Wes Andrews Frontiersmen - Höllenflug nach Heaven's Gate

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Inhaltsangabe zu „Frontiersmen - Höllenflug nach Heaven's Gate“ von Wes Andrews

Manche bezeichnen sie als Verbrecher, andere als Helden der Randplaneten. Sie selbst nennen sich Frontiersmen: furchtlose Männer und Frauen, die Fracht und Flüchtlinge dorthin schmuggeln, wo der Weltraum noch frei und wild ist. John Donovan ist einer von ihnen und chronisch knapp bei Kasse, sodass er auch riskante Jobs übernimmt. Etwa einen Passagiertransport zur rauen Koloniewelt Heaven's Gate. Der Weg dorthin führt mitten durch das Raumterritorium der Peko ? eine Rasse, die jeden menschlichen Eindringling erbarmungslos zur Strecke bringt.

Ein futuristisches Westernabenteuer im Weltall. Die Parallelen zu Firefly lassen sich nicht bestreiten. -Großartig!

— LeenChavette
LeenChavette

Spannende Unterhaltung und originelle Charaktere

— raveneye
raveneye

5 von 5 Sternen ist für dieses Buch eigentlich noch zu wenig. Ganz tolles und spannendes Buch. Bitte mehr davon...

— Avenger
Avenger

ScienceFiction - nein: Space-Western, Raumschiff statt Postkutsche, Aliens statt Indianer!

— himmelspirat
himmelspirat

Grenzer-Western in Space! Man sieht förmlich die Serenity vor sich und hört Wash und Mal – aber zum Teufel, es unterhält großartig! Mehr!

— tomorgel
tomorgel

Beste Weltraum-Western-Unterhaltung!

— Originaldibbler
Originaldibbler

Wenn das Orchester Ennio Morricone spielt und dann abgehoben wird ins Weltall, dann weiß man, wir sind im Colt-SF. Mitnehmen!

— AnnikaLeu
AnnikaLeu

Wer Firefly mochte, wird auch dies hier lieben: Tolle Stimmung, schöne Sprache und ein Plot, der Vorhersehbarkeit lediglich vorgaukelt.

— Ein LovelyBooks-Nutzer
Ein LovelyBooks-Nutzer

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  • Serenity meets Stagecoach

