Wilfried Steiner Bacons Finsternis

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Inhaltsangabe zu „Bacons Finsternis“ von Wilfried Steiner

Bei einer Ausstellung im Kunsthistorischen Museum in Wien sieht Arthur Valentin, der seit Monaten erfolglos über die Trennung von seiner Frau Isabel hinwegzukommen versucht, erstmals Werke von Francis Bacon. Die Darstellung von Schmerz und Leidenschaft im Werk des Malers fasziniert ihn. In der Tate Gallery in London entdeckt er zufällig seine Exfrau in Begleitung seines Widersachers und kommt dabei einem geplanten Kunstraub in der Speicherstadt in Hamburg auf die Spur ... Ein Liebes-, Kunst- und Spannungsroman über kriminelle Leidenschaften - blendend erzählt, intelligent und überaus unterhaltsam.

Tiefgründiger, kunstbezogener, gut geschriebener Roman mit sympathischer Hauptfigur.

— Federchen
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  • Rezension zu "Bacons Finsternis" von Wilfried Steiner

    Bacons Finsternis
    zimmer

    zimmer

    09. August 2010 um 11:31

    Arthur Valentin ist einsam. Zuerst verlässt ihn seine Frau Isabel, direkt anschließend seine Lebensfreude. Die folgenden Wochen verbringt er isoliert, im ewigen Blues -- beinah ein "High Fidelity" für Intellektuelle -- umgeben nur von Isabels Hinterlassenschaften: B-Movies und Punkrock. Das unausweichliche Aufrappeln und Mut fassen bringt ihn zu seiner ersten Tätigkeit abseits des Abschottens in der alten, ehemals gemeinsamen Wohnung: Arthur besucht eine Ausstellung von Francis Bacon. Und aller Ironie zum Trotz findet er gerade in den surrealen Gemälden des britischen Künstlers seinen Frieden: Die Figuren Bacons, frei von sämtlicher Existenz an Sinn und Erlösung geben dem Antiquar neuen Antrieb, neuen Lebensmut, ein Ziel und lösen obendrein eine wahrhafte Obsession aus. So tourt Arthur als Bacon-Groupie den Bildern durch ganz Europa nach, weiß allerdings noch nicht, dass ihn dies wieder näher an Isabel bringt, als ihm eigentlich lieb ist... Es ist schön, wenn man an ein Buch ohne Erwartungen rangeht und binnen kürzester Zeit angenehm überrascht wird. Noch schöner ist es allerdings, wenn ein Buch mittendrin immer wieder von neuem überrascht: Die anfängliche Beziehungsaufarbeitung wird schnell zum melancholischen Kunstroman und nimmt später über weite Strecken sogar Thriller-Züge an. Dazwischen versteht sich Bacons Finsternis durchaus auch als (äußerst zitatreiche) Biographie, die Francis Bacons Leben und Schaffen nicht nur näher beleuchtet sondern auch gekonnt mit der übergreifenden Handlung verbindet. Am Nachhaltigsten sind allerdings Steiners detaillierte Beschreibungen der Gemälde, die fernab von überspitzer Kunstkritik vor allem sehr emotional geraten sind. Ich kannte vorher kein Bild des Malers, doch die Bilder, die der Autor mit Worten kreiert waren besonders eines: Gewaltig. Diese Sprünge im Handlungsablauf können vielleicht für den einen oder anderen Leser sperrig wirken und ein wenig den Zugang zur Geschichte verwehren, sind allerdings für meinen Geschmack äußerst rund gehalten und fügen sich nahtlos in das Gesamtgeschehen ein. Vor allem wird es auch nie schulmeisternd oder verkopft, sondern bleibt durchwegs hingebungsvoll. Ein gutes Stichwort für die Figur des Arthur Valentin, dessen Entwicklung vor allem zeigt, dass durch obsessive Hingabe oft die eigene Person auf der Strecke bleiben kann. So ist Bacons Finsternis vor allem eines: Eine Liebesgeschichte. Von der Liebe zu einer Frau, der Liebe zur Kunst, und am Ende auch der Liebe zu sich selbst, die man leider viel zu oft vernachlässigt.

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