Werner Bräunig Rummelplatz

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Inhaltsangabe zu „Rummelplatz“ von Werner Bräunig

„Ein Buch, das förmlich vibriert vom wüsten Leben.“ Literaturen Die Publikation dieses großen deutschen Nachkriegsromans war eine Sensation. In keinem anderen Roman sind die Gründerjahre in Deutschland so ungeschönt, mitreißend und dabei literarisch gelungen dargestellt. Mit Werner Bräunig wurde dreißig Jahre nach seinem Tod ein Autor von Rang entdeckt – einer jener Frühverstorbenen, die ein außerordentliches Werk hinterlassen. Schlimmer als die Ruinen sind vier Jahre nach Kriegsende die Entwurzelung und der desolate Zustand der Menschen. In der Wismut-AG, dem riesigen Uranbergbau-Betrieb im Erzgebirge, treffen sie aufeinander, die Kriegsheimkehrer und Glücksritter, die Aufsässigen und die Idealisten, deutsche Bergleute und sowjetische Schachtleitung. Dieser Staat im Staate spiegelt die Situation in der einen neugegründeten Republik, den verbissenen Aufbauwillen ebenso wie sich abzeichnende Fehlentwicklungen. Noch immer gibt es jedoch vielfältige Verbindungen zur anderen Seite des Eisernen Vorhangs, wo das Leben durch Care-Pakete und Marshallplan leichter und attraktiver scheint und der Aufschwung in anderen Dimensionen realisiert wird. Werner Bräunig hat ein so ungeschminktes Bild der frühen Jahre in Ost und West gegeben, dass der Roman in die offizielle Kritik von Ulbricht und Honecker geriet und eine Veröffentlichung unmöglich wurde. „Hätte Bräunig weitergearbeitet, wäre er ohne weiteres neben Grass, Walser und Böll angekommen.“ Süddeutsche Zeitung „Ein großes Buch.“ Günter Grass „Einer der besten deutschen Nachkriegsromane. Sensationell!“ Die Zeit „Ein Ereignis.“ Der Spiegel

ein super gutes Buch zur ostdeutschen Nachkriegsgeschichte. Sehr packend zu lesen, unbedingt empfehlenswert!

— schmoeker-rike

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  • Rezension zu "Rummelplatz" von Werner Bräunig

    Rummelplatz

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    10. November 2012 um 14:55

    Bewegt zum Kauf hat mich der Hinweis, dass dies Buch nie in der DDR erscheinen durfte. Das fand ich einfach spannend und ich wollte der Sache auf den Grund gehen. Nun ging doch einige Zeit ins Land, aber nun ist die Geschichte gelesen: Ein ... ja, was eigentlich? Viele kleine Lebensgeschichten irgendwie miteinander verwoben unter dem Mantel einer großen Rahmenbedingung? Also ein Gesellschaftsroman? Ein eindeutiges Ja! Das an sich ist ja nicht schlimm, warum war das Buch verboten? Es gibt immer wieder kleine Kritik am System "DDR", interessanterweise aber auch am "System BRD". Ob es wirklich so war, kann ich nicht beurteilen. Zum Einen spielt der Roman "vor meiner Zeit", zum Anderen lebe ich im Westen. Aber es scheint so, dass es die Realität war, da deutet ja nun auch das Verbot drauf hin. Die Schreibweise ist relativ kühl, neutral. Ein Sympathie für die Personen wird nie "erzwungen", wie in manch anderen Büchern. Es wird viel in Gedanken und in indirekter Sprache erzählt. Gedanken zur Politik, zum System, zum Kollektiv werden immer wieder eingeflochten. Fazit: Ein gutes Buch mit vielen kleinen Geschichten/einer großen Geschichte. Wer Gesellschaftsromane mag, muss zugreifen! Schade, dass es die große Geschichte nie weiterging, da nur dies Buch, also nur Teil 1, erschienen ist.

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  • Rezension zu "Rummelplatz" von Werner Bräunig

    Rummelplatz

    Jens65

    19. May 2008 um 18:04

    Ein Roman, der in der DDR nicht erscheinen konnte, nach 40 Jahren erstmals Veröffentlicht ! Wer verstehen möchte, warum viele Menschen nach den Erfahrungen des zweiten Weltkrieges ihre Hoffnungen in einen sozialistischen Staat steckten, sollte dieses Buch lesen. Wer verstehen möchte, warum dieser Staat nicht überleben konnte, sollte dieses Buch lesen. Wer Literatur mag die mit Wörtern spielt, Gefühle plastisch darstellt und jeden Satz zu einem Kunstwerk erstarren lässt, muss dieses Buch lesen. Kurz gesagt: "Rummelplatz" ist ein literarischen Meisterwerk und jede Regierung die solche Bücher verbieten lässt, hat es nicht verdient zu überleben.

