Walter Wehner

 4,1 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor*in von was bleibt.

Lebenslauf

Joachim Anlauf, geboren 1967 in Bielefeld, ist Diplom-Volkswirt und Medienmanager (VWA). Nach der Jugendzeit in Minden führten ihn Studium und berufliche Aufgaben von Osnabrück über München, Herford, Dresden und Hannover schließlich nach Leipzig, wo er seit 2008 lebt. In der Buchstadt beschäftigt sich der ehemalige Pressesprecher (u.a. CDU-Landtagsfraktion Niedersachsen, Polizei Sachsen) beruflich mit der Stadt- und Regionalentwicklung. 2012 wurde der Autor mit dem Publikumspreis des Leipziger Krimipreises ausgezeichnet. Rund um das Thema Krimi organisiert Joachim Anlauf Lesungen zur Leipziger Buchmesse und Reisen durch Großbritannien. 2018/19 gehörte er dem Vorstand des Syndikats an. Peter Gerdes, geb. 1955, lebt in Leer (Ostfriesland). Studierte Germanistik und Anglistik, arbeitete als Journalist und Lehrer. Schreibt seit 1995 Krimis und betätigt sich als Herausgeber. Seit 1999 leitet er das Festival „Ostfriesische Krimitage“. Seine Krimis wurden bereits für den niedersächsischen Literaturpreis „Das neue Buch“ nominiert. Gerdes betreibt mit seiner Frau Heike das „Tatort Taraxacum“ (Krimi-Buchhandlung, Veranstaltungen, Café und Weinstube) in Leer. Neuere Veröffentlichungen: „Ostfriesische Verhältnisse“, „Langeooger Serientester“, „Friesisches Inferno“ und „Ostfriesen morden anders“.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Walter Wehner

Cover des Buches Geierfrühling (ISBN: 9783837514070)

Geierfrühling

(4)
Erschienen am 22.06.2015
Cover des Buches Rattensommer (ISBN: 9783837514087)

Rattensommer

(2)
Erschienen am 22.06.2015
Cover des Buches Bullenwinter (ISBN: 9783837514100)

Bullenwinter

(0)
Erschienen am 22.06.2015
Cover des Buches was bleibt (ISBN: 9783890531687)

was bleibt

(0)
Erschienen am 09.12.2024

Neue Rezensionen zu Walter Wehner

Cover des Buches Rattensommer (ISBN: 9783837514087)
detlef_knuts avatar

Rezension zu "Rattensommer" von H. P. Karr

detlef_knut
Ein Lesevergnügen voller Korruption und Schmutz.

"Rattensommer" ist der zweite Krimi aus der Gonzo-Reihe des Autorenduos Karr & Wehner. Wie schon zuvor beim "Geierfrühling" geht es auch bei diesem Roman in die abgrundtiefsten und schmutzigsten Ecken der Ruhrmetropole Essen.

Es ist Sommer. Der Videoreporter Gonschorek, genannt Gonzo, ist wegen der Sommerflaute wieder knapp bei Kasse. Aber eigentlich ist er das ja immer. Zufällig läuft er dem Filmproduzenten Matzke über den Weg, der für einen Pornodreh einen Kameramann benötigt. Gonzo sieht keinen anderen Ausweg. Lernt er doch auf diesem Wege gleich mal eine andere Filmbranche kennen. Doch beim Dreh fällt ihm in einer Ecke ein junges Mädchen auf, der es offensichtlich gar nicht gut geht.

Kurze Zeit erfährt er, dass dieses Mädchen tot ist. Sie ist eine von mehreren Mädchenleichen, die in letzter Zeit in Essen gefunden wurden und dem "Ruhrkiller" zugeschrieben werden. Die Polizei ermittelt bereits unter Hochdruck. Mit seinen Spuren am Filmset gerät auch Gonzo ins Visier der Fahnder. Weniger als tatverdächtiger denn als Zeuge, noch besser als Spitzel. Für seine Videoreportagen muss er immer nah am Geschehen sein, deshalb kennt er viele Polizisten, die ihn diese Tat und eine Verstrickung darin zwar nicht zutrauen, aber die der Meinung sind, er könnte sich bei den Pornofilmern in der Szene mal umhören und berichten.

