Wiebke Eden Die Zeit der roten Früchte

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Inhaltsangabe zu „Die Zeit der roten Früchte“ von Wiebke Eden

Stettin Ende der dreißiger Jahre: Die junge Greta führt ein glückliches Leben und genießt ihre erste große Liebe. Doch dann bricht der Krieg in die Idylle, Gretas Geliebter Johannes wird eingezogen, und plötzlich ist ihre Welt dramatisch verändert. Die Zeit der roten Früchte ist für Greta für immer vorbei … Ein Stück deutscher Geschichte – einfühlsam und atmosphärisch erzählt aus der Perspektive einer ungewöhnlichen Frau.

Roman über eine Generation ohne Jugend, deren einzige Chance in der Hartnäckigkeit liegt.

— Barbara62
Barbara62

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    Die Zeit der roten Früchte
    Barbara62

    Barbara62

    06. April 2015 um 13:38

    Ein Dorf bei Stettin 1939. Wenn die jüngeren Schwestern der Mutter helfen, sitzt die 20-jährige Greta lieber mit dem Vater vor dem Haus oder hilft ihm mit den Schafen. Der Vater, der schon früh Stellung gegen die neuen Machthaber bezieht, ist ihr Fels in der Brandung. Auch sonst ist Greta anders: Als sie nach einer kurzen Affäre schwanger wird, bringt sie ihr Kind lieber unehelich zur Welt, als einen Mann zu heiraten, den sie nicht liebt. Sie verliert ihre Anstellung in einem Ausflugslokal und wird hart mit den Zwängen der kleinbürgerlichen Moral konfrontiert. Erst als viele Männer in den Krieg ziehen, findet sie eine Anstellung als Straßenbahnschaffnerin und eine neue Liebe. Wiebke Eden schreibt in einer reduzierten, kühlen Sprache fast ohne wörtliche Rede über eine Generation, die keine Jugend hatte. Greta bleibt weitgehend sprachlos, wenn es um ihre Gefühle geht, aber sie verfolgt mit einer beeindruckenden Hartnäckigkeit ihren Weg.  

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  • Rezension zu "Die Zeit der roten Früchte" von Wiebke Eden

