein Szenario in welchem Spekulationen weniger Handelshäuser in London ein Land so weit bringen, dass es den Aufstand probt. Der Titel Rob Roy ist ein wenig irreführend, zumindest im ersten Band. Rob Roy tritt unter seinem bürgerlichen Namen Robert (Roy) MacGregor Campbell, meist Robert Campbell auf. Zu Scotts Ehrenrettung muss man sagen, er war gegen den Titel Rob Roy: „and Scott was at first wisely reluctant to "write up to a title." Names like Rob Roy, Queen Mary, Queen Elizabeth, Cleopatra, and so forth, tell the reader too much, and, Scott imagined, often excite hopes which cannot be fulfilled.” Und genau das passiert in diesem ersten Band. Kein Rob Roy. Wer also glaubt, dass dieses Buch die Vorlage zum gleichnamigen Film ist, der irrt und wird enttäuscht sein. Das Einzige, was für den Film verwendet wurde ist wohl der historische sechzigseitige Abriss über die historischen Hintergründe und tatsächlichen Belege über die Taten von Robert (Roy) MacGregor Campbell und seiner Söhne. Die Hauptperson dieses Romans sind Frank Osbaldistone und Diana Vernon. Scott hat mit Diana Vernon eine für die damalige Zeit außergewöhnliche weibliche Figur geschaffen. Wäre das Buch nicht bereits so alt, würde man einem heutigen Autor, der über jene Zeit schreibt wohl vorwerfen, Diana verhalte sich anachronistisch, die Frauen damals hätten sich ganz anders benommen. Diana Vernon ist hoch gebildet, intelligent, sehr direkt und verhält sich eher wie ein Mann. Sie sagt was sie denkt ohne die üblichen typisch weiblichen Relativierungen. Sie spricht Probleme sehr direkt an und lässt ihren Gesprächspartner nicht ausweichen, sie nagelt ihn regelrecht fest und das mit einer Menge psychologischem Gespür. Sie verhält sich wie eine heutige Frau und Scott spricht sogar das Problem der Rechte der Frau in der Figur der Diana Vernon an: "Well, it is very seducing to be pitied, after all; so here are my three grievances: In the first place, I am a girl, and not a young fellow, and would be shut up in a mad-house if I did half the things that I have a mind to;—and that, if I had your happy prerogative of acting as you list, would make all the world mad with imitating and applauding me." Frank kann darauf nur antworten "the misfortune is so general, that it belongs to one half of the species; and the other half"— Das Szenario, das Scott im zweiten Tal malt ist erstaunlich modern und leider auch sehr aktuell. "It is very singular," I replied, "that the mercantile transactions of London citizens should become involved with revolutions and rebellions." Er geht sogar noch weiter und hinterfragt die Vor- und Nachteile eines vereinten Königreiches. Die Händler und Kaufleute sind natürlich dafür: "Whisht, sir!—whisht! it's ill-scraped tongues like yours, that make mischief atween neighbourhoods and nations. There's naething sae gude on this side o' time but it might hae been better, and that may be said o' the Union. Nane were keener against it than the Glasgow folk, wi' their rabblings and their risings, and their mobs, as they ca' them now-a-days. But it's an ill wind blaws naebody gude—Let ilka ane roose the ford as they find it—I say let Glasgow flourish! whilk is judiciously and elegantly putten round the town's arms, by way of by-word.—Now, since St. Mungo catched herrings in the Clyde, what was ever like to gar us flourish like the sugar and tobacco trade? Will onybody tell me that, and grumble at the treaty that opened us a road west-awa' yonder?" Das Volk jedoch hat eine andere Meinung: "That it was an unco change to hae Scotland's laws made in England; and that, for his share, he wadna for a' the herring-barrels in Glasgow, and a' the tobacco-casks to boot, hae gien up the riding o' the Scots Parliament, or sent awa' our crown, and our sword, and our sceptre, and Mons Meg, to be keepit by thae English pock-puddings in the Tower o' Lunnon. Genau diese Situation findet man heute in der EU wieder. Scott hat hier ein zeitloses Phänomen beschrieben, das bis heute nicht an Aktualität verloren hat. Visionär oder einfach nur gut recherchiert? Wie die Zitate bereits zeigen ist dieser zweite Teil deutlich starker von schottischen Dialogen geprägt und deutlich anstrengernder zu lessen als der erste Teil. Man sollte also wirklich gut Englisch können, ehe man sich an den zweiten Teil im Original wagt. Allgemein unterscheidet sich dieser zweite Teil noch anderweitig deutlich vom ersten Teil. Frank Osbaldistone als Hauptfigur bleibt, wird aber durch seinen schlitzohrigen Diener ergänzt, der ein klassischer Archetyp ist: „possessed in no inconsiderable degree, of affecting an extreme attachment to his master; which theoretical attachment he made compatible in practice with playing all manner of tricks without scruple, providing only against his master being cheated by any one but himself.” Die beiden reisen nun nach Schottland und versuchen mit Rob Roys Hilfe das Schlimmste zu verhindern. Rob Roy ist weniger ein Robin Hood als ein Pate. Er verdient seinen Lebensunterhalt mit mafiösen Schutzgelderpressungen und ist den armen ein guter Pate. Er hat kein Interesse an einem Aufstand oder Krieg. Seine Frau ist da schon ganz anders drauf. Zeitgenössische Rezensenten warfen Scott vor, das Ende sei zu gehetzt, that the conclusion of "Rob Roy" is "huddled up,". Aus heutiger Sicht jedoch passt der Schluss, ist sauber und logisch und deutlich besser als was so mancher moderner Autor als Lösung seiner Geschichten oft anbietet. Das Buch war damals sofort ein Bestseller und die Leser waren so ungeduldig, dass die Bücher vor dem Verschiffen im Zollhaus gesichert werden mussten: "It is an event unprecedented in the annals either of literature or of the custom-house that the entire cargo of a packet, or smack, bound from Leith to London, should be the impression of a novel, for which the public curiosity was so much upon the alert as to require this immense importation to satisfy."

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