Wenedikt Jerofejew

 4,2 Sterne bei 47 Bewertungen

Lebenslauf von Wenedikt Jerofejew

Wenedikt Jerofejew wurde 1938 in Kirowsk geboren. Wegen seiner antisowjetischen Haltung von der Universität relegiert, schlug er sich mit verschiedenartigsten Gelegenheitsarbeiten durch. Sein Meisterwerk »Die Reise nach Petuschki« entstand 1969, es wurde 1973 erstmals auf russisch in Israel publiziert, in der Sowjetunion erschien es erst 1988. Am 11. Mai 1990 ist Wenedikt Jerofejew in Moskau gestorben.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Wenedikt Jerofejew

Cover des Buches Aufzeichnungen eines Psychopathen (ISBN: 9783608500639)

Aufzeichnungen eines Psychopathen

 (1)
Erschienen am 01.04.2004
Cover des Buches Die Reise nach Petuschki (ISBN: 9783866045828)

Die Reise nach Petuschki

 (2)
Erschienen am 18.06.2007

Neue Rezensionen zu Wenedikt Jerofejew

Cover des Buches Die Reise nach Petuschki (ISBN: 9783492206716)mabo63s avatar

Rezension zu "Die Reise nach Petuschki" von Wenedikt Jerofejew

bissig, witzige alkoholdurchtränkte Satire
mabo63vor 5 Monaten

Wahnwitzige Reise von Moskau nach Petuschki, erzählt resp. aus der alkoholdurchtränkten Gedankenwelt des Wenedikt J.

Dieser möchte seine Geliebte treffen in Petuschki, dem 'geistigen Paradies', mit dabei sein Köfferchen voller Fläschchen mit arg hochprozentigem.


Geschrieben hat der Autor das Buch 1969, damals war es in der Sowjetunion natürlich nicht erhältlich. Die erste russische Ausgabe kam 1973 in Israel heraus und erst 1988 wurde das Poem dann auch in der Sowjetunion gedruckt. Bissig- kritischer und tragisch-komischer Text der u.a auch das Leben in der Ära Breschnew auf die Schippe nimmt.


Das liest sich dann etwa so (er sucht wiedermal seine Fläschchen und ist schon markant alkoholisch angezählt als Anmerkung):


'Vorne das gleiche Bild. Sonderbar scheinen nur zwei: der Opa mit seinem Enkel. Der Enkel ist zwei Kopf grösser als sein Opa und von Geburt an schwachsinnig. Der Opa ist zwei Kopf kleiner aber auch schwachsinnig.

Verdächtig dachte ich.[...] Warum sich die wohl die Lippen lecken? Andere sehen mir schliesslich auch in die Augen ohne sich die Lippen zu lecken. Sehr verdächtig... ich begann sie genau so unverwandt anzustarren wie sie mich. [...]

Und wie idiotisch der atmet, zuerst aus dann ein, während es doch bei anderen genau umgekehrt ist, zuerst ein dann aus.

Und wie er mich anglotzt mit weit aufgerissenen Augen und mit geschlossenem Mund statt umgekehrt....

[...]

Sehr verdächtig dachte ich noch einmal. Ich erhob mich etwas von meinem Platz und winkte die beiden zu mir heran.'

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Cover des Buches Die Reise nach Petuschki (ISBN: 9783492206716)

Rezension zu "Die Reise nach Petuschki" von Wenedikt Jerofejew

Rezension zu "Die Reise nach Petuschki" von Wenedikt Jerofejew
Ein LovelyBooks-Nutzervor 13 Jahren

Heissa und juhu, was für ein Schelmenstück.
Kinder und Narren sagen ja bekanntlich die Wahrheit da jedoch Jerofejew weder das eine noch das andere ist erhebt er einfach die Narretei zur Wissenschaft und doziert ohne unterlass.
Sein Alkoholspiegel wird von Kilometer zu Kilometer von gar wahnwitzigen Mischungen alkoholischer und alkoholhaltiger Substanzen und Wässerchen noch mehr angefacht bis er gegen Ende hin ins Delirium fällt und in eine surreale Gedankenwelt sich treiben lässt in der er auch, einer Einbahn gleich, gefangen bleibt.
Bis zu jenem absoluten Limit jedoch ist es eine fröhlich, tragischkomische aber auch erschreckend intelligente Sauftour die einen nicht nur einmal hellauf lachen lässt. Spätestens wenn man zur Schaffung einer neuen Ordnung dem Niederländischen König (Olaf) eine Kriegserklärung per Post zustellen lässt und von nun an auf die Bomber wartet…die jedoch nie kommen.
Mit wortwitziger Gewalt nimmt er sich und sein damaliges Umfeld (Ende der 60er) ins Gebet und liest in der russischen Seele wie in einem offenen Buch.
Natürlich sollte man sich eine gewisse Vorliebe fürs Russische bewahren um auch wirklich alles zu verstehen aber auch wenn man nur einen gelegentlichen Ausflug in die Zeitgenössische Literatur des wilden Ostens machen will bietet sich dieses Büchlein sehr gut an.

Ein Klassiker zum immer wieder lesen.

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Cover des Buches Die Reise nach Petuschki (ISBN: 9783492228480)Oedipa Maass avatar

Rezension zu "Die Reise nach Petuschki" von Wenedikt Jerofejew

Rezension zu "Die Reise nach Petuschki" von Wenedikt Jerofejew
Oedipa Maasvor 13 Jahren

Einen Tag begleitet man die mit dem Autor namensgleiche Hauptperson Wenja Jerofejew zum und in den Zug von Moskau nach Petuschki, dem idealisierten Ziel,wo er seine Geliebte treffen will. Je näher er seinem Ziel zu kommen scheint, desto mehr scheint es zu verschwinden/sich aufzulösen und umso betrunkener wird der "Held" in einen Abgrund aus Hoffnungslosigkeit gezogen.

Die Kapiteleinteilung die den Zugstationen folgt, die Mono- und Dialoge, bereichert durch (satirisch) verwendete Parteiparolen, Zitaten aus der Weltliteratur und abenteuerlichen Rezepten für selbsterfundene Cocktails (von einem Selbstversuch ist abzuraten!) machen dieses Buch stilistisch einzigartig.

Das zugleich lustigste und traurigste Buch, das ich je gelesen habe !

Ich rate zur älteren Übersetzung von Natascha Spitz. Auch wenn ich Peter Urban (der die neue Übersetzung vornahm) sonst sehr schätze, geht hier meiner meinung nach im Vergleich - zum Preis von Genauigkeit ? - viel verloren ...

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