Warlam Schalamow Geschichten aus Kolyma

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Inhaltsangabe zu „Geschichten aus Kolyma“ von Warlam Schalamow

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  • Der Anti-Held in einer Anti-Welt

    Geschichten aus Kolyma

    Makollatur

    13. March 2017 um 13:05

    Neben Alexander Solschenizyn zählt der erst jüngst wiederentdeckte Warlam Schalamow zu den wichtigsten Repräsentanten einer Literatur über die Straf- und Umerziehungslager in Sibirien während der Zeit Josef Stalins. Schalamow, selbst zwei Mal Inhaftierter, schildert in einer Reihe von lose zusammenhängenden Erzählungen den Lageralltag in der Taiga: den ewigen Winter, die Gewalt und Willkür der Aufseher, den ständigen Kampf um Essen, Wärme und das nackte Überleben. Der Stil dieser Geschichten ist sehr einfach gehalten, getreu dem Motto des Autors, Authentizität und Glaubwürdigkeit zu den Kernelemente seiner Literatur zu machen. Zwar ist er nicht frei von Literarisierung, etwa wenn der Erzähler offensichtlich nicht Schalamow selbst ist, sondern ein unbekannter oder nur dem Namen nach erwähnter Gefangener. Dennoch bleibt der Autor seinem Weg treu und hält die Distanz zwischen einer literarischen Verfremdung und einer realistischen, autobiographischen Dokumentation so gering wie möglich. Es ist auch beinahe unmöglich, eine Poetisierung der Sprache anzustreben angesichts der unendlichen Schrecken und Leiden, die die Gefangenen täglich erdulden müssen. Die Geschichten gewinnen durch dieses Charakteristikum der Rhetorik. Allerdings, und dies ist vielleicht der einzige zu monierende Aspekt der Geschichten aus Kolyma, verlangt der auf mehr als dreihundert Seiten gewachsene Band dem Leser eine feste mentale Konstitution ab und führen nicht selten zu einer Erschöpfung der Duldsamkeit. So wird die Lektüre dieses Bandes, die allein schon aus Respekt den Opfern dieses Schreckensregimes gegenüber vollendet werden muss, zu einer langwierigen und anstrengenden Angelegenheit. Trotzdem, und hierin finden sich die Argumente für dieses Buch, dienen die Geschichten der Einsichtnahme und Dokumentation einer gefühlt lange zurückliegenden Zeit, die jedoch, wenn man es genau bedenkt, nur zwei Generationen vor unserer liegt. Insofern ist Geschichten aus Kolyma ein Buch, das die Lektüre verdient hat, damit die in ihm gezeigten Opfer nicht vergessen werden.

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