Zeitkurier

von Wesley Chu 
3,4 Sterne bei28 Bewertungen
Zeitkurier
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Positiv (13):
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Nicht neu, aber spannend.

Kritisch (5):
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Gegen Ende zunehmendes Zeitchaos und absinken in Trivialliteratur

Alle 28 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Zeitkurier"

In einer zerstörten Zukunft liegt die letzte Hoffnung in der Vergangenheit
Die Erde hat sich in der Zukunft in ein verseuchtes Ödland verwandelt, und die Menschheit musste ins äußere Sonnensystem ausweichen. Dort, in den Weiten des Alls, sind Ressourcen allerdings ein seltener Luxus, und so bedient sich die menschliche Zivilisation der Zeitreise als letztes Mittel. Sogenannte Zeitkuriere reisen in die Vergangenheit, um dort nach Ressourcen und Antworten zu suchen. Bei seinem letzten Auftrag macht der Zeitkurier James Griffin-Mars jedoch den größten Fehler: Er greift in die Zeitlinie ein – und rettet eine Frau. Jetzt bleibt ihnen nur noch die Flucht in die Gegenwart …

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783453317338
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:480 Seiten
Verlag:Heyne
Erscheinungsdatum:14.08.2017
Das aktuelle Hörbuch ist am 13.10.2017 bei Rubikon Audioverlag erschienen.

Rezensionen und Bewertungen

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    LeesBuechers avatar
    LeesBuechervor 6 Monaten
    Kurzmeinung: Geht spannend los, baut zum Ende hin aber leider ab.
    Zeitkurier

    Obwohl man es fast nicht glauben mag, so lange wie ich gebraucht habe um das Buch tatsächlich zu beginnen, habe ich mich sehr auf Zeitkurier gefreut. Seit einiger Zeit bin ich ja sehr im Science-Fiction-Genre zu Hause, weshalb mich der Titel auf dem Bloggerportal einfach angelacht hat. Ich muss also Vorweg erst einmal zugeben, dass ich irgendwie schon gewisse Erwartungen an das Buch hatte, was es ihm im Endeffekt wahrscheinlich schwerer gemacht hat. Denn leider konnte es mich trotz des rasanten Einstiegs nicht wirklich überzeugen.

    Die Idee an sich ist aber erst einmal unglaublich interessant und man kann definitiv viel daraus machen. Dem Autor ist es auch durchaus gelungen einiges herauszuholen, aber leider hat sich das eher auf den Beginn des Buches konzentriert. Während die Story um James den Zeitreisenden rasant und spannend losgeht, verliert sich das gegen Ende des Buches weitestgehend. Zwar bin ich ein wenig neugierig wie denn nun die Auflösung am Ende sein wird, aber ob mich das tatsächlich zum Weiterlesen animieren wird, weiß ich noch nicht.
    Das Konzept der Story ist nicht unbedingt neu, aber ich finde, dass ist kein Grund um ein Buch von vorneherein abzulehen. Wesley Chu beweist, vor allem zu Beginn, warum das eine gute Einstellung ist, um das ein oder andere unterhaltsame Buch zu finden. Zeitreisen mögen dem einen oder anderen inzwischen schon viel zu „Mainstream“ sein, aber ich muss sagen, die Idee reizt mich einfach unglaublich. In Zeitkurier wurde diese Idee mit einer dystopischen Zukunft verbunden, in der die Menschheit langsam aber sicher ausstirbt, da ihr die Ressourcen ausgehen. Grund dafür ist die Seuche, die sich auf der Erde breit gemacht und fast die komplette Vegetation dahingerafft hat. Überraschendeweise konzentriert man sich in der Zukunft nicht darauf den Schaden irgendwie zu heilen, sondern einfach nur so lange mit dem auszhalten, was sich irgendwie auftreiben lässt. Schuld daran sind die Konzerne, die über die Vormachtstellung kämpfen und versuchen die Oberhand zu behalten. Ob es einen tieferen Sinn dahinter gibt, dass keine Versuche unternommen werden um die Erde zu retten, habe ich allerdings nicht herausfinden können.
    Es kümmert sich also niemand um die arme, vor sich hin siechende, Erde, bis James auf einer seiner Zeitreisen ausversehen, so mehr oder weniger, einen Menschen aus der Vergangenheit mit in die Zukunft nimmt. Elise ist Wissenschaftlerin und hat auf einer Forschungsplattform gearbeitet, als man die Seuche damals entdeckt hatte. Ihrer Meinung nach waren sie kurz vor dem Durchbruch die Erde wieder zu heilen. Plötzlich in der Zukunft abgesetzt, in der die Regel so ganz anders sind, als in ihrer friedlichen Zeit, ruht die Hoffnung auf Elises Schultern die Erde wieder hin zu bekommen. Zur Verfügung steht ihr allerdings so gut wie gar nichts.
    Und genau ab diesem Punkt verliert die Handlung leider an Spannung. Gerade dann, wenn ich erwartet hätte, dass noch einmal richtig Spannung hereinkommt, drückt der Autor auf die Bremse.

    Die Charaktere, die zu Beginn der Story wirklich interessant vorgestellt und vielseitig gestaltet worden sind, retten das ganze noch einmal ein bisschen. Traurigerweise mit der Ausnahme von Elise: Meiner Meinung nach wird sie zunehmend nervig, besonders da sie sich so überhaupt um gar nichts Gedanken macht, außer um die Sachen die sie braucht um Helding zu spielen. Nicht nur macht sie sich überhaupt keine Gedanken darüber wie Zeitreisen funktioniert und wieso James nicht sonderlich oft springen möchte, oder sollte, sie bekommt auch überhaupt nicht mit wie schlecht es ihm geht. Dabei wird immer wieder angedeutet, dass sie sich zu ihm hingezogen fühlt. Wie kann einem da entgehen, wenn der Kerl aussieht wie aufgewärmte Leiche?
    James an sich ist dafür ein interessanter, und Gott sei Dank auch erträglicher, Charakter. Er gibt sich wirklich Mühe Elise die Schwierigkeiten und Gefahren der Zukunft zu erklären, schade nur dass sie ihm so gar keine Beachtung schenkt was das angeht.
    Besonders ansprechend macht ihn aber die Thematisierung von PTSD, die James durch seine Sprünge entwickelt. Immer wieder muss er Menschen sterben lassen, auch wenn er theoretisch weiß, dass sie schon lange Tod sind, und das zerrt immens an den Nerven. So ist es nicht verwunderlich, dass er mit einigem Ballast zu kämpfen hat, der glaubwürdig dargestellt und beschrieben wird.

