Wigbert Löer

 5 Sterne bei 2 Bewertungen

Lebenslauf von Wigbert Löer

Wigbert Löer, geb. 1972, studierte Politikwissenschaft. Er schrieb Sachbücher über Doping („Muskelmacher“) und über Wettmanipulation im Profifußball („Zockerliga“). Sein mit Oliver Schröm verfasstes Buch „Geld Macht Politik. Das Beziehungskonto von Carsten Maschmeyer, Gerhard Schröder und Christian Wulff“ stand mehrere Wochen auf der „Spiegel“-Bestsellerliste. Löer war Redakteur für Investigative Recherche beim »stern«. Er enthüllte dort u.a., dass der CDU-Schatzmeister Helmut Linssen über eine Briefkastenfirma in Panama Geld versteckt hatte. Seine Recherchen im AfD-Milieu führten 2016 dazu, dass ein ganzer Landesverband der Partei aufgelöst wurde. Seit 2019 arbeitet er für die Filmproduktionsfirma EyeOpening.Media und die ARD-Dopingredaktion.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Wigbert Löer

Cover des Buches Feinde des Sports (ISBN: 9783430210119)

Feinde des Sports

 (2)
Erschienen am 27.09.2019
Cover des Buches Geld Macht Politik (ISBN: 9783426276624)

Geld Macht Politik

 (1)
Erschienen am 13.11.2014
Cover des Buches René Schnitzler. Zockerliga (ISBN: 9783579066912)

René Schnitzler. Zockerliga

 (1)
Erschienen am 18.08.2011

Neue Rezensionen zu Wigbert Löer

Cover des Buches Feinde des Sports (ISBN: 9783430210119)
sleepwalker1303s avatar

Rezension zu "Feinde des Sports" von Hajo Seppelt

Die unendliche Geschichte des Dopings
sleepwalker1303vor 3 Jahren

Da ich die Reportagen von Hajo Seppelt im Fernsehen verfolge, brachte mir das Buch so gut wie keine neuen Erkenntnisse. Die meisten Recherche-Ergebnisse kannte ich ohnehin schon. Dennoch liest sich das Buch irgendwie wie ein ziemlich spannender Krimi, allerdings ohne Schluss-Akkord. Denn es gäbe für dieses Dilemma, in dem sich der Leistungssport befindet, nur eine Lösung: er muss sauber werden. Und das wird er nicht. Zu groß sind die Interessen aller: die der Sportler, der Trainer, der Funktionäre und der Regierungen der Staaten, unterstützt von denen, die sie eigentlich kontrollieren sollten und natürlich von Ärzten, Chemikern und anderen, die das alles ermöglichen. Die Geschichte des Dopings wird also jeden Tag weitergeschrieben und es ist kein Ende in Sicht. So viel ist aus Hajo Seppelts Buch herauszulesen.

Das Buch ist keine Gesellschaftskritik (höchstens zwischen den Zeilen), sondern eine Auflistung der Recherche-Arbeit, die Seppelt und sein Team über die Jahre geleistet haben, samt Ergebnissen. Oft führten die Nachforschungen zu Sperren oder Verurteilungen, aber oft hatten sie auch keine Konsequenzen. Das Buch an sich ist auch ein guter Überblick über das Doping an sich: die verschiedenen Formen des Dopings (von Blutdoping bis zum Cocktail aus Wachstumshormonen und Steroiden), die Sportler, die des Dopings überführt wurden und in welchen Ländern und Sportarten es gehäuft vorkommt. Es ist ein Buch, das unglaublich viele Namen nennt, Fakten darlegt, die Ergebnisse aus vielen Jahren Recherche. Nicht mehr und nicht weniger.

