Wednesday Martin Die Primaten von der Park Avenue

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Inhaltsangabe zu „Die Primaten von der Park Avenue“ von Wednesday Martin

Was passiert, wenn eine passionierte Sozialforscherin nach Manhattan zieht, um dort, mitten unter den Reichen und Schönen New Yorks, ihre Kinder zu erziehen? Sie betreibt Feldforschung: Mit dem geschulten Blick der Anthropologin hat Wednesday Martin über hundert Frauen in ihrer Nachbarschaft befragt und spart nicht mit Details, wenn sie die exotisch anmutende Spezies rund um den Central Park beschreibt: Sie beobachtet Frauen, die das eigene Penthouse führen wie ein Vorstandsvorsitzender ein Unternehmen. Sie trifft Absolventinnen renommierter Elite-Universitäten, die sich von ihren Millionen schweren Ehemännern einen »Hausfrauen-Bonus« diktieren lassen. Und sie erzählt von Müttern, die ihre Kinder zu Bestnoten pushen und die Organisation eines Kindergeburtstags zum Weltereignis erklären. Das (Selbst-)Diktat, als Mutter stets perfekt und sexy zu sein, kennen auch deutsche Frauen – härter als im New York der Upper East Side aber sind die Regeln nirgendwo.

Erschreckend ehrlich

— Fantasiana
Fantasiana

Erschreckende, persönliche Feldstudie, die viel Stoff zum Nachdenken bietet

— Tammy1982
Tammy1982

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  • 12 Seiten über die Birkin Bag!

    Die Primaten von der Park Avenue
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    26. December 2016 um 17:34

    Ich hatte vor einiger Zeit den „Lila Podcast“ gehört und dort war die Rede von Wednesday Martin und ihrem Buch „Die Primaten von der Parkavenue“ und da ich selbst ja gerade vor wenigen Wochen noch in New York war, hab ich das zum Anlass genommen, mir eben jenes Buch als nächsten Lesestoff vorzunehmen. So recht konnte ich zu Beginn nicht einordnen, was mich erwarten würde. Sachbuch? Erzählungen? Witzige Anekdoten? Mit geringer Erwartungshaltung bin ich also an dieses Buch herangegangen, hatte aber vorher Frau Martin gegoogelt und als sehr sympathisch empfunden, zumindest nach den Dingen zu urteilen, die man über sie im Netz finden konnte. Ihren Blog finde ich intelligent und witzig, ihre Website gefällt mir von Design und Inhalten her und die Wikipediaseite von ihr barg ebenfalls Informationen, die mich ansprachen. Sogar ihr Instagramprofil fand ich einfach nett und persönlich. (Besonders nett ihre Reaktion auf mein Foto von ihrem Buch: Klick!)Ich stürzte mich also ins Leseabenteuer und bereits auf den ersten Seiten hatte sie mich. Martin schreibt witzig, bissig ohne dabei gemein oder gehässig zu sein. Sie beleuchtet das Leben der Superreichen und zwar nicht aus der Ferne, sondern als eine, die dazugehört, oder zumindest später dazu gehört. Sie schildert begebenheiten, Wichtigkeiten und Nichtigkeiten, erzählt, wie mit ihr umgegangen wurde, wie sie sich selbst langsam auf der Wichtigkeitsskala hocharbeitete und was es dabei zu beachten galt, was den Normalmenchen gar nicht zu bewußt ist. Sie erwähnt, die richtige Sportbekleidung (Lululemon), die richtige Sportart (Physique 57 oder Soulcycling), die richtigen Schulen, Wohnungen und natürlich auch die richtige Handtasche (Birkin-Bag). Über die Handtasche schreibt sie sage und schreibe 12 Seiten lang, natürlich kann das kaum ein Mann verstehen und sicher auch keine Frau, die wenig Wert auf Äußerlichkeiten legt und all dies eher oberflächlich findet. Ich hingegen war hingerissen. Die Birkin-Bag ist ein langgehgter Traum, natürlich ist es utopisch und gänzlich unvernünftig mehrere tausend Euro für eine Handtasche hinzulegen (mein gewünschtes Model läge neu bei 24.000 Euro…seufz), aber Martin beschreibt vorallem dieses „Haben-wollen“ und „Haben-müssen“ sehr detailliert und beleuchtet auch die Birkin-Bag als Statussymbol durchaus kritisch und findet auch hier bissige Worte. Trotzdem waren dies die für mich fantastischsten 12 Seiten eines Buches. Aber ich gerate ins Schwärmen und schweife ab. Martin zeigt in ihrem Buch sehr deutlich, wie sehr sich die Welt der Superreichen von unserem Alltag abhebt, wie man dort miteinander umgeht und hat dies alles zu Beginn einen sehr negativen Beigeschmack, kommt Martin letztlich doch dahin, auch in diesen Gefilden Zusammenhalt, Vertrauen und Geborgenheit zu finden.Mir hat Martins Beschreibung dieser fernen und unnerreichbaren Welt wirklich Spaß gemacht, hier und da konnte ich lüstern und ein wenig entsetzt als kleiner Spanner die Augen aufreißen und denken: „Das tun sie nicht!“, hier und da war ich fasziniert, an anderer Stelle abgestoßen. Der Schreibstil ist locker leicht, aber eben mit kleinen witzigen und intelligenten Pointen versehen, immer wieder blitzt auch Wednesday Martins Vorbildung als Sozio-Anthropologin durch die munteren Zeilen durch und hier und da wird es sehr bewegend, sehr persönlich und sehr mitreißend.Mir hat das Buch ausgesprochen gut gefallen, es gewährt einen Einblick in eine Welt, in der ich nicht lebe, in eine Welt, in der ich eigentlich auch nicht leben möchte, die mich aber durchaus fasziniert und interessiert. Dabei wird die Rolle als Frau und Mutter in diesem Bereich sehr exakt analysiert und dabei vorallem viel Wert auf die emanzipatorischen Aspekte gelegt und aufgezeigt, wie sehr wir Frauen uns oft selbst einschränken und abhängig machen.Ich fühlte mich wirklich gut unterhalten und würde das Buch gerne jedem empfehlen, der 12 Seiten über die beste Handtasche der Welt als nicht vergeudetes Papier ansieht.😉(Es handelt sich nicht um einen Ratgeber!! Wirklich nicht!!)

