Freund unter Feinden

von Werner Schimke 
3,7 Sterne bei7 Bewertungen
Freund unter Feinden
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tinstamps avatar

Obwohl wir hier einen Erfahrungsbericht aus dem Zweiten Weltkrieg haben, fehlten mir gänzlich die Emotionen.

W

Ein Kriegsbericht, bei dem der Krieg in den Hintergrund tritt.

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Inhaltsangabe zu "Freund unter Feinden"

Zweiter Weltkrieg. Der junge deutsche Soldat Max Schimke kann keine feindlichen Gefühle gegenüber der überfallenen Bevölkerung entwickeln. Stattdessen hilft er Menschen in Feindesland, wo er kann. Sie danken es ihm mit ihrer Freundschaft.
Max erlebte in Berlin die Reichspogromnacht am 9. November 1938. Er war 20 Jahre, als er zur Wehrmacht eingezogen wurde. Zunächst wurde er an der Westfront eingesetzt und in Frankreich bei einer Familie in der Nähe von Paris einquartiert. Dort vergaß er fast, dass er Besatzungssoldat war. Er wollte die Familie unterstützen und nicht als Feind auftreten.
Gefährlich wurde es, als er an die Ostfront verlegt wurde: Russland, die Ukraine und der Balkan waren seine Einsatzorte.
Wenige Szenen genügen ihm, um zu beschreiben, was Krieg und Verfolgung für Menschen bedeuteten. So trifft er bei einem kurzen Aufenthalt im besetzten Polen 1942 einen jüdischen Schneider aus Berlin wieder, dem er noch Geld für einen Anzug schuldet. Den hatte dieser ihm unmittelbar vor der Reichspogromnacht angefertigt. Der Schneider ist auf einem Transport ins Warschauer Ghetto und fleht Max um Hilfe an. Max kann ihm Lebensmittel und eine warme Decke besorgen. Diese kostbaren Güter und vor allem die Menschlichkeit bedeuten mitten im Holocaust viel.
Im Nachhinein sieht Max, dass er die Bewahrung in brandgefährlichen Situationen Gottes Eingreifen zu verdanken hat. Das gilt besonders für die letzten Kriegsmonate: In Serbien fürchteten sie Titos Partisanen, in Albanien musste Max mit seiner Einheit den Rückzug der Wehrmacht gegen die auch dort sehr gefährlichen Partisanen sichern.
Seine anschaulich geschriebenen, spannenden Erfahrungen sind ein kostbares Dokument für die Nachgeborenen. Die Kinder und Enkel der deutschen Soldaten hätten gerne von ihren Vätern oder Großvätern gehört, was sie im Zweiten Weltkrieg erlebt haben. Wie es war in Feindesland? Aber viele Beteiligte waren nur froh, dass sie überlebt hatten, und wollten nichts erzählen. Heute gibt es kaum noch ehemalige Soldaten der Wehrmacht, die berichten könnten. Max Schimke hinterließ mit seinen Erfahrungen nach seinem Tod 2001 ein spannendes und bewegendes Zeitdokument. Es eignet sich auch zum Lesen für Jugendliche.
Max Schimke erlebte die Reichspogromnacht am 9. November 1938 mitten in Berlin. Er schreibt:
„Höhnisch lachend zerrten sie meinen Schneider die Treppe hinunter, der sich ja nicht wehren konnte, denn er war schon ein etwas gebrechlicher älterer Mann. Sie zerrten ihn an mir vorbei auf die Straße, und auch mich brüllten sie an, was ich wohl in diesem Haus wolle. Ich konnte meine Tränen nicht verbergen und ein unsagbarer Hass stieg in mir auf. Ja, ich schämte mich, dass ich einfach nur dastand und zuschaute, ohne helfen zu können. Aber ich wusste, wenn ich auch nur ein einziges Wort gesagt hätte, hätten sie mich auch mitgenommen. So konnte ich nur sprachlos mit ansehen, wie sie meinen Schneider beschimpften, ihm den Bart abschnitten und ihn schlugen. Dieser Mann, der niemandem etwas Böses getan hatte, schaute mich völlig hilflos an, als wenn er fragen wollte, ob ich ihm denn nicht helfen könnte. Er ließ alles geduldig über sich ergehen, ohne sich auch nur mit einem Wort zu rechtfertigen. Ich konnte diesen Anblick nicht mehr ertragen und lief fort, so schnell ich nur irgend laufen konnte.“

