Wilhelm Genazino Das Glück in glücksfernen Zeiten

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Inhaltsangabe zu „Das Glück in glücksfernen Zeiten“ von Wilhelm Genazino

»Ein schrecklich guter Krisenroman.« FocusDer Arbeitsmarkt kennt keine Gnade, erst recht nicht für promovierte Philosophen. Daher nimmt Gerhard Warlich einen Job in einer Großwäscherei an und richtet sich ein in seiner wenig aufregenden, aber sicheren Existenz. Doch als sich seine Freundin Traudel ein Kind wünscht, gerät Warlich, der am liebsten nur halbtags leben möchte, völlig aus dem Tritt. Genazino erzählt diese Geschichte eines traurigen Helden, eines an Details leidenden Alltagsmelancholikers, und seiner viel weniger traurigen Freundin mit verblüffender Lakonie.

Der Alltag, in all seiner Banalität, beobachtet und beschrieben mit wunderschönen Worten.

— LaTraviata
LaTraviata

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  • Rezension zu "Das Glück in glücksfernen Zeiten" von Wilhelm Genazino

    Das Glück in glücksfernen Zeiten
    WinfriedStanzick

    WinfriedStanzick

    15. April 2011 um 12:25

    Die Romane von Wilhelm Genazino kennen keine glorreichen Helden, sie beschreiben keine romantischen oder gar leidenschaftlichen Liebesbeziehungen, sie handeln nicht von den Gewinnern dieser Welt. Immer wieder richtet der Frankfurter Schriftsteller seinen literarischen Blick auf die Außenseiter, nicht unbedingt jene, die gänzlich aufgegeben und verloren außerhalb der Gesellschaft leben. Nein, seine Figuren leben mitten in der Gesellschaft, gehen einem Beruf nach, haben eine Beziehung oder sind verheiratet. Sie mühen sich alle miteinander so gut es geht um ein gutes Leben, manchmal suchen sie auch nach Sinn und fragen sich , was das nun alles soll mit dieser existentiellen Tristesse. Denn darunter leiden sie alle: ich nenne es existentielle Tristesse. So auch die Hauptfigur des neuen, vorliegenden Romans, Gerhard Warlich. Er ist promovierter Philosoph, kann das auch nie verleugnen, was seiner Lebenszufriedenheit nicht unbedingt weiterhilft, und arbeitet seit vielen Jahren als Leiter einer Wäscherei, nachdem er nach dem Studium dort als Aushilfsfahrer angefangen und ohne viel dafür zu tun, allein durch seine natürlich Intelligenz aufgestiegen ist. Es ist kein aufregendes, aber ein absolut sicheres Dasein, das er da führt. Er lebt seit langem zusammen mit Traudl, einer lebensklugen und sympathischen Frau, die Gerhard Warlich so zu nehmen gelernt hat, wie er ist. Doch als sie ihm eines Tages ihren Wunsch nach einem Kind gesteht, gerät seine ganze, doch so sicher geglaubte Existenz ins Wanken. Er weiß nicht, was er tun soll, und sein Leben gerät aus dem Gleis. Eine mit viel Ironie erzählte Geschichte. Genazino denunziert seine Figuren nicht und er liebt sie auch nicht; er beschreibt, was er beobachtet, vielleicht auch angereichert durch viele eigene Lebenserfahrungen, und was ihn beschäftigt. Er hat eine gleichsam natürliche Solidarität mit diesen schrägen Typen seiner Bücher, die Menschen, die nur auf der Sonnenseite leben und die anderen nicht sehen wollen oder können, fremd bleiben wird. So gesehen sind die Romane Genazinos nicht jedermanns Ding. Sollen sie auch nicht. Dennoch, es bleibt Hoffnung. Warlich sagt am Ende: "Eine Art Glück durchzittert mich. Offenbar kann ich, trotz allem, immer noch wählen, wie ich in Zukunft leben will." Warum er das sagt, wird nicht verraten. Wichtig ist, dass man sich entscheiden kann im Leben. Es gibt immer eine Alternative. Niemand ist der Sklave seines Schicksals.

