Werner Dopfer

 5 Sterne bei 4 Bewertungen

Alle Bücher von Werner Dopfer

Seelenscherben

Seelenscherben

 (3)
Erschienen am 04.11.2014
Mama-Trauma

Mama-Trauma

 (1)
Erschienen am 01.09.2016

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Rezension zu "Mama-Trauma" von Werner Dopfer

Ernüchternd und überzeugend
michael_lehmann-papevor 2 Jahren

Ernüchternd und überzeugend

„Der Mann strebt nach Erfolg, koste es, was es wolle“.

Ernüchternd sind die Inhalte, die Dopfer wohl abgewogen, sachlich und mit vielen Fallbeispielen aus der eigenen Praxis unterlegt aus mehreren Gründen.

Vor allem aber aus jenem heraus, der die eigentlich „Betroffenen“ betrifft. Denn kaum einer jener Männer, die ihr Leben mit „Machtspielen“, der ständigen Sucht nach Anerkennung, dem Balzgehabe untereinander und, vor allem eben, der nicht geklärten inneren Verfassung aus der Kindheit in der Familie her orientieren, werden kaum zu diesem Werk greifen.

Und selbst wenn solche (häufig anzutreffenden) Männercharaktere das Buch lesen, wird ein zweites Momentum greifen, welches Dopfer fundiert beschreibt. Dass Narzissten in der kritischen Selbsterkenntnis starke Schwächen aufweisen.

Dass auf Erfolg getrimmte Wesen mit archaischen „Jagd- und Kampfinstinkten“ in einer Welt, die Erfolg immens belohnt und die den Verlierer und „Schwäche zeigenden“ Mann konsequent abstraft, weniger dem Selbstzweifel nachgeben, sondern in der Regel „noch mehr“ kämpfen und eigensinnig sich um sich selbst drehen, das ist die eigentliche Crux auf vielleicht möglichen Wegen zur Veränderung.

Dopfer geht dem nach. Ruhig, sachlich, intensiv. Legt offen, was es mit Gerhard Schröder 2005 in dieser unvergesslichen „Elefantenrunde“ nach der Wahl auf sich hatte, zeigt unprätentiös massenhaft Gründe auf, warum Frauen die besseren Führungskräfte angesichts der Herausforderungen der modernen Welt sind. Wie er ebenfalls aufzeigt, wie Frauen „Weg-Geschwiegen“, gar „Weg-Gebissen“ werden, wenn sie wirklich als Frau in die oberen Zirkel der Macht vordringen.

Angesichts all dessen, was Dopfer in Fülle vorlegt, ist es kein Wunder, das Angela Merkel den Beinamen „Mutti“ landauf, landab trägt. Und sich in diesem Beinamen schon das eigentliche Problem darlegt. Das Männer, vereinfacht gesagt (Döpfner führt dies sehr viel differenzierter aus), grundsätzlich sich von der „Mama“ irgendwann nichts mehr sagen lassen wollen (und dennoch ein Leben lang darum kreisen, Anerkennung von der Mutter, auch vom Vater, zu erhalten und deswegen so viel von dem Tun, was sie tun und wie sie es tun).

„Ich sehe einen tiefgreifenden Wandel…... Die Männer müssen sich damit auseinandersetzen, dass ihr bisheriges Führungsverhalten für die heutige Welt nicht mehr taugt“.

„Männer können und wollen das nicht wahrhaben, weil sie das Schreckensbild der dominierenden Amazone (aus Kindheitstagen) in ihren Köpfen haben (oder wahlweise das der übermächtigen, verletzenden Mutter).

Klar wird, dass Dopfer dabei nicht von „allen“ Männern spricht, wohl aber genau jene Riege „entzaubert“, deren innerer Antrieb bedenkenswert destruktiv vorliegt.