    Frontiersmen - Höllenflug nach Heaven's Gate
    tomorgel

    tomorgel

    31. December 2015 um 15:17

    Ich gebe zu - ich bin Firefly-Fan und ich mag die alten westward-Ho!-Western. Und ich mag zudem schön schmuddelige Weltraum-Pionier-Geschichten weit absseits vom aseptisch reinen Weltraum-Marxismus des Star Trek-Universums. Insofern rannte Wes Andrews bei mir ohnehin offene Türen ein. Aber so sehr "Höllenflug nach Heaven's Gate" auch anmutet wie eine Firefly-Episode (was der vielleicht größte Kritikpunkt überhaupt ist) – letztendlich ist es kein Abklatsch geworden. Nicht davon und nicht von Stagecoach, jenem genialen Western, der bereits als Vorlage für "zusammengewürfelte-Reisegesellschaft"-Spannungsgeschichten in so gut wie jedem anderen Bereich der Genre-fiction gedient hat. Wes Andrews gibt es in seinem nachwort auch offen zu, davon inspiriert worden zu sein - und hey, das ist kein Fehler. Wirklich große Geschichten können oft erzählt werden, ohne an Originalität zu verlieren oder bloßer abklatsch der Vorlage zu sein. Und genau das ist hier gelungen: HFnHG (okay, am Akronym arbeite ich noch ... vielleicht FM - HFHG?) ist keine bloße Kopie oder uninspirierter Abklatsch sondern eine originelle, in sich stimmige Geschichte. Klar, es ist kein purer, intellektuell tiefgründig-anspruchsvoller Science-Fiction mit tiefgreifenden Sozialtudien oder Technikvorausschauen, wie bei Lem, P.K. Dick, Roddenberry oder Niven - aber das will es ja auch nicht und soll es auch nicht! Dafür unterhält es mit einem durchgehend hohen Spannungsbogen, liebevoll gezeichneten, absonderlichen Charakteren, gerade der richtigen Menge an Klischees und genau der richtigen Portion an Technobabel und Handwavium, um die Geschichte in ein glaubhaftes Science-Fiction- Universum einzubinden. Im Grunde ist es ja auch völlig egal, wie das mit dem Texaferm-Treibstoff funktioniert oder wie exakt die Pekos aussehen. Wichtig ist hier nur, dass der Sprit ewig knapp ist und die Grünhäute nachvollziehbare (und nicht schablonenhaft diskriminierte!) Rothäute sind. Dass es Colt-Shootouts, Explosionen in Erzminen, eine schwangere Frau, Kopfgeldjäger, einen Sarg im Gepäck, fässerweise Whisky und einen Mann namens Santander gibt (bei dem man natürlich an Lee Van Cleef denken muss). Und dass der Peko-Anführer Geonoj einen passablem Geronimo abgibt. Wie gesagt: vielleicht größter Kritikpunkt für den Firefly-Fan ist, dass die Stimmung der Serie so gut getroffen wurde, dass man sich immer wieder selbst zusammenreißen muss, um nicht Captain Malcolm Reynolds, Hoban Washburne (es hilft nicht gerade, dass der Mechaniker der Mary-Jane "Hobie" heißt) und die "Serenity" vor dem inneren Auge zu sehen. Außerdem habe ich ständigauf Jayne Cobb, eine "Leaf on the wind"-Anspielung (obwohl ... die Schiffe der Peco SIND ja blattförmig. Okay. Gilt.) und wenigstens einen chinesischen Fluch gewartet ... Aber wie schon gesagt - wäre es tatsächlich eine Firefly-Folge gewesen, dann eine sehr, sehr gute. Was letztendlich also kein Kritikpunkt, sondern ein Qualitätsmerkmal ist. Ich habe genau das erwartet und in vollem Umfang bekommen. Vor allem aber habe ich mich absolut unterhalten gefühlt. Also volle Punktzahl. Danke, Wes - den nächsten Band lese ich mit Sicherheit auch.

