Walter Wüllenweber

 4.3 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von Die Asozialen, Frohe Botschaft und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Walter Wüllenweber

Walter Wüllenweber, geboren 1962, hat Politikwissenschaft in Heidelberg studiert und die Henri-Nannen-Journalistenschule absolviert. Seit 1995 ist er Autor beim Stern. 2005 hat Walter Wüllenweber den Deutschen Sozialpreis bekommen und wurde 2007 Reporter des Jahres. Er war zwei Mal für den Henri-Nannen-Preis und drei Mal für den Egon-Erwin-Kisch-Preis nominiert. Zuletzt ist von ihm bei DVA erschienen »Die Asozialen. Wie Ober- und Unterschicht unser Land ruinieren – und wer davon profitiert« (2012).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Walter Wüllenweber

Cover des Buches Die Asozialen (ISBN:9783421045713)

Die Asozialen

 (6)
Erschienen am 17.09.2012
Cover des Buches Frohe Botschaft (ISBN:9783421048226)

Frohe Botschaft

 (2)
Erschienen am 03.09.2018
Cover des Buches Wir Fernsehkinder (ISBN:9783499199707)

Wir Fernsehkinder

 (0)
Erschienen am 01.07.1998

Neue Rezensionen zu Walter Wüllenweber

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Rezension zu "Frohe Botschaft" von Walter Wüllenweber

Reichlich Grund zum Optimismus
wandabluevor einem Jahr

Reichlich Grund zum Optimismus
Entgegen dem verbreiteten Pessimismus, dass alles immer schlechter würde und früher alles besser war, stellt der Journalist Walter Wüllenweber Fakten: Es stimmt nicht. Wir leben JETZT in der besten Welt aller Zeiten.

Warum aber wissen wir das nicht? Weil schlechte Meldungen besser ankommen als gute. Und weil wir in der postfaktischen Zeit leben, in der Fakenews (also Gefühle und Meinungen) höher bewertet werden als Fakten.

Diese Botschaft ist gut und beruhigend. Und wichtig. Schon bei Yuval Harari (Homo Deus: Eine Geschichte von Morgen) habe ich ähnliches gelesen.

Nur das eine stört an der Botschaft: wer gerade bestohlen, vergewaltigt oder getötet wird oder wessen Baby verhungert, dem ist es egal, dass er die statistische Ausnahme ist. Nun gut, der Untertitel weist auf diese Schräglage hin. Vom Paradies auf Erden redet auch Wüllenweber nicht.

Dennoch ist es traurig, dass die Erfolge der Menschheit in ihrem Zusammenleben und bezüglich ihres Wirkes auf dem Planeten, nicht tiefer in den Köpfen verhakt ist: der saure Regen hat den Wald nicht vernichten können, das Ozonloch hat sich geschlossen, tatsächlich klappt auch das Zusammenleben mit den vielen Einwanderern viel besser als man befürchtet hat und – Engagement lohnt sich!

Seiner Zunft, der Presse und den anderen Medien stellt Wüllenweber aber indirekt ein schlechtes Zeugnis aus, denn, wenn gute Nachrichten nicht gebracht werden, weil sie keine Auflage bringen – ist der Journalismus für das Zeitbild bzw. für das Zerrbild der Zeiten, das er verbreitet, mitverantwortlich. Vielleicht ändert sich das ja allmählich. Gute Nachrichten, Optimismus und Erfolge stärken unsere Bereitschaft, etwas dazu beizutragen, dass sich noch mehr zum Positiven hin ändert.

Ein Zitat aus den „Schlussbemerkungen. Lob des Establishments: Ausgerechnet Deutschland erweist sich bei genauerer Betrachtung eben nicht als betoniertes, reformunfähiges Land, sondern als Nation, die scheinbar Gefallen an Wendemanövern gefunden hat: an der Agrarwende, der Verkehrswende, der digitalen Wende, und natürlich an der Energiewende: Deutschland kann Veränderung.“

Fazit: Gutes Buch. Lesen.

