Werner Skibar

 4.4 Sterne bei 7 Bewertungen

Lebenslauf von Werner Skibar

Geboren in Graz und aufgewachsen in der dunklen und geheimnisvollen Weststeiermark, kam er schon früh mit den dunklen Seiten des Daseins in Kontakt. Schon als Kind entdeckte er seine Liebe zu Comics – besonders zu den Gespenster Geschichten. Es war daher nur eine Frage der Zeit, bis er wahre literarischen Klassiker wie Larry Brent, Dämonenkiller, Damona King und Der Hexer zu verschlingen begann. Schließlich verfaßte er dann auch eigene Werke, um der Welt das Grauen zu lehren.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Werner Skibar

Cover des Buches Blutschwur der Donauleichen (ISBN: 9783990707753)

Blutschwur der Donauleichen

 (3)
Erschienen am 24.05.2018
Cover des Buches Die Herrin der Albträume (ISBN: 9783990844748)

Die Herrin der Albträume

 (1)
Erschienen am 16.01.2019
Cover des Buches Bei Vollmond bist du tot (ISBN: 9783990930632)

Bei Vollmond bist du tot

 (1)
Erschienen am 10.07.2019
Cover des Buches Der Schlächter von Simmering (ISBN: 9783991102410)

Der Schlächter von Simmering

 (1)
Erschienen am 03.06.2020
Cover des Buches Im Zeichen des Terrors (ISBN: 9783990932391)

Im Zeichen des Terrors

 (1)
Erschienen am 11.12.2019

Neue Rezensionen zu Werner Skibar

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Rezension zu "Bei Vollmond bist du tot" von Werner Skibar

Bei Vollmond ist Wien anders
Ambermoonvor 2 Monaten

Endlich geht es mit der Morbus-Reihe weiter und wieder tauchen wir mit der Geheimorganisation BASILISK in das düstere Wien und seine Mythen ein.

Wie im Vorgängerband "Blutschwur der Donauleichen" beinhaltet auch diese Ausgabe wieder zwei Kurzgeschichten, welche ich Euch mit Freuden näher vorstellen möchte.

Verbrennt Eure Wiener Reiseführer, reist mit mir zurück in das Jahr 1984 und lernt das wahre Wien und seine Sagengestalten und Legenden kennen - am besten bei einer schönen heißen Tasse Melange.

☠☠☠☠☠☠☠☠☠☠

1. "Bei Vollmond bist du tot"

Wien 1984. Die Stadt versinkt in einem Strudel der Gewalt. In einer Vollmondnacht wird der grausam zugerichtete Leichnam von Liselotte K. aufgefunden. Als weitere Morde geschehen, übernehmen Privatdetektiv Bernd Waidmann und die Wiener Geheimorganisation BASILISK den Fall....(Klappentext)

"Alles war voller Blut. Man hatte das Opfer aufgespießt. Die Tatwaffe war unterhalb des Unterkiefers in den Hals getrieben worden und ragte am Nacken heraus. Horak schüttelte es. Das Mordwerkzeug war nämlich ein Regenschirm."
(S. 13)

Dieser Teil schließt direkt an den Vorgängerband an. Tatsächlich sind erst zwei Stunden seit dem Horror-Clown-Intermezzo vergangen. Schon brodelt es wieder in den Katakomben unterhalb Wiens. Doch noch wissen der Privatdetektiv Bernd Waidmann und die Crew von Harry Teufel nichts von ihrem "Glück".
Die 70-jährige Lisl aus dem Gemeindebau hat das Zeitliche gesegnet, jedoch auf sehr bestialische und blutige Weise. Beliebt war sie vor allem bei ihren Nachbarn nicht gewesen, doch ist das ein Grund eine alte Dame gleich mit dem Regenschirm aufzuspießen? Doch dieser Mord war erst der Anfang und es folgen weitere. Immer in der Gegend nahe des Schönbrunner Tierparks, immer erwischt es eine ältere Dame und immer wenn Vollmond ist.