    Zuletzt möchte ich noch ein zwei Worte zum Schreibstil loswerden. An sich schreibt der Autor flüssig und zusammenhängend, aber leider doch sehr umgangsprachlich. Immer wieder wird es ein wenig vulgärer, was ja doch nicht sein muss, dystopische Zukunft hin oder her. Ich persönlich finde es einfach nicht so ansprechend zu lesen.

    Auf jeden Fall ist die Message, die hinter dem Roman steht wichtig und auf jeden Fall aktuell: Wir leben auf dieser Erde, als hätten wir noch eine zweite im Keller. Wenn sich nichts ändernt, dann ist es gar nicht mal so unwahrscheinlich, dass wir bald in einer Welt leben, die Wesley Chus Roman entsprungen sein könnte.
    Aus diesem Grund auch passend zum Umweltschutz mein Zitat aus diesem Buch:

    Wir versuchen die Blutung zu stillen, indem wir Löcher stopfen und Pflaster darauf kleben. Ganz egal, was wir tun, es wird immer schlimmer. Jede Generation sieht nur das, was sie direkt vor der Nase hat, und denkt nicht an das Gesamtbild.

    Liebe Grüße

    Lee.

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    Buchraettins avatar
    Buchraettinvor 8 Monaten
    Spannend- actionreich- der Einstieg fiel mir etwas schwer

    Romane über Zeitreisen lese ich zu gern. Wie wird unsere Zukunft aussehen, wie werden wir leben, aber auch, einmal die Vergangenheit hautnah zu erleben, dabei zu sein, wenn Entdeckungen gemacht werden- das hat doch etwas.
    Die Zukunft der Menschheit in dieser Geschichte ist nicht sehr verlockend. Auch der Weg dahin, steinig, voller Kriege und die aktuelle Zukunft ist düster und nicht wirklich erstrebenswert wie es scheint. Das Sonnensystem wurde besiedelt. Die Menschheit kämpft allerdings ums Überleben. Mittels Zeitreisen holen spezielle Chrononauten aus der Vergangenheit Gegenstände, oft auch Energiequellen, die hier bei Katastrophen vernichten werden würden und somit verloren gehen.
    Es gibt hier eine Organisation, die diese Zeitreisen organisiert und überwacht. Eingriffe in die Vergangenheit, die Risse erzeugen im Zeitfluss, das muss unbedingt vermieden werden- mit allen Mitteln. Niemals darf ein Zeitreisender einen Menschen der Vergangenheit mit in die Zukunft nehmen oder in das Geschehen dort eingreifen. Doch was wäre wenn?
    Im Mittelpunkt steht hier James, ein Zeitreisender. Er übernimmt einen höchst gefährlichen Auftrag. Doch werden ihm bald Unstimmigkeiten deutlich, zu den Informationen, die ihm mitgegeben wurden. Bei seinen Aufträgen in der Vergangenheit sterben Menschen. Er reist zu Katastrophen, die Menschen stammen aus der Vergangenheit, dennoch meldet sich sein Gewissen, die Toten begegnen ihm in seinen Träumen. Und dann trifft er eine Entscheidung, die alles verändert.
    Der Stil des Buches ist anschaulich beschrieben, als Leser bin ich dabei, mitten drin und ich fand es auch fesselnd zu lesen. Ich muss sagen, zu Beginn brauchte ich einige Zeit um in der Geschichte anzukommen, aber spätestens als Elise auftaucht, hatte mich das Buch gefesselt.
    Die Zukunft, die der Autor hier entwirft ist duster. Die Linien des Zeitflusses zeigen einen Weg, eine Art Spirale, die in dieser Zukunft endet, die die Menschheit an den Rand ihrer Existenz bringt und auch die Erde fast vernichtet darstellt.
    Das ist schon ein sehr düsteres Bild. Die Organisation der Zeitreisen, die fand ich wurde schon sehr geheimnisvoll vorgestellt. Es gibt immer wieder Andeutungen, Details, die mich als Leser neugierig machen auf den Rest der Geschichte. Das liest sich manchmal wie eine Art Krimi.
    In den Kapiteln des Buches steht eine Figur im Mittelpunkt, wie auch der Vorsitzende von James, das fand ich auch gelungen, da es ein wenig dem Leser auch eine Art Rund um Blick auf das Geschehen gibt.
    Was mich ein wenig störte, war der Stil ist manchmal ich nenne es mal ein wenig schwerfällig zu lesen, aber dann kamen wieder Szenen, die fand ich sehr fesselnd. Das war ein wenig ein Auf und Ab beim Lesen, aber insgesamt hat es mir dennoch gut gefallen.
    Spannend zu lesen, fesselnd, anschaulich- manchmal ein wenig krimiartig, actionreich, Zeitreisen in einer dusteren Zukunft der Menschheit. Fesselnde spannende SF Zeitreise Unterhaltung, aber manchmal ein wenig schwerfälliger Stil. Es war ein wenig Auf und Ab beim Lesen.
    3,5 Sterne

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    Solara300s avatar
    Solara300vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Zeitreise Roman mit Empfehlung! Ein Chronist, die Zeitreiseregeln und ein Verstoß der alles ändern könnte.
    Wenn ein Schritt alles verändern könnte ...

    Kurzbeschreibung

    Der Chronist James hat das Reisen und seinen Job allmählich satt.
    Sei es die Aufträge die ihn an seine Grenzen bringen, oder die Frage für was es sich lohnt weiter die Ressourcen in die Gegenwart zu bringen, wenn sich nichts ändert an der Lage im Moment.

    Bei seinem letzten Auftrag allerdings begeht James denn wohl größten Fehler eines Chronisten, den er kennt die Zeit gesetze und weiß das er niemanden retten darf auch wenn es schwer fällt, und genau gegen dieses Gesetz verstößt er als er jemanden rettet.

    Eine Zeit auf er Flucht scheint unausweichlich ...


    Cover

    Das Cover passt zum Inhalt und man sieht einen Mann der rennend unterwegs ist wie es aussieht.
    Für mich mit dem Dunklen Raum außen interessant gestaltet, da es sich hier um mehr als nur das ersichtliche handeln könnte.



    Schreibstil

    Der Autor  Wesley Chu hat hier eine interessante und stimmige Zeitreise Geschichte verfasst, die mit interessanten Protagonisten Lust macht mehr zu erfahren, was als nächstes passiert.
    Leider war ich aber nicht so drin wie ich es mir gewünscht habe beim Lesen, da die Spannung nicht so bildhaft war wie gewünscht.
    Das allerdings hat nur etwas mit meinem Empfinden beim Lesen zu tun und nicht mit der Geschichte selbst.
    Deshalb hier nur drei Sterne.


    Meinung

    Wenn ein Schritt alles verändern könnte ...