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  • Literarisches Soziogramm der besonderen Art

    Die Primaten von der Park Avenue
    Babscha

    Babscha

    10. October 2016 um 18:48

    Die Upper East Side New Yorks. Immer schon ein legendäres, sagenumwobenes Viertel im Nordosten Manhattans, von dem jeder zwar schon mal gehört hat, über das normalerweise aber nur raunend, irgendwie ehrfürchtig und im Regelfall bar jeden Insiderwissens gesprochen wird. Woher soll es auch kommen, so wie sich dieses zwischen 5th und Lexington Ave bzw. 60th und 96th street abgezirkelte Immobilienrechteck präsentiert. Denn hier ist man absolut und ganz bewusst unter sich, hier herrschte früher das "alte Geld", danach fanden dann auch die kapitalistischen Emporkömmlinge der Wall Street die Gnade des Zutritts. Pecunia non olet, so ist das eben überall, hier aber ganz besonders. Anders als es die dümmliche optische Aufmachung und die noch dümmlichere Untertitelung des Buches erwarten lassen, ist man als Leser dann absolut überrascht von der Qualität seines Inhalts. Die Autorin, mittleres Alter, Mutter zweier Söhne und verheiratet mit einem führenden Wirtschaftsprofessor, ist Anthropologin und Sozialforscherin und irgendwann mal in Downtown Manhattan gelandet. Um ihren Kindern einen möglichst guten Start zu ermöglichen, sucht sie in der UES für die Familie a) ein neues Wohndomizil und logischer Weise b) Sozialkontakte. Ihre hieraus resultierenden geradezu irrwitzigen, zumeist negativen Erlebnisse und Erfahrungen bei ihrem unablässigen Versuch, in dieser abgeschotteten Irrsinnswelt der superreichen Super-"Mamis" irgendwie einen Fuß in die Tür zu kriegen, hat sie in ihrem interessanten, genauso humorvoll wie kompetent geschriebenen Buch in allen Einzelheiten niedergelegt. Das Ganze erhält seinen Charme besonders dadurch, dass sie die ganzen hochkomplizierten und verschachtelten Beziehungs-, Macht- und Geldstrukturen der dortigen Bewohner permanent mit den Erkenntnissen der Primaten- und ähnlichen Forschungen abgleicht und dabei immer wieder erstaunliche Schnittmengen und Übereinstimmungen zwischen Mensch und Tier, und hier ganz besonders mit dem Blick auf den weiblichen Teil der Evolution, feststellt. Wie sie das dann literarisch präsentiert, ist einfach nur köstlich zu lesen. Erst nach ewigen Anläufen, Anfeindungen und demütigenden Ausgrenzungen seitens der anderen Mütter, durch glückliche Umstände und letztlich durch einen Schicksalsschlag schafft sie es, sich ganz langsam Zutritt in diese abgeriegelte Welt zu verschaffen. Und stellt dabei so nüchtern wie rückschließend fest, dass auch die Primatenfrauen der Park Ave letztlich alle nur mit Wasser kochen. Konsumversessene, unselbstständige Vorzeigepüppchen Ihrer Alphamännchen, finanziell im Regelfall vollständig abhängig und damit immer voller Angst vor dem Entzug des Wohlwollens und damit dem Verlust des Zugangs zum Geld ihrer Männer. Aber zum Glück gibt es ja genug Möglichkeiten und Ablenkungen, solche schlimmen Gedanken und Ängste permanent zumindest äusserlich unter Kontrolle zu halten. Und wenn gar nichts mehr hilft, dann helfen eben Alk, Xanax und Konsorten. Ein lesenswertes Buch für Menschen, die sich für die Auswüchse menschlicher Existenz im allgemeinen und den Irrsinn des Upper-East-Lebens im Besonderen interessieren.

