Wibke Bruhns Nachrichtenzeit

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Inhaltsangabe zu „Nachrichtenzeit“ von Wibke Bruhns

Wibke Bruhns ist eine der bedeutendsten deutschen Journalistinnen. 1938 in Halberstadt geboren, machte sie schon früh Karriere beim Fernsehen und wurde 1971 beim ZDF die erste Nachrichtensprecherin der Bundesrepublik – damals eine Sensation und ein ungeheuerlicher Skandal. Doch ihre Leidenschaft war die politische Berichterstattung. Was auch immer passierte: Wibke Bruhns war mittendrin und ganz nahe am Zeitgeschehen – und an den Persönlichkeiten, die die Geschichte prägten. Ob die Studentenproteste 1968, der Aufstieg und Fall Willy Brandts, die Guillaume-Affäre, der Skandal um die vermeintlichen Hitlertagebücher, die Auseinandersetzungen im Nahen Osten, die Gipfeltreffen zwischen Ronald Reagan und Michail Gorbatschow oder der Mauerfall – Wibke Bruhns’ Erinnerungen sind das Zeugnis eines ungewöhnlichen, illustren Lebens und ein bestechend frischer Blick auf die Geschichte unserer Zeit.

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  • Rezension zu "Nachrichtenzeit" von Wibke Bruhns

    Nachrichtenzeit

    bogi

    26. November 2012 um 00:16

    Wibke Bruhns, eine der besten Journalistinnen des Landes hat hier ihre Biographie, insbesondere aus beruflicher Sicht vorgelegt. Sie gewährt einen Einblick in Ihre wohl wichtigste Schaffensperiode während der sozial-liberalen Koalition. Sie stellt einige Mutmassungen hinsichtlich ihres Verhältnisses zu Willy Brandt klar. Sie beschreibt ihre Eindrücke auf diversen Nahost Reisen mit dem Zusammentreffen massgeblicher politischer Führer. Darüberhinaus gibt sie pointierte Eindrücke zu diversen politischen Ereignissen, wie zum Beispiel der Stern-Affäre um die gefälschten Hitler-Tagebücher. Über ihre persönliche Abstammung gibt sie nicht allzuviel Preis. Insgesamt ein Buch, das sich wunderbar liest. Es ist im Wibke Bruhns zueigenen leicht rotzigen Stil gehalten und wirkt auch dadurch extrem authentisch. Für politisch, gesellschaftlich und journalistisch Interessierte eine absolute Empfehlung, fast schon ein Muss.

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  • Rezension zu "Nachrichtenzeit" von Wibke Bruhns

    Nachrichtenzeit

    WinfriedStanzick

    09. May 2012 um 09:04

    Sie war die erste Nachrichtensprecherin des ZDF, damals 1971 eine Sensation, für Wibke Bruhns, die hier nach den Erinnerungen an ihren Vater Georg Klapproth („Meines Vaters Land“) ihre eigenen „unfertigen Erinnerungen“ vorlegt, schon bald ein eher langweiliger Job. Hatte sie schon zuvor eine hervorragende journalistische Fähigkeit entwickelt, kritische Fragen zu stellen, war sie nun auf das Ablesen vorgefertigter fremder Texte reduziert. So wunderte es nicht, dass sie schon drei Jahre später das ZDF verließ und zum STERN wechselte, für den sie ab 1979 aus Jerusalem und ab 1984 aus Washington berichtete. Auch ihre weiteren beruflichen Stationen zeigten Wibke Bruhns immer als eine hervorragende und unabhängige Kennerin aktueller weltgeschichtlicher Vorgänge genauso wie deren historischer Wurzeln. So sind auch für mich die Teile des Buches am wichtigsten gewesen, in denen sie über den israelisch-palästinensischen Konflikt schreibt, seine Geschichte und seine Lösungsmöglichkeiten. Die Teile über ihre angebliche Liason mit Willy Brandt habe ich überschlagen. Solcher Klatsch interessiert mich nicht. Gebannt aber habe ich gelesen ihre Beschreibungen von Höhepunkten der bundsrepublikanischen Geschichte, von den Studentenprotesten 1968 ff., dem Misstrauensvotum gegen Brandt, der Ära Kohl und der Karriere von Angela Merkel. „Nachrichtenzeit“ ist nicht nur die interessante Autobiographie einer außergewöhnlichen Frau und Journalistin, sondern auch eine kurzweilige Lektüre mit viel Informationen und Einblicken in die Politik der Bonner Republik und die Zeit danach.

