Wigbert Löer

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René Schnitzler. Zockerliga

René Schnitzler. Zockerliga

 (1)
Erschienen am 18.08.2011
Geld Macht Politik

Geld Macht Politik

 (1)
Erschienen am 13.11.2014

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Rezension zu "Geld Macht Politik" von Wigbert Löer

Akribisch recherchiert und aufbereitet
michael_lehmann-papevor 4 Jahren

Akribisch recherchiert und aufbereitet

Es ist nicht lange her, dass jene zwei Millionen Euro durch die Presse gingen, die Carsten Maschmeyer, damals noch Chef des AWD Finanzvertriebs, für die Buchrechte an Gerhard Schröders Erinnerungen kurz nach dessen Kanzlerschaft „auf den Tisch legte“.

Ein Schelm sicherlich, wer dabei Böses denkt und dies gar in Verbindung mit der Veränderung der Modalitäten der Riester-Rente zugunsten der Provisionen der Finanzmakler bringen würde (wie es im Übrigen die Autoren des Buches bis dato rechtlich unwidersprochen durch Schröder oder Maschmeyer tun). Eine Veränderung, die Maschmeyers AWD (und damit Maschmeyer selbst) noch solventer machte.

War dies eine „Abbuchung“ von Maschmeyers „Beziehungskonto“ bei Gerhard Schröder?

Nicht die Kernfrage des Buches, aber ein Vorgang, der grell beleuchtet, wie das „System Maschmeyer“ bis heute funktioniert, Ob mit Schröder, ob mit Wulff, ob mit der „Hannover Connection“ oder mit jedem anderen „Männerfreund“ auch (wobei auch Ursula von der Leyen zum engeren Kreis von Maschmeyer gerechnet wird).

Ein Imperium von Betrug, so hart muss man das übrigens sagen am Ende der Lektüre, das den Beratern des AWD nur eine Botschaft mit auf den Weg gab: „Verkaufen, verkaufen, verlaufen“, egal wem (auch den eigenen Großeltern), egal was, Hauptsache mit hoher Provision.

Und auf dem Weg dann galt für Maschmeyer selbst: „Komplimente, Komplimente, Komplimente“. Bei den sorgfältig recherchierten Quellen im Buch ergibt sich fast ein Fremdschämen, mit welchem Honig, immer nah an der Grenze zum Pathos, Maschmeyer an „seine Freunde“ herantrat. Und wie solch teils platte „Belobigungen“ wohl angenehm entgegengenommen wurden (wie die tausende Euro teuren Weine als besondere Präsente).

Da ist nicht einer, der „nur“ die Ellbogen ausgefahren hat, da hat einer, wie die Autoren es benennen, ohne moralische Bedenken „sein Ding durchgezogen“ und die Rechnung je mit allen Mitteln versucht, durch andere bezahlen zu lassen (bis hin zur Swiss-Select, die den AWD für teuer Geld gekauft hat und bis heute in juristische Prozesse des alten AWD noch verwickelt ist, während Maschmeyer als Milliardär hier ganz in Ruhe von der Seitenlinie aus zuschauen kann).

Ein Buch, das im Kern beim Leser weitreichend Vertrauen erschüttert. Nicht nur in die Sparte der Finanzberatung (interessant zu lesen, warum ein nominell tatsächlich ja „ungebundener“ Beratungsdienst doch nur bestimmte Produkte verkauft hat und warum genau diese). Sondern auch in handelnde Personen bis in höchste Ämter hinein, die teils unverbrämt Geld, Sachwerte und Dienste entgegen nehmen, ohne dass letztendlich etwas „bewiesen“ werden könnte.

Außer sich jene illustren Personen entweder öffentlich Empören über „unehrenhafte Anwürfe“ oder, was viel eher zu vermuten wäre, sich stillschweigend mit einem Lächeln über die öffentliche Diskussion begnügen.

Das Buch ist fundiert, intensiv recherchiert und zeigt die Arbeitsmethode „Beziehungskonto“ Maschmeyers ebenso auf, wie die Struktur und die Praxis des AWD und die „tiefen Freundschaften“, die komischerweise immer bei Leuten dann im Raum stehen, die als Entscheidungsträger Wichtiges zu bestimmen haben.

Eine sehr lesenswerte Lektüre.

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