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783765509841
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:112 Seiten
Verlag:Brunnen
Erscheinungsdatum:15.03.2018

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    tinstamps avatar
    tinstampvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Obwohl wir hier einen Erfahrungsbericht aus dem Zweiten Weltkrieg haben, fehlten mir gänzlich die Emotionen.
    Hatte mir mehr erwartet

    Dieser Roman basiert auf die Tagebucheinträge und Feldpostbriefe von Max Schimke, dessen Sohn Werner seine Gedanken und Informationen zusammengesammelt und in Buchform veröffentlicht hat.
    Nach dem Tod meiner Mutter im Sommer haben meine Geschwiester und ich Briefe meines im Krieg verschollenen Onkels gefunden, die uns unsere Mutter nie gezeigt hat. Deshalb war ich besonders an diesem Büchlein interessiert.
    Leider konnte es meine Erwartungen nicht erfüllen. Ich hatte das Gefühl hier reine Aufzählungen zu lesen, denen es noch dazu an Emotionen fehlte. Sicherlich ist es sehr schwer über die Ereignisse im Krieg zu sprechen und alle, die noch Eltern oder Großeltern haben, die im Zweiten Weltrkieg waren wissen, dass viele einfach gar nicht davon erzählen wollen. Trotzdem enthielten die wenigen Feldpostbriefe und Karten meines Onkel in den wenigen Zeilen mehr Emotionen, als dieses Buch.

    Der Berliner Max Schimke wird als 20-jähriger zur Wehrmacht eingezogen. Zuvor erlebt er noch die Reichskristallnacht hautnah mit, als er auf dem Weg zu seinem jüdischen Schneider ist, den er bezahlen möchte. Dieser wird von den SA-Männer auf die Straße gezerrt, brutal zusammengeschlagen und sein Geschäft zerstört. Hilflos sieht Schimke zu und schämt sich lange Zeit, dass er nicht eingegriffen hat. Diese Erzählung und jene, als er den besagten Schneider am Bahnhof wiedertrifft, wo die jüdischen Gefangen in Viehwaggons abtransportiert werden, sind die einzigen Stellen, die mich etwas berühren konnten.
    Der Schreibstil ist sehr sachlich und einfach. Oft hatte ich das Gefühl gar keinen Kriegsbericht zu lesen, denn die Schrecken des Krieges sind einfach ausgeklammert. Es sind viel mehr Aufzählungen wohin die Kompanie als nächstes unterwegs ist und welche Aufgaben ihnen zuteil wird. Ebenfalls wurde das Thema Judenverfolgung und Konzentrationslager, bis auf das kurze Zusammentreffen mit dem ehemaligen Schneider, überhaupt nie erwähnt. Etwas befremdlich fand ich die immer wiederkehrenden Hinweise, wie freundlich die Menschen die deutschen Soldaten begrüßen.
    Viele Fotos sind auf diesen knappen 122 Seiten zu finden, die die Erzählung etwas persönlicher machen.
    Eines kann man auf jeden Fall sagen: Max Schimke hatte unheimliches Glück! Auf den Weg nach Russsland, wo so viele Soldaten starben, wurde er abgezogen und in das ehemalige Jugoslawien versetzt. Die Kämpfe gegen die Partisanen waren sicher auch alles andere als einfach, aber der Kältetod wartete dort sicher nicht.
    Mir steht es eigentlich nicht zu hier zu kritisieren, denn es ist eine wahre Geschichte und normaler Weise verteile ich bei Biografien und Erfahrungsberichte keine Sternchen, aber die sehr einfache und emotionslose Schreibweise konnte mich nicht wirklich berühren und überzeugen. Ich hatte mir von diesem Buch einfach mehr erwartet....