    Dann sind wir bei dem Chronisten James- Griffin- Mars,  der wie alle anderen Chronisten Aufträge erhält in der Zeit zu reisen und sich Ressourcen zu beschaffen.

    Bei seinem gerade erst vollendeten Auftrag traf James zum Beispiel auf die Oberin Grace Priestly, die die Zeitfirma mitbegründet hat und im Jahr 2212 sterben wird.
    Den auf dem Raumschiff, wo sie sich gerade befindet, steht eine Druckwelle bevor, die nichts und niemanden übrig lassen wird.
    James weiß das und doch ist er traurig einen Verstand wie von Grace verloren in der Vergangenheit zu lassen.

    Wegen dieser Einsätze, in der er über manches Leben entscheiden muss, trinkt er und lässt sich manches Mal von Schuldgefühlen überrennen.
    Allerdings hat er eigentlich Gefühle, oder wie hätte er sonst die Ausbildung die Fünf Jahre dauert zum Chronisten überleben sollen.
    Chronisten sind im Jahre 2511 gefürchtet und gehasst und ein notwendiges Übel und keine Erretter, wie manche vielleicht denken.
    James weiß das und nimmt weiterhin Aufträge an, auch wenn die Zahl aus seinem Lehrgang schwindet, da es einen sehr hohe Sterberatte gibt.

    Bei einem seiner Aufträge oder sagen wir mal so, bei seinem letzten, trifft James eine Entscheidung die alles verändert und eingreift in das Zeit Gefüge, den er nimmt jemanden mit.


    Und genau hier wird es etwas spannender, denn vorher lernt man erst einmal James kennen und seine Neigung sich seinem selbstzerstörerischen Sein nach abgeschlossenen Aufträgen zu widmen. Denn die Aufträge setzen ihm immer mehr zu und Alpträume plagen ihn.
    Man lernt nicht nur James Gefühlswelt kennen, sondern auch wie es so aussieht in der Gegenwart im Jahr 2511 und was die Verbliebenen  Bewohner auf den restlichen Planeten so machen.
    Dabei lernt man auch Smitt kennen, der der Lotse von James ist und die Aufträge an Land zieht.

    Sehr Interessant gestaltet.


    Fazit

    Ein Zeitreise Roman mit Empfehlung!
    Ein Chronist, die Zeitreiseregeln und ein Verstoß der alles ändern könnte.

    3 von 5 Sternen

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    ralluss avatar
    rallusvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Gegen Ende zunehmendes Zeitchaos und absinken in Trivialliteratur
    Zeitchaos

    Zeit! Zuallererst ist Zeit eine physikalische Größenart. Wie wir sie wahrnehmen, ist sie philosophisch das Fortschreiten der Gegenwart von der Vergangenheit kommend und in die Zukunft hinführend. Doch zuallererst bildet die Zeit mit dem Raum eine vierdimensionale Raumzeit. (Quelle: Wikipedia) Zeit war schon immer eine sehr subjektive Empfindung. Wartet man, schleicht sie dahin, erlebt man etwas sehr schönes, rennt sie einem davon. Auch ist das Alter eine wichtige Größe, in der Jugend fühlt man sich unsterblich, mit einem unendlichen Zeitkonto ausgestattet, im Alter zerrinnt die verbleibende Zeit zwischen den Fingern.

    Schon früh hat die Zeit Schriftsteller fasziniert und animiert. Zeitreiseromane wie ‚Die Zeitmaschine‚ von H.G. Wells, ‚I.N.R.I oder die Reise mit der Zeitmaschine‘ von Michael Moorcock oder die sehr kreative Art eines Philip K.Dick, mit diesem Medium umzugehen, haben mich als Kind immer fasziniert. Dies sind nur einige Beispiele, im deutschsprachigen Raum hat sich gerade Wolfgang Jeschke als Verleger oder auch mit dem Zeitreisebuch: ‚Das Cusanus-Spiel‘ hervorgetan. Mein Lieblingsbuch in dem Genre ist allerdings der wunderbare Liebesroman mit Zeitreise: ‚Ein Tropfen Zeit‘ von Daphne du Maurier.

    Natürlich habe ich bei Zeitkurier von Wesley Chu sofort zugegriffen, zumal es sich um den Anfang einer Serie handeln soll. Einen weiteren Grund zuzugreifen war das Titelbild, was mich an die alte Serie Timetunnel erinnerte. Der Wunsch des Menschen in der Zeit zu reisen und sie auch zu verändern ist sehr stark vertreten, doch wäre das immer gut?

    Die Erde ist in naher Zukunft grau und öde. Alle Ressourcen sind ausgeschöpft, die Menschheit lebt hauptsächlich auf den umliegenden Planeten im Sonnensystem.

    „Elise betrachtete die mit Moos und Dreck bedeckten Wände und strich mit den Fingern über den schmierigen Boden. Alles war feucht, sogar die Luft. Diese Welt war ausgelaugt und müde, als zerschmölze nach und nach der ganze Planet. Verfall, wohin der Blick auch fiel. Selbst die Steine vor ihren Füßen schienen zu trauern.“

    Ressourcen werden auch aus der Vergangenheit geholt. Dabei ist aber zu beachten, dass das Raumzeitgefüge nicht gestört wird, das heißt, dass frühere Ereignisse nicht geändert werden dürfen, so dass sie das Heute verändern. Die Chronauten erledigen diese teils recht schwierige und psychisch anstrengende Aufgabe. Die ChronoCom ist die Institution, die das Raum-Zeitgefüge überwacht und auf die Einhaltung der Zeitgebote achtet. James Griffin-Mars (ein selten dämlicher Name für den Hauptprotagonisten) ist ein Chronaut der ersten Stufe und erledigt die wirklich kniffligen Aufgaben. Durch seine sehr burschikose Art macht er sich nicht gerade beliebt, er ist dafür bekannt immer sehr direkt zu sein. Bei einem wirklich sehr kniffligen Auftrag, lässt er sich hinreissen, einen Menschen aus der Vergangenheit mit in die Gegenwart zu nehmen. Damit hat er das erste Zeitgebot gebrochen. Von nun an wird er als Geächteter gejagt.

    Zeitkurier beginnt sehr schwungvoll und beschreibt die qualvolen psychischen Probleme der Zeitreisen sehr schön. Die Gedanken, die James bei seinen Reisen in die Vergangenheit hat, dass diese Menschen die er trifft, schon lange tot sind und er ihnen nicht helfen kann. Diese Hilflosigkeit dem Zeitstrom gegenüber, verschafft ihm Albträume und zieht ihn tagtäglich runter. Auch die Beschreibung der Vergangenheit und der Bezug zur Gegenwart wie sie sich entwickelte, fesselte mich an das Buch. Nachdem James eine Frau in die Gegenwart gebracht hat, geschieht etwa in der Hälfte des Buches ein regelrechter Bruch.