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  • Rezension zu "Nachrichtenzeit" von Wibke Bruhns

    Nachrichtenzeit

    michael_lehmann-pape

    05. April 2012 um 13:43

    Ein Journalistinnenleben Man täte der Lebensleistung von Wibke Bruhns unrecht, würde man sie nur auf die zwei (vermeintlich) prominentesten Ereignisse in dieser langen Journalistenlaufbahn reduzieren. Weder war sie „nur“ die erste weibliche Nachrichtensprecherin des ZDF noch war sie „nur“ jene Journalistin, die bis spät in die Nacht alleine mit Willy Brandt in einem Hotelzimmer sich aufhielt (mit entsprechenden Folgen der öffentlichen Interpretation dieses Aufenthaltes). Sieht man übrigens diese Nacht im Zusammenhang mit späterer gemeinsamer Zeit mit Brandt (und dessen damaliger Frau, Bruhns erzählt auch von einem gemeinsamen Urlaub), sind die Worte der Journalistin im Buch durchaus glaubwürdig, dass hier keine Form der Liaison im Raume stand. Wie Bruhns in einem Interview sagte, neben der menschlichen Sympathie stand vor allem damals im Raum: „Den habe ich jetzt mal alleine für mich als Journalistin“. Eine Aussage, die viel eher die Nähe von Bruhns zur Politik beschreibt. Professionell, interessiert, politisch aktiv, als Zeitungsjournalistin im Ausland vielfach unterwegs, das sind die spannenden, interessanten Momente, Erlebnisse und Eindrücke, die Wibke Bruhns sachlich-nüchtern, nachvollziehbar und hoch informativ im Buch beschreibt. Ebenso, wie sie unprätentiös aufräumt mit „alten Gerüchten“, erläutert sie auch nüchtern das zweite (nur vordergründig in der öffentlichen Wahrnehmung) „prägende“ Ereignis ihrer Karriere, die Zeit als erste weibliche Nachrichtensprecherin des ZDF. „Langweilig“ fand sie das Ablesen von Meldungen und wechselte nach einer absehbaren Zeit in den Print-Bereich. Als „Journalistin von Ruf“ dann legt Bruhns im Buch im Blick auf die zweite Hälfte der 70er Jahre und die 80er Jahre des letzten Jahrhunderts vielfache interessante, spannende Eindrücke vor. Der Nahe Osten, andere Orte, an denen „die (politische) Luft brannte“. Viele Türen öffneten sich der Journalistin und sie vermag durchaus, die inneren Zusammenhänge, die politisch wegweisenden Entscheidungen und die daran beteiligten Personen intensiv zu erläutern. Ein gutes Stück politischer Zeitgeschichte ist es, welches Wibke Bruhns noch einmal frisch in Erinnerung ruft, samt einer ganzen Reihe persönlicher Eindrücke und Hintergrundinformationen. Eindrücke und Informationen, welche die Lektüre des Buches zu einem Gewinn machen. So bietet sie u.a. einen eindrucksvollen Einblick in die Geschichte des israelisch-palästinensischen Konfliktes und öffnet den Blick für die Härte dieser Geschichte. „Und wenn man mir das Paradies anböte, ich will zurück in mein Dorf“, ist ein Satz aus einem palästinensischen Flüchtlingslager, der zusammen mit den knappen Beschreibungen im Buch ein tieferes Verständnis für die unnachgiebige Gewalt in der Region bis heute eröffnet. Ein wenig persönliche Geschichte (mit Längen) kommt noch hinzu, ergänzt werden die Erinnerungen von Wiebke Bruhns durch hier und da illustrierende Fotografien. Das Buch bietet einen vielfachen Blick auf die „inneren Abläufe“ der damaligen Bonner Politik und ebenso eine journalistische Aufarbeitung des brodelnden Konflikts im Nahen Osten der 70er und 80er Jahre des letzten Jahrhunderts. Nüchtern und uneitel im Stil trifft Bruhns sprachlich immer den Punkt und bietet mit dem Buch eine interessante und informative Lektüre mitsamt einem profunden Einblick in die Zeitgeschichte der kleinen Medienwelt und der großen Politik ihrer Zeit.

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