    Fazit:
    Obwohl wir hier einen Erfahrungsbericht aus dem Zweiten Weltkrieg haben, fehlten mir gänzlich die Emotionen. Die Schrecken des Krieges werden ausgeklammert, die Judenverfolgung kaum erwähnt und obwohl Max Schimke wirklich sehr viel Glück bei seinen Einsätzen hatte, hätte ich mir doch etwas mehr "Gefühle" erhofft. Ich würde diesen Erfahrungsbericht eher Einsteiger empfehlen, die noch keine Lektüre zum Zweiten Weltkrieg gelesen haben...

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    W
    Waschbaerinvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Kriegsbericht, bei dem der Krieg in den Hintergrund tritt.
    Den Krieg überlebt

    Das Cover dieses Romans "Freund unter Feinden" von Werner Schimke wirkt auf den Betrachter etwas altmodisch, aus der Zeit gefallen. Jedoch bekommt man als Leser auch dadurch eine schnelle Vorstellung dessen, was einen erwartet.

    Werner Schimke schrieb diesen Roman nach Aufzeichnungen seines Vaters, der 1939 zur Wehrmacht eingezogen und in den WWII  geschickt wurde. Wie dieser schreckliche Krieg endete, wissen wir ja alle. Viele Soldaten wurden an Leib und Seele verwundet oder verloren gar ihr Leben.

    Es beginnt mit der Reichskristallnacht, als Max seinem jüdischen Schneider die letzte Rate zahlen will. Er muss mit ansehen, wie man diesen alten Mann demütigt, ihn die Treppe hinunter treibt. Dabei steht Max wie verteinert da und muss alles geschehen lassen, kann dem bittenden Blick des alten Mannes um Hilfe nicht entsprechen, wenn er nicht auch das gleiche Schicksal erleiden will. Dies ist eine der wenigen Szenen dieses Buches, die mit viel Emotion beschrieben wurde. Ansonsten sind die Beschreibungen eher nüchtern. Fast liest sich das Buch wie eine Reise quer durch Europa. Beschreibungen von Kampfhandlungen werden ausgespart. Vielleicht war das Erlebte auch einfach zu furchtbar, als dass es niedergeschrieben werden konnte. Zwar klingt immer mal wieder an, wer den dtsch. Soldaten wohlwollend begegnete und wer feindselig, doch dies bleibt mehr im Hinergrund. Die Schrecken dieses Krieges werden nur gestreift. Immer wieder kommt durch, jeder hangelte sich von einem Tag zum nächsten und wollte nur noch diesen Krieg überleben. Da hätte ich mir etwas mehr erwartet. Dafür ist aber viel von Läusen die Rede.

    Doch Max hatte in dieser schrecklichen Zeit immer wieder Glück. Er wurde zwar verletzt, bekam schwere, lebensbedrohliche Krankheiten, aber er überlebte. Nicht nur das, er lernte auch seine spätere Frau kennen und es wird ihnen zusammen ein langes Leben beschieden. Grund genug, sehr dankbar zu sein. In jungen Jahren war er nicht sehr gläubig, erst später engagierte er sich zusammen mit seiner Frau in verschiedenen christlichen Kremien und findete seinen ganz persönlichen Weg zu Gott.

    Ich würde dieses Buch in der Kategorie "sehr abgemilderter Zeitzeugenbericht" einordnen.  Drei Sternchen sind mir zu wenig, aber vier wiederum zu viel.

