Wenxuan Cao Bronze und Sonnenblume

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Inhaltsangabe zu „Bronze und Sonnenblume“ von Wenxuan Cao

Das siebenjährige Mädchen Sonnenblume wird während der Kulturrevolution mit ihrem Vater aufs Land verschickt. Ihr Vater, ein Künstler, soll dort in der Kaderschule Siebter Mai im sozialistischen Sinne umerzogen werden. Bei einem tragischen Unfall etrinkt er. Sonnenblume wird von der ärmsten Familie des Dorfes aufgenommen. In ihrem taubstummen Ziehbruder Bronze findet sie einen Freund.
Dieses Märchen für Erwachsene stellt mit seiner schönen, langsamen Sprache, die vor dem Leser einen Bilderteppich aus dem ländlichen China der 1960er Jahre entrollt, ein Stück lokaler Zeitgeschichte dar, das auf bezaubernde Weise eingefangen wurde.

Chinesisches Märchen vom Glück des einfachen Lebens. Ein unterhaltsamer wie einfühlsamer Traum mit kritischen Tönen aus dem Reich der Mitte.

— Marapaya

Ein Jugendbuch, das auch Erwachsene tief berührt. Es ist ein modernes Märchen - zum Staunen, sich Freuen und zum Weinen.

— Hermaennchen

Ein ganz besonderes und ungewöhnliches Jugendbuch.

— Aygen

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    Bronze und Sonnenblume

    Marapaya

    11. June 2015 um 20:40

    Wer kann mal eben schnell zwei, drei Klassiker der chinesischen Literatur aufzählen? Gar nicht so einfach ohne Google zu bemühen. Cao Wenxuan habe ich dann doch durch die Suchmaschine gejagt, weil ich mehr wissen wollte über den Autor von "Bronze und Sonnenblume". Sein Erzählstil ist nicht vergleichbar mit westlichen Autoren, die ich größtenteils gewohnt bin. Aus dem Bauch heraus hätte ich ihn wahrscheinlich einfach unter volkstümliches Erzählen abgelegt. Aber nach kleiner Recherche wird mir klar, wie oberflächlich dieses Vorgehen wäre und wie rudimentär mein Wissen über China ist. Wenxuans Erzählung beeindruckt mich und die Hintergrundinformationen zum Autor und zum Land, über das er für Kinder und Jugendliche schreibt, erweitern meinen engen Horizont in vielfacher Weise. Ein weites Feld von Schilf, Getreide- und Reisfeldern, Sonnenblumen; eine wogende Landschaft durch die ein Fluss fließt, der das Schilfmeer in zwei Seiten teilt. Auf der einen liegt Gerstenfeld, ein traditionelles chinesisches Dorf, in dem die Bewohner hart für ihr Auskommen arbeiten müssen. In einigen Familien ist es die größte Herausforderung, das jährliche Schulgeld für die Kinder aufzubringen. Auf der anderen Seite des Flusses haben sich Städter niedergelassen. Sie gründen eine Kaderschule und arbeiten härter und länger als die Dorfbewohner, treffen sich nach mühevollen Stunden auf dem Feld noch zu abendlichen Sitzungen. Die Dorfbewohner und ich können recht wenig mit den Städtern anfangen. In Gerstenfeld fragt man sich, warum die Städter ihre Stadt verlassen, in der es sich viel moderner und weniger beschwerlich leben lassen soll. Die erwachsenen Städter haben ein kleines Mädchen in ihren Reihen. Sonnenblume und ihr Vater, ein bekannter Künstler mit einer großen Vorliebe für Sonnenblumen, haben nur noch sich und so lebt Sonnenblume auf der einen Seite des Flusses und ist den langen Tag über allein, schaut neugierig verschüchtert auf das wilde Treiben der Kinder von Gerstenfeld und fühlt sich jeden Tag ein bisschen verlassener. Eines Tages kommt ihr Vater im Fluss um und Sonnenblume findet in Gerstenfeld bei der Familie von Bronze ein neues, wenn auch armes Zuhause. Bronze ist ein wenig älter als sie und hat seine Stimme verloren, als ein großes Feuer das Dorf vor einigen Jahren heimsuchte. Er und Sonnenblume sind von nun an unzertrennlich. Die Familie ist arm und doch viel reicher als die meisten der anderen Familien im Dorf. Sie lieben sich, lachen und halten zusammen. Einfach und klar erzählt Wenxuan seine Geschichte. Ein wenig Schwermut schwingt zwischen den Zeilen und der unbedingte Glaube an die heilbringende wie zerstörerische Kraft der Natur, der der Mensch auf beiden Seiten des Flusses ausgeliefert ist. Wenxuans Bilder sind kraftvoll, anmutig, empfindsam und auch grausam. Er präsentiert das Idealbild einer Familie, den Zusammenhalt dreier Generationen, das Aufstehen nach jedem Sturz. Gleichzeitig lassen sich seine kritischen Töne nicht überlesen. Die Diskrepanzen zwischen dem Leben in der Stadt und dem harten Alltag im Dorf. Ein Staat, der seinen Denkern und Künstlern den schaffenden Ackeralltag verordnet und das Bauernleben verklärt, während die wirklichen Bauern sich Bildung schlicht nicht leisten können und Jahrhunderte zwischen diesen Welten zu liegen scheinen. Wie in vielen Märchen von Hans Christian Andersen, in dessen Tradition sich Wenxuan selbst sieht, ist das Ende nicht unweigerlich ein Gutes. In mir bleiben die Bilder von wogenden Schilffeldern zurück, ein Büffel auf dem zwei Kinder reiten und eine bittersüße Traurigkeit, die mich auch ereilt, wenn ich „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ oder „Die kleine Meerjungfrau“ lese.