Kripobeamter Novak tritt an Bernd heran und bittet ihn sich etwas umzuhören. Da Bernd mit Harry bereits einen äußerst mysteriösen Fall bearbeitet hat, tritt dieser wiederum an Harry heran, damit sich dieser ebenfalls umhört. Somit ist die Zeit gekommen Bernd mal näher über so manche mysteriösen Begebenheiten zu informieren. Der Privatdetektiv hat nämlich, aufgrund seines Ausfalls beim letzten Fall und im Gegensatz zu dem 16-jährigen Gothic-Mädel Petra, noch keinen Schimmer von der Geheimorganisation BASILISK. Diese hat es sich schon seit jeher zur Aufgabe gemacht Wien vor ganz speziellen Kreaturen zu beschützen. Nämlich vor solchen, die man nur aus den Mythen und Sagen kennt, welche sehr real sind und schon seit Jahrhunderten unter uns weilen.
Es gibt aber auch noch andere übernatürliche Bedrohungen und auch andere Dimensionen, durch deren Tore nicht nur freundlich Gesinnte den Weg nach Wien finden.
Zum Glück ist Bernd durch nichts so schnell aus den Socken zu schmeißen, sofern ein Kaffee vor ihm steht und er dazu seine Marlboro rauchen kann.

">>Da stellt sich mir nun doch eine Frage<<, meinte Bernd.
Alle lauschten gespannt den Worten, die nun folgen würden.
>>Gibt's noch einen Kaffee?<<"
(S. 61)

Dieser Fall hat es wieder in sich und nicht nur Bernd und Petra lernen das dunkle und mystische Wien kennen, sondern auch wir LeserInnen. Habt Ihr z.B. gewusst, dass die Kleine Gloriette in Schönbrunn auf einem Kraftort erbaut wurde, an dem sich die Leylinien kreuzen? Das Gestaltenwandler durch Wien streifen oder sich die Geheimorganisation BASILISK unterhalb des Stephansdoms befindet?
Dieser Fall führt uns in den Tierpark Schönbrunn, denn der Mörder scheint dort zu Hause zu sein und wir lernen einen geheimnisvollen Gegner der Geheimloge BASILISK kennen.

2. "Im Bann der Mörderpuppen"

 Als der Zuhälter „Südbahn-Karli“ von einem Auftragskiller erschossen wird, kommt es zu einem blutigen Krieg im Rotlicht-Milieu. BASILISK versucht herauszufinden, wer die Fäden hinter dem Massaker zieht – und stößt schon bald auf die Spur der grausamen Mörderpuppe...(Klappentext)

"Sie war eine gruselige Erscheinung. Das schmale Gesicht mit den dunklen Augenbrauen strahlte Strenge aus. Sie trug einen eleganten Hut, ein Kleid und feste Schuhe, alles in einem dunklen Rot gehalten. Perlen und Broschen zeigten, dass sie eine bessere Dame war. Außerdem konnte sie sich ohne fremde Hilfe bewegen und - was Adi noch gruseliger fand - sprechen." 

Dem Team der Geheimorganisation BASILISK bleibt nicht viel Zeit, um zu verschnaufen. Kurz nach dem Schönbrunn-Fall, wird die Wiener Rotlichtgröße "Südbahn-Karli" während eines Stell-Dich-Eins von einem Auftragkiller erschossen. Das führt zu mächtig Aufruhr im Rotlich-Mileu Wiens. Hat es jemand auf sie alle abgesehen? Steckt vielleicht gar einer der Ihren dahinter? Das klingt ja erstmal wie ein Fall für die Polizei, doch was viele nicht wissen ist, dass die Gangsterszene von Wien von einer Chefin der besonderen Art regiert wird - einer Bauchrednerpuppe namens Amanda. Sie ist die abgebrühteste und grausamste unter den Gangstern und nebenbei auch die Schwester von Maxi, den wir schon im 2. Teil der Reihe kennengelernt haben.
Will hier etwa eine Puppe die Weltherrschaft an sich reißen, oder steckt noch etwas Grausameres dahinter?

"Das Wort, das der Dämon daraufhin kreischte, war alt und erweckte das Tote im Raum. Einige der ausgestopften Tiere erhoben sich. Die Köpfe an der Wand knackten, Hirsche röhrten, und dandere Tierschädel sonderten eine schwarze, übelriechende Flüssigkeit ab, die fauligem Blut glich."
(S. 191)

Auch hier geht es wieder blutig zur Sache, denn die Gangster der Wiener Unterwelt fackeln nicht lange, wenn sie sich bedroht fühlen. Man begegnet hier jedoch nicht nur Schwarzmagiern und gruseligen Puppen, sondern macht auch mit einem Golem Bekanntschaft und auch das Skelett aus der Prater-Geisterbahn kreuzt wieder unseren Weg.
Ein spannender Weg durch Puffs und einschlägige Lokale inklusive, gewürzt mit Magie und Lokalkolorit.