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  • SciFi zum Wohlfühlen

    Frontiersmen - Höllenflug nach Heaven's Gate
    Piranhapudel

    Piranhapudel

    28. December 2015 um 15:55

    Ursprünglich erschienen auf meinem Blog Piranhapudel: https://piranhapudel.de/frontiersmen-hoellenflug-nach-heavens-gate-wes-andrews-bernd-perplies/ Die Lesung auf dem BuCon hatte mir bereits einige Dinge über "Frontiersmen — Höllenflug nach Heaven’s Gate" erzählt: Wes Andrews aka Bernd Perplies kann richtig gut vorlesen, die Geschichte selbst scheint sehr amüsant zu sein und sie wird ständig mit "Firefly" (SciFi-Serie von Joss Whedon) verglichen. Nun, zu "Firefly" selbst kann ich gar nichts sagen, da ich es nie geschaut habe. Wer weiß, vielleicht wird dies hier ja eine der wenigen Rezensionen, die ohne den Vergleich auskommt. Mir hat das Abenteuer um den Frontiersman John Donovan und seine Crew auch ohne jegliche Vergleichsmöglichkeit mit Firefly unglaublich gut gefallen. John Donovan und seine Crew auf der Mary-Jane sind Frontiersmen, deren Job es ist Personen und Fracht an ihre Zielorte zu bringen. Oft sind dies natürlich solche Orte, Personen oder Frachtstücke, die jeder andere normalerweise mit dem Wort „illegal“ betiteln würde. So lukrativ sich dieses Geschäft zunächst auch anhört, richtig viel Geld wirft es dennoch nicht ab. Gleich zu Beginn der Geschichte bekommt John Donovan auch schon ein Ultimatum gestellt. Er hat 200 Stunden, um seinen Kredit zurückzuzahlen, sonst sind er und seine Crew dran. Ein Geschäft, das wahrscheinlich den größten Profit abwerfen wird, ist ein Flug nach Heaven’s Gate, denn für dieses Gebiet herrscht momentan eine Reisewarnung. Das technisch versierte Volk der Peko wurde bisher von der Menschheit unterdrückt, doch damit sind sie nun überhaupt nicht mehr einverstanden. "Frontiersmen: Höllenflug nach Heaven’s Gate" ist Science Fiction zum Wohlfühlen. Das mag im ersten Moment kitschig klingen, dennoch ist das Buch alles andere als kitschig. Die Geschichte hatte alles, was ich beim Lesen in dem Moment haben wollte: Eine humorvolle Crew, die auch mal ernst sein konnte; überraschende Sprünge und Wendungen, sodass dies alles andere als eine geradlinige Reise war; eine Atmosphäre, in der Grusel, Spannung, Witz und Charme gemischt waren. Auf dem Flug nach Heaven’s Gate begleiten wir natürlich nicht nur die Crew der Mary-Jane, sondern auch noch einige skurrile Passagiere — irgendwo muss das benötigte Geld ja herkommen. Und wer irgendwo illegal hinfliegen will und dann auch noch in ein so gefährliches Gebiet, der hat garantiert ein Geheimnis. Nach und nach wird somit die Stimmung an Bord nicht nur geheimnisvoller und angespannter, sondern auch regelrecht gruselig. Wes Andrews / Bernd Perplies hat diesen SciFi-Roman technisch detailliert geschrieben, ohne dass es überladen wirkt. Die Funktionalitäten der Mary-Jane oder sonstiger Technik im All oder auf fremden Planeten empfand ich als gut recherchiert und glaubwürdig, zusätzlich waren sie im Rahmen des Möglichen nachvollziehbar, für andere Elemente hatte ich nicht unbedingt das Bedürfnis mir diese bis ins Detail vorstellen zu müssen. Hier ist also eine gute Mischung aus SciFi-Elementen, die man sich als möglich vorstellen könnte, und solchen, die immer noch weit weg erscheinen, gelungen. Zusätzlich zur Technik, zur Reise und der Geschichte selbst bekommt die Welt durch das Volk der Peko noch eine weitere Dimension dazu. Die Menschheit war mit der Erde irgendwann nicht mehr zufrieden, hat sich ausgebreitet und sich dabei alles genommen, was sie abgreifen konnte, und dabei jedes andere Leben unterdrückt. Dadurch bekommt der Roman noch eine interessante kulturelle und kritische Perspektive. Höllenflug nach Heaven’s Gate ist der erste Band der Reihe "Frontiersmen", fühlt sich allerdings wie ein Einzelband an, sprich: es gibt ein echtes Ende der Geschichte. Dennoch ist die Welt der Frontiersmen natürlich groß und die Mary-Jane kann an viele Orte fliegen. Ein weiteres Abenteuer mit dem Namen "Blutfehde auf Alvarado" wird im März 2016 erscheinen.