    Die Zeit der roten Früchte
    StellaCometa

    StellaCometa

    11. November 2010 um 23:17

    Seltsam. Gewöhnungsbedürftig. Anders. Wiebke Eden hat einen Roman geschrieben ohne wörtliche Rede, mit schlichten, knappen Sätzen und kurzen Abschnitten (teils nur eine halbe Seite lang). Ihre Sprache ist kühl. Nicht einnehmend. So kommt es, dass dieser Debüt-Roman ein gewisses Durchhaltevermögen vom Leser fordert. Dann aber (schleichend) steckt man mittendrin im Stettin der 30er Jahre. Zum Inhalt: Greta führt ein behütetes Leben. Mit ihren Eltern und den zwei jüngeren Schwestern bewohnt sie ein Haus, sie arbeitet in einem Café und hilft außerdem ihrem Vater bei der Schafzucht. Dann entdeckt die junge Frau das „Lieben“. Leider führt die sorglos ausgelebte Lust schnell zur Schwangerschaft und von Greta wird erwartet, dass sie den Vater des Kindes heiratet. Sie aber denkt gar nicht daran! Als Johannes eingezogen wird, ist ihr dies also nur recht ... Sie lebt ihr Leben (weiter). Ohne Mann, dafür unterstützt von der Familie: Einer (Groß-)Mutter, die das Kind aufzieht, und einem Vater, der Gretas Verhalten wortlos hinnimmt. Entgegen anfänglicher Bedenken zieht diese Geschichte den Leser in ihren Bann. Wiebke Eden lässt vieles unausgesprochen und doch ist der Verlauf, das Geschehen ganz klar ... Kopfschüttelnd habe ich die geschriebenen (und ungeschriebenen) Zeilen gelesen, die Protagonistin Greta begleitet, ohne mir darüber im Klaren zu sein, ob ich sie überhaupt leiden kann. Greta ist lebenshungrig, manchmal gefühlskalt und selbstsüchtig. Trotzdem hatte ich Mitleid mit ihr in der einen oder anderen Szene – noch mehr habe ich jedoch ihre Mitmenschen bemitleidet, ihre Mutter, den Akkordeonspieler Johannes, allen voran natürlich Ellen, das Kind. „Die Zeit der roten Früchte“ handelt von einer Familie, die kaum in der Lage ist, Gefühle zuzulassen. Gefühle zu zeigen. Es ist die Herzenswärme, die fehlt. Eine freundliche Umarmung, ein Tätscheln, ein flüchtiger Kuss ... Und doch ist sie da: Die Liebe zueinander. Tief verborgen im Herzen. Ich möchte Greta rütteln. Ihr vor Augen führen, wie unmöglich sie sich verhält – und zugleich leide ich mit ihr, denn der Gedanke an die Zeit, in die Greta hineingeboren wurde, die Zeit, in der sie ihre Weiblichkeit und das Lieben für sich entdeckt, lässt mir das Herz schwer werden ... In einer Kurzbeschreibung zu „Die Zeit der roten Früchte“ heißt es „Eine ergreifende Liebesgeschichte in den Wirren des Zweiten Weltkriegs ...“ – ich gebe zu, aus diesem Grunde hat mich das Buch interessiert, nun aber stelle ich mir die Frage, ob ich ein anderes in den Händen halte. „Die Zeit der roten Früchte“ ist keine Liebesgeschichte. Sie ist viel mehr ... wer Romantik sucht, wird nicht fündig. Im Vordergrund stehen ganz andere Dinge: Die Psyche, die Familie, der Krieg und das Leben. Ich wiederhole die eingangs erwähnten Worte „Seltsam. Gewöhnungsbedürftig. Anders.“ und füge nun ein weiteres hinzu: Überzeugend. Unter Anspannung habe ich das letzte Kapitel gelesen, vor Augen das vermeintliche Ende ... doch die Tränen blieben aus. Stattdessen machte sich das Gefühl der Unschlüssigkeit breit, zu konstruiert wirkten nämlich die letzten Geschehnisse auf mich. Sollte tatsächlich eine wahre Geschichte diesem Buch zugrunde liegen, so hoffe ich, dass auch das Ende der Realität entspricht ... ob ich daran glaube? Ich weiß es leider nicht.

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  • Rezension zu "Die Zeit der roten Früchte" von Wiebke Eden

    Die Zeit der roten Früchte
    ananasengelchen

    ananasengelchen

    09. April 2010 um 00:44

    Erzählt wird die Geschichte der jungen Greta, die während des 2. Weltkriegs ihre Jugend erlebt. Greta wächst mit ihren Eltern und den beiden jüngeren Schwestern in Stettin auf. Sie ist die Rebellin unter den drei Mädchen und trifft sich heimlich mit Johannes, ihrer ersten großen Liebe. Greta wird schwanger, doch als sie dies erkennt, muss Johannes in den Krieg ziehen und erfährt nichts von Gretas Schwangerschaft. Auch Gretas Vater wird eingezogen und muss die Familie verlassen. Nach der Geburt ihrer Tochter kann Greta keine wirkliche Beziehung zu ihr aufbauen und überlässt die Erziehung und Betreuung ihrer Mutter. Bald schon lernt Greta bei einem ihrer Ausflüge in einer verruchten Hafenkneipe Edgar kennen und verliebt sich in ihn. Die beiden heiraten, doch Edgar muss zurück auf See. In der folgenden Zeit kämpft Greta um ihre große Liebe Edgar und täglich mit den Auswirkungen des Krieges. Die Autorin Wiebke Eden hat mit „Die Zeit der roten Früchte“ ein wunderbares Buch geschaffen, das auf beeindruckende Weise von der schweren Zeit während des 2. Weltkriegs erzählt. Die Sprache von Wiebke Eden ist sehr nüchtern, doch es entsteht trotz allem eine großartige Emotionalität und Spannung, die einen bis zum Schluss fesselt. Das Buch hat mir sehr gut gefallen und ich bin gespannt auf weitere Bücher von Wiebke Eden.