Mich als Hobby-Sportler, der Leichtathletik sonst mit großem Interesse verfolgt, lässt das Buch mit einem unbehaglichen Gefühl zurück. Jeder neue Rekord ist in Frage zu stellen, irgendwie schürt das Buch einen Generalverdacht für alle, die erfolgreich sind. Ob zu Recht, muss jeder Leser selbst wissen. Für mich hatte der Sport hat seinen Charakter schon lange vorher verloren, seine Spannung und den Wettkampf-Geist. Höher, weiter, schneller, oder wie Eliud Kipchonge, der am 12.10.2019 als erster Sportler den Marathon unter 2 Stunden lief sagte: „No human is limited.“ [sic] also: für den Menschen gibt es keine Grenzen. 

Meisterwerk ist das Buch keines, weder sprachlich noch inhaltlich, der Autor ist kein Schriftsteller, sondern Journalist. Aber es ist ein guter Fakten-Überblick und bekommt deshalb von mir klare und ungedopte 4 Punkte.

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Cover des Buches Feinde des Sports (ISBN: 9783430210119)
wandablues avatar

Rezension zu "Feinde des Sports" von Hajo Seppelt

Aufklärung tut not!
wandabluevor 3 Jahren

Aufklärung tut not!

In dem Buch „Feinde des Sports“ beschreibt der Autor seine Arbeit als „investigativer Sportjournalist“. Er ist da hineingerutscht. Und hat dann seine Leidenschaft für das Thema „Doping“ entdeckt und ist dabei geblieben. In seinem Beruf Fuß zu fassen, dabei hat ihm zu Anfang Vitamin B geholfen, der Papa hat ihn „vermittelt“. Auch eine Art Doping, da ein Wettbewerbsvorteil. 

Es wird also sowohl von Seppelts persönlichem Werdegang berichtet wie auch von den Ergebnissen seiner zahlreichen Recherchen, die er mit einem Team betrieben hat; im Prinzip zeichnet „Feinde des Sports“ auf Papier nach, was Seppelt im Rahmen seiner Tätigkeit als Dokumentarfilmer und Journalist auch ins öffentlich-rechtliche Fernsehen brachte. 

Man muss nicht extra betonen, wie wichtig eine derartige Berichterstattung ist. Und dennoch ist „Feinde des Sports“ nicht per se ein gutes Buch. Es erscheint mir eher wie ein Aufrollen, Aneinanderreihen von Fakten, also ein faktenunterlegtes Aufdecken, wo es überall Doping gibt und wen es betroffen hat als eine generelle Auseinandersetzung mit der Thematik. 

Erst am Schluss, in dem Kapitel „Sport, Doping, Korruption: was sich ändern muss“ befindet sich eine schmalbrüstige Auseinandersetzung mit dem, was ich lesen wollte: Soll man Doping freigeben, zum Beispiel. Denn der internationale Wettkampf ist schon lange in Verruf geraten. Medizinische Aufklärung tut mehr not als Strafe. Womöglich würde man mit dem Doping nicht mehr so viel Geld verdienen, wenn es erlaubt wäre. Aber man würde den Sportler noch mehr als menschliche Maschine betrachten als bisher schon. Und ihm eine unerträgliche Last auflegen. 

„Der Sport ist ein Kulturgut. Bedroht wird er von jenen, die ihn mehr als Ware betrachten.“ Und den Sportler gleich mit! 

Warum ist das Mitspracherecht der Sportler so winzig? 

Fazit: Die Sucht nach dem Sieg, die Sucht nach Höher, Weiter, Schneller und die, bis ins Perverse gehende Vermarktung des Sports kommt nicht ausreichend zum Ausdruck. Geld. Geld. Geld. Den Profisport würde ich generell abschaffen, denn die Feinde des Sports liegen in der Gesellschaft. 