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  • Cowboys im All

    Frontiersmen - Höllenflug nach Heaven's Gate
    ForeverAngel

    ForeverAngel

    10. November 2015 um 09:34

    Bernd Perplies ist einer meiner liebsten deutschen Fantasyautoren. Für seinen Space-Western Frontiersmen - Höllenflug nach Heaven's Gate hat er sich entschlossen, unter dem offenen Pseudonym Wes Andrews zu publizieren, weil Autor und Verlag sich einig waren, dass ein amerikanisch klingender Name in diesem Genre besser funktioniert. Schade eigentlicht, dass so etwas nötig ist, denn Perplies beweist, dass auch deutsche Autoren großartige Space-Western schreiben können. Was ein Spacewestern ist? Ich kannte das Genre vorher auch nicht, aber es macht unglaublich viel Spaß. Man nehme klassische Western-Elemente - also Cowboys, Indianer, Postkutsche, Pferde - und versetzte sie in eine Sci Fi Welt oder besser gesagt: ins All. Die Indianer werden zu Aliens, die Postkutschen fliegen durch's All und die Cowboys sind etwas futuristischer bewaffnet. Protagonist John Donovan ist der typische "sympathische Schurke". Da ich als Kind die ersten Star Wars Filme geliebt habe, zog ich schnell eine Paralelle zu Han Solo. So konnte ich es manches Mal nicht vermeiden, dass John Donovan beim Lesen das Gesicht des jungen Harrison Ford bekam. Aber nicht nur er überzeugt, auch die anderen Teammitglieder wirken lebendig und so entsteht beim Lesen ein herrliches Kopfkino.  Der Plot ist eine rasante, aktionreiche Reise zur Kolonie Heaven's Gate, bei der alles schief, was schief gehen kann. Mehr möchte ich zum Plot nicht verraten, um keine der überraschenden Wendungen vorwegzunehmen. Die Genrewaage kippt mehr in Richtung Western als Sci Fi, was mir persönlich ausgesprochen gut gefällt. Auf Ausführungen über komplizierte futuristische Technik wurde ebenfalls verzichtet. Wer sich viel im Sci Fi Bereich bewegt, wird vielleicht einige Elemente wieder erkennen, dennoch ist es ein gelungener, eigenständiger Roman, der seine Vorbilder zwar erkennen lässt, sich aber trotzdem von ihnen abhebt. Adrews / Perplies beweist wieder einmal sein schriftstellerisches Können und bietet einen Roman, der einfach spannend ist und jede Menge Spaß macht. Ich freue mich schon darauf, den Schurken John Donovan im März in Blutfehde auf Alvarado wieder zu sehen. (c) Books and Biscuit

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  • Kurzweiliger Weltraumwestern