    Ab da häufen sich die unlogischen Situationen. Der Schreibstil, schon vorher recht einfach gehalten, wird zusehens grob und wirkt dahingeschludert. Auch gehen Wesley Chu die kreativen Ideen aus. James Griffin-Mars verausgabt sich in wilden sinnlosen Zeitsprüngen, die keinen rechten Bezug zur Handlung mehr haben. Am Ende war ich froh, dass das Buch ein Ende hatte, viel weiter hätte ich auch das Zeitchaos nicht mehr verfolgen wollen. Eine recht gute Idee, leider schlurig zum Ende hin ausgeführt. Für mich enden hier die Zeitreise-Tätigkeiten des Zeitkuriers.

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    Narrs avatar
    Narrvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Endlich durch! Zeitkurier hat so viel Potential und die Idee fand ich so spannend - aber die Umsetzung hat alles ruiniert. Sehr schade!
    Der Griff ins metaphorische Klo

    Ein paar Worte vorweg: Ich habe diese Rezension lange vor mir her geschoben, da mein Frust sich noch nicht wirklich gelegt hatte und ich nicht anfangen wollte, während ich noch sauer war. Ich vermute allerdings stark, dass während des Schreibens alles wieder zurück kommt, was ich erfolgreich verdrängt hatte … Ihr dürft euch also auf einen Rant einstellen. Aber ich mag die deutsche Version für „Rant“ lieber, daher stellt euch auf eine Tirade ein, und zwar eine LANGE Schimpftirade.Wer diesen Blog schon eine Weile verfolgt, wird festgestellt haben, dass nur wenige Science Fiction-Werke ihren Weg zu mir finden. Zeitkurier ist eines der Bücher, deren Klappentexte mich neugierig machen und deren Cover mich begeistern konnten, weshalb ich wirklich gespannt war und mich sehr darauf gefreut habe. Leider sind Cover und Klappentext auch schon fast alles, was ich diesem Buch abgewinnen konnte.
    Das Konzept der Zeitreisen begegnet uns in der Literatur nicht zum ersten Mal. Tatsächlich finde ich es unglaublich spannend, wie verschieden die Ansätze hierzu sind, wie unterschiedlich die Autoren denken und sich diese Technik vorstellen. Man kann Wesley Chus futuristische Science Fiction zum Beispiel überhaupt nicht mit Diana Gabaldons Outlander-Saga vergleichen. Es liegen Welten dazwischen! (Pun intended.) Deshalb neige ich dazu, bei Zeitreisen zuzuschlagen, wenn sie mir in Büchern begegnen. Einfach, um neue Versionen kennen zu lernen und meinen Horizont zu erweitern. Mir ist nur selten ein und dieselbe Idee bei zwei verschiedenen Autoren begegnet.Auch der Zeitkurier hat wieder eine (für mich) neue Art des Zeitreisens gefunden. Genau genommen basiert die gesamte Gesellschaft dieser Welt auf dem Zeitreisen, aber nur wenige Privilegierte sind in der Lage dazu. Dieses Konzept ist durchaus interessant, das muss ich Wesley Chu lassen. Der Haken an der Sache ist aber der, dass im Grunde alles, was mit der Zeitreisetechnik – und eigentlich mit JEDER Technik – zu tun hat, extrem verwirrend ist und nie wirklich erklärt wird. Und, dass eben alles auf dieser Technik aufbaut. Was dazu führt, dass die Wissenschaft, die Technik, die Gesellschaft, jede Entscheidung, die von wichtigen Charakteren im Zusammenhang mit den Zeitreisen – die ja im Fokus der Geschichte liegen – getroffen wird und auch jedes größere Problem (wie die Verschmutzung der Ozeane und der Rohstoffmangel) extrem verwirrend ist. Die Zusammenhänge sind oft unklar und wie verschiedene Dinge funktionieren ist ein großes Rätsel – denn der Protagonist weiß es teilweise selbst nicht (und es interessiert ihn auch nicht – aber dazu später mehr) und kann dementsprechend nicht viel erklären. Ich als Leserin möchte aber schon ganz gern wissen, wie Situation A mit Technik B zusammenhängt und warum Person X die Entscheidung Y zum Zeitpunkt Z trifft und nicht zum Zeitpunkt L – oder gar die Entscheidung M. Manche Szenen habe ich mit dem Gedanken „ich muss etwas übersehen haben, dass kann doch so nicht hier stehen“ doppelt und dreifach gelesen – geholfen hat es nicht, denn es wurde schlicht nicht genauer erklärt, was da gerade passierte.
    Ich habe mich dann damit abgefunden, vieles nicht zu verstehen. Vielleicht war das ja auch die Absicht des Autors: so viel futuristische Technik einbauen, dass der Leser genau so wenig davon versteht, wie die Menschen im Buch, die sie verwenden. Nach dem Motto „so kann man sich viel besser in die Geschichte hineinversetzen!“ Tja. Das hat mein Leseerlebnis aber auch nicht besser gemacht. Zusätzlich zu all der Verwirrung kommt der schleppende Schreibstil. Hier kann ich allerdings nicht mit hundertprozentiger Sicherheit sagen, dass es am Autor liegt, denn es kann genau so gut eine schlechte Übersetzung sein. Trotzdem war die gesamte Story sehr, sehr, seeeeeeeeehr langatmig. Um es konkret zu sagen: Die gesamte erste Hälfte und noch einige Kapitel darüber hinaus hatte die Geschichte kein klares Ziel. Die Rettung von Elise, der Frau, die im Klappentext erwähnt wird, findet auch erst auf Seite 138 statt! Bis dahin passiert einfach gar nichts, das irgendwie wichtig für die Entwicklungen danach wäre und, wie ich ja schon sagte, die Technik wird vorher auch nicht erklärt. Für mich haben diese ersten knapp 140 Seiten also absolut keinen Sinn. Warum macht man das? Ich war zu dem Zeitpunkt schon so gelangweilt, dass ich mich überwinden musste, das Buch wieder in die Hand zu nehmen. Da habe ich schon seit etwa einem Monat mit dem Zeitkurier gekämpft. Ein Monat für 140 Seiten!
    Aber das ist noch nicht alles, was mich störte. Denn auch nach diesem kleinen Wendepunkt, der im Klappentext gespoilert wird (ups, kann ja mal passieren, das fällt den Lesern bestimmt nicht auf), der aber in der Geschichte selbst groß aufgebauscht wird und scheinbar so richtig überraschend kommen sollte, passiert nicht viel. Kurz ist es tatsächlich mal spannend, aber dann folgen wieder kapitelweise Lückenfüller, bis wieder eine kurze spannende Szene kommt, nur um wieder mit zig Seiten voller Nichts fortgesetzt zu werden. Es war echt zum Haare raufen. (Ich hätte nicht gedacht, dass ich diese Redewendung wirklich mal verwenden würde, aber sie passt hier wie nichts anderes. Und ich habe mir teilweise wirklich vor die Stirn geschlagen – das ist doch nah genug an den Haaren dran, oder?)
