Wilhelm Genazino

 3.8 Sterne bei 622 Bewertungen
Autor von Ein Regenschirm für diesen Tag, Die Liebesblödigkeit und weiteren Büchern.
Autorenbild von Wilhelm Genazino (©Annette Pohnert / Carl Hanser Verlag)

Lebenslauf von Wilhelm Genazino

Wilhelm Genazino wurde am 22. Januar 1943 in Mannheim geboren. Nach dem Abitur arbeitete er zunächst als freier Journalist, dann als Redakteur bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften, zuletzt bei der Satire-Zeitschrift Pardon. Wilhelm Genazino schloss ein Studium der Germanistik, Soziologie und Philosophie ab. Seit 1971 ist er als freier Schriftsteller tätig. 1990 wurde Genazino ein Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung in Darmstadt. 2004 nahm man ihn in die Bayerische Akademie der Schönen Künste auf. Wilhelm Genazino lebt heute in Frankfurt.   Sein Werk wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Georg-Büchner-Preis, dem Kleist-Preis und dem Fontane Preis. 2011 ist er für den deutschen Buchpreis nominiert. Bei Hanser erschienen zuletzt die Romane "Ein Regenschirm für diesen Tag" (2001), "Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman" (2003), "Die Liebesblödigkeit" (2005), "Mittelmäßiges Heimweh" (2007) und "Das Glück in glücksfernen Zeiten" (2009).  

Alle Bücher von Wilhelm Genazino

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Cover des Buches Ein Regenschirm für diesen Tag9783423130721

Ein Regenschirm für diesen Tag

 (136)
Erschienen am 01.04.2003
Cover des Buches Die Liebesblödigkeit9783423252843

Die Liebesblödigkeit

 (107)
Erschienen am 17.06.2008
Cover des Buches Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman9783446202696

Eine Frau, eine Wohnung, ein Roman

 (69)
Erschienen am 10.03.2003
Cover des Buches Das Glück in glücksfernen Zeiten9783423139502

Das Glück in glücksfernen Zeiten

 (63)
Erschienen am 01.02.2011
Cover des Buches Mittelmäßiges Heimweh9783446251472

Mittelmäßiges Heimweh

 (49)
Erschienen am 16.11.2015
Cover des Buches Wenn wir Tiere wären9783423142427

Wenn wir Tiere wären

 (30)
Erschienen am 01.08.2013
Cover des Buches Das Licht brennt ein Loch in den Tag9783499226946

Das Licht brennt ein Loch in den Tag

 (23)
Erschienen am 03.01.2000
Cover des Buches Abschaffel9783446242319

Abschaffel

 (22)
Erschienen am 01.11.2012

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Neue Rezensionen zu Wilhelm Genazino

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Rezension zu "Die Liebesblödigkeit" von Wilhelm Genazino

"Die Überlebenden müssen beruhigt werden."
The iron butterflyvor 3 Monaten

Für einen Apokalypse-Spezialisten lebt der zweiundfünfzigjährige Protagonist ein sehr beschauliches, unaufgeregtes Leben. Auf Spaziergängen durch die Stadt beobachtet er sehr genau das Leben, das im schnellen Vorbeihasten nicht präsent wäre, ihm jedoch sehr deutlich ins Auge sticht. Die Vorbereitung seiner Vorträge und die Organisation der Veranstaltungen nehmen ihn in Beschlag, denn Apokalypse ist gerade wieder einmal gefragt. Dies ist leider nicht immer so, aber er lebt sein Leben bescheiden, gönnt sich jedoch den Gefühlsluxus von zwei völlig unterschiedlichen Geliebten, die nichts voneinander ahnen. Sowohl Sandra, als auch Judith, sind ihm seit vielen Jahren bekannt und er konnte in ausreichendem Maß an ihren Leben teilnehmen, um zu erkennen, dass jede der beiden für ihn eine andere Art von Komfort und Glückseligkeit anbietet. Bislang ging das alles gut, alle leben ihr Leben, alle scheinen zufrieden. Doch die Zeit schreitet voran und das Alter bringt zum Beispiel bei ihm Krampfadern mit sich, die man eventuell stationär behandeln lassen sollte. Ein Zusammentreffen der beiden Geliebten am Krankenbett wäre nun tatsächlich ein apokalytischer Akt und muss unbedingt zum Schutz aller Beteiligten verhindert werden. Eine Entscheidung muss gefällt werden.