    Frontiersmen - Höllenflug nach Heaven's Gate
    Originaldibbler

    Originaldibbler

    04. October 2015 um 22:14

    Frontiersmen - Höllenflug nach Heaven's Gate ist der Titel des neusten Buches von Bernd Perplies. Es wurde unter dem Pseudonym Wes Andrews veröffentlicht. Wenn ihr wissen wollt, was es mit dem Pseudonym auf sich hat, schaut euch mein Interview mit Berd Perplies an. Das Buch ist ein Art Western im Weltraum. Worum geht es? Das Buch ist - wie gesagt - eine Art Western im Weltraum. Wer bei Western und Weltraum an die TV Serie Firefly denkt, hat genau die richtige Assoziation. Von genau dieser Serie, die viele Fans hat, obwohl sie schon nach einer Staffel abgesetzt wurde, ist das Buch tatsächlich massiv inspiriert. Das Buch spielt in der nicht all zu fernen Zukunft. Mit Hilfe der grünhäutigen Alienrasse der Peko, haben die Menschen den Sprung aus ihrem eigenen Sonnensystem heraus geschafft. Sobald sie technisch weit genug waren, haben die Menschen dann das gemacht, was menschliche Entdecker schon immer getan haben: Sie haben die vorgefundenen Einwohner unterdrückt. Mittlerweile ist der Mensch der Herrscher über das bekannte Universum, während die Peko unterdrückt werden. In den zentralen Welten halten Regierungen und mächtige Konzerne die Ordnung aufrecht. An den Rändern des dem Menschen bekannten Raums geht es aber rauer zu. Einfacher gesagt: In den Randwelten geht es zu, wie damals im irdischen Wilden Westen. Einer der Glücksritter, die in den Randwelten ihr Glück suchen ist John Donovan der Captain des Cambria-Klasse Frachters Mary-Jane Wellington. Mit seiner bunt zusammen gewürfelten Crew versucht er mit größtenteils legalen Jobs sein Auskommen zu bestreiten. Zu Beginn des Buches steht er aber vor dem Problem alte Schulden dringend begleichen zu müssen. Da ihm nichts besseres einfällt, beschließt er Fracht und Passagiere durch einen von einem Peko-Aufstand gebeutelten Sektor nach Heaven's Gate zu transportieren. Schnell findet sich die verschiedensten Passagiere ein und wirklich jedem ist klar, dass nicht jeder von ihnen die Wahrheit sagt, warum er so dringend nach Heaven's Gate muss. So beginnt für die Mary-Jane Wellington eine abenteuerliche Reise, auf der der Crew und den Passagieren nicht nur durch die Peko Gefahr droht. Was hat mir gut gefallen? Die Grundidee, eine Buchreihe in einem ähnlichen Setting wie Firefly spielen zu lassen, fand ich großartig, denn auch ich bin ein großer Fan dieser Serie. Es gibt sehr viele Parallelen, an denen ich meine Freude hatte. Gleichzeitig ist es aber auch weit genug davon weg, um wirklich ein selbständiges Setting zu sein. Durch die unterdrückten Peko kommt sogar noch einmal eine interessante Dimension hinzu. Auch die technischen Aspekte, die ein SciFi-Roman zwangsweise hat, wurden gut gelöst. Es gibt eine Art des Reisens unterhalb der Lichtgeschwindigkeit und auch eine Möglichkeit schneller als das Licht an ferne Orte zu reisen. Beides ist glaubhaft geschildert, ohne den Leser mit großen technischen Ausführungen zu belasten. Alles in allem ist die Story spannend und vor allem unterhaltsam. Was hat mir weniger gut gefallen? Eigentlich habe ich nur einen echten Kritikpunkt. Die wahren Geschichten und Absichten der Passagiere finde ich ein wenig übertrieben. Ich will nicht spoilern. Daher nur so viel, dass hier meiner Meinung nach weniger mehr gewesen wäre. Fazit: Frontiersmen - Höllenflug nach Heaven's Gate ist ein kurzweiliger Weltraumwestern, der nicht nur Fans der TV Serie Firefly gut unterhalten wird. Wertung: 4/5 Sternen