    Was der Zeitkurier neben den ab und an recht spannenden Szenen und dem interessanten Zeitreisekonzept sehr gut hinbekommen hat, ist das dystopische Setting. Die beschriebene Gegenwart ist geprägt von Kolonisation auf anderen Planeten, weil die Erde selbst keinen Lebensraum mehr bietet: Wasser, Luft, Erde – einfach alles ist verschmutzt und von Krankheiten befallen. Es gibt noch Siedlungen, zum Beispiel in Chicago, doch das Leben dort ist alles andere als schön. Grundsätzlich ist alles dreckig grau, braun und irgendwie farblos, die allgegenwärtige Technik funktioniert nur mit bestimmten Rohstoffen – die aber nur in der Vergangenheit produziert werden können, weshalb die Zeitkuriere eine so große Rolle spielen, da sie durch Reisen in die Vergangenheit eben diese Rohstoffe besorgen. Die omnipräsente Stimmung in der Gegenwart ist Hoffnungslosigkeit, und die bringt Wesley Chu sehr gut rüber.Übrigens, die im Klappentext erwähnten Antworten, die die Zeitkuriere in der Vergangenheit suchen, kommen in der Geschichte nicht wirklich vor. Stattdessen sind die Zeitkuriere so etwas wie Grabräuber: Mal von der staatlichen Zeitreisefirma (deren Namen ich direkt wieder vergessen habe), mal von privaten Firmen (die die Zeireisefirma gut im Griff haben) finanziert werden sie in die Vergangenheit geschickt, um bestimmte Rohstoffe, Maschinen und andere Dinge zu holen. Zum Beispiel auch das Bernsteinzimmer (das war eins der Kapitel, die mir gefielen – es erklärt das Verschwinden dieses Kunstwerks auf eine ganz neue Weise).
    Kommen wir zu den Charakteren. Hier zeigt sich ein Schema, das mir leider viel zu oft begegnet: Die Protagonisten finde ich ganz furchtbar, während relativ unwichtige Nebenfiguren wesentlich sympathischer sind und einfach mehr Sinn ergeben, sodass ich mich ärgere, dass diese so wenig „Screentime“ bekommen. Da gibt es einmal Smitt. Er organisiert die Zeitreisen des Protagonisten James und ist durch eine Art Intercom seine Verbindung zur Gegenwart. Er ist extrem wichtig für das Gelingen eines Zeitsprungs, da er das Timing etc. kontrolliert. Smitt ist schlagfertig, meistens gut drauf und steht seinem Kumpel James immer zur Seite. Auf seine Auftritte habe ich mich immer gefreut. Grace ist mir auch positiv in Erinnerung geblieben. Sie hat in der Vergangenheit die Regeln der Zeitsprünge aufgezeichnet und ist dadurch in die Geschichte eingegangen. Sie ist extrem intelligent, lässt das aber auch ständig heraushängen und hält sich für etwas besseres als alle anderen (zugegeben, das ist sie auch) und macht sich dadurch nicht unbedingt beliebt. Trotzdem mag ich sie noch mehr als die beiden Protagonisten. Denn Elise ist zwar sehr sympathisch mit ihrem Vorhaben, die Welt doch noch zu retten, obwohl ihr Versuch in der Vergangenheit gescheitert ist und es für sie allein eigentlich unmöglich ist, die über das Wasser der gesamten Erde verbreitete Seuche zu heilen, und der Tatsache, dass sie James eins auf den Deckel gibt, wenn er sich unmöglich verhält – aber davon abgesehen hat sie keinerlei Ecken und Kanten. Sie ist ohne ihre Vergangenheit als Wissenschaftlerin eine vollkommen farblose Figur. Keine Macken, keine komischen Angewohnheiten, keine großen Probleme, sich der vollkommen neuen Welt, in die sie plötzlich katapultiert wurde, anzupassen.Und James ist eine Kategorie für sich. So ein merkwürdiger Protagonist ist mir lange nicht mehr untergekommen. Er geht mir total auf den Geist. Sein Charakter ist irgendwie unfertig, er strebt höhere Ziele an, ist gleichzeitig aber nur am Herumnölen und hängt durch, er zweifelt an der Chefetage, folgt aber bereitwillig (und ohne Hintergedanken) den Aufträgen der Zeitreisefirma, er ist extrem selbstsüchtig und egoistisch, mag seine Mitmenschen aber doch auch irgendwie, er ist herrisch und gleichzeitig auch irgendwie weich, besonders im Umgang mit Elise. Mir scheint, als ob Wesley Chu den Charakter nie fertig entworfen hat und jede Szene so schrieb, wie es gerade in den Plan passte (der mir auch nachträglich noch nicht wirklich klar ist). James Äußeres wird blass und unscheinbar, schon fast unansehnlich beschrieben – er hat eben selten die Sonne gesehen (nur auf der Erde, und die ist ja vollkommen vom Smog bedeckt, also kommt nicht viel Licht dort an) und hielt sich mehr in Raumschiffen als irgendwo sonst auf. Ich finde, sein Äußeres passt sehr gut zu seinem Charakter: farblos, ohne besondere Merkmale und sehr komisch anzusehen, wenn man normale Menschen gewohnt ist.
    Ihr merkt schon, begeistert hat mich der Zeitkurier nicht. All diese Dinge sind aber noch halbwegs erträglich. (Nein, eigentlich nicht. Ich würde dem Buch aber wegen der paar guten Szenen, der grundsätzlich interessanten Idee und dem wirklich hübschen Cover noch einen Stern geben.) Was das Fass zum Überlaufen bringt, ist das Ende.In diesem Buch gibt es nicht nur verschiedene Erzählperspektiven (deren Zweck ich auch jetzt noch nicht begreife – denn eine Perspektive ist nicht von Elise, sondern des Chefs der Zeitreisefirma – what?!), sondern auch viele lose Fäden der Handlung. An den unterschiedlichsten Stellen werden neue Gedankengänge begonnen, die nie beendet werden; Handlungsstränge, die irgendwo beginnen, aber nie zu irgendeinem Ziel führen. Ich würde es gern konkreter sagen, aber das wäre ein extremer Spoiler. Und obwohl ich wirklich niemandem empfehlen möchte, dieses Buch zu lesen, mag ich euch den Frust am Ende dann doch nicht vorwegnehmen. Die Geschichte wird scheinbar als Trilogie fortgesetzt (was ich beim Lesen nicht wusste, da das auf der Verlagshomepage nirgendwo steht und auch im Buch nicht deutlich wird, weshalb ich noch mal extra frustriert war), ich kann also schon irgendwie verstehen, dass nicht alle Fragen beantwortet werden und kaum ein Handlungsstrang seinen Endpunkt findet. Aber trotzdem stellt mich das Ende nicht zufrieden, denn auch einen richtigen Cliffhanger oder ein offenes Ende gibt es nicht. Stattdessen ist das Ende genauso unfertig wie James Charakter und die gesamte Geschichte. Unfertig und nicht zufriedenstellend. 
    So ein schlechtes Buch wie den Zeitkurier habe ich seit Ewigkeiten nicht gelesen – ehrlich gesagt kann ich mich an kein einziges Buch erinnern, das mir so sehr NICHT gefallen hat.
    FazitEs kann natürlich sein, dass ich schlicht zu doof für dieses Buch und seine möglicherweise hochtrabenden Ziele und philosophischen Ansichten über eine mögliche dystopische Zukunft bin. Für wahrscheinlicher halte ich es allerdings, dass Zeitkurier einfach nicht besonders gut geschrieben und die Idee dahinter auch nicht wirklich ausgegoren ist. Aus meiner Perspektive ist dieses Buch auf jeden Fall ein Griff ins metaphorische Klo.

