Werner Siefer Der Erzählinstinkt - Warum das Gehirn Storys erfindet

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Inhaltsangabe zu „Der Erzählinstinkt - Warum das Gehirn Storys erfindet“ von Werner Siefer

Jeder von uns hat ihn, den Erzählinstinkt: Wir alle organisieren unser Gedächtnis, unsere Ziele und Wünsche, unser gesamtes Leben auf narrative Weise. Erzählend verorten wir uns in Zeit und Raum. Doch nicht nur Individuen, ganze Zivilisationen gründen auf Mythen, die Zusammenhang und Sinn stiften. Auf die Frage, was uns zu Menschen macht, gibt es viele Antworten: unser Verstand etwa oder die Fähigkeit zur Kooperation. Werner Siefer tritt den Beweis an, dass es unsere Sprache und unser Erzählinstinkt sind, die unsere Menschlichkeit begründen. Eindrücklich zeigt er, warum eine gute Erzählung alles vermag: von der Überwindung persönlicher Krisen bis zur Schaffung des Weltfriedens.

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  • Geschichten als „Grundstoff“ des Lebens

    Der Erzählinstinkt - Warum das Gehirn Storys erfindet

    michael_lehmann-pape

    20. October 2015 um 11:08

    Geschichten als „Grundstoff“ des Lebens Vom ersten Wort an mitten hineinführt Werner Siefer den Leser zunächst ganz praktisch bereits in die assoziative, „Geschichten erfindende“ und „in Geschichten Denkende“ „Funktionsweise“ des „Homo narrans“, wie Siefer den Menschen treffend bezeichnet. „Geschichten sind allgegenwärtige Begleiter unseres Lebens und stehen – geht es nicht um Literatur..... – kaum einmal im Mittelpunkt“. Warum nun Geschichten eines der zentralen Erkennungszeichen des Menschen ist, wie das Gehirn „in Geschichten denkt“ und sich um Geschichten herum aufbaut, was es mit dieser „Magie im Theater des Ich“ auf sich hat, davon erzählt Siefer überzeugend in diesem Buch. „Das Lagerfeuer, an dem Menschen Storys zum Besten geben....ist überall, wo Menschen sind“. Erzählungen zu verfassen oder zu hören und zu verarbeiten ist dabei in den Augen Siefers kein „Zeitvertreib“, sondern ein dem Menschen inneliegender Grundimpuls, der in sich den höheren Sinn der Erfassung der Welt, des eigenen Ich´s und des Wesens der anderen trägt. „Wir organisieren all unsere Erlebnisse auf narrative Art und Weise“. Dabei geht Siefer strukturiert die einzelnen Elemente dieses „sich selbst und anderen Geschichten erzählen“ ab. Legt den „Ursprung des Erzählens“ (Der Versuch des Verstehens) vor Augen der Leser, zeigt, wie das Ich sich seine „Theaterstücke“ schafft (und dramatisiert), zeigt die enge, untrennbare Verbindung zwischen „Dichtung und Welt“ auf und geht den Geschichten nach, die dem Menschen „in die Wiege“ gelegt werden. So umfassend vorgearbeitet vertieft Siefer seine Erkenntnisse konkret im „kleinen Kosmos“ (wie das „Ich“ aus den (eigenen) Geschichten sein Selbstverständnis heraus entfaltet und entwickelt) und führt dann hinüber in den „großen Kosmos“, wie sich die unendliche Vielzahl der individuellen Geschichten niederschlagen und sich transzendieren in den „Storys der Nationen“. Wenn dabei auch die Reduktionen von Geschichten angesprochen werden, wenn Siefer ein um das andere Mal an praktischen Beispielen erläutert, wie schon einzelne Begriffe (Narr, Verrückter, Protestler) ganze Geschichten in sich tragen und beim Leser umgehend für eine Verständlichkeit auf Anhieb sorgen, „Geschichten bestehen aus Schemata“, dann zeigt sich ein großer Informationsgewinn durch die Lektüre, vom einfachen Schemata bis zur komplexen Struktur und wie das alles im Gehirn „bildende“ Vorgänge in Gang setzt. Das Ganze in einem Wechsel zwischen poetisch-erzählendem Stil und sachlicher Darlegung bekannter Fakten aus Neurologie, Entwicklungspsychologie und anderen zugehörenden Themenbereichen. Bis zu persönlichen Einblicken in eine Form der „Selbsttherapie“ durch lautes „Geschichten vorlesen“, das Siefer eindrucksvoll als Ende des Buches setzt. Eine rundum gelungene und lesenswerte Darstellung des „Grundinstinktes des Erzählens“, die hier und da etwas elegisch anmutet, aber den Kern der menschlichen Weise des Denkens informativ und anschaulich auf den Punkt bringt.

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