Das Autorenduo hat für diesen Krimi 1996 den Friedrich-Glauser-Krimipreis erhalten. Ihr Geschick ist die realitätsnahe Schilderung eines Milieus, welches immer wieder als Klischee in den Medien auftaucht, mit dem in der Realität kaum ein Mensch zu tun haben möchte. Dabei bedienen sie sich vielfältiger Methoden der Actiondarstellung und Spannungserzeugung. Es wird das typische Bild eines Verlierers gezeichnet, der alle Abgründe des menschlichen Lebens auch sich zu vereinen scheint, und dennoch am Ende als (nicht ganz so strahlender) Sieger dasteht. Ganz im Stil eines Dashiell Hammett lassen die Autoren ihren journalistischen Ermittler durch das "verkommene" Essen schreiten. An der Seite immer seine Sekretärin ("Ich bin nicht Ihre Sekretärin."), Assistentin, Chefin ("Du bist nicht meine Chefin.") Betty.

Ein Lesevergnügen voller Korruption und Schmutz.

© Detlef Knut, Düsseldorf 2016

Cover des Buches Geierfrühling (ISBN: 9783837514070)
detlef_knuts avatar

Rezension zu "Geierfrühling" von H. P. Karr

detlef_knut
schneller, schmutziger und actionreicher Regionalkrimi

Bereits in den 1990er Jahren waren die Bücher der Gonzo-Reihe des Autorendupo Karr & Wehner erschienen. 2015 gab es eine Neuauflage der vier Romane im Klartext-Verlag. Die Krimis, die mit dem Glauserpreis des SYNDIKATS ausgezeichnet worden waren, handeln von dem Essener Videoreporter Gonschorek, der den Spitznamen Gonzo trägt. Er ist einer, der stets mit der Videokamera herumläuft, den Polizeifunk abhört und von einem tatgeschehen zum nächsten Unfall hastet, um einige Bilder einzufangen, die er dann an die TV-Sender verkaufen kann. Er lebt also davon, stets als Erster zu wissen, wo gerade etwas passiert, um daraus eine Story zu machen, die in den Medien aufschlägt.
In "Geierfrühling" gerät Gonzo unversehens in einen Kriminalfall, weil er eher zur falschen Zeit am falschen Ort ist. Er tummelt sich am Essener Hauptbahnhof auf der Suche nach der Story, spricht mit Obdachlosen, Prostituierten und den Leuten eines privaten Sicherheitsdienstes. Kurze Zeit später ist einer der Sicherheitsleute tot. er wurde im Bahnhofsklo gefunden. Die Polizei verdächtigt eine Polin, die am Bahnhof anschaffen geht. Doch Gonzo weiß, dass sie es nicht gewesen sein kann, denn zur fraglichen Zeit hatte sie ihm eine seiner Videokameras geklaut. Er war das Alibi für sie. Nun beginnt Gonzo selbst zu ermitteln. Nicht zuletzt deshalb, weil er eine Story daraus machen will, die e vrkaufen kann.
Das Autorenduo hat diesen Krimi als schnellen, schmutzigen und actionreichen Regionalkrii angelegt. Hier wird keinesfalls gemächlich ermittelt, sondern der Protagonist torkelt von einem Chaos ins andere, bekommt selbst heftig Hiebve, weil er sich mit den falschen Leuten anlegt und Gerät in den tatverdacht bei der Polizei. Dabei werden von den Autoren Themen aufgegriffen, die es damals genauso gab wie heute: z. B. das Thema der rechten Neo-Nazis, die heute offenbar wieder salonfähig geworden sind, damals aber noch an Glatzen und Bomberjacken erkennbar waren. Kurze Dialige tragen zu der Schnelligkeit der handlungen bei und unterstützen den Jargon, der in den Kreisen, in denen Gonzo arbeitet, offenbar gerecht wird. Die Regionalität dieses Krimis wird durch die Handlungsorte, die durch ganz Essen und hauptsächlich rund um den Hauptbahnhof führen, unterstrichen. Mit dem Auto geht es häufig von einen Stadtteil in den anderen. Die Bilder, die dem Leser daheim in den Kopf projiziert werden, sind sehr realistisch. "Geierfrühling" ist ein rasanter, harter Krimi, dem lediglich die überaus kleine Schrifttype im Druckbild angelastet werden kann.
(Es gibt die vier Gonzo-Romane auch zusammen in einem Schuber!)



© Detlef Knut, Düsseldorf 2016

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