Werner Imhof

Lebenslauf

Werner Imhof ist kein Elfenbeinturmhistoriker, der seine alleinige Erfüllung in der akademischen Auseinandersetzung über staubige Akten findet. Wenn es in seiner Wahlheimat Tschechien um das Lernen aus dem Totalitarismus geht, das würdige Gedenken und Erinnern, scheut er auch die öffentliche Auseinandersetzung nicht. Dem tschechischen Präsidenten Zeman warf er Sympathie mit rechtsextremen, fremdenfeindlichen Tendenzen vor. Dieser lobte ihn daraufhin als "verdienstvollen Brückenbauer der deutsch-tschechischen Verständigung", der mit politischen Gesten gegen den Präsidenten die Brücken hinter sich aber "gleich wieder zerstöre". Werner Imhof schöpft aus dem Erfahrungsschatz von über 700 Zeitzeugengesprächen, die er organisiert und begleitet hat. Er ruft dazu auf, aus den Menschheitsverbrechen zu lernen. Dazu gehört auch, ganze Biografien nicht darauf zu verkürzen, Überlebender von etwas zu sein. Er übersetzte die Biografien der tschechischen Zeitzeugen Jana Renée Friesová und Dr. Frank Reiss ins Deutsche. Auch sein Buch "Ich bitte Sie, wir sind doch Europäer!" über die Pragerin Lisa Miková ist ein Schritt in diese Richtung. Weitere folgten: 2019 die Übersetzung des Buches "Die Koexistenz von Tschechen und Deutschen in der Region Znaim 1938-45" sowie der Monografie Petr Balajkas: "Ottla Kafka - das tragische Schicksal der Lieblingsschwester Franz Kafkas" (letzteres gefördert vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds und hier bei tredition erhältlich). 2019-20 zusammen mit Lenka Imhof die Übersetzung der Biografie Lisa Mikovás in Tschechische: "Prosím Vás - jsme přece Evropané", erschienen in seinem eigenen Verlag Nakladatelství Werner Imhof im April 2020. Ebenfalls 2020 erschien bei tredition die Autobiografie der Berliner Krankenschwester und Holocaust-Überlebenden Hilde Bürger: "Bezwingt des Herzens Bitterkeit". Imhof ist Lektor und Herausgeber des Buches. 2021 schließlich, wiederum gefördert vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, übersetzte er das Buch des tschechischen Autors Roman Cílek: "Gleise in den Tod - Holocaust. Blick hinter die Kulissen des nationalsozialistischen Vernichtungsprogramms." und publizierte es ebenfalls bei tredition. Dazu regelmäßig Führungen vor allem für deutsche Schülergruppen in der Gedenkstätte Theresienstadt. Werner Imhof, Jahrgang 1960, ist gebürtiger Wiesbadener und lebt seit 29 Jahren in Tschechien.

Quelle: Verlag / vlb

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