Wil McCarthy

 2,9 Sterne bei 11 Bewertungen
Autor*in von Zeitflut, SOL - Der Schöpfer der Ewigkeit und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Wil McCarthy, geboren 1966 in Princeton, New Jersey, lebt mit seiner Familie in Denver, Colorado. In seinem Beruf als Ingenieur bei Lockheed gehörte er zu den Männern, die bei Raketenstarts »Lenkungssysteme startklar« melden. Als Science-Fiction-Autor wurde er durch zahlreiche brillante Kurzgeschichten bekannt, denen mehrere Romane folgten. Er machte die Idee der programmierbaren Materie in seiner SOL-Trilogie populär, zu der er auch wissenschaftlich arbeitete. Heute leitet er eine Solarenergie-Firma und ist als Kolumnist für Syfy tätig.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Wil McCarthy

Cover des Buches Zeitflut (ISBN: 9783453320765)

Zeitflut

 (6)
Erschienen am 08.03.2021
Cover des Buches SOL - Der Schöpfer der Ewigkeit (ISBN: 9783453521711)

SOL - Der Schöpfer der Ewigkeit

 (3)
Erschienen am 07.08.2006
Cover des Buches SOL - Die Kolonie des Königs (ISBN: 9783453521735)

SOL - Die Kolonie des Königs

 (1)
Erschienen am 02.07.2007
Cover des Buches SOL - Die Rebellion des Prinzen (ISBN: 9783453521728)

SOL - Die Rebellion des Prinzen

 (1)
Erschienen am 06.12.2006

Neue Rezensionen zu Wil McCarthy

Cover des Buches Zeitflut (ISBN: 9783453320765)
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Rezension zu "Zeitflut" von Wil McCarthy

Wil McCarthy - Zeitflut
einz1975vor einem Jahr

Egal wie man über Zeitreisen denkt, faszinierend sind sie auf jeden Fall. Harv Leonel und Tara Mukherjee sind Wissenschaftler, welcher sich mit Quantenrechnern und dem menschlichen Genom auseinandersetzt haben. Besonders das Y-Chromosom hat es beiden angetan. Hier soll sich der Schlüssel zur Vergangenheit befinden und vielleicht auch zu Zukunft? Mit einer Apparatur unterzieht sich Harv einer Prozedur, die anfänglich nicht viel macht, doch plötzlich befindet er sich in einer Welt, die seiner gewohnten Umgebung nicht entspricht. Er sieht Menschen, die er nie zuvor gesehen hat. Spricht eine Sprache, die er nicht kennt und sein Name ist auch ein anderer. Wir befinden uns mehrere zehntausend Jahren entfernt von der Gegenwart. Ein Hafenmeister findet heraus, dass das Wasser immer mehr steigt und wenn es so weitergeht, irgendwann die ersten Häuser in Mitleidenschaft gezogen werden.

Das berichtet er dem König des Landes, doch dieser will davon nicht viel hören. Er macht sich also allein auf den Weg, um eine Lösung zu finden. Helfen vielleicht Wellenbrecher oder muss er doch ein neues Zuhause finden? Hinzu kommt ein Komet, welcher für viel Aufregung sorgt. Schließlich können es auch die Götter sein, welche erzürnt sind über irgendetwas, was die Menschen gemacht haben. Harv hinterfragt in Zwischenmomenten, wo er gerade ist. In welcher Region und vor allem zu welcher Zeit. Viele Parallelen tun sich mit der Geschichte auf und er erlebt ein Abenteuer, was irgendein weit entfernter Vorfahre erlebt haben muss. Er konnte so weit zurückschauen und war live dabei. Er hat den Kometen gesehen, die Wellen und die unruhige See und doch wacht er wieder in der Gegenwart auf, als sei alles nur wie ein Film an ihm vorbeigezogen.

Klingt schon recht unwirklich und es bleibt auch nicht bei diesem einen Ausflug. Vielmehr reist er immer weiter in die Vergangenheit. Wo zuvor noch Menschen wie wir sie kennen unterwegs waren, sind weitere tausend Jahre zurück plötzlich Trolle und Drachen in der Geschichte angekommen. Genau ab jetzt beginnt die Geschichte leider zu wanken. Handelt es sich nur um Fantasie oder ist alles noch wissenschaftlich zu erklären? Der Autor gibt sich Mühe durch den rational denkenden Harv seinen Ausflug in die Fantasiewelt zu erklären. Dennoch bleibt ein komischer Beigeschmack, da die Raffinesse des ersten Ausflugs fehlt. Bei dem nächsten Sprung wird es noch viel seltsamer. Mit einer sogenannten „Babysprache“ versuchen Homo sapiens ähnliche Figuren ihr Leben zu meistern. Liebe, Hunger, Speere und Gefühle werden aus der Sicht dieser komplett unbekannten Zeit dem Leser näher gebracht.