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    KimSlrs avatar
    KimSlrvor 10 Monaten
    [Ravenclaw.Threadsister] Zeitkurier - Wesley Chu

    Diese Rezension und viele weitere findet ihr auch auf meinem Blog  Ravenclaw Threadsister

    Ich finde Sience Fiction zwar sehr interessant, habe bis jetzt aber noch nicht so viel aus diesem Genre gelesen, daher kann ich nicht genau sagen, ob das Buch tatsächlich so besonders ist wie es mir vorkam, aber ich habe noch nichts gelesen was dem Ähnlich ist. Ich habe mir das Buch beim Bloggerprogramm ausgesucht und habe mich sehr gefreut als ich es erhalten habe, konnte mir aber unter der Geschichte nicht viel Vorstellen. Dafür war ich umso positiver überrascht als ich mit dem Lesen begann.

    Die Prämisse der Geschichte ist ähnlich der vieler anderer Si-Fi Geschichten, ob im TV oder in Büchern, wir Menschen haben die Erde so weit zerstört, dass sie kaum noch bewohnbar ist und die breite Masse ist auf andere Planeten umgesiedelt. Obwohl die meisten Planeten und die neuen Lebensgewohnheiten nicht sehr genau beschrieben sind hatte ich kein Problem damit mich in die Geschichte einzufinden und mit den Charakteren mit zu fiebern.
    Was das ganze so interessant gemacht hat war die Handlung und der Beruf des Hauptcharakters.
    Geschichten über Zeitreisen gibt es natürlich genug, aber die Art und Weise wie Zeitreisen hier benutzt wird ist wirklich einzigartig meiner Meinung nach.

    Die Handlung ist gut nachzuvollziehen und es gefällt mir sehr gut, wie sich nach einiger Zeit herauskristallisiert, dass im Hintergrund eventuell noch eine Verschwörung ihre Kreise zieht.
    Die Idee, dass große Konzerne heimlich die Macht über Regierungen besitzen ist nichts Neues, ist hier aber sehr glaubwürdig dargestellt und macht die ganze Geschichte noch interessanter.

    Auch die Charaktere gefallen mir gut, auch wenn es etwas gedauert hat, bis ich mich mit unserer männlichen Hauptperson anfreunden konnte.

    Die Schreibweise hat mir gut gefallen und ich habe es sehr genossen das Buch zu lesen. Die Spannung wurde sehr gut aufgebaut und es sind genug Fragen offen geblieben um mich sehr neugierig auf den nächsten Teil zu machen. 

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    ForeverAngels avatar
    ForeverAngelvor einem Jahr
    Könnte spannender sein

    Der Zeitkurier hat mich, nachdem mir die Serie Twelve Monkeys so gut gefallen haben, inhaltlich stark angesprochen. Aber vielleicht war es ein Fehler, dass ich unbewusst so etwas Geniales wie Twelve Monkeys erwartet habe, denn Der Zeitkurier kann diesen Erwartungen leider nicht standhalten.


    Der Schreibstil ist durchschnittlich und mir persönlich vielleicht sogar etwas zu flach, zu klischeebehaftet. Die Formulierungen wirken auf mich, als hätte ich sie schon tausendmal gelesen und so richtig wollte das Kopfkino, auf das ich gewartet habe, nicht einsetzen. Dazu kommt, dass sich die Geschichte extrem in die Länge zieht und diese zähen Passagen finden sich leider schon zu Beginn des Buches. Es  dauert sehr lange, bis die Geschichte etwas an Fahrt aufnimmt und es gibt viele Wiederholungen der immer gleichen Tätigkeit.


    Obwohl ich die Grundidee, das Setting und die Technik spannend fand, habe ich mich an vielen Stellen gelangweilt und angefangen, quer zu lesen. Ein bisschen gestört habe ich mich auch die diversen Lücken in der Logik. Wie die Zeitreisen im Detail funktionieren wird gar nicht erklärt, aber so stellt sich mir doch die Frage, wie die Menschen aus der Zukunft Ressourcen wie Bäume aus der Vergangenheit stehlen können. Hat das nicht enorme Auswirkungen auf die Vergangenheit, wenn all diese Ressourcen plötzlich fehlen? Aber gut.


    Die Figuren sind mir alle nicht besonders an Herz gewachsen, nicht einmal der Zeitkurier James. Vielleicht liegt das auch daran, dass ich die Liebesgeschichte, die um ihn und Elise gesponnen wurde, als ziemlich lieblos erzählt empfand. Die hätte man auch weglassen können, dann wäre die fehlende Leidenschaft nicht so furchtbar unbefriedigend. Aber vielleicht hebt Wesley Chu sich das für die Fortsetzung auf, denn Der Zeitkurier ist leider keine in sich abgeschlossene Geschichte.


    Ich bin durchaus neugierig, wie die Geschichte weitergeht, aber die Fortsetzung muss schon enorm an Tempo zulegen und sich entscheiden, ob sie eine Liebesgeschichte erzählen will oder nicht, damit ich sie als gut empfinde.