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  • Rezension zu "Das Glück in glücksfernen Zeiten" von Wilhelm Genazino

    Das Glück in glücksfernen Zeiten
    ninchen1809

    ninchen1809

    30. December 2010 um 20:48

    Gerhard Warlich ist promovierter Philosoph und arbeitet seit Jahren als Leiter in einer Wäscherei, in der er damalig als Ausfahrer begonnen hatte. Er lebt mit seiner Freundin Traudel zusammen, mehr oder weniger glücklich. Sie möchte ihn heiraten, weil ihre Mutter sich das wünscht, viel eher wünscht sie sich ein Kind von ihm. Damit ist er vollends überfordert und sein Leben gerät ins Wanken, bis er sogar seinen Job verliert. W. Genazino ist ein bemerkenswerter Autor. Mit der Figur des Gerhard Warlichs schafft er einen traurigen und einsamen Menschen, der allein durch Betrachtungen seiner Mitmenschen und der Welt lebt und bestimmte Vorstellungen von seinem Leben hat, ohne seine Wünsche oder Träume umzusetzen. Die alltäglichen Gegebenheiten werden mit viel Ironie und Sarkasmus beschrieben bzw. analysiert. Ganz neue Sichtweisen auf bestimmte Dinge werden geschaffen, die einen schmunzeln, aber auch manchmal erschrecken lassen. Die Lektüre dieses besonderen Buches war ein großes Vergnügen.

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  • Rezension zu "Das Glück in glücksfernen Zeiten" von Wilhelm Genazino

    Das Glück in glücksfernen Zeiten
    Herr_Specht

    Herr_Specht

    15. April 2010 um 23:35

    Liebe, Glück, Reflexion, Philosophie, Beziehung, Psychiatrie, Zufriedenheit

  • Rezension zu "Das Glück in glücksfernen Zeiten" von Wilhelm Genazino

    Das Glück in glücksfernen Zeiten
    loosli

    loosli

    13. January 2010 um 20:47

    Der Autor hat eine umwerfende Sprache, die so klug und intelligent daherkommt, dass leider dabei die Geschichte nicht ganz mithalten kann. Schade.

  • Rezension zu "Das Glück in glücksfernen Zeiten" von Wilhelm Genazino

    Das Glück in glücksfernen Zeiten
    Sandra1981

    Sandra1981

    14. November 2009 um 22:35

    Dieses Buch beschreibt - ja was eigentlich? Einen Mann in der Midlife Crisis? Ein Paar in einem schwierigen Beziehungsstatus? Genazino kann man nicht zusammenfassen, man muss ihn lesen. Das lohnt sich allein schon wegen der starken sprachlichen Bilder im Buch. Von absolut banalen Beobachtungen bis zu nahezu philosophischen Betrachtungen. Das Buch hat mich zwar leicht verwirrt zurückgelassen, aber doch mit einem positiven Gefühl. Lesenswert!

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  • Rezension zu "Das Glück in glücksfernen Zeiten" von Wilhelm Genazino

