Wells Tower Alles zerstört, alles verbrannt

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Inhaltsangabe zu „Alles zerstört, alles verbrannt“ von Wells Tower

›Best Book of the Year‹ New York Times 2009: 'Witzig, überraschend und von rauer Schönheit.' Vanity Fair

Ein Mann wird zu Hause rausgeworfen, nachdem seine Frau innen auf der Windschutzscheibe einen Fußabdruck entdeckt hat, der nicht ihr eigener ist. Zwei sommerbetäubte Teenagerinnen rechnen draußen in den Wäldern miteinander ab. Wikinger überfallen eine bereits mehrfach geplünderte Insel in der Hoffnung, durch Blutvergießen und Brandschatzen ihre Winterdepressionen zu überwinden. Wells Towers Geschichten sind bevölkert von verkrachten Existenzen und Außenseitern: versoffene Träumer, unglückliche Väter und missratene Söhne. ›Alles zerstört, alles verbrannt‹ verbindet elektrisierende Erzählkraft mit bissigem Witz – Short Stories in der Tradition von Hemingway und Carver. Ein sensationelles Debüt von einem der aufregendsten amerikanischen Nachwuchsautoren.

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  • Rezension zu "Alles zerstört, alles verbrannt" von Wells Tower

    Alles zerstört, alles verbrannt

    michael_lehmann-pape

    20. September 2011 um 16:35

    Das große Leben in den kleinen Geschichten Manchmal sind es einfach Banalitäten, die Wells Tower erzählt, hinter denen die großen, menschlichen Themen hervorscheinen. So wie bei den Brüdern George und Stephen. Was es zu erzählen gibt, gerade aus den prägenden Kindertagen der beiden, sind doch eher kleine Streiche mit dennoch großer Wirkung. Die Befremdlichkeit, die Distanz, die immer schon im Raume war, scheint dort durch und begleitet Jahrzehnte hindurch prägend das Verhältnis. Soweit, dass der Leser mit Spannung verfolgt, ob eine ernsthafte Warnung von einem Bruder zum anderen zum Ende der Geschichte angenommen werden kann oder prinzipiell abgelehnt werden muss. Deutlich weniger banal muss sich der verlassene Ehemann damit arrangieren, dass seine Frau samt seiner Tochter ihn wegen eines, in seinen Augen nicht sonderlich gehaltvollen, Mannes verlässt. „Ich zerschlug ein paar Sachen. Ich drohte mit mehr und schlimmerer Gewalt, und Jane verließ mich mit Barry und Marie.“ Lapidare Sätze, die dennoch das Gefühlschaos ahnen lassen, dass im Innerer brodelt. In klarer, direkter Sprache, in umgangssprachlichen Formulierungen, mit einem sehr genauen Blick auf den Kern des Inneren versteht es Wells Tower in den 10 Kurzgeschichten seines Debüts, Menschen in den Blick zu nehmen. Nichts Besonderes, Herausragendes findet sich an den Hauptpersonen seiner Geschichten und dennoch zeugen sie von den Brüchen des Lebens, den inneren Kämpfen, die nicht immer gewonnen werden können. Zeigt auf, wie sich das „wilde“ der Emotionen gegen die tünche der Vernunft Bahn bricht. Deutlich zu sehen an jenem verlassenen Ehemann, der mit dem neuen Geliebten seiner Frau, Barry Kramer und seiner eigenen Tochter, die nun bei diesem lebt, sich zu einer Gefälligkeitsfahrt breit schlagen lässt, die keinen guten Ausgang für ihn nehmen wird. Es geht nicht um harmonische Lebensläufe, nicht um gelungene Aussöhnungen oder Lieben mit Happy End, es geht um das „aus der Bahn geratene“ im kleinen, alltäglichen Leben, um die innere Wucht, mit der verletzte Emotionen sich Bahn brechen. Emotionen, die letztlich ihr recht fordern und eben nicht „alle zerstört und verbrannt werden können“. Präzise und klar öffnet Wells Towers die Außenschale seiner Protagonisten und bringt das innere Dilemma zum Vorschein, zeigt auf, wie alle Versuche, Haltung zu bewahren, zu „tun als ob“ oder die Verletzungen einfach zu ignorieren zielstrebig scheitern. Ein höchst gelungenes Werk voller emotionaler Kraft, welches Wells Towers in seinen Geschichten vorlegt und allemal des Lesens wert.

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  • Rezension zu "Alles zerstört, alles verbrannt" von Wells Tower

    Alles zerstört, alles verbrannt

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. August 2011 um 13:38

    Es ist soweit, endlich kommt das "Best Book of the Year 2009" auch bei uns in die Buchhandlungen und ist damit auch das erste Buch überhaupt, das von Wells Tower auf Deutsch erscheint. Bisher ist mir der Name ausschließlich in der Liste "20 under 40" über den Weg gelaufen, weswegen ich mich gefreut habe, als ich das Rezensionsexemplar von literture.de erhalten habe. Nachdem seine Erzählungen unter anderem in The New Yorker und The Paris Review veröffentlicht und mehrfach ausgezeichnet wurden, können auch wir uns daran erfreuen und seine einzigartigen Charaktere kennenlernen. Was erwartet uns hier also: Bob Munroe, ein Schreiner, der durch eine zu klein geratene Treppenstufe alles verloren hat und zunächst einmal das Haus seines Onkels renovieren soll, auch wenn er hier eigentlich keine Lust zu hat. Doch mit den Nachbarn kann man angenehm die Zeit verbringen und nebenbei das Aquarium aufstocken. Bis der große Knall kommt... Eine andere Erzählung führt uns auf den Rummel, auf dem ein kleiner Junge von einem Rummelplatzangestellten scheinbar missbraucht wurde, während sein Vater munter mit seinem Blind Date auf dem Riesenrad runden dreht. Zum Vorschein kommen hier unterschiedlichste Persönlichkeiten, die man auf einem Rummel treffen kann. Das sind natürlich nur zwei exemplarische Erzählungen von vielen, die alle auf ihre eigene Art sowohl stilistisch als auch inhaltlich bestechen. Von absolut witzig bis hin zu traurig-depressiv zeigt Wells Towe, wie vielseitig er ist. Fazit: Man kann zu Recht mit hohen Erwartungen an dieses Buch herangehen und wird keinesfalls enttäuscht. Wie ich finde: Absolut lesenswert!!

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