    (c) Books and Biscuit

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    Zsadistavor einem Jahr
    Rezension zu "Zeitkurier"

    Die Welt in weiter Zukunft. Die Menschheit hat sich gnadenlos über das Weltall ausgebreitet und alles ausgebeutet, was ging. Nun neigt sich die Ära und die Ressourcen der Menschen dem Ende zu.

    Sogenannte Zeitkuriere, die streng der ChronoCom unterstehen, sind mittlerweile dabei, die Vergangenheit auszubeuten. Sie springen überall hin, wo es noch Energie zu holen gibt und stehlen, was die Alte Welt noch hergibt.

    James Griffin-Mars ist auch so ein Zeitkurier. Er ist auch gnadenlos den Menschen der Vergangenheit gegenüber. Die Menschen, die er ausraubt und deren Schicksale lassen ihn völlig kalt. Schließlich sind die Menschen auch schon lange tot.

    Doch bei seinem letzten Sprung bricht er eines der Zeitgesetze. Und zwar das wichtigste, das erste Gesetz. Ab sofort sind alle Sicherheitsdienste, die ChronoCom und die Konzerne hinter ihm her.

    „Zeitkurier“ ist ein Science Fiction Roman aus der Feder des Autors Wesley Chu.

    In meiner gesamten Lesezeit hatte ich bisher nur ein Buch, das sich so gedreht hat. Die erste Hälfte ist absolut genial. Die Welt, die Hintergründe fand ich sehr gut durchdacht. Die Sprünge in die Vergangenheit waren auch sehr gut beschrieben. Ich habe das Buch richtig gefressen.

    Als James dann auf die Nutris Plattform zurück sprang, wurde es richtig spannend. Selbst als James mit der Wissenschaftlerin wieder zurück auf der Erde ist, habe ich noch mitgefiebert, wie die Sache denn ausgeht. Ich hatte bis dahin wirklich nichts auszusetzen. Selbst, dass James keine Ahnung hat, wie die Technik funktioniert, die er einsetzt, fand ich sehr realistisch. Ich weiß auch nicht genau, wie die Platinen in meinem Computer funktionieren und benutze ihn täglich.

    Doch dann trafen die beiden auf die Elfreth, in etwa der Hälfte des Buches. Ab dem Punkt änderte sich die Geschichte. Elise, die Wissenschaftlerin aus der Vergangenheit wurde eine unerträglich nervende und fordernde Person. So eine unzufriedene Person ist mir in meiner ganzen Lesezeit noch nicht unter die Augen gekommen. James mutiert derweil zu einem kleinen Trollo ohne gleichen. Nicht zu vergessen und wahrscheinlich ober wichtig, der Nazisoldat, den James in seinen Träumen immer wieder verfolgt. So unnötig …

    Ohne über irgendwelche Folgen nachzudenken stellt Elise Listen auf, die ihr James gefälligst sofort beschaffen soll. Und James, das Hündchen, winselt und läuft. Als dann später noch die Zeitchronistin dazu stößt ist es wirklich ganz vorbei.

    Gegenpart dazu sind dann die ChronoCom und ein Konzern, das Böse und das Ur-Böse. So Böse, dass es schon wieder lächerlich wirkt.

    Dabei sollte das Ganze doch auf das ganz große Kino hinzielen. Sollte doch die Wissenschaftlerin aus der Vergangenheit die Seuche heilen, die seit Jahrhunderten tobt und die sie in der Vergangenheit auf der Nutris Station schon nicht dämmen konnte.

    Würzen wir das Ganze dann noch mit einer Prise Liebesgeschichte, abgerundet mit tausend unbeantworteten Fragen und geben wir der Geschichte noch ein paar unzureichende Informationen, dann erhalten wir das Buch „Zeitkurier“.

    Leider war ich am Ende des Buches nicht schlauer. Ich war einfach nur genervt über die Wendung, die die Story machte und war froh, dass ich endlich auf der letzten Seite war und ich das Buch weg legen konnte.

    Ich frage mich nun, was wollte der Autor damit bezwecken? Reichte ihm die Zeit bis zum Abgabetermin nicht mehr um anständig weiter zu schreiben? Oder verlegte er seine Notizen auf denen er die erste Hälfte geschrieben hatte? Hatte er keine Lust mehr und ein Ghostwriter schrieb weiter? Ich kann nur sagen, die erste Hälfte passt nicht wirklich zur zweiten Hälfte des Buches.

    Als Schmankerl am Ende bleibt dann auch alles offen. Könnte die geneigte Leserschaft hier wohl auf einen zweiten Teil hoffen. Ich mit Sicherheit nicht, denn noch einmal so ein Werk muss ich mir nicht unbedingt antun. 

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    StMoonlights avatar
    StMoonlightvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Da wünscht man sich, der Autor würde in der Zeit zurück reisen und das Buch neu schreiben...
    Rettung naht (nicht)

    Vor 500 Jahren hat ein Virus die Erde vernichtet. Nach vielen Konflikten sind es nun die "Chronauten", deren Aufgabe darin besteht, Ressourcen zu beschaffen, die  das Überleben sichert. Dazu reisen sie in die Vergangenheit, stets zu einem Ort, der kurze Zeit später durch eine Katastrophe zerstört wird. James ist einer von ihnen. Doch bei einem seiner Aufträge verstößt er gegen das erste und wichtigste Zeitgesetzt: Er rettet eine Frau.

    Die Grundidee ist gut und auch die „Endzeitstimmung“ wird richtig toll vermittelt. Das war es dann leider auch schon. Wirkliche Tiefe hat der Roman leider nicht. Vielleicht liegt es an der fehlenden Informationen für den Leser (Wie funktioniert diese Technik? Welche Verbindung besteht?…) Ich hatte einfach immer das Gefühl, dass mir hier Wissen fehlt. Auf der anderen Seite gibt es Erklärungen, die mich dann mehr verwirrten, als alles andere. Am Ende war es dann nicht mehr „rund“, so als hätte der Autor hier von allem etwas einfließen lassen wollen, heraus kam aber nur ein bunter zusammenhangloser Romansalat.

    Die Charaktere sind leider ebenfalls allem andere als gut ausgearbeitet. Ihnen fehlt es an „Leben“ und anfänglich gibt es auch einfach zu viel Schwarz-Weiß-Malerei. Dem Leser wird der Protagonist schon so vorgefertigt serviert, dass sich bereits direkt erkennen lässt, ob es sich um einen „guten“ oder „bösen“ Charakter handelt. Sehr Klischeehaft.

    Zu dem ganze bereits erwähnten kommen noch etliche Wiederholungen. Im Prinzip könnte man vermutlich die Hälfte des Buches wegnehmen, und hätte noch immer die gleiche Geschichte. Mir ging das irgendwann so auf die Nerven, dass ich das Buch weglegte. Mehrfach. Hier kann ich – leider – wirklich sagen, dass ich mich bis zum Ende durchkämpfen musste.