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    waldfee1959s avatar
    waldfee1959vor einem Jahr
    Kurzmeinung: Dieses Buch trägt dazu bei, dass das Schicksal unserer Soldaten im 2. Weltkrieg nicht vergessen wird.
    Ein wichtiger Beitrag zum Schicksal der deutschen Soldaten im 2. Weltkrieg

    Der Inhalt dieses Buches könnte der Bericht vieler unserer Großväter, Urgroßväter oder Väter sein. Sie hatten damals keine Wahl und mussten in den Krieg ziehen, ob sie nun hinter Hitler standen oder nicht. Viel zu viele haben diesen Krieg leider nicht überlebt.

    Sehr sachlich beschreibt Max Schimke seine Zeit als Soldat im 2. Weltkrieg. Der Bericht beginnt am 8. November 1938, als er die Reichskristallnacht in Berlin, seiner Heimatstadt miterlebt. Zwei Tage danach kommt er zum Arbeitsdienst, nach dessen Ende er im August 1939 zur deutschen Wehrmacht einberufen wird und nur Monate danach als 20jähriger beim Frankreichfeldzug dabei ist. Später kommt er an die Ostfront. Auf dem Weg Richtung Stalingrad hat er Glück, nicht in russische Kriegsgefangenschaft zu geraten. Auch als er auf dem Balkan eingesetzt ist erlebt er viel Bewahrung. Dankbar erinnert er sich im Rückblick auf seine Soldatenzeit an viele solcher Situationen, wo er nur knapp mit dem Leben davongekommen ist.

    Max Schimke schreibt ohne starke Emotionen von seinen Kriegserlebnissen. Er erzählt auch, dass die sogenannten Feinde Menschen sind, die man nicht hassen muss, die ihm Gutes taten und mit denen er sogar gemeinsam feiern konnte. Schön berichtet er, wie er seine Frau kennen lernt und mit ihr mitten in dieser Kriegszeit Hochzeit feiert.

    Das Buch ist durch seinen einfachen Schreibstil leicht zu lesen und viele Bilder machen es sehr anschaulich. Gut, dass Max Schimke aufgeschrieben hat, was er erlebt hat. Denn ich finde es wichtig, das nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, was eine ganze Männergeneration erlebt und geprägt hat. Viele haben wohl nie darüber gesprochen. Es ist gut, durch solche Bücher an die deutschen Soldaten zu erinnern, an diese Männer, die Jahre ihres Lebens opfern mussten, die teilweise krank an Leib und Seele aus diesem Krieg zurückkehrten und auch die, die ihr Leben lassen mussten.

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    mabuereles avatar
    mabuerelevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Wichtiges Zeitdokument!
    Wichtiges Zeitdokument

    „...Die Menschen waren sehr zugänglich und uns nicht einmal feindlich gesinnt...“


    Dem Buch ist ein Vorwort vorangestellt. Dort legt Werner Schimke, der Sohn des Autors dar, warum er das Buch seines Vaters veröffentlicht hat. Eigentlich waren die Zielen nur für die Kinder und Enkel gedacht.

    Die Geschichte beginnt am 8. November 1938 in Berlin. Max ist auf dem Weg zu seinem jüdischen Schneider, dem er die letzte Rate für den Anzug bringen möchte. Hautnah erlebt er dabei die Reichskristallnacht.

    Nach dem Arbeitsdienst wird Max mit 20 Jahren eingezogen. Einer Ausbildung folgt der Einsatz in Frankreich. Doch auf ihn wartet erst einmal die Ostfront. Prag, Warschau, Brest-Litowsk und Minsk sind die Stationen seines Lebens. Von der Ukraine aus marschiert seine Einheit dann nach Serbien und Albanien.

