Warwick Collins Herren

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Inhaltsangabe zu „Herren“ von Warwick Collins

Hier, in der Toilette einer U-Bahnstation in der Londoner City, sind sie unter sich und anonym. Da kann man ruhig die Hosen runterlassen, man kennt sich ja nicht. Und das Personal, das diesen Platz sauber hält, wen kümmert das schon ...§§Reynolds, Jason und Ez, drei Schwarze aus Jamaica, putzen den "Whiteys" hinterher und beobachten sie. Reynolds und Jason arbeiten schon seit sieben Jahren zusammen, Ez ist neu dazugekommen, froh, endlich wieder einen Job zu haben. Hingebungsvoll wischt er den Boden, schrubbt die Urinale, wechselt die Duftsteine aus, poliert die Wasserhähne und wundert sich, als er einen Mann aus einer Kabine kommen sieht, dann noch einen. "Die gehen hier ein und aus", sagt Jason, "die Reptilien." So nennen sie sie, die Herren in den grauen Anzügen aus den umliegenden Büros, die sich mit einem Augenzwinkern verabreden und dann zu zweit, manchmal auch zu dritt, in einer Kabine verschwinden.§§Doch als die Putzmänner beschließen, dem Treiben der "Reptilien" ein Ende zu setzen, wofür sie so ihre Methoden haben, und schließlich auch die Behörden gegen die Unsittlichkeiten einschreiten, bekommen die drei ein Problem: denn wo das kleine Laster nicht blühen kann, geht der Umsatz zurück. Voller Sorge um ihre Arbeitsplätze und mit viel Mut zur Selbsthilfe finden sie am Ende eine Lösung, die sowohl den Gesetzen der Marktwirtschaft als auch der christlichen Nächstenliebe entsprechen. (Quelle:'Flexibler Einband')

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  • Die Handlung plätschert so dahin wie eine Klospülung

    Herren

    Mizuiro

    24. March 2015 um 21:29

    Die Handlung dieses dünnen Buches lässt sich mit nur wenigen Sätzen zusammen fassen. Noch leichter wird es, wenn man nicht zu viel verraten möchte. Es geht um drei Männer, die in einer öffentlichen (Herren-)toilette arbeiten. Nicht weniger und auch nicht viel mehr. Die drei Kollegen müssen sich mit der Welt, die sich bei ihrer Arbeit auftut irgendwie auseinander setzen. Ein zentrales Problem sind Besucher, die die Toilette für diverse zwischenmenschliche Aktivitäten nutzen, für die sie primär nicht gedacht ist. Die Figuren in diesem Buch sind nur wenig detailliert ausgearbeitet. Der Schreibstil ist trocken und kommt mit kurzen Sätzen und ohne langwierige Monologe aus. Das ist interessant, weil ein wesentlicher Punkt der Handlung die Positionierung der Figuren zu gewissen gesellschaftlichen Moralvorstellungen ist. Das klappt auch ohne lange Monologe ganz gut. Der viel zitierte Witz, von dem ich in verschiedenen Rezension lesen konnte, ist leider an mir vorbei gegangen, ohne sich zu Wort zu melden. Der Ort der Handlung, besagte Herrentoilette, ist allerdings mal etwas Anderes. Und das wars schon. Ich kann zu diesem Buch wirklich nicht viel mehr sagen. Es war nicht wahnsinnig gut, dafür war es nicht spannend oder lustig genug und dafür waren mir auch die Figuren zu langweilig. Es war aber auch überhaupt nicht schlecht, denn der trockene Schreibstil, die subtil behandelten Themen und die ebenso subtile Gesellschaftskritik passen gut zum Ort der Handlung: Einer Toilette, wo man lieber nicht so genau hin sieht und nur möglichst wenig berühren möchte. Mit seinen knappen 140 Seiten ist das Büchlein aber auch wirklich dünn und es liest sich sehr leicht. Trotz Gesellschaftskritik und philosophischen Hintergrundes plätschert die Handlung so leicht dahin wie eine Klospülung. Also ganz nett für zwischendurch, würde ich sagen.

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