Es gibt so tolle Kinderbücher, die zeigen, dass Vorurteile Mist sind – können wir die manchen Erwachsenen einfach mal ins Hirn beamen? Wäre bei einigen dringend nötig.
„Der Wolf im Slip“ setzt das Thema dazu auch noch sehr witzig um, denn bei den Tieren im Wald bricht der Antiwolfismus so dolle aus, dass er er gleich eine Antiwolf-Industrie nach sich zieht: mit Produkten wie Wolfsfallen und -alarm, Literatur oder Haselnusswürsten, die angeblich gegen Wolfsangst helfen sollen. Dabei ist der Wolf längst nicht mehr böse, Abhilfe schaffte – tada – der gestrickte Slip aus dem Titel.
„Dieser Slip hat mein Leben verändert.“
Der Wolf braucht zwar zunächst einiges an Überzeugungsarbeit, aber tja, jetzt müssen sich alle eine andere Beschäftigung suchen. Die Geschichte zeigt sehr gut, dass -Ismen, Vorurteile und gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit ihren Vertreter*innen einen scheinbaren Sinn im Leben geben. Nach Wegfall des Narrativs müssen sie diese Lücke füllen. Das hatte ich bislang noch nicht so im Kinderbuch gelesen.
Das Buch von Wilfrid Lupano und Paul Cauuet ist beim Comic-Verlag Splitter erschienen und wird auch als Comic angekündigt. Die klassischen Panels fehlen aber meist, von daher könnte es auch ein „normales“ Bilderbuch sein.
Hier haben sich mein 12jähriger Sohn (immer noch) und auch ich sehr amüsiert, auch, wenn die Grundstruktur der Geschichte ja altbekannt ist. Das mit dem (kapitalisierten) Hintergrund von solchen Vorurteilen hab ich allerdings noch nicht so im Kinderbuch gesehen. Und die Idee mit dem gestreiften und gestrickten (!) Slip ist aber so schön absurd, dass wir einfach viel kichern konnten. Einzig die ableistische Konstruktion des „irren Blicks“, der dann mit dem Slip verschwindet, fand ich nicht so gut, da wäre mehr sprachliche Sensibilität gut gewesen.
Sehr witzig mit toller Botschaft.






