☠☠☠☠☠☠

Man betritt hier eine Welt voller Magie, Legenden und Sagen, jedoch nicht auf die liebliche und märchenhafte Weise. Manchmal spritzt da schon ordentlich das Blut.
Es erwarten einem hier überraschende Wendungen, Spannung und Dialoge im Wiener Dialekt, welche einen schmunzeln lassen. Es ist quasi ein humorvolles und düsteres Überraschungsei für Erwachsene.
In diesem Band begegnen wir keinen Sagengestalten, sondern er ist gefüllt mit Magie und Dämonen aus uralter Zeit, wobei wir auf einen ebenso uralten Kult stoßen. Dieser bleibt zwar noch eher im Hintergrund und ist noch äußerst geheimnisvoll, aber die Weichen sind gestellt, sodass wir uns sicher sein können noch öfters auf diesen zu treffen. Immerhin ist dies ein alter Widersacher der Geheimorganisation BASILISK.

Im gewohnt flüssigen und einfachen Schreibstil fegt man durch die Storys und lernt so die andere Seite Wiens kennen. Mit viel Lokalkolorit, inklusive trockenen und morbiden Wiener Schmäh, trifft man auf tolle Atmosphäre, welche vor allem Wiener und Wien-Kenner begeistern werden.
Man begegnet auch bereits bekannten Figuren und lernt neue kennen. Jede davon vielschichtig gzeichnet, sodass so manche Figur einem mit Handlung und Wandlung zu überraschen weiß. Nicht jeder ist nur gut oder böse, manchmal sind die Guten das Böse schlechthin, aber manchmal steckt auch etwas Gutes im Bösen, denn auf eines ist Verlass - bei Werner Skibar und Co ist nicht immer alles so wie es scheint.
Zudem erfährt man auch so manches über die Geschichte Wiens.

"Die Virgilkapelle war voller Geheimnisse. Sie war von Beginn an unterirdisch gelegen - eine sogenannte 'Capella Subterranea' - und hatte wohl zuerst als Begräbniskapelle, später auch als Gruft gedient. Und so mancher munkelte, dasss sie der geheime Teffpunkt der Templer gewesen war."
(S. 55)

Im Anschluß kommt man noch in den Genuß von zwei Kurzgeschichten. Beide lassen uns einen näheren Blick auf die BASILISK-Mitglieder Walter Riegler, Bibliothekar und Kopf dieser Organisation, und Thomas Steinbrecher, junger Magier, werfen. Dabei erfährt man, dass Walter ein wahrer Methusalem ist und Thomas es nicht leicht in seiner Familie hat.

Danach gibt es noch einen kleinen Beitrag aus dem Archiv von BASILISK, indem einem die Funktion eines magischen Kompass näher gebracht wird und der Dialektglossar zum besseren Verständnis darf natürlich auch nicht fehlen. 

Vereinzelt werden die Storys von Illustrationen bereichert, wobei sich Waltraud Lengyel, Bianca Haloun, Jörg Vogeltanz und Andreas Joska austobten. Ich hätte mir da gerne mehr davon gewünscht. Vor allem die düsteren Gemäldeadaptionen von Waltraud Lengyel haben es mir angetan. 

Obwohl ich durchaus eine Cover-Käuferin bin, äußere ich mich meist nur wenig bis gar nicht zu den Covers. Hier jedoch muss es sein.
Das Cover von diesem Band ist nämlich absolut abgefahren. Dieses wurde vom vielversprechenden New-Comer-Autor und Illustrator Erik R. Andara gestaltet und man erkennt daran sehr gut seinen ganz speziellen Zeichenstil.
Wenn ich dieses Buch im Buchladen entdeckt hätte, wäre es sofort und ohne auf den Klappentext zu achten, in meiner Tasche gewandert ... nach Bezahlung natürlich.

Man sollte diese Reihe unbedingt von Anfang an lesen, denn die Storys verweben sich im Verlauf miteinander, die Charaktere entwickeln sich mit der Story und es gibt auch immer wieder Anspielungen auf die vorigen Bände und die Figuren darin.

