Alle einhundert Jahre findet in der Thai-Stadt Chiang Mai ein Konklave der ältesten asiatischen Vampire statt. Als Miriam Blaylock, mit ihren 3000 Jahren eine der Ältesten, am Versammlungsort eintrifft, findet sie die Gruppe niedergemetzelt vor. Sie ist sofort in höchster Alarmbereitschaft, denn das "Buch der Namen", welches die gesamte Geschichte der Vampire samt der Namen und Aufenthaltsorte beinhaltet, ist verschwunden. Das Buch ist zwar codiert, aber Miriam's Nachforschungen deuten darauf hin, dass die Verschlüsselungen geknackt und weitere Vampirschlupflöcher vernichtet wurden. Schon bald hetzt der CIA-Offizier Paul Ward mit seinem Team hinter ihr her. Sie haben das Verzeichnis decodiert und erfahren, dass Miriam als letzte Vampirin durch Empfängnis ein weiteres reines Vampirwesen zu reproduzieren in der Lage ist... und daher vorrangig vernichtet werden muss. Als es in New York zur persönlichen Konfrontation kommt, wendet sich das Blatt plötzlich, denn Miriam's Instinkte reagieren auf Ward's Präsenz, dessen Vater vor Jahren von Vampiren getötet worden war...
Whitley Strieber (* 1945) erlangte 1978 mit dem Horror-Roman "The Wolfen" Bekanntheit und konnte diese 1981 mit "The Hunger" weiter ausbauen. Beide Romane wurden verfilmt: Ersterer mit Albert Finney und Zweiterer mit Catherine Deneuve, die die Rolle der Miriam Blaylock verkörperte. Dieser hier vorliegende Roman ist die Fortsetzung von "The Hunger" - 2001 erschienen und der Mittelteil einer Trilogie. Strieber offeriert eine faszinierende Lebens- und Liebesgeschichte dieser uralten Vampirin, die ihre verfallenden Liebhaber in Särgen auf dem Dachboden dahinsiechen lässt und jetzt mit der Gerontologin Sarah Roberts aus dem ersten Roman zusammenlebt. Die Geschichte ist prall gefüllt mit den Figuren Tiefe gebenden Informationen und Hintergründen und bietet sehr flotte actionbetonte Spannung, bei der sich die Rollen auch zu tauschen beginnen. Die entscheidende Szene, die Paul Ward und sein Team auf die Spur Miriam's bringen, erscheint in meinen Augen als dürftiger Auftakt zur Jagd. Einer jahrtausendealten Jägerin darf ein solcher Fauxpas einfach nicht passieren... doch sonst erhält der Autor bis zum letzten Viertel des Romans die straffe Dramatik. Dort verliert er sich etwas in seinen erotischen Fetischfantasien. Im Finale jedoch fokussiert sich Strieber wieder auf Miriam Blaylock und Paul Ward und bietet einen Twist, der gespannt zum 2003 erschienenen (und nicht in deutsch übersetzten) abschließenden Roman "Lilith's Dream" greifen lässt.