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    DunklesSchafs avatar
    DunklesSchafvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Schöner Blick in die Zukunft, allerdings lag mir die Protagonistin nicht...
    Kampf um Ressourcen: Zeitkurier - Wesley Chu

    In ein paar Hundert Jahren ist die Erde fast unbewohnbar geworden und die Menschheit schon lange ins All übergesiedelt. Durch Kriege und Seuchen ist Wissen der Vergangenheit verloren gegangen, aber trotzdem haben sich einige Technologien erhalten und auch weiterentwickelt. Gut für die Menschheit, denn in dieser Zeit ist Energie in jeglicher Form Mangelware. Die Erde hat schon längst nichts mehr zu bieten und auch die anderen Planeten, Monde und sonstige Gestirne sind weitestgehend abgegrast. Wie gut, dass man mittels einer Technologie in die Vergangenheit reisen und Ressourcen beschaffen kann. Dies übernehmen die Chronauten, von der Chronocom ausgebildet und verwaltet, unternehmen sie Sprünge in die Vergangenheit und halten die Menschheit am Leben. Ressourcen werden immer nur kurz vor Katastrophen abgezogen, so dass kein Riss im Zeitgefüge entsteht und die aktuelle Welt verändert wird.

    Einer der Chronauten ist James Griffin-Mars. Er ist ein Stufe 1 Chronaut, der auch in schwierige Zeiten und Gegenden reisen darf, da er genügend Erfahrung gesammelt hat. Aus einer Laune heraus – und ja, es ist auch ein wenig Liebe dabei – bringt er von einer Zeitreise nicht nur die geforderten Ressourcen mit sondern auch die Biologin Elise. Das ist nicht nur strengstens verboten, sondern auch die Auftraggeber, der Konzern Valta, ist ganz und gar nicht darüber amüsiert, dass Elise nun in der Gegenwart ist. Die Jagd auf James und Elise hat begonnen.

    Wesley Chu zeichnet ein durchaus realistisches Bild von der Zukunft. Irgendwann werden wir vermutlich wirklich unsere Erde zugrunde gewirtschaftet haben. Ob nun in 100 oder 300 Jahren, das ist irrelevant, doch wir schöpfen ja jetzt schon die letzten Ressourcen um und gehen nicht gerade glimpflich mit den übrig gebliebenen um. Ob nun Zeitreisen möglich sein werden, sei dahin gestellt, doch die verwüstete Erde, die Chu darstellt, kann ich mir gut vorstellen. Das Meer von metertiefem Schlamm/Schaum bedeckt, die Städte verlassen, verfallen, nur einige wenige Menschen leben dort noch und mühen sich um die letzten verbliebenen Krumen, welche die Erde hergibt. Auch die Menschen auf den anderen Planeten haben es nicht allzu gut, einzig die paar riesigen Konzerne scheinen über ausreichend Ressourcen zu verfügen und bewachen diese mit Argusaugen. Auch die Chronocom bzw. die Chronauten verfügen über höhere Technologie – allerdings werden diese auch von den Konzernen ausgestattet.

    James ist ein wahrer Draufgänger. Als Chronaut muss er das sein, denn nicht alle schaffen die Ausbildung. Chronauten werden fast schon verehrt, aber auch lieber gemieden. Mit den Revisoren, welche die Zeitreisen überwachen kommt er aber eher weniger aus. Elise gefällt ihm auf Anhieb, als er auf der Nutris-Plattform landet, um dort drei Ressourcen für Valta zu stehlen, kurz bevor die Plattform vernichtet wird. Er freundet sich in der kurzen Zeit tatsächlich mit ihr an und nimmt sie kurzerhand mit in die Zukunft und rettet ihr Leben. Dort angekommen fühlt er sich permanent für Elise verantwortlich, lässt sich von ihr aber auch zu jeglicher Idee, welche sie hat, überreden.

    Elise. Ach, Elise. Sie lag mir nicht so richtig. Vielleicht, weil ich mir den Schock in die Zukunft transportiert zu werden doch nachhaltiger vorgestellt habe. Elise ist aber ein patentes Mädchen und findet sich nicht nur schnell damit ab, sondern versucht auch gleich alles zu ändern. Warum nicht gleich die Erde heilen? Ehrlich? Ich meine, kann es wirklich sein, dass James ausgerechnet genau die Biologin per Zufall mitgenommen hat, welche tatsächlich vielleicht das Wissen hat, die Erde zu heilen? Ach, ich weiß nicht. Und zusätzlich fand ich Elise einfach nicht sehr sympathisch. Sehr von sich eingenommen. Auf James hört sie schon gar nicht, obwohl sie sich ja gar nicht auskennt und permanent in Gefahr ist und einfach nur Glück hat, dass ihr nichts passiert.

    Das Ende ist zwar abgeschlossen, aber doch offen. Ich weiß, verwirrend. Nennen wir es mal so: die erste Schlacht ist gewonnen, aber der Krieg ist noch im Gange. Ich gebe zu, das ist immer nicht mein Ende. Es setzt voraus, dass ich den nächsten Teil haben möchte, weil ich ja wissen will, wie es ausgeht. Allerdings dauert das ja meist, so dass ich bis dahin oft gar nicht mehr daran interessiert bin. Der Fluch der Serie sozusagen. Neben der nervigen Elise und dem leider nur halb abgeschlossenen Ende ist es dem Autor aber trotzdem gelungen mich über weite Strecken zu fesseln. Hauptsächlich mit der zukünftigen Welt, die vermutlich noch viel mehr zu bieten hat, als man darüber lesen konnte, aber auch weil er ein Thema aufgreift, welches durchaus auch aktuell ist: die Macht der Konzerne.

    In Chus Zukunft gibt es nur noch ein paar, aber sehr mächtige Konzerne. So richtig tief lässt er dort noch nicht blicken, doch die Konzerne sind nicht nur besser ausgestattet als alle anderen Menschen oder Organisationen, sondern sie haben auch die Macht über die Chronocom – natürlich nur inoffiziell. Und damit lässt er bei mir die Frage entstehen: wie groß ist die Macht der Konzerne denn heute schon? Bestechung und Korruption, Abhängigkeit und Gedankenlosigkeit machen Organisationen und Kontrollstellen schwach und nutzlos – ein gefundenes Fressen für die Konzerne.

    Fazit:
    Ein spannender Blick in die Zukunft der Erde, der Fragen aufwirft, die man sich durchaus auch in unserer heutigen Gegenwart stellen kann. Trotzdem lag mir Elise einfach nicht und auch das offene Ende ist nicht mein Fall.

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