Fazit:
Die Morbus-Reihe ist eine Mischung aus spannendem Mystery-Thriller, klassischen Schauerroman und Urban-Fantasy mit Wiener Lokalkolorit - auf düstere Weise und in der auch mal ordentlich das Blut spritzt.
Ich bin nach wie vor begeistert davon, wie es der Autor schafft Mythologie und Legenden, die Zeit der 80er, Wiener Schmäh und Spannung zu kombinieren und daraus diese gelungene Melange entstehen zu lassen. Ich habe mich während des Lesens köstlich amüsiert, vor Spannung meinen Kaffee kalt werden lassen und bei so manch überraschender Wendung entschlüpfte mir auch hin und wieder ein "WTF!". Kurz - ich wurde bestens unterhalten.

© Pink Anemone (auf dem Blog mit vielen Bildern, Leseprobe, Autoren- und Illustratoren-Info und es gibt ein Rezept zu einem Alt-Wiener-Wirtshausgulasch)

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Rezension zu "Der Schlächter von Simmering" von Werner Skibar

Wenn der Tod außerhalb des Zentralfriedhofs wandelt
Ambermoonvor 2 Monaten

Wien 1984. In der Gemeindebausiedlung Hasenleiten wird der grausam verstümmelte Leichnam der 17-jährigen Schülerin Andrea Reiter aufgefunden. Ganz Wien ist entsetzt über das Gewaltverbrechen. Doch bevor die Polizei den Mörder stellen kann, gibt es weitere grässlich zugerichtete Tote. Der Killer schlägt sogar in der übernatürlichen Bevölkerung der Stadt zu.
Erst als Privatdetektiv Bernd Waidmann durch eine geheimnisvolle Klientin in den Fall hineingezogen wird, kommt Bewegung in die Ermittlungen. Schon bald wird klar, dass die ermordete Schülerin Geheimnisse hatte.
Schnell geraten Bernd Waidmann und BASILISK zwischen die Fronten. Können sie sich gegen Unterweltganoven, Monster, Hexen, wilde Lust und Rockmusik behaupten und den Schlächter von Simmering aufhalten? Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt...
(Klappentext)

☠☠☠☠☠

"Der Tod wohnt in Simmering. Die Wiener wissen genau: Irgendwann bist reif für den Holzpyjama und landest am Wiener Zentralfriedhof, praktischerweise mit der 71er-Linie direkt zu erreichen."
(S. 33)

Im 11. Bezirk von Wien geht in der Gemeindebausiedlung Hasenleiten die Angst um, denn ein Mörder streift durch die Straßen. Das erste Opfer war die 17-jährige Andrea Reiter. Diese war wahrlich kein Kind von Traurigkeit und hatte es faustdick hinter den Ohren, doch sie hat es nicht verdient so abgeschlachtet zu werden.
Bald kursieren Gerüchte über eine wolfsähnliche Bestie in Wiens Straßen und da wird es für die Mitglieder der Geheimloge BASILISK Zeit dem Ganzen nachzugehen.
Bernd, der nebenher noch als Privatdetektiv arbeitet, bekommt zudem Besuch von einer äußerst verführerischen Dame, welche den Mord an ihrem Liebsten aufgeklärt haben möchte. Auch dieser wurde auf bestialische Art ermordet ... und da waren es schon zwei Opfer.
Die Zeit drängt, denn der Schlächter von Simmering scheint gerade erst so richtig warm zu laufen.

Dies ist der 5. Band der MORBUS-Reihe und spielt zeitlich nach den Geschehnissen von Band 3. und 4.

"Als Robert die Gartenschere sah, begann sein ganzer Körper panisch zu zittern. Fast liebevoll wurde sein rechter Mittelfinger angehoben, dann schlossen sich die scharfen Klingen der Schere bereits um ihn. Mehrmals. Glied für Glied. Finger für Finger."
(S. 23)

In diesem Band lernt man den 11. Bezirk Wiens kennen, wandert durch dessen Straßen, kehrt in das ein oder andere urwienerische Gasthaus und Cafè ein und besucht natürlich auch den Wiener Zentralfriedhof. Dabei lernt man nicht nur skurrile Gestalten kennen, sondern begegnet auch einem Ghul, einer Dame, welche aus dem Roger Rabbit-Film entsprungen zu sein scheint, begibt sich in die Punk-Rock-Szene und raucht mit einem Unterweltboss eine Zigarre. Alles natürlich mit herrlich wienerischem Lokalkolorit, inklusive viel Schmäh, trockenem Humor und Situationskomik.
Bisher klingt das nach einem humorvollen und gemütlichen Schauerroman, doch das täuscht, denn hier wird verstümmelt und es spritzt ordentlich Blut. Für allzu schwache Nerven ist also auch dieser Band nur bedingt zu empfehlen.

