Wilfried Buchta Terror vor Europas Toren

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Inhaltsangabe zu „Terror vor Europas Toren“ von Wilfried Buchta

Der Vormarsch der Milizen des selbsternannten Islamischen Staats gehört derzeit zu den beherrschenden Nachrichtenthemen. In ihm zeigt sich eine neue Qualität des Terrors, der mit dem Export des Heiligen Kriegs, des Dschihad, auch nach Europa überzuschwappen droht. Doch wie konnte es zu dieser bedrohlichen Entwicklung kommen? Wilfried Buchta, ein ausgewiesener Kenner der Region, zeichnet die fatalen Ereignisse im Nahen Osten nach. Er beleuchtet dabei die Rolle der wichtigsten Akteure und Machtfaktoren und erklärt, welche Handlungsoptionen dem Westen heute noch bleiben.

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  • Über den Größenwahn westlicher Politik und seine Folgen am Beispiel des Irak-Krieges der USA

    Terror vor Europas Toren

    R_Manthey

    28. January 2016 um 17:15

    Bei diesem Buch verwirrt zunächst einmal der Titel, denn er stimmt , wenn man ihn eng auffasst, weitgehend nicht mit dem Inhalt des Buches überein. Der Autor behandelt in seinem Text in Wirklichkeit die jüngere Geschichte des Irak mit einem klaren Schwerpunkt auf der Zeit seit 2003. Dass es dabei in letzter Konsequenz auch um das entstandene Kalifat des Islamischen Staates geht, ist natürlich kein Zufall, denn der Autor beweist, dass dieses Kalifat der Ausfluss einer katastrophal gescheiterten Politik der USA und ihrer Verbündeten ist. Und um genau dieses Scheitern, seine Ursachen, seine Kosten und seine Folgen geht es hier. Zur Erinnerung: Nachdem die Weltöffentlichkeit vor der UNO dreist belogen wurde, überfielen die USA und einige ihrer Verbündeten den Irak, um dem damaligen Diktator Saddam Hussein seine angeblichen Massenvernichtungsmittel zu entreißen und die Welt vor dessen behaupteter Zusammenarbeit mit der islamischen Terrororganisation Al Qaida zu schützen. Es wurden nach dem Sieg der USA weder biologische, noch nukleare Massenvernichtungsmittel, noch Beweise für eine solche Zusammenarbeit präsentiert. Stattdessen zerstörte dieser Krieg einen eigentlich sowieso schon nicht lebensfähigen und nur durch eine Diktatur zusammengehaltenen Staat endgültig. Dem sich daraus entwickelnden Chaos stehen die USA bis heute machtlos gegenüber. Dieser Prozess wird im Buch eindrucksvoll und sehr detailliert beschrieben. Was sind nun die Kosten dieses Fehlschlages? Auf Seite 274 findet der Leser folgende Aufstellung: "Seit 2003 hatten 1,5 Millionen US-Soldaten im Irak gekämpft, 4448 von ihnen starben, 30.000 wurden teils schwer verletzt und weitere 30.000 sind Opfer schwerer posttraumatischer Erkrankungen (...) geworden. Laut offiziellen Angaben ... bezahlten die USA ca. 880 Milliarden US-Dollar für Irak-Engagement." Damit sind aber die wahren Kosten der USA noch lange nicht erfasst. Studien einer US-Universität berechnen Folgekosten für die Behandlung der Verletzten bis 2050 auf weitere 900 bis 1.500 Milliarden Dollar. Die Kosten für den Irak und seiner Bewohner belaufen sich angeblich auf 138.000 Tote und mehrere Millionen Flüchtlinge. Und auf ein völlig zerstörtes Land, das als Staat faktisch nicht mehr existiert. Sollte es tatsächlich das Kriegsziel der USA gewesen sein, den islamischen Terror zu bekämpfen, dann haben sie bei all den Kosten genau das Gegenteil erreicht: Erstmals entstand ein islamisches Kalifat, das mit modernsten Waffen und ungeheuren Finanzmitteln ausgerüstet ist und so seinen Terror nicht nur in der Region, sondern bis weit darüber ausbreiten kann und wird. Das grandiose Scheitern der USA beruht auf ständigen essentiellen Fehleinschätzungen der Lage und den daraus resultieren Schritten sowie auf einer unfassbarene Ignoranz, die ziemlich eindeutig größenwahnsinnige Züge besitzt. Wenn es dafür eines Beweises bedarf, dann bringt ihn allein der Begriff "nation building" schon hervor. Dieser Begriff, mit dem umschrieben werden soll, wie man in einem überfallenen und besiegten Land eine neue Nation gottgleich nach westlichem Vorbild formen möchte, ist ungefähr so aberwitzig wie "financial engineering" oder andere Schöpfungen aus US-Denkfabriken. Sie alle beruhen auf einem Weltbild, das nur in den Köpfen seiner Schöpfer existiert, aber nicht in der Realität. Man kann in diesem Buch detailliert nachlesen, wie, angefangen von der falschen Truppenstärke der US-Invasoren über die Kaltstellung der ehemaligen sunnitischen Führungselite bis zur Installation eines völlig korrupten Regimes, alles, was schief laufen kann, auch schief lief. Das Irak-Engagement der USA, wie es der Autor umschmeichelnd nennt, ist ein klassisches Beispiel dafür, wie man durch einen direkten oder indirekten Krieg ausgehend von einer völlig falschen Lageeinschätzung begleitet durch permanente Selbstüberschätzung eine ganze Region destabilisieren kann. Man muss dem Autor dieses Buches dankbar dafür sein, dass er sich die Mühe gemacht hat, diesen exemplarischen Vorgang so ausführlich zu beschreiben. Allerdings verblüfft auch in diesem Buch die Selbstverständlichkeit, mit der ein direktes oder indirektes Eingreifen des Westens in andere Staaten toleriert wird. Begriffe wie "nationale Sicherheit" werden offenbar nur für sich selbst beansprucht und gleich einmal auf die ganze Welt ausgedehnt, während man gerne andere Staaten (ob nun berechtigt oder nicht) als Diktaturen bezeichnet und daraus für sich das nicht vorhandene Recht ableitet, dort einzugreifen, um mit "nation building" anderen das eigene System aufzudrücken. Gekrönt wird das Ganze dann am Ende dadurch, dass die USA und mit ihnen der größte und angeblich beste Geheimdienst der Welt völlig vom Auftreten und der Stärke des IS überrascht gewesen sein sollen. Auch wenn man nicht immer mit dem Autor einer Meinung sein muss, so ist dieses Buch eine überragende Beschreibung der Ereignisse im Irak der letzten Jahre. 

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