Walter Wüllenweber Die Asozialen

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Inhaltsangabe zu „Die Asozialen“ von Walter Wüllenweber

Wie Ober- und Unterschicht auf Kosten der Mittelschicht leben Die deutsche Gesellschaft befindet sich im Zustand der Auflösung. Am unteren Ende ist eine wachsende Unterschicht dabei, sich aus den bürgerlichen Wertvorstellungen zu verabschieden. Gleichzeitig zieht sich auch die Oberschicht in ihre Parallelwelt zurück. Das Erstaunliche ist: An den gegenüberliegenden Enden der Gesellschaft beobachten wir ähnliche, teils identische Entwicklungen: • Die Wert- und Moralvorstellungen von Ober- und Unterschicht entfernen sich immer weiter von denen der Mehrheitsgesellschaft. • Oberschicht und Unterschicht empfinden kaum noch einen Zusammenhang zwischen Leistung und Erfolg. • Tricksen wird mehr und mehr zur Lebensform. Die Reichen tricksen beim Finanzamt, die Armen beim Sozialamt. • Oben und Unten leben auf Kosten der Mittelschicht. Mächtige Verbündete haben ein Interesse daran, dass sich an diesen Zuständen nichts ändert: Die Finanzindustrie macht die Oberschicht reich. Die Hilfsindustrie ermöglicht die Lebensform der Unterschicht. In den Banken wird das meiste Kapital verwaltet und umgesetzt. In der Hilfsindustrie sind die meisten Arbeitnehmer beschäftigt. Vor diesen Mächten hat der Staat längst kapituliert.

Schockierend die Realität so auf dem Tablett serviert zu bekommen.

— -Lesemaus-
-Lesemaus-

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  • Vom Sandwichleben des Mittelstands

    Die Asozialen
    Babscha

    Babscha

    15. August 2014 um 23:31

    Der Mittelstand stemmt einfach alles, eingepfercht zwischen den schmarotzenden Parallelgesellschaften der so genannten Ober- und Unterschicht. Denn beide sind in keiner Weise für unser Land produktiv, geschweige denn am Allgemeinwohl interessiert. Sie schotten sich einfach ab und nehmen mit, was sie kriegen können: Die einen ihre staatlichen Transferleistungen, die anderen Kapitalerträge aus ihren riesigen Vermögen. Der Rest ist Phlegma. Soweit die Bestandsaufnahme des Autors, der sich aus seiner Journalistentätigkeit intensiv mit dieser Problemstellung befasst hat und hier in zwar bewusst deutlicher, provokanter Manier, allerdings auch solide recherchiert, den Finger in alle sichtbaren Wunden legt. Eine schnelle Lösung für die ungerechten und teils skandalösen Zustände hat er natürlich auch nicht, aber zumindest bringt er das Thema ziemlich auf den Punkt. In der ersten Hälfte sehr interessant und lebensnah geschrieben, ab der Mitte jedoch etwas langatmig und ausschweifend mit einigen Wiederholungen. Insgesamt aber durchaus lesenswert.

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  • Rezension zu "Die Asozialen" von Walter Wüllenweber

    Die Asozialen
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    31. October 2012 um 11:04

    An den Rändern unserer Gesellschaft gibt es schon seit Jahren eine Entwicklung, die sie spaltet und zu ruinieren droht. Das ist die These des Stern-Journalisten Walter Wüllenweber in seinem hier vorliegenden Buch. Gemeint ist die Oberschicht aus einer Gruppe von Menschen, die längst nicht mehr zu den ehemaligen „Leistungsträgern“ der Gesellschaft zählen, sondern sie mit ihren Finanzspekulationen ausbeuten und aushöhlen. Auf der anderen Seite identifiziert Wüllenweber, gegen ein über lange Zeit gültiges Verbot handelnd, die Unterschicht als eine immer größer werdende Gruppe der Gesellschaft, die sich immer weiter von den Werten dieser Gesellschaft entfernt und mit der Unterstützung einer wachsenden Hilfsindustrie von sozialen Leistungen lebt, für die andere hart arbeiten müssen und die diese schmarotzerhafte Haltung an ihre Kinder und Kinderkinder weitergeben. War es einmal die Mitte der Gesellschaft, die auch geprägt von der jüdisch-christlichen Tradition, durch ihre Werte und bürgerlichen Traditionen diese Gesellschaft zusammenhielt, so ist diese Mitte nun von beiden Seiten bedroht, weil sich sowohl die Ober- als auch die Unterschicht von diesen Werten entfernen. Für beide gibt es keinen sinnfälligen Zusammenhang mehr zwischen einer erbrachten Leistung und ihrem Erfolg. Die einen tricksen beim Finanzamt, die anderen beim Sozial- oder Arbeitsamt. Beide können sie auf mächtige Verbündete vertrauen, die wollen, dass sich an dieser Lage nichts verändert. Die Finanzindustrie macht eine reiche Oberschicht immer reicher und eine sozial angehauchte Hilfsindustrie mit mächtigen ideologischen Unterstützern bei den Grünen, den Gewerkschaften und den Kirchen ermöglicht der Unterschicht eine Lebensform, aus der sie nicht mehr heraus will und kann. Walter Wüllenweber zeigt in seinem Buch, das erstaunlich seriös und ohne auf die große Wirkung von Schlagwörtern zu schielen, geschrieben ist, wie der Staat vor dieser Entwicklung schon lange die Segel gestrichen hat. Sowohl die Unterschicht als auch die Oberschicht haben Parallelgesellschaften gebildet, die unser Gemeinwesen nicht nur gefährden, sondern auf Dauer zerstören werden. Für Gegenmaßnahmen, mit den etwa die Politik gegensteuern können, sieht Wüllenweber Möglichkeiten, doch es gebe keine schnelle Abkürzung: „Die notwendigen Maßnahmen müssen mit den alten, schwerfälligen Methoden einer demokratischen Gesellschaft erreicht werden, eine andere Möglichkeit gibt es nicht. Das wird lange dauern. Was über Generationen entstanden ist, braucht Generationen, um es zu korrigieren.“ Kurzfristig keine guten Aussichten für die immer weniger werdenden Menschen in der Mitte, die durch ehrliche, oft auch noch schlecht bezahlte Arbeit für sich selbst sorgen und für ihre Kinder.