    Der Schriftstil des Buches ist sehr sachlich. Max, der dem Nationalsozialmus kritisch gegenübersteht, listet die Stationen seiner Einsätze auf, geht aber auf die Grausamkeit des Krieges nur punktuell ein. Lediglich in Zusammenhang mit die Partisanenbewegung in Jugoslawien werden die Schattenseiten des Krieges thematisiert. Dafür beschreibt er ausführlich seine Unterbringung bei Familien unterschiedlicher Nationalität. Obiges Zitat erlebt er mehrmals. Er hat die Fähigkeit auf Menschen zuzugehen und sie als sein Gegenüber zu akzeptieren. Entsprechend kommen sie ihm entgegen. Er teilt seinen Proviant mit ihnen. Ich hatte fast den Eindruck, dass ihm nicht klar war, wie gefährlich dies eigentlich war. Sowohl mit seinen Vorgesetzten als auch mit seinen konkreten Einsatzorten hatte er Glück. Mehrmals wurde er vor dem Tod bewahrt. Außerdem überlebt er die Malaria. In Warschau erlebt er die Ankunft eines Transports mit jüdischen Bürgern. Auch hier war er sich vermutlich der gesamten Tragweite des Geschehens nicht bewusst. Schön beschrieben wurde die Kriegshochzeit. Die Jungvermählten hatten sogar ein paar freie Tage für die Hochzeitsreise zur Verfügung.

    Jahre nach dem Krieg findet der Autor zum Glauben. Jetzt sieht er im Rückblick die vielen Stationen der Bewahrung.

    Vielfältige Fotos veranschaulichen die Handlung.

    Ein Nachwort des Sohnes schließt das Buch ab.

    Die Geschichte hat mir sehr gut gefallen. Sie ist ein wichtiges Zeitdokument und zeigt aus ganz persönlicher Sicht, wie der Krieg in das Leben der Menschen eingegriffen hat.

    Kommentare: 4
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    Achtsamkeits avatar
    Achtsamkeitvor einem Jahr
    Leichte Lektüre

    Das Buch, das sich auf den Tagebuchaufzeichnungen von Max Schimke gründet, ist in einfacher Sprache geschrieben. Erlebnisse werden dementsprechend auch recht kurz erzählt, dennoch ist der Leser bis zum Ende des Buches gespannt wie Max die Kriegsjahre überlebt hat. Bis auf die Szene in der Pogromnacht, als sein Schneider von den Nazis verhaftet wird, werden die Kriegsjahre sachlich beschrieben. Max Schimke überlebt den Krieg, da er unwahrscheinliches Glück hat , was ihm später zu seinem starken Gottesglauben führt.  Das Buch denke ich würde Jugendlichen kein richtiges Bild von den Kriegsschrecken gibt, da dies ausgeklammert wird.. 
    Interessant die zahlreichen Fotos zu einigen Kapiteln. Erstaunlich dass in der Kriegszeit recht viel fotografiert wurde.
    Insgesamt eine dennoch interessante Lektüre über das Leben eines Soldaten im zweiten Weltkrieg.

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    Hopeandlivevor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein sehr interessantes und berührendes Zeitportrait!
    "Gott sei Dank" in dunklen Zeiten!