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  • Rezension || Bronze und Sonnenblume | Cao Wenxuan

    Bronze und Sonnenblume

    Aygen

    27. July 2014 um 08:01

    Auf Erden gilt die Sonnenblume wohl als die intelligenteste aller Pflanzen, denn sie kann Menschen sogar den Eindruck vermitteln, sie verfüge über eine ausgeprägte Wahrnehmung, als sei sie voller Leben und Willen. Stets blickt sie zur Sonne. ~ Zitat Seite 33 Ein kleiner Einblick in den Klappentext: In einem kleinen chinesischen Dorf zur Zeit der Kulturrevolution. Sonnenblume ist sieben Jahre alt, als sie durch einen tragischen Unfall ihren Vater verliert. Zum Glück wird sie von einer liebevollen Familie aufgenommen, die sich fortan rührend um sie kümmert. In ihrem stummen Bruder Bronze findet Sonneblume einen Seelenverwandten. Mit ihm erlebt sie die kleinen und die großen Abenteuer des Alltags, die Schönheit der Natur und die glücklichsten Momente, aber auch echtes Leid und die harten Seiten des Lebens auf dem Land. "Es war bereits Herbst, es hatte schon einmal Frost gegeben, das Dachschilf war von rotgoldener Farbe, die Halme standen kerzengerade wie Kupferdrähte. Im Wind bewegte sich das Schilf, und wenn sich die Blätter berührten, erzeugten sie ein metallisches Geräusch. Bis zum Horizont erstreckte sich das Meer, die Wellen waren weiß, und auch hier war ein Meer ein Meer aus Gras, dessen Wellen rotgold waren." ~ Zitat Seite 108Meine Gedanken zu dem Buch: Einst wir Kinder waren, so unbeschwert und glücklich… So sollte es doch heißen. Eine andere Art von Jugendbuch. In dieser Geschichte begegnen wir Elend, Armut, Trauer, Verlust, Zeichen der Zeit und was das Leben uns bescheren kann. Die Geschehnisse dieser Geschichte erscheinen uns hier so weit und ereilen uns doch in geminderter und veränderter Form im Laufe unseres Lebens immer wieder. Die Hauptprotagonisten Bronze und Sonnenblume. Der stumme Junge, dessen Ziehschwester und Familie in auch ohne Worte verstehen. Trotz der Armut, den schweren Zeiten und des Verlustes von Haus, Heim und Familienangehörigen, schaffen sich diese zwei bezaubernden und charakterstarken Kinder eine Zeit, die durchaus leicht, unbeschwert und glücklich wirkt. Wie viel Leid und Kummer ein Kind ertragen und stärken kann, zeigt uns diese Geschichte. Wir befinden uns in einem kleinen chinesischen Dorf in dem das kleine Waisenmädchen Sonnenblume, nach dem tragischen Tod ihres Vaters in die Obhut einer Familie gegeben wird. Sie wird von einer der ärmsten Familien auserwählt, die es sich zur Aufgabe machen, ihm ein glückliches Leben voller Liebe zu schenken. Sonnenblume hat auf einen Schlag eine Familie Mutter, Vater, Großmutter und Bronze ihren stummen Bruder. Dieser Junge beschützt und behütet sie, arbeitet hart und ermöglicht ihr durch harte Arbeit eine Schulbildung und ein Dach über dem Kopf. Die Familie ist so liebevoll, aufopfernd und dennoch haben sie immer das Gefühl dem kleinen Mädchen nicht gerecht zu werden. Nach schweren Schicksalsschlägen und materiellen Verlusten, endet diese Geschichte auf eine unerwartete Weise. Poetisch, sanft, facettenreiche und tragisch erzählt der Autor hier von dem Leben einer besonderen Familie und deren inzwischen zwei Kindern auf so unverwechselbare Weise. Zurück bleiben die Hoffnung und auch die Trauer, welche dem Leser dennoch etwas schenkt. Dankbarkeit. Eines Tages strömte der Regen sintflutartig herab, ringsum war vor lauter Regen nichts mehr zu erkennen. Die Leute hörten, wie die Mutter nach Bronze rief. Tränen mischten sich in ihre Stimme, sie durchdrangen den Regenvorhang und bewegten die Herzen der Dorfbewohner. Zitat Seite 233 Kurz & gut - mein persönliches Fazit: Ein ganz besonderes und ungewöhnliches Jugendbuch. Die Aufmachung ist so liebevoll und besonders. Die Kapitel mit chinesischen Zeichen geschmückt und ein Glossar zur Begriffserklärung rundet die Gestaltung ab. Inhaltlich schwere Kost mit einem Hauch kindlicher Leichtigkeit, entführt der Autor uns in eine farbenprächtige Natur, mit herzlichen Menschen. Armut, Elend, Verlust und auch viele viele Glücksmomente werden dem Leser beschert. Eine andere Art von Happy End, die abhängig von der persönlichen Meinung eines jeden Lesers ist. Lesen und Lieben! © Rezension: 2014, Aygen (AE) www.buecherkaffee.de

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