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  • Den weißen Wurm treffen

    Frontiersmen - Höllenflug nach Heaven's Gate
    AnnikaLeu

    AnnikaLeu

    „Viel hilft viel.“ Ja und zack, da waren die ersten 100Seiten runtergelesen, ohne dass ich inne halten konnte. Ja nicht einmal eine Randnotiz erlaubte ich mir. Warum ich dann doch unterbrochen habe als in der Geschichte ein Notruf ankam? Na weil irgendwann muss man einfach mal die Nase aus den Seiten heben. Dieses Buch habe ich ja mit Spannung erwartet. Fans von Firefly sollen es mögen werden, hieß es. ‚Pflichtlektüre für Space Cowboys‘ verlangt die Taschenbuchrückseite. Und ich bangte: Ob es wirklich an diese staubige Gelassenheit von Firefly heran reichen wird? Oder wird es ein billiger Abklatsch sein? Im schlimmsten Fall nicht einmal verwandt mit der Einstellung von Joss Whedon? Ich sag’ euch, einige Punkte direkt zu Anfang waren einfach genau das Versprochene. Staubig, Revolverig, Captain in Geldnöterig. Und darüber hinaus? John Donovan war mit seiner Offizierin nicht in einem Krieg, er hat keine heiße Metallschrauberin und auch keinen ‚the man they called Jayne‘- kein Shepperd und kein Arzt - es gibt keine geschmuggelte kleine Schwester an Bord und keine Zombie-Sadisten-Pax-ler. Und jetzt rückwärts: Wes Andrews gibt uns echte Aliens. Sie sind grünhäutig und dank ihnen sind die Menschen überhaupt fähig ihren ‚intergalaktischen Vorgarten‘ zu verlassen und mittels ‚weißer Würmer‘ so genannter Transitfelder ihre Grenzen zu sprengen. Das hat die Menschheit auch gleich mal getan und expandiert. Darauf will ich aber jetzt nicht herum reiten. Sagte ich schon, dass die Peko grün sind? „Ich bin direkt hinter Ihnen.“ Meine Damen und Herren, am Scharfschützengewehr der Besatzung der Marie-Jane sehen sie: Kelly, die blonde Studienabbrecherin! Seit über 40 Jahren ungeschlagen im Maschinenraum: Hobie (inklusive Zigarrenstummel)! Und am Padd, zuständig für die Feinelektronik, letzter seines Clans und noch Grün hinter den Ohren: Aleandro! Und jetzt einen tosenden Applaus für den allseits beliebten ‚Ghostrider‘: John! Und hier unsere Nebencharaktere: - denn wenn man schon genau in den Sektor fliegt, für den gerade eine Reisewarnung verhängt worden ist, weil sich da der berüchtigte Ohrenabschneidende Peko Geonoj rumtreibt, dann lohnt es sich doch Passagiere mitzunehmen die genau da hin wollen - Whiskeyexporteur Peabody, die Zwillinge: Jason und Janelle mit ihrem toten Daddy im Tank, Mrs Pennington, die für ihr Ungeborenes keinen Aufpreis zahlen musste, Veteran Langdon, der auf nen schönes Anwesen für seine Rente scharf is und deVries - der unbedingt vor 9 Uhr starten wollte. Im Nacken sitzt John auch lediglich Mister Martell und eine goldene Imitatuhr, welche einen Countdown von 200 rückwärts in der Zeit dreht. Treibt John bis dahin die Schulden nicht ein und erlöst sich aus dem Griff dieses Ganovenbosses, setzt der ihn auf seine Liste und fängt an seine Crew zu erschießen - dafür hat er einen Typen, der mindestens so cool ist wie Bully Herbigs: Santa Maria (Sky du Mont), nämlich Santander. Also ich hör’ hier ganz klar die Musik von Ennio Morricone! Ich wünschte nur John wäre ein wenig mehr wie Nobody. Er kommt mir trotz Mantel, Highnoon Ehrenduell und rauchendem Colt bisschen zu toll daher. So Momente eben in denen er andere ruhig mal abknallen dürfte, weil sie ihm mit 3 zu 1 eh nichts Gutes wollten, da kehrt sich dann das: Nein, ich bin viel besser als ihr, ich mach’ so was nicht! - Gen hervor. Als ob es jemals einem Menschen etwas gebracht hätte, seine Gegner aus welchen Gründen auch immer, leben zu lassen. Auf der einen Seite stellt Andrews diese Typisch-Mensch-Attitüden klar heraus und kreidet sie auch schonungslos an, vor allem im Vergleich: Wild West, Cowboy und Indianer … Wild Universe, Frontiersmen und Peko; andererseits sind die Menschen eben auch wirklich auf diesem Entwicklungsstand stehen geblieben und nicht einen Deut schlauer. Man nehme einen Western und packe ihn ins Weltall - that’s all. Und verdammt noch eins, das funktioniert auch noch! „Ich bin mir ziemlich sicher, dass ich nicht in den Sonnenuntergang reiten werde.