Die Story strotzt nur so vor überraschenden Wendungen, die Spannung ist allgegenwärtig und am Ende wartet ein zusätzlicher Twist, der einen überascht aufkeuchen lässt.
Die Figuren sind, wie immer, fantastisch ausgearbeitet und, wie schon erwähnt, herrlich skurril. Im Grunde könnte sich hinter jedem/jeder der Schlächter verbergen und dann kommt doch alles anders als man vermutet und gerätselt hat.

"Das schrille Aufheulen der Sirene irritierte das Wesen einen Augenblick. Bernd nützte den Moment und schoss auf den Verfolger. Das mordlüsterne Wesen zuckte zusammen, als die Kugel ins faulige Fleisch einschlug. Gräuliches Blut spritzte über die Fahrzeuge. Es stank auf einmal, als hätte man einen Güllesilo angezapft."
(S. 61)

Auch der Schreibstil ist gewohnt flüssig und die Erzählweise packend.
Einzig das Korrektorat hat hier ordentlich geschlampt. Leider ist das Ausmaß so groß, sodass die vielen Rechtschreibfehler und grammatikalischen Schnitzer nicht mehr als bloße Schlampigkeitsfehler durchgehen. Wenn erstmal der Lesefluß dadurch ins Stottern gerät, ist es wirklich nicht mehr schön anzusehen, geschweige denn zu lesen. Das war schon fast gruseliger als die Story selbst.
Aber nur fast, denn trotzdem habe ich das Buch inhaliert und mich am Ende zufrieden zurückgelehnt. Wenn ich jedoch bei jedem Schnitzer einen Kurzen gesoffen hätte, wäre ich wohl nicht über 20 Seiten hinaus gekommen.

Im Anschluß erwartet einen noch eine detektivische Kurzgeschichte mit Bernd Waidmann und ein kleiner Auszug über die Geschichte der Jugendbewegung in den 70ern. Ein Dialektglossar darf auch hier natürlich nicht fehlen.

Auch die ein oder andere Illustration ist wieder enthalten. Diesmal von Ronald Putzker und Synthe Sizer, meiner Favoritin unter den ComiczeichnerInnen und das nicht nur österreichweit. Das Cover hat diesmal Jörg Vogeltanz kreiert, der inzwischen sicher jedem der meinen Blog liest bekannt sein sollte. 

Fazit:
Dieser Band enthält wieder eine Story ganz nach meinem Geschmack - Spannung, viele Wendungen, trockener und oft morbider Humor, viel Blut und schräge, wie auch unheimliche Figuren. Ich habe das Buch weggeatmet wie nix.
Dem Korrektorat würde ich aber nur zu gerne anständig auf die Finger klopfen!
Von der MORBUS-Reihe war ich, wie inzwischen so manche wissen, von Anfang an begeistert, doch mittlereweile gehört sie zu meinen absoluten Lieblingsreihen.

© Pink Anemone (auf dem Blog mit Bildern, Leseprobe, Autoren- und Illustratoren-Info)


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Rezension zu "Die Herrin der Albträume" von Werner Skibar

Das Traum-Wien
Ambermoonvor 2 Monaten

Wien 1984. Schreckliche Albträume stören den Schlaf der Städter. Finstere Mächte manipulieren die Energien von Wien. Ein geheimnisvoller Fremder sorgt für Spannungen unter den übernatürlichen Wesen.
Thomas Steinbecker, Magier der Geheimorganisation BASILISK, versucht das Geheimnis hinter den seltsamen Vorgängen zu enträtseln. Doch dieses Mal kann er nicht mit der Hilfe seiner Mitstreiter rechnen. Darum schart er eine Gruppe ungewöhnlicher Verbündeter um sich: ein lebendiges Skelett, eine Salzgurkenverkäuferin aus dem Prater und die eigensinnigste Tochter des Donaufürsten. Gemeinsam begeben sie sich auf ein Abenteuer jenseits des Wiens, das sie kennen. Sie ahnen nicht, welcher Schrecken dort auf sie wartet. Die Herrin der Albträume regiert diese Welt und sie kennt keine Gnade...
 (Klappentext)

☠☠☠☠☠

"Heut gemma die Toten anschau'n,
du wirst deine Aug'n ned trau'n,
wie sie schlitzen und schlatzen,
und am Sargdeckel kratzen,
du wirst deine Aug'n ned trau'n.