    "Freund unter Feinden" ist ein beeindruckendes Zeitporträt von Max Schimke (1918 - 2001). Es ist die Geschichte eines einfachen jungen Mannes, der in Berlin in einer armen Familie aufwuchs. Er verlor schon als Jugendlicher beide Eltern und absolvierte eine "Lehre" in einem jüdischen Teppichgeschäft und arbeitete dann dort als Dekorateur. Er hatte schon damals die Gabe, gut mit den Menschen auszukommen und war bis zu seinem Lebensende in Dank und Bewunderung mit den jüdischen Menschen verbunden.
    Er hielt sich aus allen politischen Veranstaltungen heraus und mied den Kontakt mit den Nazis, doch konnte er sich nicht dem grausamsten aller Kriege entziehen.
    In seinem kleinen Buch schreibt er Tagebuch- und Berichtähnlich seine Erlebnisse auf, die sein Sohn Werner Schimke schließlich veröffentlichte. Die Kapitel sind kurz gehalten, mit vielen Fotos unterlegt, die Sprache und das fand ich besonders gut, ist die Sprache dieser Zeit und wurde nicht modernisiert.
    Das macht dieses Büchlein auch so authentisch.
    Es beginnt mit seiner Schilderung der Reichskristallnacht, eine der furchtbarsten und unheilbringensten Nächte unseres Landes.
    Sehr ehrlich und berührend schildert er die Begegnung in dem Geschäft seines jüdischen Schneiders, wo er doch nur schnell die letzte Rate seines Anzuges bezahlen wollte. Sein Schneider wurde von den SA-Schergen brutal zusammen geschlagen und abgeführt, sein Geschäft zerstört. Hilflos und wütend kann er dem Geschehen nur zuschauen und schämt sich, nicht eingegriffen zu haben.
    Dieses Erlebnis erfüllt ihn sehr lange Zeit mit Scham und wieder Hilflosigkeit.
    Doch lange konnte er nicht darüber nachdenken, denn der Krieg geht los und Max Schimke wird eingezogen. Zunächst wird er an der Westfront in Frankreich eingesetzt. Später kommt er an die Ostfront nach Russland. Immer wieder gerät er in lebensgefährliche Situationen und kommt ebenso immer wieder wie durch ein Wunder davon.
    Sehr lebendig schildert er diese Zeit und durch sein positives Wesen kann er auch immer wieder schöne Momente genießen.
    Das liest sich manchmal irritierend, doch kennen wir diese Zeit nur durch Geschichtsbücher und durch Erzählungen unserer Verwandten.
    Es waren junge Leute, die unbarmherzig "verheizt" wurden und ihrer Jugend beraubt. Immer wieder kommt beim Lesen die Frage...wie hätte ich mich verhalten?
    Im Krieg lernt er auch seine große Liebe Erna kennen, sie heiraten und bleiben tief verbunden bis zu seinem Tod.
    Sehr bewegend fand ich auch seine Schilderung, wie er seinen jüdischen Schneider wiedertraf im Osten. Er wurde abtransportiert ins KZ, bewahren konnte er ihn nicht davor, doch eine Decke gegen die Kälte konnte er ihm geben. So war auch das Führung und ein Stück Versöhnung.
    Mich hat dieses Buch sehr bewegt und die positive und dankbare Art von Max Schimke und sein Glaube an Gott fand ich beeindruckend!
    Empfehlung: LESEN!!

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    Arwen10s avatar
    Arwen10vor einem Jahr

    Gespräche aus der Community zum Buch

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    Arwen10s avatar
    Ein Lebensbericht aus der Zeit des Zweiten Weltkrieges. Ich danke dem Brunnen Verlag für die Unterstützung der Leserunde.

    Max Schimke/Werner Schimke Freund unter Feinden





    Zum Inhalt:


    Menschsein in unmenschlicher Zeit Max Schimke (1918 – 2001) erlebt in Berlin die Reichspogromnacht am 9. Nov. 1938. Mit 20 Jahren wird er zur Wehrmacht eingezogen. Zunächst an der Westfront eingesetzt, wird er in Frankreich bei einer Familie in der Nähe von Paris einquartiert. Er unterstützt die Familie, will nicht ihr Feind sein. Gefährlich wird es für ihn nach der Verlegung an die Ostfront: Russland, die Ukraine und der Balkan werden seine Einsatzorte. Im Nachhinein sieht Max, dass die Bewahrung in brandgefährlichen Situationen Gottes Eingreifen für ihn war. Bei seinem Tod hinterlässt Max viele handgeschriebene Seiten mit seinen Erfahrungen. In eindrücklichen Szenen schildert er darin, was Krieg und Verfolgung für Menschen bedeuten. Sein Sohn Werner Schimke hat aus diesen Aufzeichnungen ein kostbares, spannendes Buch zusammengestellt. Ein Lebensbericht für alle, die sich für Schicksale von Menschen in bedrohlich-dunklen Zeiten und lebendig erzählte Zeitgeschichte interessieren.




    Falls ihr eines der 3 Exemplare gewinnen wollt, bewerbt euch bis zum 29. Oktober 2017, 24 Uhr hier im Thread mit der Antwort auf die Frage: Warum möchtet ihr mitlesen  ?





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