Als Leser erreicht man schnell eine Grenze, wo der Spaß am Lesen doch eher weniger wird. Die Episoden haben einen nicht mehr so fesselnden Ablauf und die einfache Sprache liest sich abgehakt und unrund. In den Wachphasen hingegen kann der Autor den Leser wieder zurückholen. Allerdings werden die technischen Erklärungen immer weniger und auch das Ende wirkt etwas zu schnell herbeigeführt. Wenn einem Wissenschaftler so eine bahnbrechende Erfindung gelänge, würde das Verständnis über unsere Vergangenheit deutlich anders sein. Wie haben wir die Welt vor zehntausend Jahren wahrgenommen? Wie haben sich Technik und die Sprache entwickelt? Wie haben wir alle zusammengefunden und gab es Zeiten, wo Neandertaler und Homo sapiens zusammengelebt haben? Wissenschaft fängt immer genau da an, wo es Fragen gibt, wozu es noch keine Antworten gibt.

Fazit:
Nobelpreisverdächtig! Ein Blick in die Vergangenheit enthüllt so manch vergessenes Detail. Menschen haben sich im Lauf der Jahrtausende so viel weiterentwickelt, dass der Unterschied zum ersten aufrecht gehenden Lebewesen Dimensionen sprengt. Wil McCarthy hat eine interessante These aufgeworfen und lässt sie durch ein Experiment beweisen. Eine fesselnde Idee, die in der ersten Hälfte auch so erzählt wird. Doch schon in den folgenden Rücksprüngen fällt die Geschichte langsam in sich zusammen. Die Spannung nimmt deutlich ab, die Handlungen werden einfacher und die Komplexität der Sprache nimmt immer mehr ab. So wie wir uns vorwärts entwickelt haben, blickt der Hauptcharakter zurück und geht auf die einfachsten menschlichen Bedürfnisse zurück. Dass wir alle von unseren Vorfahren etwas in uns tragen, ist unbestritten und eine Zeitreise durch ihr Leben, ganz ehrlich, ich wäre dabei. Eine großartig gedachte Idee, mit fallender Stärke des Inhalts.

Matthias Göbel

Autor: Wil McCarthy
Übersetzung:
Norbert Stöbe
Broschur: 445
Seiten
Verlag: Heyne
Verlag
Veröffentlichung:
08.03.2021
ISBN: 9783453320765

Cover des Buches Zeitflut (ISBN: 9783453320765)
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Rezension zu "Zeitflut" von Wil McCarthy

„Was ist Zeit..?“
losgelesenvor 3 Jahren

Zeitreisen sind seit jeher ein spannendes Thema in der Science Fiction Literatur. Der bekannteste Roman diesbezüglich ist vermutlich „Die Zeitmaschine“ von H. G. Wells. Der Roman erschien bereits 1895 und 126 Jahre später ist im Heyne Verlag der 448 Seiten dicke Roman „Zeitflut“ von Will McCarthy erschienen. Der Clou des Romans ist, dass das Geheimnis der Zeit in den menschlichen Genen liegt. Der Wissenschaftler Harv Leonel entschlüsselt das Geheimnis und beginnt in die Vergangenheit zu reisen.

Leider ist das Zeitreisen und die damit verbundene Wissenschaft eigentlich nur eine dürftige Rahmenhandlung für die insgesamt vier Zeitreisen zurück in der Zeit. Dabei erlebt Harv Leonel die vier Zeitebenen stets im Körper einer anderen Person. Klingt prinzipiell spannend, ist es aber leider nicht, denn bereits die erste Reise geht so weit in die Vergangenheit zurück, das anschließend kaum noch Spielraum für interessante Erzählungen bleibt. So treffen bereits in der zweiten Erzählung die ersten modernen Menschen auf Neandertaler und anschließend geht es noch weiter zurück, zu einer Zeit als es noch keine Sprache gab. Spätestens an dieser Stelle ist Will McCarthy mit seiner Fabulierkunst gescheitert, denn das Buch verliert sich in Beschreibungen, die keinerlei Spannung aufweisen. Es sind vielmehr erdachte Erlebnisberichte unserer menschlichen Vorfahren und somit für einen Roman nur leidlich tragend.

Im Anhang gibt der Autor kurze Einblicke zum Hintergrund der vier Episoden. Diese sind aufschlussreich und hätten zum besseren Verständnis beim Lesen dem Roman besser vorangestellt werden sollen.

Die grundlegende Idee von „Zeitflut“ ist zwar originell aber der Roman verliert sich in ernüchternden Alltagsbeschreibungen. Will McCarthy scheint bei der Umsetzung an seinen eigenen Ansprüchen gescheitert zu sein.

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Das Rezensionsexemplar wurde freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

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