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  • Rezension zu "Die Zeit der roten Früchte" von Wiebke Eden

    Die Zeit der roten Früchte
    ChiefC

    ChiefC

    02. December 2009 um 22:57

    Literatur abwracken, Schriftsteller in den Streichelzoo." Das ist der nicht ganz ernst gemeinte Vorschlag des Magazins Stern "für die krisensichere Zukunft des Buchmarkts." Denn wer will in Zukunft noch Literatur lesen, barmt der Redakteur angesichts der Bestsellerliste - wohlgemerkt der Bestsellerliste in der Sparte Belletristik. Sie wird beherrscht von Mängelexemplaren" und Feuchtgebieten", von keuschen Vampiren und Zauberlehrlingen. Trotz alledem: Es gibt sie noch, die Literatur zwischen all dem leichten Lesefutter. Dank Autorinnen wie Wiebke Eden, dank Verlagen wie Arche. Die norddeutsche Journalistin Wiebke Eden hat mit ihrem Debütroman Die Zeit der roten Früchte" ein Werk verfasst, das sich mit seiner nüchternen, klaren Sprache wohltuend abhebt. Abhebt von all der Massenware, die zwischen pubertärer Provokation und windelweicher Weltflucht schwankt. Man merkt Wiebke Eden die Journalistin an, die es gewohnt ist, sich knapp auszudrücken, keine Zeile an eine Phrase zu verschwenden. Ihre Sätze sind prägnant, umfassen oft nur: Subjekt, Prädikat, Objekt. Eden psychologisiert nicht, sie erklärt nicht, schreibt eine Rezensentin. Sie verarbeitet gelebtes Leben, bemerkt eine andere. Es ist das Leben eines einfachen Mädchens vom Lande. Nie ist das Jahr dort heiterer als im Frühsommer, wenn Erdbeeren, Kirschen und Johannisbeeren reifen: Die Zeit der roten Früchte." Es ist eine Idylle in einem Dorf bei Stettin, eine trügerische Idylle, die nicht erst der Zweite Weltkrieg beenden wird. Greta macht in jenem Sommer 1939 ihre ersten erotischen Erfahrungen. Sie wird schwanger, will aber den Vater des Kindes nicht heiraten, überlässt ihre Tochter später der Mutter und verliebt sich in einen anderen. Das ist die simple Geschichte von Greta, die aber untrennbar mit der Weltgeschichte verquickt ist. Doch die große Politik dringt nicht erst mit dem Beginn des Krieges ins Dorf. Vorher schon bedrängt der Schuldirektor immer wieder den Vater, in die Partei einzutreten. Dem Kolonialwarenhändler werden die Scheiben eingeschmissen. Den Kaufmann habe man weg gebracht, erzählen sich die Leute hinter vorgehaltener Hand. Die Geschichtsschreibung hat sich die längste Zeit nur der Täter angenommen: Nero, Napoleon, Hitler, Stalin - Ihre Lebenswege wurden x-mal erforscht, interpretiert und auserzählt. Die Literatur hingegen nahm sich schon viel früher des Schicksals der einfachen Leute an, derjenigen, die zwar keine Geschichte schreiben aber sie erleiden. Man denke nur an Grimmelshausens Simplizissimus. Wiebke Eden hat das Thema also sicher nicht erfunden, aber sie setzt es mit Bravour um. Eine Redakteurin des Jeverschen Wochenblattes, wo Wiebke Eden selbst ihre Laufbahn als Journalistin begann, fasst das perfekt in Worte: Im Krieg rücken die Menschen zusammen und diese Dichte findet sich wunderbar auch im Stil wieder." Als Vorlage diente Wiebke Eden die Geschichte einer Großtante ihres Mannes. Es gibt noch Tausende solcher Geschichten. Und wenn nur einige so gut erzählt werden wie Die Zeit der roten Früchte", dann muss man um die Zukunft der Literatur nicht bangen.

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