Kategorie: Sachbuch. Sport
Verlag: Econ, 2019


Kommentare: 1
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Cover des Buches Geld Macht Politik (ISBN: 9783426276624)
L

Rezension zu "Geld Macht Politik" von Wigbert Löer

Akribisch recherchiert und aufbereitet
Lesefreund6203vor 8 Jahren

Akribisch recherchiert und aufbereitet

Es ist nicht lange her, dass jene zwei Millionen Euro durch die Presse gingen, die Carsten Maschmeyer, damals noch Chef des AWD Finanzvertriebs, für die Buchrechte an Gerhard Schröders Erinnerungen kurz nach dessen Kanzlerschaft „auf den Tisch legte“.

Ein Schelm sicherlich, wer dabei Böses denkt und dies gar in Verbindung mit der Veränderung der Modalitäten der Riester-Rente zugunsten der Provisionen der Finanzmakler bringen würde (wie es im Übrigen die Autoren des Buches bis dato rechtlich unwidersprochen durch Schröder oder Maschmeyer tun). Eine Veränderung, die Maschmeyers AWD (und damit Maschmeyer selbst) noch solventer machte.

War dies eine „Abbuchung“ von Maschmeyers „Beziehungskonto“ bei Gerhard Schröder?

Nicht die Kernfrage des Buches, aber ein Vorgang, der grell beleuchtet, wie das „System Maschmeyer“ bis heute funktioniert, Ob mit Schröder, ob mit Wulff, ob mit der „Hannover Connection“ oder mit jedem anderen „Männerfreund“ auch (wobei auch Ursula von der Leyen zum engeren Kreis von Maschmeyer gerechnet wird).

Ein Imperium von Betrug, so hart muss man das übrigens sagen am Ende der Lektüre, das den Beratern des AWD nur eine Botschaft mit auf den Weg gab: „Verkaufen, verkaufen, verlaufen“, egal wem (auch den eigenen Großeltern), egal was, Hauptsache mit hoher Provision.

Und auf dem Weg dann galt für Maschmeyer selbst: „Komplimente, Komplimente, Komplimente“. Bei den sorgfältig recherchierten Quellen im Buch ergibt sich fast ein Fremdschämen, mit welchem Honig, immer nah an der Grenze zum Pathos, Maschmeyer an „seine Freunde“ herantrat. Und wie solch teils platte „Belobigungen“ wohl angenehm entgegengenommen wurden (wie die tausende Euro teuren Weine als besondere Präsente).

Da ist nicht einer, der „nur“ die Ellbogen ausgefahren hat, da hat einer, wie die Autoren es benennen, ohne moralische Bedenken „sein Ding durchgezogen“ und die Rechnung je mit allen Mitteln versucht, durch andere bezahlen zu lassen (bis hin zur Swiss-Select, die den AWD für teuer Geld gekauft hat und bis heute in juristische Prozesse des alten AWD noch verwickelt ist, während Maschmeyer als Milliardär hier ganz in Ruhe von der Seitenlinie aus zuschauen kann).

Ein Buch, das im Kern beim Leser weitreichend Vertrauen erschüttert. Nicht nur in die Sparte der Finanzberatung (interessant zu lesen, warum ein nominell tatsächlich ja „ungebundener“ Beratungsdienst doch nur bestimmte Produkte verkauft hat und warum genau diese). Sondern auch in handelnde Personen bis in höchste Ämter hinein, die teils unverbrämt Geld, Sachwerte und Dienste entgegen nehmen, ohne dass letztendlich etwas „bewiesen“ werden könnte.

Außer sich jene illustren Personen entweder öffentlich Empören über „unehrenhafte Anwürfe“ oder, was viel eher zu vermuten wäre, sich stillschweigend mit einem Lächeln über die öffentliche Diskussion begnügen.

Das Buch ist fundiert, intensiv recherchiert und zeigt die Arbeitsmethode „Beziehungskonto“ Maschmeyers ebenso auf, wie die Struktur und die Praxis des AWD und die „tiefen Freundschaften“, die komischerweise immer bei Leuten dann im Raum stehen, die als Entscheidungsträger Wichtiges zu bestimmen haben.

Eine sehr lesenswerte Lektüre.

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