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  • Rezension zu "Die Asozialen" von Walter Wüllenweber

    Die Asozialen
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    23. October 2012 um 11:44

    Die zupackende Zange von Oben und Unten Ober- und Unterschicht, so fern diese in ihren Lebenswirklichkeiten zu sein scheinen, verbindet eines in den Augen des Stern-Reporters Wüllenweber dennoch. Beide Gruppierungen der Gesellschaft leben (zumindest in Teilen der Gruppen) von einem „leistungslosen Einkommen“. Und dies beileibe über weite Teile hinweg nicht nur „zufällig“ oder „weil man nichts dafür kann“, sondern mit gezielter Strategie. Natürlich ist das eine polemische Zuspitzung, zunächst. Natürlich wird das nicht alle „Reichen“ oder alle „Armen“ betreffen. Aber Wüllenweber ist kompetent genug, fundiert und gründlich recherchiert seine These argumentativ (und nicht einfach nur marktschreierisch) zu Gehör zu bringen. Zumindest seiner Analyse der „dramatischen Veränderungen in Deutschland“, die sich gleichzeitig am „oberen und unteren Rand“ ereignen, vermag der unbefangene Leser durchaus mit Gewinn und weitestgehender Zustimmung zu lesen. Parallelgesellschaften entstehen an den Rändern, die aktuell so gut wie gar nicht mehr in das große Ganze der Gesellschaft eingebunden werden können. Dies ist die eigentliche Gefahr für das Gesellschaftsmodell in Deutschland, die Wüllenweber luzide benennt. Wobei er zunächst gut und nachvollziehbar die Begriffe überhaupt erst einmal mit Leben füllt, die Gruppen von „Oben und Unten“ qualifiziert und definiert. Ein Weg, auf dem schnell deutlich wird, dass die althergebrachte Füllung der Begriffe nicht mehr trägt. „Oberschicht“ ist nicht mehr gleich „Leistungsträger“, sondern vor allem nur noch als „Anleger“ zu verstehen (die ihr Geld für sich arbeiten lassen) mit einer „leichten Belastung“ was Steuern und Aufkommen für die Allgemeinheit angeht. Mit der Folge einer wahrhaft gigantischen Umverteilung „aus der Mitte nach oben“ in den letzten Jahrzehnten. Aber auch die Realität der „Unterschicht“ entspricht in keiner Weise mehr alten Dickens -Mythen von Armenhäusern und drohendem Hunger. Hier ist der Alltag gerade nicht von einschneidenden materiellen Entbehrungen geprägt, sondern durchaus von Besitz und Nutzen auch neuster Technik (wie gesagt, Relativierungen wären im Buch durchaus nötig). Allerdings verweist Wüllenweber zur Recht und mit Nachdruck auf das, was wirklich schmerzlich vorenthalten wird und eine Ausprägung der Parallelwelt „Unten“ stark forciert: Der Ausschluss von der „Teilhabe“ (vor allem durch fehlende Bildung). So geht es Wüllenweber nicht um ein materielles „arm und reich“, sondern um zwei Pole einer Gesellschaft, die unter ähnlichen Abläufen aus der Gesellschaft sich verabschieden. Zwei Pole, in denen der „Klebstoff „einer Gesellschaft, die „Leistung“, erheblich an Bedeutung verliert. Und da, wo die eigene Leistung an Bedeutung verliert, da gewinnt das Tricksen Oberhand. Wüllenweber plädiert im konstruktiven Teil seines Buches für eine klare Änderung. Auch wenn er konkret keine überzeugende Vorgehensweise an die Hand zu geben vermag, im Groben gibt Wüllenweber überzeugende Richtungen vor. Dass „da Oben“eine deutliche finanzielle Verantwortung und Beteiligung gerade ob der Vermögen, die auch auf Kosten der Allgemeinheit entstanden sind, eingefordert werden muss und dass „da Unten“ nicht materielle Versorgung die erste aller Pflichten ist, sondern Bildung der Grundpfeiler ist. Zugespitzt und klar in der Sprache macht sich Wüllenweber zwar durchaus angreifbar in seinen eindeutigen Positionen, legt aber im Kern den Finger auf eine schwelende Wunde. Er zeigt unnachgiebig die politischen, ethischen, und moralischen „Weichenstellungen“ der „Deregulierungen“ auf, die zu diesem drängenden Problem geführt haben. Die Verschiebung der Werte oben wie unten stellen die deutsche Demokratie und das deutsche Gemeinwesen vor eine Zerreißprobe, deren Ausgang nur desaströs sein kann, wenn nicht aktiv politisch eingegriffen und gegengesteuert werden wird. Was seit Jahren nicht auf der Agenda zu stehen scheint, nimmt man den biblischen Spruch ernst, dass „man sie an den Fürchten erkennen soll“. Einwichtiges Buch trotz aller Verallgemeinerungen im Buch.

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