Kategorie: Sachbuch
Verlag: DVA, 2018

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Rezension zu "Die Asozialen" von Walter Wüllenweber

Vom Sandwichleben des Mittelstands
Babschavor 6 Jahren

Der Mittelstand stemmt einfach alles, eingepfercht zwischen den schmarotzenden Parallelgesellschaften der so genannten Ober- und Unterschicht. Denn beide sind in keiner Weise für unser Land produktiv, geschweige denn am Allgemeinwohl interessiert.  Sie schotten sich einfach ab und nehmen mit, was sie kriegen können: Die einen ihre staatlichen Transferleistungen, die anderen Kapitalerträge aus ihren riesigen Vermögen. Der Rest ist Phlegma. Soweit die Bestandsaufnahme des Autors, der sich aus seiner Journalistentätigkeit intensiv mit dieser Problemstellung befasst hat und hier in zwar bewusst deutlicher, provokanter Manier, allerdings auch solide recherchiert, den Finger in alle sichtbaren Wunden legt. Eine schnelle Lösung für die ungerechten und teils skandalösen Zustände hat er natürlich auch nicht, aber zumindest bringt er das Thema ziemlich auf den Punkt. In der ersten Hälfte sehr interessant und lebensnah geschrieben, ab der Mitte jedoch etwas langatmig und ausschweifend mit einigen Wiederholungen. Insgesamt aber durchaus lesenswert.

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W

Rezension zu "Die Asozialen" von Walter Wüllenweber

Rezension zu "Die Asozialen" von Walter Wüllenweber
WinfriedStanzickvor 7 Jahren

An den Rändern unserer Gesellschaft gibt es schon seit Jahren eine Entwicklung, die sie spaltet und zu ruinieren droht. Das ist die These des Stern-Journalisten Walter Wüllenweber in seinem hier vorliegenden Buch. Gemeint ist die Oberschicht aus einer Gruppe von Menschen, die längst nicht mehr zu den ehemaligen „Leistungsträgern“ der Gesellschaft zählen, sondern sie mit ihren Finanzspekulationen ausbeuten und aushöhlen.

Auf der anderen Seite identifiziert Wüllenweber, gegen ein über lange Zeit gültiges Verbot handelnd, die Unterschicht als eine immer größer werdende Gruppe der Gesellschaft, die sich immer weiter von den Werten dieser Gesellschaft entfernt und mit der Unterstützung einer wachsenden Hilfsindustrie von sozialen Leistungen lebt, für die andere hart arbeiten müssen und die diese schmarotzerhafte Haltung an ihre Kinder und Kinderkinder weitergeben.

War es einmal die Mitte der Gesellschaft, die auch geprägt von der jüdisch-christlichen Tradition, durch ihre Werte und bürgerlichen Traditionen diese Gesellschaft zusammenhielt, so ist diese Mitte nun von beiden Seiten bedroht, weil sich sowohl die Ober- als auch die Unterschicht von diesen Werten entfernen. Für beide gibt es keinen sinnfälligen Zusammenhang mehr zwischen einer erbrachten Leistung und ihrem Erfolg. Die einen tricksen beim Finanzamt, die anderen beim Sozial- oder Arbeitsamt.

Beide können sie auf mächtige Verbündete vertrauen, die wollen, dass sich an dieser Lage nichts verändert. Die Finanzindustrie macht eine reiche Oberschicht immer reicher und eine sozial angehauchte Hilfsindustrie mit mächtigen ideologischen Unterstützern bei den Grünen, den Gewerkschaften und den Kirchen ermöglicht der Unterschicht eine Lebensform, aus der sie nicht mehr heraus will und kann.

Walter Wüllenweber zeigt in seinem Buch, das erstaunlich seriös und ohne auf die große Wirkung von Schlagwörtern zu schielen, geschrieben ist, wie der Staat vor dieser Entwicklung schon lange die Segel gestrichen hat. Sowohl die Unterschicht als auch die Oberschicht haben Parallelgesellschaften gebildet, die unser Gemeinwesen nicht nur gefährden, sondern auf Dauer zerstören werden.

Für Gegenmaßnahmen, mit den etwa die Politik gegensteuern können, sieht Wüllenweber Möglichkeiten, doch es gebe keine schnelle Abkürzung: „Die notwendigen Maßnahmen müssen mit den alten, schwerfälligen Methoden einer demokratischen Gesellschaft erreicht werden, eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Das wird lange dauern. Was über Generationen entstanden ist, braucht Generationen, um es zu korrigieren.“

Kurzfristig keine guten Aussichten für die immer weniger werdenden Menschen in der Mitte, die durch ehrliche, oft auch noch schlecht bezahlte Arbeit für sich selbst sorgen und für ihre Kinder.

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