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  • Rezension zu "Rummelplatz" von Werner Bräunig

    Rummelplatz

    RoyReudnitz

    26. November 2007 um 18:00

    "Die Nacht des zwölften zum dreizehnten Oktober schwieg in den deutschen Wäldern; ein müder Wind schlich über die Äcker, schlurfte durch die finsteren Städte des Jahres vier nach Hitler, kroch im Morgengrauen ostwärts über die Elbe, stieg über die Erzgebirgskämme, zupfte an den Transparenten, die schlaff in den Ruinen Magdeburgs hingen, ging behutsam durch die Buchenwälder des Ettersberges hinab zum Standbild der beiden großen Denker und den Häusern der noch größeren Vergesser, kräuselte den Staub der Braunkohlegruben, legte sich einen Augenblick in das riesige Fahnentuch vor der Berliner Universität Unter den Linden, rieselte über die märkischen Sandebenen und verlor sich schließlich in den Niederungen östlich der Oder." Was für ein erster Satz. Was für ein Buch. 1965 von der SED verboten, jahrzehntelang verschollen und 2007 doch noch erschienen - 31 Jahre nach dem vorzeitigen Tod eines der sprachgewaltigsten Autoren nicht nur der DDR, sondern Deutschlands.

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  • Rezension zu "Rummelplatz" von Werner Bräunig

    Rummelplatz

    Liisa

    17. July 2007 um 00:01

    Schon allein die Geschichte dieses Romans bzw. seiner späten Veröffentlichung ist eine Geschichte für sich - die, wer sie noch nicht kennt, problemlos im Internet recherchieren kann. Der Roman selbst ist wirklich beeindruckend und faszinierend, wird darin doch ein Stück deutscher Nachkriegsgeschichte erzählt, das man so noch kaum in der deutschen Literatur gefunden hat. Ich zähle ja zu den sogenannten »Nachgeborenen«, die weder den 2. Weltkrieg noch die unmittelbare Nachkriegszeit selbst erlebt hat, höchstens das ein oder andere im Geschichtsunterricht oder aus Erzählungen der Großeltern und Eltern erfahren hat. Faszinierend ist darum, wie der Roman »Rummelplatz« von Werner Bräunig, zugleich in großen Teilen auch eine Art Autobiographie in Romanform, die wenigen dürren Fakten, die uns Nachgeborenen vielleicht noch bekannt sind, plötzlich mit »Fleisch« und »Atmosphäre« füllt. Die damalige Zeit und ihre Menschen - im Roman mit dem Schwerpunkt auf der DDR - werden lebendig. Dies gelingt Bräunig, indem er die berühmt-berüchtigte Wismut-AG als eine Art »Brennpunkt« nutzt. Dort bündelt sich das Große im Kleinen, dort treffen sie alle aufeinander, die Abenteurer, die Kriegsheimkehrer, die verhinderten Studenten, die Ungelernten und die »russischen Brüder«. Es ist schwer in wenigen Worten diesen Roman gebührend zu würdigen - und viele haben das schon weit besser getan, als ich es je könnte. Dankbar können wir wohl sein, dass dieser Roman nicht dem Vergessen anheim gefallen ist, sondern nun doch noch - wenn auch mit Jahrzehnten Verspätung - veröffentlicht worden ist und so auch der Nachwelt erhalten bleibt. Gleichzeitig hat mich während der Lektüre mehrfach Traurigkeit darüber erfasst, dass hier einer, der wirklich das Zeug zu einem großen Schriftsteller hatte, durch den Lauf der Zeitgeschichte gehemmt und von weiterem Wirken abgehalten worden ist. Es wäre sehr interessant gewesen, zu sehen, was noch aus Bräunigs Feder gekommen wäre, hätte er den Roman veröffentlichen und weiterschreiben können. Im Anhang zum Roman finden sich umfangreiche Anmerkungen, die die vielen Begriffe aus der Welt der Bergarbeiter oder auch aus der DDR erklären, die den meisten Lesern heutzutage fremd und unverständlich sein dürften, weil sie diese Lebenswelten nicht kennengelernt haben. Diejenigen Leser, die in der DDR gelebt haben, werden vermutlich viel Bekanntes und selbst Erlebtes im Roman wiederentdecken. Leser aus der alten Bundesrepublik erfahren eine Menge über »das andere Deutschland« und kommen so vielleicht tatsächlich zu mehr Verständnis für die Lebensgeschichte der Menschen, die in der DDR gelebt haben, so wie Christa Wolff es in ihrem Vorwort zum Roman erhofft hat. Weiterhin finden sich im Anhang zum Roman einen Text der Herausgeberin zum »Fall Werner Bräunig«, einige Textvarianten, Werner Bräunigs biographische Daten und weitere editorische Notizen.

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