Waltraud Krüger Ausreiseantrag. Sie nannten mich Nervensäge.

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Inhaltsangabe zu „Ausreiseantrag. Sie nannten mich Nervensäge.“ von Waltraud Krüger

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  • Rezension zu "Ausreiseantrag. Sie nannten mich Nervensäge." von Waltraud Krüger

    Ausreiseantrag. Sie nannten mich Nervensäge.
    Tweetywoman76

    Tweetywoman76

    26. February 2007 um 17:35

    Ich bin eher zufällig über dieses Buch gestolpert, welches bereits 1989 erschien. Waltraud Krüger beschreibt darin ihre Kindheit und Jugend, welche sie in diversen Heimen verlebte. Kurz vor ihrem 18 Lebensjahr lernte sie auf ihren Wunsch hin ihre Mutter kennen, welche in Stollberg (Erzgebirge) im Zuchthaus saß. Anfangs kann sich Waltraud Krüger mit dem Staat DDR aufgrund ihrer sozialistischen Erziehung identifizieren. Mit zunehmender Reife und Selbständigkeit kommt sie jedoch immer häufiger in Situationen, in denen sie die DDR und ihr System in Frage stellt. Offene Meinungsäußerung ist nicht erwünscht, wird mit Repressalien geahndet. Waltraud Krüger ist inzwischen verheiratet und Mutter einer Tochter. In ihr und ihrem Mann wird der Wunsch nach Ausreise in die BRD immer stärker. Immer wieder beantragen sie die Ausreise, immer wieder wird diese abgelehnt. Sie lassen sich nicht entmutigen, auch wenn sie wissen, dass mit jedem neuen Antrag das alltägliche Leben schwieriger wird, sie mit Einschnitten zu rechnen haben. „Krönung“ des Ganzen ist die Einweisung von Waltraud Krüger in eine Psychiatrische Klinik. „Aufgrund ihrer seit Wochen auffälligen Verhaltensweisen ergab sich der Verdacht auf das Vorliegen einer seelischen Störung.“ hieß es bei der Zwangseinweisung, Und: „Wer den sozialistischen Staat DDR verlassen will, kann nicht normal sein.“ Familie Krüger gibt nie die Hoffnung auf. Sie haben Freunde in der BRD, welche ihre Geschichte publik machen. Nach 8 Jahren, die gezeichnet waren von Schikane, Quälerei, Misshandlung und oft auch Hoffnungslosigkeit, erhielten sie die lang ersehnte Ausreisegenehmigung. Das Buch ist ein detailreiches Dokument darüber, wie das Leben einer Familie fremdbestimmt werden kann und darüber, was Menschen aus ideologischen Gründen heraus in der Lage sind, anderen anzutun, ohne darin Fehlverhalten zu sehen.

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