Werner Dopfer Mama-Trauma

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Inhaltsangabe zu „Mama-Trauma“ von Werner Dopfer

Warum sind unsere Chefs in der Regel Männer und keine Frauen? Ein Psychologe über Gleichberechtigung und Geschlechterkampf im Beruf

Frauen sind die besseren Führungskräfte - davon ist Werner Dopfer überzeugt. Denn Frauen besitzen genau die Führungskompetenzen, die heute unerlässlich sind: die Fähigkeit zur Kooperation, zur Kommunikation und zur Empathie. Deshalb beklagt er, dass so wenige Frauen in Deutschland Chef sind, und fordert einen Wandel in der Führungskultur. Der Diplom-Psychologe ist seit vielen Jahren als Coach für namhafte Unternehmen tätig. Er kennt das Verhalten und die Gefühlswelt der Manager und weiß um die Schwächen der Männer und die Stärken von Frauen. Seine Beobachtungen führen zu einem ernüchternden Ergebnis: Immer noch sind die männlichen Netzwerke Symbole der Macht und eine Domäne, die es dem Mann erlaubt, tradierte Rituale auszuleben. Frauen stören da nur. Die Jungs wollen unter sich bleiben – wenigstens hier, wo doch in vielen anderen Bereichen Frauen mittlerweile den Ton angeben. So verteidigen sie ihr Revier, und statt umsichtig agierender Frauen regiert das Mama-Trauma in Wirtschaft und Politik – die Angst vor starken Frauen.

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  • Ernüchternd und überzeugend

    Mama-Trauma

    michael_lehmann-pape

    08. October 2016 um 13:25

    Ernüchternd und überzeugend„Der Mann strebt nach Erfolg, koste es, was es wolle“.Ernüchternd sind die Inhalte, die Dopfer wohl abgewogen, sachlich und mit vielen Fallbeispielen aus der eigenen Praxis unterlegt aus mehreren Gründen.Vor allem aber aus jenem heraus, der die eigentlich „Betroffenen“ betrifft. Denn kaum einer jener Männer, die ihr Leben mit „Machtspielen“, der ständigen Sucht nach Anerkennung, dem Balzgehabe untereinander und, vor allem eben, der nicht geklärten inneren Verfassung aus der Kindheit in der Familie her orientieren, werden kaum zu diesem Werk greifen.Und selbst wenn solche (häufig anzutreffenden) Männercharaktere das Buch lesen, wird ein zweites Momentum greifen, welches Dopfer fundiert beschreibt. Dass Narzissten in der kritischen Selbsterkenntnis starke Schwächen aufweisen. Dass auf Erfolg getrimmte Wesen mit archaischen „Jagd- und Kampfinstinkten“ in einer Welt, die Erfolg immens belohnt und die den Verlierer und „Schwäche zeigenden“ Mann konsequent abstraft, weniger dem Selbstzweifel nachgeben, sondern in der Regel „noch mehr“ kämpfen und eigensinnig sich um sich selbst drehen, das ist die eigentliche Crux auf vielleicht möglichen Wegen zur Veränderung.Dopfer geht dem nach. Ruhig, sachlich, intensiv. Legt offen, was es mit Gerhard Schröder 2005 in dieser unvergesslichen „Elefantenrunde“ nach der Wahl auf sich hatte, zeigt unprätentiös massenhaft Gründe auf, warum Frauen die besseren Führungskräfte angesichts der Herausforderungen der modernen Welt sind. Wie er ebenfalls aufzeigt, wie Frauen „Weg-Geschwiegen“, gar „Weg-Gebissen“ werden, wenn sie wirklich als Frau in die oberen Zirkel der Macht vordringen.Angesichts all dessen, was Dopfer in Fülle vorlegt, ist es kein Wunder, das Angela Merkel den Beinamen „Mutti“ landauf, landab trägt. Und sich in diesem Beinamen schon das eigentliche Problem darlegt. Das Männer, vereinfacht gesagt (Döpfner führt dies sehr viel differenzierter aus), grundsätzlich sich von der „Mama“ irgendwann nichts mehr sagen lassen wollen (und dennoch ein Leben lang darum kreisen, Anerkennung von der Mutter, auch vom Vater, zu erhalten und deswegen so viel von dem Tun, was sie tun und wie sie es tun).„Ich sehe einen tiefgreifenden Wandel…... Die Männer müssen sich damit auseinandersetzen, dass ihr bisheriges Führungsverhalten für die heutige Welt nicht mehr taugt“.„Männer können und wollen das nicht wahrhaben, weil sie das Schreckensbild der dominierenden Amazone (aus Kindheitstagen) in ihren Köpfen haben (oder wahlweise das der übermächtigen, verletzenden Mutter).Klar wird, dass Dopfer dabei nicht von „allen“ Männern spricht, wohl aber genau jene Riege „entzaubert“, deren innerer Antrieb bedenkenswert destruktiv vorliegt. Nicht aus angeborener Bösartigkeit heraus, sondern weil „Männer Helden sein wollen“ (auch wenn es „negative Helden“ dann sind, destruktive Gewalttäter, Hauptsache „Held“) und es, in nicht wenigen Fällen, zwanghaft sein müssen. Bis hin zur Leitung von Weltkonzernen wie VW, wo der archaische Grundgedanke, der „Sieger“ zu sein und vor allen „zu leuchten“ selbst vor massenhaftem Betrug nicht ablässt. Nur um die „Nr. 1“ zu werden.Liest man dieses Buch aufmerksam, dann wird deutlich, dass Dopfer hier weder polemisch noch plakativ zu solchen Rückschlüssen kommt, sondern sich auf der Basis reflektierter Fakten bewegt. Im Blick auf Männer als „getrieben vom Antrieb, etwas sein, etwas darzustellen, Ansehen gewinnen zu wollen (müssen)“.„Männer vermögen aus allem einen Wettbewerb zu machen“. Statt zu kooperieren, was die konstruktivere Reaktion auf die aktuellen Herausforderungen der Welt wäre Und je mehr sie unter Druck geraten, desto härter stellen sie sich dem Wettbewerb im Sinne eines „Siegen müssen oder untergehen“. Was man zur Genüge auch aus der Geschichte heraus schon kennt.Insgesamt ein sehr auf die persönliche Ebene zielendes, sehr durchdachtes Werk, das als Lektüre jedem Mann nur zu empfehlen ist (und jeder Frau als „Vorbereitung“ für Strategien, wenn „Männer ernst machen“. Und in dem Dopfer eine ganze Reihe aktueller Phänomene, von IS zu Trump, von Merkel zur Reaktion auf ihre humanitäre Haltung des letzten Jahres beeindruckend erklärt.Man kann nur (gegen den Augenschein) hoffen, dass die konstruktive Lösung Dopfer´s in Richtung eines „Main-Gender-Führungsstils“ nicht ungehört verhallt, sondern auf fruchtbaren Boden fällt. 

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