Wayne A. Sallee Der Erlöser von Chicago

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Inhaltsangabe zu „Der Erlöser von Chicago“ von Wayne A. Sallee

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  • Wayne Allen Sallee: Der Erlöser von Chicago

    Der Erlöser von Chicago
    Elmar Huber

    Elmar Huber

    22. April 2013 um 11:48

    - „Und ich rette dich doch“, zischelte Haid zwischen den Zähnen hervor, dann schnellte er mit dem Arm nach unten und rückte die Faust gegen die Brust des Sitzenden, dessen Augen sofort hervortraten. Seine Hand glühte heiß, und schon drangen alle fünf Finger durch die Kleidung, dann die Haut. Mit der anderen hielt Haid dem Verkrüppelten den Mund zu, damit er nicht schrie. - STORY Frank Haid wird als Kind bei einem Feuer in seinem Waisenhaus von einem Fremden gerettet. Er ist überzeugt, dass es sich um einen Wink Gottes handelt. Als Erwachsener streift Haid durch die verwahrlosten Straßen Chicagos, die jenseits des ansonsten allgegenwärtigen Yuppie-Traums gelegen sind. Haid wurde zu einem Killer aus Mitleid, der sich seine Opfer im wahrsten Wortsinne einzuverleiben vermag und der aufgrund seiner Opferwahl bald nur noch „Der Erlöser“ genannt wird. Denn seine Opfer sind die Behinderten von Chicago, für die keine Hoffnung besteht. Von den Opfern des „Erlösers“ werden stets nur einzelne Körperteile mit Brandrändern gefunden. - Wie schon häufiger schälte er einen Fetzen grauer Haut vom verbliebenen Teil von Vaters Wange. Nachdem er es auf seine Zunge gelegt hatte, machte er erneut das Kreuzzeichen. Im Herzen hörte er es wieder: „Das ist mein Leib, der für euch hingegeben wird.“ - MEINUNG „Ein Thriller um einen Serienkiller, wie sie ihn bisher noch nicht gelesen haben.“ Die Werbezeile ist nicht übertrieben, bezieht sich allerdings in erster Linie auf den unkonventionellen Stil des Autors und weniger auf den Härtegrad des Romans. Da eine klassische Exposition und auch eine Identifikationsfigur schwer auszumachen sind, fällt es zunächst nicht leicht, sich in der Handlung zurecht zu finden. Zum einen ist da Frank Haid, der als Kind bei einem Waisenhausbrand mit schweren Brandwunden von einem Unbekannten gerettet wurde, zum anderen betritt unversehens Victor Anthony Tremulis die Handlung, der wohl am ehesten einem klassischen Protagonisten entspricht. Mit ihm befinden wir uns plötzlich in der Gesellschaft einer Clique Behinderter, die es sich – nach einigen rätselhaften Morden an Bekannten - zur Aufgabe machen, den Erlöser zu stoppen. Der Chicagoer Wayne Allen Sallee hat hier einen in mehreren Beziehungen äußerst ungewöhnlichen Thriller abgeliefert. Ohne dass die Personen eingehend charakterisiert werden, befindet man sich mitten unter ihnen. So fällt es schwer, Informationen zu ordnen, zumal Sallee seine Geschichte durchgehend mit Nebensächlichkeiten gespickt. Dies macht zwar den einzigartigen – fast surrealen - Stil aus, doch im Gegenzug ist es nahezu unmöglich zu erkennen, welche Informationen für die fortlaufende Handlung wichtig sind und welche nur Beiwerk. Zusätzlich wird vieles aus der subjektiven Perspektive einzelnen Personen geschildert, die man natürlich stets in Frage stellen muss. Schließlich handelt es sich um einen geisteskranken (?) Killer mit einer befohlenen Mission und um eine ganze Schar Behinderter mit verschiedenen Einschränkungen, die ebenfalls eine ganz eigene Sicht auf sich und die Welt haben. Ein phantastisches Element ist vorhanden, doch es erfolgt keine Erklärung, was Haid befähigt, seine Opfer quasi zu absorbieren. Das Taschenbuch ist von gewohnt guter Qualität. Covergrafik, -layout und Satz wurden wieder von Blitz-Hausgrafiker Mark Freier übernommen. Das eigens für den Roman angefertigte Coverbild, das an die Originaltitelbild angelehnt ist, zeigt einen leeren Rollstuhl, von dem Blutspuren ausgehen. Das Schriftlayout erinnert – auch durch das umgedrehte Kreuz – auf den ersten Blick an das Artwork von DER EXORZIST. FAZIT Stilistisch unkonformer Serienkillerthriller, der dem Leser einiges an Konzentration abverlangt.

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