Heut gemma die Toten anschau'n,
die hinichen Mandln und Frau'n.
Da liegen's in da Gruab'n,
da frein sie die Wurm
über die hinichen Mandln und Frau'n."
(S. 114)

Dies ist der 4. Band der MORBUS-Reihe und es sind natürlich auch wieder zwei Geschichten aus dem MORBUS-Universum enthalten. Dieser Band spielt parallel zum 3. Band "Im Zeichen des Terrors". Bei diesen beiden Bänden ist es also egal, ob man zuerst den 3. oder 4. Band liest. Man sollte jedoch beide nach dem 2. Band "Bei Vollmond bist du tot" lesen.

Und nun möchte ich Euch die beiden Storys etwas näher vorstellen...

I. Besucher aus dem Schattenreich

Seit den Vorfällen, bei denen ein Werleopard in Wien sein Unwesen trieb und ein geheimnisvoller Gegner daran nicht ganz unschuldig zu sein scheint, ist ein Monat vergangen.
Die Geheimloge BASILISK, deren Aufgabe seit Jahrhunderten darin besteht Wien vor geheimnisvollen Kreaturen und mysthischen Wesen zu beschützen, welche nichts Gutes im Sinn haben, muss unbedingt mehr über diesen Gegner in Erfahrung bringen.
Die Zeit drängt, denn es scheint das Tor zum Wien der Träume geöffnet worden zu sein. Dort drüben lauert etwas Dunkles und möchte sich Zutritt in das Wien der 80er Jahre verschaffen. In Schönbrunn bei der Kleinen Gloriette hat alles begonnen und rund um diesen Bereich sterben seither kleinere Tiere und die Natur.
Gleichzeitig werden Wiens Bewohner von Albträumen geplagt, so furchteinflößend und real, sodass es zu grausigen Vorfällen kommt.
Um dies alles aufzuklären, muss sich das Team BASILISK aufteilen. Während Harry - der Chef, Walter - der Bibliothekar, Petra - das Grufti-Girl und Bernd - der mürrische Privatdetektiv, zu einem anderen Fall gerufen werden, muss Thomas - junger Magier und Jus-Student, ein eigenes Team gründen. Dieses Team besteht aus Grimm - dem Skelett aus der Prater Geisterbahn, der eine unglaubliche Angst vor Spinnen hat (immerhin könnten sich diese Viecher zwischen seinen Gebeinen häuslich niederlassen), Wendy - Salzgurkenverkäuferin im Prater, und Loreley - dem jungen Donauweibchen, welches immer ausbüchst, um Menschendinge zu machen.
Sie vermuten, dass der unheimliche Kerl mit dem Zylinder hinter allem steckt, denn überall wo er auftaucht wird es dunkel und düster und das Knacken von Knochen begleitet ihn auf seinen Wegen.

"Doch man hatte ihn erwischt. Ihm seine Knochen gebrochen, seinen Körper zermalmt und ihn verflucht, auf ewig so herum zu wandeln, ohne ganz sterben zu können."
(S. 59)

II. Die Herrin der Albträume

Die Geschichte rund um den geheimnisvollen Zylinder-Mann mit den knackenden Knochen geht weiter und unsere Gruppe kommt dem Geheimnis und den bösen Machenschaften immer näher.
Während im ersten Teil die Herrin der Albträume nur nebenbei erwähnt wird, tritt sie hier in den Vordergrund. Wer dachte der erste Teil wäre schon creepy und grausig, dem werden hier die Ohren wegfliegen.
Mit Thomas, Grimm, Wendy und Loreley begibt man sich in das Traum-Wien und betritt so das alte Wien, in dem die Pestepidemie wütet.

