Werner Böcking Die Römer am Niederrhein

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Inhaltsangabe zu „Die Römer am Niederrhein“ von Werner Böcking

Annähernd vier Jahrhunderte hatten die Römer ihre Residenz am Niederrhein bei Xanten. Hier wurden die Reste zweier Kastelle im Boden gefunden und einer Stadt, fast so groß wie das antike Köln, mit Thermen, einem Amphitheater und einer Hafenanlage. Das Buch erzählt die Geschichte der Funde, Entdeckungen und Grabungen von den ersten amateurhaften Anfängen bis in die neueste Zeit. Am Niederrhein zogen Fischer die Bronzefigur eines Knaben aus dem Wasser. Alte Wallanlagen an der Lippe fq/4hrten zur Entdeckung römischer Kastelle. Auf den bckern rings um Xanten wurden Gemmen und Mq/4nzen aufgelesen. Es berichtet vom schwunghaften Handel mit den römischen Ruinen seit dem frq/4hen Mittelalter, von der unermq/4dlichen Suche nach dem Schauplatz der Varusschlacht, vom Tauchereinsatz bei der sensationellen Entdeckung eines vermissten Römerkastells, das durch eine Rheinverlagerung q/4berschwemmt worden war. Es macht uns bekannt mit dem glq/4ckhaften Eifer der alten Laienforscher und mit der geduldigen minutiösen Arbeit der Wissenschaftler mit ihren modernen Mitteln.<br>Das Buch von Werner Böcking erscheint in der fq/4nften Auflage. Seit dem ersten Erscheinen haben Ausgrabungen in Xanten neue Erkenntnisse gebracht. In Text und Bild wird die Forschung fq/4r jedermann anschaulich beschrieben und q/4ber den Archäologischen Park Xanten eine gq/4ltige und verständliche Darstellung geboten.

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  • Rezension zu "Die Römer am Niederrhein" von Werner Böcking

    Die Römer am Niederrhein
    wolfschwerdt

    wolfschwerdt

    18. May 2010 um 15:29

    1977, also vor gut 30 Jahren wurde der Archäologische Park Xanten des Landschaftsverbandes Rheinland (LVR) gegründet. 2008 eröffnete in diesem Park das neue LVR- Römermuseum seine Pforten und im Mai 2009 konnte das Gelände des Archäologischen Parks Xanten mit 60 Hektar auf fast die gesamte Fläche der einzigen römischen Stadt nördlich der Alpen, die seit der Antike nicht überbaut worden war, der Colonia Ulpia Trajana, erweitert werden. Als Ende Juni 2009 wieder einmal die römischen Legionen im Rahmen eines zweitägigen Spektakels vor Tausenden von Zuschauern in das rekonstruierte Amphitheater des Archäologieparks einmarschieren, konnte man sich kaum vorstellen, dass sich hinter der heutigen Präsentation der ehemaligen Colonia Ulpia Trajana immerhin rund 450 Jahre Dokumentation und Archäologie der römischen Hinterlassenschaften sowie fast 2000 Jahre städtische Siedlungsgeschichte verbergen. Mit dem Xantener Raum als Ausgangspunkt der römischen Germanienaktivitäten beginnt das 2005 mit seiner 5. Auflage inhaltlich erweiterte, aktualisierte und überarbeitete Buch „Die Römer am Niederrhein –Geschichte und Ausgrabungen“ von Werner Böcking. Begonnen hatte alles mit dem Lager Vetera I auf dem „Fürstenberg“ als erstem Stützpunkt der an den Rhein verlagerten gallischen Legionen. Am Ende der römischen Präsenz in der Region Xanten stand die imposante römische Stadt Colonia Ulpia Trajana, mit massiver Stadtmauer, Thermen, Collosseum, Hafenanlagen, Handwerks- und Villenvierteln. Die folgende fränkische Niederlassung wuchs im Schatten der mächtigen Ruinen der römischen Bauten zum späteren mittelalterlichen Xanten heran, das einstige römische niederrheinische Zentrum diente nun als Steinbruch. Bereits im 14. Jahrhundert, so die Recherchen der Wissenschaftler dürfte, außer den Fundamenten kaum noch etwas von der ehemaligen römischen Metropole zu sehen gewesen sein, 1394 befand sich, wie die Quellen berichten, dort, wo einst das mächtige Amphitheater war, nur noch Ackerland. Bevor sich der Autor mit dem materiellen Untergang und dem langsamen und zähem Wiederauftauchen der römischen Hinterlassenschaften beschäftigt, führt er den Leser zunächst einmal auf einen historischen Exkurs über die römischen Ambitionen in Germanien und natürlich die Varusschlacht. An dieser Stelle merkt man dem Buch sein Alter an, das damit selbst zu einem hochinteressanten Teil der Geschichte wird. Die Diskussion um den Ort der Varusschlacht oder die Suche nach Aliso, alle noch vor den Ausgrabungen von Kalkriese zeigen, wie unsicher scheinbar gesicherte Erkenntnisse in Archäologie und Geschichtsforschung eigentlich sind, und wie schnell so manches Wissen durch einen einzigen Fund relativiert werden kann. Aber „Die Römer am Niederrhein“ handelt ja von der Geschichte der Archäologie im Xantener Raum, von der Suche nach vermuteten Lagern und Siedlungen, von den Überraschungen und Zufällen, der Leidenschaft und Ausdauer, die meist zu den aufregendsten Funden und Erkenntnissen führen. Und natürlich wird am Ende des Buches auch auf Kalkriese und seinen Bedeutung für die Diskussion um die mehr als 700 vermuteten Orte der Varusschlacht eingegangen. Zunächst aber gräbt der Leser mit Böcking in den mittelalterlichen Steinbrüchen herum stößt auf Legionsziegeleien, die unglaublich viel über die römische Präsenz am Niederrhein berichten und wird in die Verfahren und Hintergründe der historischen und modernen Grabungstechniken eingeführt. Die Provinzialrömische Archäologie mit all ihren ideologischen Irrungen und Wirrungen ist die eine Seite der archäologischen Geschichte des Xantener Raumes. Die andere führt in das mittelalterliche Xanten, zu Märtyrern, gewaltigen Kirchenbauten und eben der mittelalterlichen Stadt, die nicht zuletzt eine Rolle in der Nibelungensage spielt. Mit der Darstellung der neueren Ausgrabungsergebnisse gewinnt das, was heute in Xanten zu sehen ist, Kontur. Da geht es um die Entdeckung des gallo-römischen Tempels, den Ursprung und die Anfangsschwierigkeiten des Archäologischen Parks, die Grabungen an Hafenmole und Rheinbett, einen römischen Wasserleitungskanal, den Hafentempel, das Burginatiumtor und nicht zuletzt die spätantike Festung innerhalb der Colonia Ulpia Trajana. Das letzte Kapitel schließlich handelt von den ersten Schiffsfunden im Xantener Raum, die 1991 mit der Bergung des Restes eines etwa 15 Meter langen Prahms begonnen hatten.

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