Wilhelm Genazino Mittelmäßiges Heimweh

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Inhaltsangabe zu „Mittelmäßiges Heimweh“ von Wilhelm Genazino

»Abermals große, makellose Literatur « FAZEines Tages verliert Dieter Rotmund ein Ohr. Doch das ist gar nicht so schlimm, denn ihm ist Wichtigeres abhanden gekommen: Seine Gefühle sind nur noch mittelmäßig. Genazino erzählt von einem Mann, dessen Leben auseinanderbricht und der nur hilflos zusehen kann. Der lakonische Chronist des Alltags tut dies gewohnt souverän, unprätentiös und mit viel Sinn für die komischen Seiten des Unglücks.

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  • Ein mäßiges Buch über Verluste

    Mittelmäßiges Heimweh
    Duffy

    Duffy

    26. June 2015 um 17:19

    Dieter Rotemund ist Controller, hat eine Frau im Schwarzwald, wo er jedes Wochenende hinfährt und eine Tochter. Außerdem hat er wenig Geld und könnte sich das alles gar nicht leisten, denn zwei Haushalte kosten. Deswegen fährt er mit der Bahn auch immer schwarz. Dann verliert er einfach so ein Ohr. Als sich herauskristallisiert, dass sich seine Ehe dem Ende nähert, wird er zum Finanzdirektor befördert. Obwohl er nun Geld hat, spart er Kosten, weil er nicht mehr zu seiner Frau fährt. Außerdem verliert er auch noch den kleinen Zeh. Und stellt fest, dass alle seine Gefühle mittelmäßig geworden sind. In einem Roman mit wenigen Dialogen schildert Genazino die Misere des Protagonisten auf eine melancholische, teilweise auch recht amüsante Art und Weise, kann aber nicht verhindern, dass die ganze Geschichte einfach so vor sich hinplätschert. Auch die Liebschaft, die Rotemund eingeht, bringt nicht die rettende Farbe in die Geschichte, die im Verlauf immer grauer und gleichförmiger wird. Zweifellos ist Genazino ein sehr guter und aufmerksamer Erzähler, aber hier hat man das Gefühl, dass es nicht reicht, 190 Seiten zu füllen.

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  • Über Mittelmäßigkeit und Melancholie

    Mittelmäßiges Heimweh
    GreenTea

    GreenTea

    04. August 2013 um 11:30

    Wilhelm Genazino erzählt in "Mittelmäßiges Heimweh" die Geschichte von Dieter Rotmund, dessen Unglück damit beginnt, dass er eines Tages einfach so ein Ohr verliert. Sein Ohr liegt plötzlich in einer Kneipe unter dem Tisch und Rotmund nimmt es ungerührt, gelassen und teilnahmslos hin. Der Verlust des Ohrs ist, unschwer zu erkennen, als Symbol zu lesen und der Beginn einer Geschichte, die weitere Verluste aufzuweisen hat.  Denn Rotmunds Privatleben gerät auch an anderen Fronten aus den Fugen. Obwohl es beruflich zunächst nicht schlecht für Dieter Rotmund läuft, ist auch diese Welt nicht problem- und reibungslos für ihn zu ertragen. (Mehr kann fast nicht gesagt werden, um nicht zu viel zu verraten.) Am Beispiel Dieter Rotmunds beschreibt Genazino schonungslos und auf typisch-ironische Genazino-Art die alltägliche Tragik des Lebens. Dabei ist die Beschäftigung mit Gefühlen der Mittelmäßigkeit und der Melancholie, die wohl jeder in seinem Leben schon einmal gehabt haben dürfte, erklärtes Ziel der Erzählung. Ist Mittelmäßigkeit schlimm? Was macht Mittelmäßigkeit aus uns? Kann man Mittelmäßigkeit ignorieren? Im Mittelpunkt der Erzählung steht ein zerfallendes bürgerliches Leben, die Aussage der Erzählung ist jedoch durchaus positiv. Wenn wir es schaffen, über uns selbst lachen zu können, was soll schon passieren?    Genazinos Erzählung kann keinen wirklichen Spannungsbogen aufweisen, jedoch passt dieser Umstand wieder zum Thema der Mittelmäßigkeit: Die Erzählung plätschert vor sich hin, es passiert nicht wirklich viel, was auf der einen Seite das Thema der Erzählung unterstreicht, auf der anderen Seite aber auch den einen oder anderen Leser ungeduldig werden lassen könnte.  Fazit: Wer eine Geschichte voller Spannung sucht, ist mit "Mittelmäßiges Heimweh" schlecht beraten. Wer jedoch eine sprachlich ausgefeilte Erzählung voll feiner Ironie und trockenem Humor lesen möchte, sollte hier ruhig zugreifen!  

