Wieland Schwanebeck Der flexible Mr. Ripley

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Inhaltsangabe zu „Der flexible Mr. Ripley“ von Wieland Schwanebeck

Dieses Buch widmet sich Patricia Highsmiths bekanntester Figur, dem talentierten Mr. Ripley, der sich in fünf Romanen immer wieder seinen Verfolgern entzieht und lustvoll mit den Erwartungen seiner Leser spielt. Ripley ist ein spannender Fall für die Gender Studies, da Hochstapler von unhinterfragten Männlichkeitsbildern und unseren unausgesprochenen Normalitätsvorstellungen profitieren. Durch eine genaue Analyse seiner Abenteuer und der zahlreichen Filmadaptionen wird untersucht, wie sich Geschlecht in die Tiefenstruktur literarischer Texte einschreibt und geprüft, wie der Hochstapler den Leser auf seine Seite zieht und wie flexibel und subversiv Hochstapler in ihrer Gender-Performance sind.

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  • Ein talentierter Hochstapler im Licht der Gender Studies

    Der flexible Mr. Ripley

    TheSaint

    15. January 2017 um 20:20

    "Die Ripley-Reihe wurde mit der vorliegenden Untersuchung erstmals einer umfassenden, nicht nur auf den ersten Band beschränkten Analyse unterzogen, was einen neuen Impuls für die im psychoanalytisch orientierten Biographismus erstarrte Patricia-Highsmith-Forschung, aber auch für die Betrachtung der im Schatten des ersten Bandes vegetierenden Ripley-Romane 2 bis 5 erhoffen lässt. Ohne Zweifel gibt es in diesen selten mit mehr als einer En-passant-Erwähnung bedachten, als gescheiterte Kriminalromane nivellierten Texten weit mehr zu entdecken, als die dürftige Forschungslage suggeriert - besonders hinsichtlich des hier untersuchten Hochstaplermotivs sowie der Konstruktion von Männlichkeit." Dieser Schreibstil bestimmt die ganze Arbeit des Autors und mitunter bedarf es der Zuhilfenahme eines Duden, um eine Ausführung überhaupt zu verstehen. Diese sehr kühle analytische und vom Lesen her schwierige Arbeit bietet dennoch einen interessanten Über- und Einblick in die fünf Ripley-Romane, die über einem Zeitraum von 40 Jahren von Highsmith geschrieben wurden: "The talented Mister Ripley" und "Ripley Under Ground" zählen zu den beliebtesten Romanen der Serie (und wurden auch verfilmt: Einmal mit Alain Delon und Matt Damon und einmal mit John Malkovich), weil sie perfekt mit dem Hochstaplermotiv und der Welt des Kunstmarktes spielen, wo es stets um die Frage des Originals und der Fälschung und Täuschung geht. Mit "Ripley Under Ground" eröffnet Highsmith den Reigen der Männlichkeitsparodien und schildert Ripley als wahren "gender bender"... als flexiblen Parodisten männlicher Identitätsentwürfe. Die von den Lesern und Kritikern weniger goutierten Romane "Ripley's Game" und "The Boy Who Followed Ripley" setzen die Geschlechterparodie noch komplexer fort und lassen im Letzteren Ripley sogar in Frauenkleidern seinen Schützling und "Sohn" Frank retten, mit welchem er zuvor durch Berlin's queere Lokalwelt gezogen war. Im Zuge der literaturwissenschaftlichen Auseinandersetzung mit Highsmith's Lieblingsfigur kristallisiert sich auch immer mehr die Homosexualität der Figur Thomas Phelps Ripley heraus. Kritisch und sehr interessant werden die Frauenfiguren (u. a. Ripley's Ehefrau Héloise) in den fünf Romanen analysiert und auf ihre Rollen hin als störendes Beiwerk in der Welt Ripley's. Der letzte Roman - "Ripley Under Water" - konfrontiert Tom Ripley mit dem queeren sadomasochistischen Duo Infernale David und Janice Pritchard, die im Zuge ihres Terrors gegen Ripley nicht nur mit Leichen aus den vorigen Geschichten auftauchen, sondern auch mit den Frauen der Verblichenen. Dieser wenig geliebte letzte Roman (1991 veröffentlicht) spielt mit Themen des ersten Bandes zusammen und bildet somit einen verbindenden Abschluß der Reihe. In dieser Untersuchung werden neben der Analyse der einzelnen Romane und Figuren auch die Verfilmungen mit einbezogen und es gibt Lehrreiches über den Begriff "Hochstapler" sowie der Geschichte des "Con Man" zu erfahren. Wenn man über die zu fachliche, hochgestochene und trockene Art und Weise dieses Werkes hinweg sieht, bietet es einen interessanten Ausflug in Ripley's Welt.

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