Wassili Grossman

 4.4 Sterne bei 27 Bewertungen
Autor von Leben und Schicksal, Alles fließt und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Wassili Grossman

Wassili GrossmanLeben und Schicksal
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Leben und Schicksal
Leben und Schicksal
 (20)
Erschienen am 09.10.2008
Wassili GrossmanAlles fließt
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Alles fließt
Alles fließt
 (4)
Erschienen am 10.03.2010
Wassili GrossmanTiergarten
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Tiergarten
Tiergarten
 (3)
Erschienen am 11.03.2009
Wassili GrossmanDas Schwarzbuch
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Das Schwarzbuch
Wassili GrossmanLeben und Schicksal
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Leben und Schicksal
Leben und Schicksal
 (0)
Erschienen am 07.10.2009
Wassili GrossmanDie Kommissarin
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Die Kommissarin
Die Kommissarin
 (0)
Erschienen am 01.02.1992
Wassili GrossmanZizn' i sud'ba. Leben und Schicksal, russische Ausgabe
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Zizn' i sud'ba. Leben und Schicksal, russische Ausgabe
Wassili GrossmanAlles fließt . . .
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Alles fließt . . .
Alles fließt . . .
 (0)
Erschienen am 01.03.1990

Neue Rezensionen zu Wassili Grossman

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StevenOmens avatar

Rezension zu "Leben und Schicksal" von Wassili Grossman

Rezension zu "Leben und Schicksal" von Wassili Grossman
StevenOmenvor 8 Jahren

Der Roman des zweiten Weltkriegs. Grossmann, selber Jude, beschreibt anhand von der Schlacht um Stalingrad die Sinnlosigkeit und Grausamkeit der Krieges. Einer der berührendsten Momente ist die Schilderung eines kleinen Jungens, wie er in der Gaskammer umgebracht wird. Grossmann schreibt realistisch, fast im reportagestil. Heute schon ein Klassiker der Weltliteratur.

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Gospelsingers avatar

Rezension zu "Alles fließt" von Wassili Grossman

Rezension zu "Alles fließt" von Wassili Grossman
Gospelsingervor 8 Jahren

Wie die anderen Bücher von Wassili Grossman ist auch dieses tief beeindruckend. Grossman ist von einer tiefen Menschlichkeit geprägt und bringt daher großes Verständnis für die Schwachheit der Menschen auf.
Nach 30 Jahren wird Iwan Grigorjewitsch aus der Lagerhaft entlassen und bekommt eine Zuzugsgenehmigung nach Moskau. Bereits bei der Ankunft des Zuges in Moskau erkennt er, dass das Leben in den letzten 30 Jahren auch ohne ihn weitergegangen ist. Sein Vetter ist nicht gerade begeistert über Iwans Entlassung, bringt seine Anwesenheit doch all die Schuldgefühle hoch und gefährdet die Berufung des Vetters an die Akademie der Wissenschaften.
Schuld –das ist eines der großen Themen dieses Buches. Die Schuld jedes Einzelnen an der Unterdrückung und Inhaftierung Andersdenkender. Die Schuld an Denunziationen, am Wegsehen, am Abbrechen des Kontakts zu inhaftierten Familienmitgliedern. Die Schuld an der Diskriminierung der Juden, die in falschen Anklagen, falschen Gutachten und einem Mordprozess gegen Ärzte mündete. Nur der Tod Stalins am 05.03.53 verhinderte den Prozess und führte ein Jahr später zur Rehabilitierung der Angeklagten, deren Geständnisse unter Folter erzwungen wurden.
„Stalin starb ungeplant, ohne Anordnung der richtungsweisenden Organe. Stalin starb ohne persönliche Anordnung des Genossen Stalin. Diese Freiheit, dieser Eigensinn seines Todes enthielt Sprengstoff, enthielt etwas, das dem tief verborgenen Wesen des Staates widersprach.“
Grossman beschreibt die unterschiedliche Entwicklung des Westens und Russlands. Während die westlichen Gesellschaften sich hin zu größerer Freiheit entwickelt haben, entwickelte sich Russland in Richtung Sklaventum, besonders, was die Bauern betrifft. Die Bauern wurden durch Hunger hingerichtet. Ab 1937 bestimmte nicht mehr die Revolution die Gesellschaftsstruktur, sondern der Staat.
„Nur eines hatte Russland in den tausend Jahren nicht erlebt – Freiheit.“
Tausend Jahre unerbittliche Unterdrückung des Individuums führten zur „untertänigen Unterwerfung“ des Individuums unter den Herrscher und Staat. Der Staat ohne Freiheit betraf sämtliche Bereiche des Lebens.
„Überall und in allem war die Freiheit getötet worden“.
Unter Stalin kam man nicht ins Lager wegen begangener Taten, sondern aufgrund der Möglichkeit, Taten zu begehen. Jede harmlose Kritik konnte einen ins Lager bringen.
„Das Gesetz ist lebenswidrig und das Leben ist gesetzeswidrig.“
Am herzzerreißenden Beispiel von Mascha, die wegen „Nichtanzeige“ verhaftet wurde, Mann und Tochter verlor und nur von ihrer Hoffnung, die Tochter irgendwann wiederzusehen, aufrecht erhalten wurde, beschreibt Grossman das Lagerleben.
„Iwan Grigorjewitsch überlegte, dass Mann und Frau in den Lagern von Kolyma nicht gleichberechtigt waren – das Schicksal des Mannes war immer noch leichter.“
Grossman konstatiert, dass die Natur des Menschen gute und schlechte Seiten beinhalte.
„Manches wird dem Menschen verziehen, wenn er im Schmutz und Gestank des gewalttätigen Lagerlebens doch noch Mensch bleibt.“
Grossmans Schreibstil ist fragmentarisch, mosaikähnlich und philosophisch, aber sehr gut zu lesen.
Dieses dünne Buch bringt einem die russische Politik unter Lenin und Stalin und die Situation und Seele des russischen Volkes wesentlich näher als ein dickes Geschichtsbuch.