Genazino beschreibt nicht nur die Protagonisten, sondern auch diese sympathische Zwickmühle sehr klug und mit feiner Ironie. Bis zum Ende verfolgte ich gespannt das Geschehen um die Liebesblödigkeit. Wilhelm Genazino – immer wieder gerne.


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Rezension zu "Ein Regenschirm für diesen Tag" von Wilhelm Genazino

Eine Geschichte ohne Anfang und Ende
YaseminNoelvor einem Jahr

Der Luxusschuhtester ohne Namen philosophiert  mit neuen Schuhen an den Füssen, als Ich-Erzähler über das Leben, seine verflossenen Liebschaften und seine ungenehmigte Teilhabe am Leben.
Diese Geschichte ist so absurd philosophisch und doch so alltäglich, dass ich nach anfänglicher Verwunderung immer mehr lachen musste. Ich habe die 174 Seiten einfach durchgelesen und fühlte mich dabei erstaunlich gut unterhalten. Obwohl die Geschichte keinen Anfang, kein Ende und ansonsten auch keinen erkennbaren roten Faden besitzt, hat mich Genzianos Beobachtungsgabe überrumpelt. Mir fallen nun Begebenheiten in meinem täglichen Leben auf, die ich zuvor nicht gesehen habe. Was kann ein Buch mehr erreichen?

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Rezension zu "Bei Regen im Saal" von Wilhelm Genazino

Gratwanderung
Duffyvor 2 Jahren

Reinhard, promovierter Philosoph in den Mittvierzigern, hangelt sich von einem Gelegenheitsjob zum anderen. Das ist bezeichnend für seine Unfähigkeit, sich festzulegen und dem Leben eine überschaubare Richtung zu geben. Obwohl er sich in der Rolle als „Überwinder“, in der er anderen, vorrangig alleinstehenden Damen bei der Bewältigung außerordentlicher Ereignisse zur Seite steht, am ehesten findet, kann er diesen Job bei sich nicht machen. Sehr zum Leidwesen seiner Freundin Sonja, die ihm diesen unsteten Stil so lange zum Vorwurf macht, bis die Beziehung scheitert. Reinhard muss also fortan seine Ausflüge ins Abseits der Gesellschaft alleine machen, setzt diesen Weg auch fort, muss aber Reflexionen ertragen, die ihn immer wieder bis an die Grenze führen, an der ein Umschwenken noch möglich ist.

In kurzer und prägnanter Sprache lässt Genazino seinen Protagonisten durch die Welt taumeln, ihn die Fassungslosigkeit formulieren, die ihn bei den einfachsten Beobachtungen im Griff hat. Aber auch die fulminanten Wahrheiten, oft nur in unscheinbaren Nebensätzen versteckt, geben dem Buch den Charakter einer „kalkulierten“ Unberechenbarkeit. Das ist hohes stilistisches Niveau, das man von diesem Autor gewohnt ist, gewürzt mit einem untergründigen Humor, den der Leser als Nebeneffekt so manches Mal erst beim zweiten Lesen bemerkt. Wie nahe das soziale Abseits den eigensinnigen Vorstellungen des Erzählers kommt, erstaunt immer wieder und so löst sich am Ende nicht alles auf, was sich die Hauptperson im Laufe des Buches fragt (oder nicht fragt). Seine Entscheidungen allerdings, die er treffen muss, um Richtungen zu finden, die liegen offen vor ihm. Das Buch endet zwischen Kompromiss und Hoffnung.

Ein weiteres Werk des genau beobachtenden Genazino, mit dem er seine Zugehörigkeit in die Liga der unverzichtbaren Literaten in diesem Land untermauert hat.

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Wilhelm Genazino wurde am 21. Januar 1943 in Mannheim (Deutschland) geboren.

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