“ Nach dem Genuß der restlichen 300 Seiten: Der Firefly Vergleich ist durchaus berechtigt und in vielen Augenblicken wiederzuerkennen. Ich sage dennoch nicht, dass es eine billige Kopie ist. Nein, vielmehr empfinde ich es tatsächlich so, dass am anderen Ende des Universums diese beiden Geschichten in ein und derselben Realität spielen könnten. Was Andrews schafft ist glaubhaft zu versichern, dass man mit Colts einfach nicht auf die Außenhüllen der Schiffe und Raumstationen ballern sollte, is' dem Überleben jetzt nich' so zuträglich. Er spielt viel mit Idealen und Moralvorstellungen, klar auch mit dreckigen Jobs, Lug, Betrug und schwer durchzusetzenden Gesetzen. Was er gemacht hat: sich eine schöne Vorstellung vom ‚Raum‘ und den Reisen darin mittels Antrieb und diesen ‚Würmchen‘. Das gefiel mir, war eben mal ein klein wenig anders. Worin er sich keine Mühe gemacht hat, ist in den Problemen. Konzerne die sich anbiedern zu helfen, alles aufkaufen, ihre Angestellten wie Sklaven behandeln… das Ausbeuten der Pekos und sich dann Wunderns wieso die auf die Idee kommen Kriegsbemalung (in Rot) aufzulegen,- das sind alte Schuhe. Und da hätte ich mir wirklich mehr erwartet. Die Crew untereinander verhält sich kameradschaftlich und freundschaftlich. Sie ist eben, mal nicht wie sonst grad frisch zusammengetrommelt, sondern einander bestens bekannt und rettet sich gegenseitig den Hintern. Captain Donovan steht aber doch sehr im Vordergrund um da einige Alleingänge aufs Parkett zu legen. Er ist halt echt ein Allround Held. Über Santana hätte ich persönlich gern mehr erfahren, aber um den ging es letztlich ja auch nicht, Martell brachte den Stein nur ins Rollen, damit die Mannschaft diesen Höllenritt auf sich nimmt. Und wenn ich ehrlich bin, hab’ ich zu keiner Sekunde geglaubt, es würde eine einfache Reise werden, das war immerhin allein vom Titel schon versprochen, schließlich fangen die Probleme schon VOR dem eigentlichen Flug an, zusätzlich werden dann auch noch weitere Zielscheiben dazu geworfen, bevor man überhaupt fraglichen 'Warnungszonen-Bereich' erreicht und dann werden alle Probleme säuberlich aufgedröselt und gelöst. Fazit: Falls ihr es bemerkt habt, ich versuche ein wenig meine Euphorie zu dämpfen um mal wieder runter zu kommen. Fällt mir aber wirklich nicht leicht, denn das Buch gefiel mir verdammt gut! Auch nicht übel nehmen kann ich in der Danksagung den Hinweis auf Wikipedia und den Einblick in die Inspiration des Autors. Ich finde so passt das. Einen Film sehen und sich denken: Was wenn das in einem Science Fiction angesiedelt wäre und adaptieren - funktioniert. Rad nicht neu erfinden Können - und so - ihr wisst schon. Von daher kann ich das durchaus nachvollziehen was Andrews hier getan hat, auch, dass der Film „Stagecoach“ („Höllenfahrt nach Santa Fé") einige Namensgleichheiten aufweist (Peacock). Das verbuche ich mal als Hommage und finde es gut, dass Andrews das auch ganz klar herausstellt. Außerdem, seht euch das Cover an, der Typ ist einfach wirklich genauso wie es das Cover verspricht, also mir macht das ja schon gleich Lust auf mehr. Was der große Pluspunkt ist: Es ist ein Western im Weltall. Das größte Defizit: Es ist nur ein WesternSF. Ich gehe schwer davon aus, dass das noch steigerungsfähig ist. Mir fehlt da einfach der ganze Rest. *hüstel* Auch wenn es zB eine 'Neu Hessen' und 'Köttbullar' gibt und andere Verweise, kommt das ziemlich einseitig, möchte sagen engstirnig daher. Und das nächste Mal bitte etwas genauer Schätzen beim Zählen: über "ungefähr 20" Fremde die Verantwortung bei einer Flucht übernehmen ist in Ordnung, aber nachdem von denen 5 niedergeschossen/ abhanden gekommen sind immernoch zu behaupten es seien knapp 20 wirkt schluderig und kratzt am 'Ach ich bin gar nicht nett - ich bin voll der harte Hund, siehst du wie ich die Zähne fletsche?' - Image des Captains, der bis Oberunterkante voller Courage steckt- möchte zu gern wissen woher er den Mist hat! Das Urteil wird mit orchestraler Musik eingespielt (weil so ein Auftritt unschlagbar ist).

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