Der Übergang von der Kindheit zu einem erwachsenen Menschen ist für viele Teenager nicht einfach. Der Körper verändert sich, neue Gefühle kommen auf, die Gedanken rasen und manchmal ist einfach alles nur blöd.
Auch die Protagonisten aus diesem Roman stehen vor diesen schwierigen Phase ihres Lebens. Da wäre Richard, der Sohn eines Pferdehändlers, der eigentlich seine Passion im Malen gefunden hat. Und sein bester Freund Nathan, der immer zu Richard steht und nichts auf seinen besten Freund kommen lässt. Doch irgendwann kommt Richards Vater mit einem Mädchen nach Hause- Audrey, künftig Richards Adoptivschwester. Doch woher kommt Audrey und welches Geheimnis verbergen sie und Richards Vater? Audrey, das stille Mädchen, fügt sich langsam in die Familie ein und freundet sich mit Rich und Nate an, doch sie soll auch mit Mädchen Kontakt haben und so wird arrangiert, dass sie Christina kennenlernt. Künftig werden die vier Protagonisten gemeinsam erwachsen, jeder auf seine Art und doch irgendwie alle zusammen.
Der Roman widmet sich der Jugendphase, sodass die ersten Gefühle, Liebe und Nähe eine große Rolle spielen. Aber auch das alltägliche Leben wird hier nicht vernächlässigt, die Rollen Mädchen und Junge werden herausgearbeitet, ebenso wie die Verpflichtungen, die jeder der Protagonisten im Alltag übernehmen muss. Die Autorin fällt hier nicht mit der Tür ins Haus, sondern lässt es zu, dass sich ihre Figuren langsam entwickeln können und so bis zum Schluss (dann sind die vier ungefähr 25Jahre alt) zu einer Charakterperson werden können. Dabei erleben sie das eine oder andere Abenteuer, sie machen viele Schritte nach vorne, doch immer wieder gibt es auch Schicksalsschläge, denen sich die Protagonisten stellen müssen. Der Verlauf der Entwicklung ist absolut schlüssig und an jeder Stelle nachvollziehbar. Oft erkennt man sich selbst (oder Freunde) in den Handlungen wieder und wird so angeregt über die eigene Jugend, die Freuden und Fehler nochmals nachzudenken.
Die Autorin hat hier eine Geschichte geschaffen, die so spannend ist, dass man das Buch eigentlich gar nicht zur Seite legen möchte. Abwechselnd erzählt jeder Protagonist in einem Kapitel von seinen Erlebnissen und Gedanken und im Verlauf des Buches fügt sich alles logisch wieder zu einer großen Geschichte zusammen. Der Schreibstil der Autorin gefällt mir ausgesprochen gut, denn das Buch lässt sich sehr leicht lesen, es werden keine kruden Satzkonstruktionen verwendet, die das Lesen unnötig schwer machen würden. Von Anfang an hat mich die Geschichte mitgenommen und zwar so sehr, dass ich immer wieder Wünsche und Hoffnungen für die Figuren aufbrachte und so manches Mal über deren Entscheidungen den Kopf geschüttelt habe. Ich habe mit den Figuren gelitten und gelacht und am Ende das Buch zufrieden zur Seite legen können, denn jeder hat seinen Platz im Leben gefunden.
Das Buch ist für Erwachsene, die eine kurzweilige Lektüre wollen genauso geeignet, wie für Jugendliche, die sich gerade selbst in dieser Phase des Lebens befinden. Es handelt sich hier um einen gut durchdachten Roman, der seinen Figuren Zeit gibt sich zu entwickeln und durch die Perspektivwechsel den Leser mitnimmt auf eine spannende und gefühlvolle Reise zum Erwachsenwerden.