☠☠☠

Die MORBUS-Reihe ist eine Mystery-Reihe, welche eine Story enthält, die keinem bestimmten Genre zugeordnet werden kann. Es ist eine Mischung aus Mystery-Thriller, Gruselroman und Phantastik, in der sich das Setting im Wien der 80er Jahre befindet.
Hier begegnet man nicht nur uralten und skurrilen Figuren, sondern auch Gestalten aus alten Sagen und Mythen und lernt so manches über das historische Wien kennen. Dabei wandelt man mit den Protagonisten durch Wiens Gassen und betrachtet so manche Sehenswürdigkeit von seiner düsteren Seite.
Auch historische Persönlichkeiten dürfen hier nicht fehlen und diese werden in das unheimliche und grausige Geschehen eingebettet. So kann es durchaus passieren, dass der Fürst Schwarzenberg und sogar die Kaiserin Elisabeth ihre Hände aus längst vergangener Zeit in die 80er Jahre strecken.

"Die Kleine Gloriette war wie ein gewaltiger, missgestalteter Schädel, der das Licht der Welt zu verschlingen drohte. Der Weg war ein Bach aus schwarzen Tränen, die wie Pech an den Tieren klebten und ihnen die Energie raubten."
(S. 70)

Es ist also im gewissem Sinne ein Wienführer der etwas anderen Art, mit viel Lokalkolorit, jedoch auch blutig, ekelerregend und brutal. Dabei kann es durchaus vorkommen, dass es einem vor Ekel schüttelt, man entsetzt die Luft anhält und auch gleichzeitig schmunzeln muss, denn der trockene und oft typisch morbide Wiener Humor kommt hier ebenfalls nicht zu kurz. Das Buch löst beim Lesen also eine wahre Gesichtsakrobatik aus.

Der Schreibstil ist flüssig und der Erzählstil unglaublich mitreißend und fesselnd. Dichte Atmosphäre, überraschende Wendungen und Cliffhanger machen dieses Buch zu einem wahren Lesevergnügen.
LeserInnen mit sensiblem Magen sollten jedoch darauf achten nicht unbedingt kurz vor dem Lesen etwas zu essen, denn der Autor schreibt nicht nur atmosphärisch, sondern auch plastisch.
Nicht jeder könnte es verkraften in einer Pestgrube zu liegen, während neben einem die Pestbeulen der Leichen aufplatzen und sich der Inhalt über einem ergießt. Nur mal so als Beispiel.

"Die Kreatur, die lautlos aus dem Spalt kroch, war nicht einmal einen halben Meter hoch, hatte krallenbesetzte Hände und Gänsefüße, war prall und von Kopf bis Fuß mit dichtem schwarzem Haar übersät. Trotz der Leibesfülle und den schweren Brüsten, die vor dem Körper baumelten, kletterte das Wesen geschickt wie ein Affe auf das Bett und hockte sich auf die Brust der schlafenden Katzenbesitzerin."
(S. 15)

Im Anschluß ist noch eine Kurzgeschichte enthalten. In "Felis Alba" wird die Sage der weißen Katze lebendig, welche im Katzensteighaus im Bermudadreieck ihr Unwesen treibt und die Bewohner sind dort auch nicht ganz koscha.
Weiter ist natürlich wieder ein Dialekt-Glossar enthalten.

Diesmal haben die Comic-Zeichnerinnen Bianca Haloun und Isabelle "Synthe Sizer" Griessenberger (übrigens einer meiner Favoriten unter den Comic-ZeichnerInnen weltweit) wieder  äußerst gelungene Illustrationen beigesteuert.
Hier muss ich jedoch gleich wieder anprangern, dass ich mir mehr dieser Illustrationen in den MORBUS-Büchern wünschen würde, und ich werde nicht müde dies immer wieder zu betonen, denn vielleicht geht mein Wunsch dardurch irgendwann in Erfüllung *g*.
Das Cover wurde von dem Illustrator Stefan Gutternigh erschaffen und sieht ebenfalls absolut abgefahren aus, wenn ich das mal so sagen darf.

Fazit:
Ich bin seit des ersten Bandes Fan dieser morbiden, gruseligen und gleichzeitig witzigen MORBUS-Reihe. Doch dieser Band konnte mich besonders begeistern .. ja, mich nahezu vor Begeisterung vom Hocker reißen.
Diesen Band habe ich regelrecht verschlungen und erst als ich ihn mitten in der Nacht zu Ende gelesen hatte, zufrieden zugeklappt. Und nun bin ich versucht die Pfade der Protagonisten real zu beschreiten ... vom Wienfluß zur Hofburg und von der Hofburg zum Katzensteighaus im Bermudadreieck.

© Pink Anemone (auf dem Blog mit Bildern, Leseprobe, Info zu Autor und Illustratoren und es gibt auch ein Rezept zum Buch...)

 

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