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    • 4
  • Erschreckend und gut zugleich

    Die Primaten von der Park Avenue
    Tammy1982

    Tammy1982

    02. June 2016 um 13:44

    Wednesday Martin ist ausgebildete Sozialforscherin und hat entsprechend ihren Umzug und ihre Zeit an der Upper East Side in New York zum Teil wie eine Feldstudie aufgebaut, was sich im Buch daran zeigt, dass einige Kapitel immer mit "Feldnotizen" starten, in denen die Autorin die Menschen, Dinge, Umgebung etc. so beschreibt, wie man es rein wissenschaftlich bei Beobachtung von fremden Stämmen oder Tieren auch machen würde. Sie analysiert dabei den Stamm der Upper East Side Bewohner und stellt dabei immer wieder Erstaunliches, zum Teil aber auch echt Erschreckendes fest.Das Buch ist eine unterhaltsame Lektüre, obwohl ich gestehen muss, dass mir das Lachen oft im Halse stecken geblieben ist. Wednesday Martin beschreibt den wirklich täglichen Kampf der Frauen darum, dass die Kinder ja einen guten Kindergartenplatz bekommen, denn der entscheidet schon über die gesamte weitere Zukunft. Sie beschreibt Frauen, die eigentlich entspannt und glücklich sein könnten, jedoch die meisten Zeit Beruhigungsmittel und / oder Alkohol konsumieren, um halbwegs über den Tag zu kommen und eigentlich nur unter Strom stehen. Viele Dinge, die ich da gelesen habe, haben mich wirklich entsetzt und wieder gezeigt, dass Geld alleine nicht glücklich macht und diese Frauen sich in eine Abhängigkeit manövriert haben, die sie zum Teil nachts nicht ruhig schlafen lässt. Gleichzeitig ist der Konkurrenzdruck unglaublich groß und die Beschreibungen davon, was die Frauen aneinander antun, haben mich auch ganz schön geschockt. Da glaubt man, dass man solche Dinge nach der Schulzeit hinter sich gelassen haben sollte und dann führen da erwachsene Frauen Kämpfe auf rein psychologischer und emotionaler Ebene durch, die mich nur noch entsetzt haben.Alles in allem hat mir das Buch gut gefallen und ich fand es sehr spannend, faszinierend, wenn auch oft erschreckend diese persönliche Feldstudie zu lesen. Gleichzeitig hat mir das Buch auch viel Stoff zum Nachdenken gegeben, da ich zwar nicht in der Upper East Side lebe, jedoch auch den Druck erlebe, der heutzutage gerade auf Frauen und Müttern ausgetragen wird, die einer gewissen Norm in Sachen Kindererziehung, Aussehen, Job, etc. zu entsprechen haben, ansonsten werden sie schief beäugt oder verbal oft komisch angegangen. Von daher zeigt dieses Buch, wenn auch sehr extrem, schön einen Spiegel auf und bringt hoffentlich auch andere LeserInnen dazu sich selbst zu hinterfragen und gewisse Dinge einfach gelassener anzugehen.Alles in allem vergebe ich dafür vier Sterne.

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