Nicht aus angeborener Bösartigkeit heraus, sondern weil „Männer Helden sein wollen“ (auch wenn es „negative Helden“ dann sind, destruktive Gewalttäter, Hauptsache „Held“) und es, in nicht wenigen Fällen, zwanghaft sein müssen. Bis hin zur Leitung von Weltkonzernen wie VW, wo der archaische Grundgedanke, der „Sieger“ zu sein und vor allen „zu leuchten“ selbst vor massenhaftem Betrug nicht ablässt. Nur um die „Nr. 1“ zu werden.

Liest man dieses Buch aufmerksam, dann wird deutlich, dass Dopfer hier weder polemisch noch plakativ zu solchen Rückschlüssen kommt, sondern sich auf der Basis reflektierter Fakten bewegt. Im Blick auf Männer als „getrieben vom Antrieb, etwas sein, etwas darzustellen, Ansehen gewinnen zu wollen (müssen)“.

„Männer vermögen aus allem einen Wettbewerb zu machen“. Statt zu kooperieren, was die konstruktivere Reaktion auf die aktuellen Herausforderungen der Welt wäre Und je mehr sie unter Druck geraten, desto härter stellen sie sich dem Wettbewerb im Sinne eines „Siegen müssen oder untergehen“. Was man zur Genüge auch aus der Geschichte heraus schon kennt.

Insgesamt ein sehr auf die persönliche Ebene zielendes, sehr durchdachtes Werk, das als Lektüre jedem Mann nur zu empfehlen ist (und jeder Frau als „Vorbereitung“ für Strategien, wenn „Männer ernst machen“. Und in dem Dopfer eine ganze Reihe aktueller Phänomene, von IS zu Trump, von Merkel zur Reaktion auf ihre humanitäre Haltung des letzten Jahres beeindruckend erklärt.

Man kann nur (gegen den Augenschein) hoffen, dass die konstruktive Lösung Dopfer´s in Richtung eines „Main-Gender-Führungsstils“ nicht ungehört verhallt, sondern auf fruchtbaren Boden fällt. 

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Rezension zu "Seelenscherben" von Werner Dopfer

Ein beeindruckendes Buch
WinfriedStanzickvor 4 Jahren


 

„Mit der zunehmenden Abkehr von der Institution Kirche und dem Wunsch nach wissenschaftliche Methoden, aber auch aufgrund des höheren Bekanntheitsgrades, der Akzeptanz und nicht zuletzt auch den Erfolgen der Psychotherapie, wenden sich Hilfesuchende immer öfter an den sogenannten professionellen Helfer.“

 

Der Münchner Psychotherapeut Werner Dopfer, der dies im Nachwort zu dem vorliegenden Buch schreibt, ist ein solcher Helfer. Authentisch und selbstkritisch beschreibt er in diesem Buch Fälle, in denen „die Normalität zerbricht“. Sie sind ihm nicht 1:1 genauso in seiner Praxis begegnet, sondern sie sind „aufgrund der Verfremdung und Anonymisierung letztendlich Fiktion.“

 

Vielleicht zeigen sie gerade deshalb so viel von dem Arbeitsalltag eines Psychotherapeuten auf. Es sind zum größten Teil „schwere Fälle“, von denen er berichtet. Therapien, die mitunter viele Jahre dauern. Therapien auch, die von Klienten oder auch vom Therapeuten abgebrochen werden.

 

Ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen, so spannend und mitfühlend waren die Geschichten über leidende Menschen und ihre „Seelenscherben“.

 

Doch ich bin mir sicher: außer bei ausgewählten Therapeuten mit einem besonderen Ruf sind Fälle wie die geschilderten eher die Ausnahme als die Regel. Ich hätte es deshalb begrüßt, wenn Dopfer auch zwei bis drei Fälle von Menschen mit „Seelenscherben“ in sein Buch aufgenommen hätten, wegen denen die Mehrheit der Klienten einen Therapeuten aufsucht. Depression etwa, Burnout, Bindungsängste  oder -unfähigkeit, mangelndes Selbstbewusstsein oder Probleme am Arbeitsplatz.

 

Nichtsdestotrotz: ein beeindruckendes Buch.

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