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Thailas avatar

Rezension zu "Leben und Schicksal" von Wassili Grossman

Rezension zu "Leben und Schicksal" von Wassili Grossman
Thailavor 9 Jahren

Der Vergleich zu Tolstois Krieg und Frieden drängt sich bei Wasilli Grossmans Leben und Schicksal (allein die Titel gleichen sich ja schon in ihrem universalen Anspruch) gerade zu auf. Was Krieg und Frieden für den Napoleonischen Krieg ist, bedeutet Grossmans Roman für den Zweiten Weltkrieg, oder den Großen Vaterländischen Krieg, wie er in Russland bis heute genannt wird. In beiden Romanen kommt eine Fülle von Figuren vor, mit denen ein weites gesellschaftliches Spektrum aufgespannt wird. Als ich die Liste der Protagonisten am Anfang des Romanes las, wurde mir ein bißchen schwindelig. In der Tat ist es jedoch nach kurzer Zeit gar nicht so schwierig die Personen auseinanderzuhalten. Zusammengehalten wird das Personengefüge durch zwei große, weit verzweigte Familien. Die verschiedenen Episoden erstrecken sich über die deutschen Konzentrations- und Vernichtungslager, Frontstellungen und bestzte Gebäude in Stalingrad, Moskau und Kasan als Evakurierungsort einflußreicher Moskauer. Ebenso weit gefächert sind die Personen, ein jüdischer Physiker und seine Familie, einfache Soldaten, altgediente Revolutionäre... So gelingt es Grossman ein umfassendes Panorma des Kriegserlebens zu schildern. Auch wenn die grauenhaften Krieges- und Vernichtungspraktiken der Nationalsozialisten dabei im Mittelpunkt stehen, gerinnt dieses Epos niemals zu Schwarz-Weiß-Malerei. Die Leiden der nationalsozialistischen Opfer werden auf eindringliche Weise geschildert. Eine der bewegensten Passagen ist der Brief einer jüdischen Mutter, die kurz vor ihrer Deportation und Ermordung an ihren Sohn schreibt. Grossman, der selber seine Mutter im Holocaust verloren hat, verarbeitet hier eigene Erfahrungen und schreibt den Brief, den er von seiner eigenen Mutter nie erhalten hat. Aber vielleicht noch wichtiger sind die Beschreibungen des stalinistischen Terrors, der Wilkür, der die Betroffenen ausgeliefert waren, der ständigen Angst, die Opfer zu Tätern machte, indem Menschen andere auslieferten um sich selbst zu schützen, der grausamen Verhöre, die von ihren unschuldigen Opfern noch ein Schuldeingeständnis forderten, der Entmenschlichung. Leben und Schicksal ist eine tiefgreifende Analyse des Menschen im stalinistischen Russland und ganz grosse Literatur.

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