    Das Glück in glücksfernen Zeiten
    Die Buchprüferin

    Die Buchprüferin

    01. September 2009 um 14:42

    Schon als Kind hatte ich ein Faible für verschrobene Menschen, für Außenseiter, für Leute, die aus ihrem Leben etwas anderes machen, als die Gesellschaft von ihnen erwartet. Gerhard Warlich ist als promovierter Philosoph schon früh in einer Großwäscherei gelandet und dort auch hängen geblieben. So wie die alte Hose - die er eigentlich immer noch gern tragen würde, die von seiner Freundin Traudel aber schon bald durch eine neue ersetzt werden soll – auf dem Balkon hängt, um dort vor seinen Augen zu verwittern. Als „Verwesungskünstler“, malt er sich aus, würde er solche Vorgänge gern öfter herbeiführen, schließlich hat er ein gewisses, ihn traurig durchströmendes Interesse an der Vergänglichkeit. Dummerweise ist er aber kein Verwesungskünstler. Überhaupt: Nichts von dem, was er ist, ist er richtig. Weder ist er so richtig Traudels Freund noch mit ganzen Herzen Leiter der Wäscherei, weder ist er glücklich noch unglücklich, weder will er irgendwas noch will er irgendwas nicht. Gerhard ist ein Schwebender. Und mit ebenso großartiger wie banaler Geste macht uns das der Autor klar. Mit seinen 41 Jahren wirft Gerhard wehe Blicke in seine Kindheit, auf seine Mutter und den Muttertrost, den er an ihrem weichen Busen empfand, auf seinen Vater, der ab und zu im Nachthemd durchs Zimmer schlurfte und dessen Schweigen in Gerhards Verständnis eine „Stellungnahme gegen alle drei Kinder war“. Ja, das ist schon betrüblich. Und so ist das ganze Buch ein einziges Abwärts. Natürlich kein Abwärts, wie man es aus Actionfilmen kennt, sondern ein schwebendes. Die distanzierte Haltung des Protagonisten zur Welt, der ständig nur zuschaut, weil er aufs Handeln verzichtet, und dabei ständig etwas empfindet, meist etwas Melancholisches, schlägt sich selbst in der Sprache nieder. Sehr oft heißt es: „Ich denke“ und „Danach beschäftigt mich“ und „Ganz zum Schluß taucht die Frage auf, ...“ - er beobachtet sich also sogar beim Denken. Distanziertheit und ein Hauch Überheblichkeit sprechen auch aus steifen Formulierungen wie „Es quält mich mein unangebrachtes Mitleid“ oder „Es gefällt mir die Art, wie sich der Bauer das Brot eng an den Körper drückt“. Darin spiegelt sich für mich die Attitüde eines lebensüberdrüssigen Melancholikers, der abwinkt, während er gleichzeitig noch ein paar matte Versuche unternimmt, dem kleinsten Krümel etwas abzugewinnen. Wirklich, kaum war die erste Hälfte vorbei, die ich mit großem Vergnügen verschlungen habe, hat mich das alles zunehmend wahnsinnig gemacht. Mag sein, dass genau das die Absicht des Autors war – ich habe sonst noch nichts von ihm gelesen -,wenn, dann ist es ihm bei mir hervorragend gelungen. Schön, fast genial fand ich die Sprache und Ehrlichkeit der Liebesszenen, die das meiste übertreffen, was sich Autoren sonst so im Sexszenensektor abringen. Auch die Beschreibung anderer intimer Handlungen – einmal nimmt er in seinem Wäschereibüro zum Trost ein Schamhaar von Traudel in den Mund, das er dort hinterlegt hat -, wirkt in ihrer Authentizität wunderbar und äußerst anrührend. Wie mich überhaupt der ganze hier geschilderte Mensch anrührte (zumindest bis zur Hälfte des Buches). Denn Unehrlichkeit kann man ihm bestimmt nicht vorwerfen. Im Gegenteil, seine Beobachtungen treffen den Leser nackt und völlig ohne Vorspiegelung leistungsgesellschaftskonformer Tatsachen. Bloß konnte ich es mit diesem Menschen keine einzige Sekunde länger aushalten als bis Seite 158. Dort endet das Buch schließlich – übrigens mit einem Satz, der für mich so wenig zum Buch passt wie nur möglich. Den Außenseiter, dem ich in Büchern wie „Extrem laut und unglaublich nah“ begegnen kann, der zwar keine geraden, straffen Wege gehen kann, sich aber aktiv seinen eigenen krummen und spannenden sucht, habe ich hier nicht gefunden. Das kann ich dem Autor natürlich nicht vorwerfen. Ich muss ihn aber auch nicht unbedingt weiterlesen.

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  • Rezension zu "Das Glück in glücksfernen Zeiten" von Wilhelm Genazino

    Das Glück in glücksfernen Zeiten
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    14. August 2009 um 20:19

    An dieser Stelle kann und will ich nicht über die Handlung des Buches sprechen. Also kein „unser Protagonist ist…“ sondern ein „bitte lest das Buch selbst“ und überzeugt euch von der Genialität Genazino und seinem literarischen Können. Er verpackt das Alltäglich auf eine wunderschöne Weise. Er beobachtet: genau, ironisch, mit viel Feingefühl und zeigt uns somit, wie schön doch das Kleine, das Unauffällige (und die Deutsche Sprache) sein kann.

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  • Rezension zu "Das Glück in glücksfernen Zeiten" von Wilhelm Genazino

    Das Glück in glücksfernen Zeiten
    Jolanda

    Jolanda

    29. May 2009 um 16:58

    Der 41 Jährige Gerhard Warlich der als Organisationsleiter einer Großwäscherei arbeitet sinniert über sein Leben. Er hat eine Freundin die nicht nur die Einrichtung der gemeinsamen Wohnung bestimmt, sondern auch über seine Kleider und kommt wie aus heiterem Himmel Gerhard mit einem Kinderwunsch.Das wirft ihn erst mal aus seinem konzepierten Leben und er der Philosoph sieht das Leben nun in einer etwas anderen Sichtweise. Und er wird mit und von seinen Gedanken bsi zum Wahnsinn getrieben . Das Buch pendelt zwischen Komik und Tragik, wunderbar in einen tollen Schreibstil und gut ausgeglichen. Gerhard Warlich findet das Glück in ausgerechnet dann , als es ihm am dreckigsten geht, als er feststellt, dass er, trotz allem eine Wahl hat. Es war sehr angenehm von diesen deutschen Autoren mit wenigen Seiten vermittelt bekommen zu haben , das das Glück einem viel näher ist als man denkt. Mein Fazit: absolut empfehlenswert und regt zum nachdenken an

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