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  • Rezension zu "Mittelmäßiges Heimweh" von Wilhelm Genazino

    Mittelmäßiges Heimweh
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    29. March 2009 um 17:54

    Dieses kleine Büchlein hat unter den Literaturkritikern helle Begeisterung hervorgerufen. So schrieb z. B. die FAZ: "Ein Glücksfall von einem Roman." Und in der Tat ist dieses, mit dem "Corine"-Belletristik-Preis des ZEIT-Verlages ausgezeichnete Werk, eine lesenswerte Darstellung von Scheitern und Auferstehung. Mit dem feinen Gespür für die Tragik des Alltäglichen schildert Genazino den Zerfall des bürgerlichen Lebens des Hauptprotagonisten Dieter Rotmund. Am Anfang des Romans steht der Verlust seines eigenen Ohres, welches plötzlich und ohne Vorwarnung in einer Kneipe unter dem Tisch liegt. Dieter Rotmund ist sofort klar, daß es sich um sein Ohr handelt. Jedoch verspürt er keinen Schmerz und kann sich auch nicht erklären, wie es dazu kommen konnte, daß ihm nun ein Ohr fehlt. Und dies wird nicht sein einziger Verlust im Laufe der Geschichte bleiben. Und auch bei allen anderen wird er nicht verstehen, warum ausgerechnet ihn dieses Schicksal trifft. Seine Frau, die schon lange im Schwarzwald wohnt und mit der er eine Wochenendbeziehung führt, wird sich von ihm trennen, weil sie einen Liebhaber hat und wie so oft hat diese Trennung auch eine nicht unwesentliche Auswirkung auf sein Verhältnis zu seiner kleinen Tochter. Obwohl er gerade zum neuen Finanzdirektor seiner Firma ernannt wurde, läuft nichts nach Plan. Nun sollte man annehmen, dies würde Herrn Rotmund aus der Bahn werfen und er würde versuchen, zu retten, was zu retten ist. Aber nein, er nimmt alles scheinbar gelassen hin, so, als würde dieses, aus den Fugen geratene Leben, nicht seins sein. Obwohl er anfangs in gewisser Hinsicht trauert, wandeln sich seine starken Gefühle recht bald in mittelmäßige Emotionen. Erst die Begegnung mit Sonja, seiner Vormieterin, läßt ihn wieder ein wenig lebendiger werden. Doch es sollen noch weitere Verluste folgen. Die Geschichte des Dieter Rotmund folgt keinem großen Spannungsbogen, doch die subtile und ironische Beschreibung des Wandels seiner Gefühle läßt sicher die meisten Leser mit ein wenig Lebenserfahrung mit dem Eindruck zurück, diese Leere auch schon selbst gespürt zu haben und die Mittelmäßigkeit des eigenen Lebens, der eigenen Verluste somit mit Humor nehmen zu können.

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  • Rezension zu "Mittelmäßiges Heimweh" von Wilhelm Genazino

    Mittelmäßiges Heimweh
    ArnieQ

    ArnieQ

    28. April 2008 um 10:20

    Ein wirklich gutes Buch! Es geht um Einsamkeit, ein sich im Scheitern befindliches Leben, welches oberflächlich von außen betrachtet in Ordnung zu sein scheint. Innerlich kämpft der Protagonist mit Auflösung, welches sich nicht nur durch abfallende Körperteile bemerkbar macht. Dazu eine große Portion bitterer Humor. Sehr gut gefallen haben mir die Detailbeobachtungen. Kenne ich gut, habe ich in einer Krisenphase auch mal so gemacht. Nichts für Gemüter, die gerade selbst an Einsamkeit leiden. Allen anderen sei es wärmstens empfohlen. Sehr lesenswert und vermutlich gar nicht so unrealistisch heutzutage.

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  • Rezension zu "Mittelmäßiges Heimweh" von Wilhelm Genazino

    Mittelmäßiges Heimweh
    ChiefC

    ChiefC

    09. October 2007 um 14:33

    Ein Mann zerfällt. Erst verliert er ein Ohr, einfach so. Nein, natürlich nicht einfach so. Der Verlust des Ohres sowie evt. weiterer Körperteile steht natürlich symbolhaft für einen ganz anderen Auflösungsprozess: Die Ehe geht kaputt, die Beziehungen am Arbeitsplatz sind von Distanz gekennzeichnet, weil der Protagonist nicht gut auf andere zugehen kann. Einen Großteil der Spannung erhält das Buch natürlich durch die bange Frage, ob der Anti-Held noch weiterer Körperteile verlustig gehen wird, ob er am Schluss als totales Wrack dastehen wird... Marie-Luise Kaschnitz hat für eine Kurzgeschichte mal einen ähnlichen Plot verwendet: Die zunehmende Einsamkeit und Gefühlslosigkeit der Heldin geht einher mit wachsender körperlicher Unempfindlichkeit. Kaschnitz' Geschichte hat mich seinerzeit sehr berührt. Genazinos Roman lässt mich fast ein bisschen ähnlich zurück wie seinen Helden: vage, unentschlossen, indifferent. Das Buch ist sprachlich sehr elegant geschrieben, die Geschichte, die genauen Beobachtungen des Protagonisten sind hingegen eher banal. Fazit: Ein Buch, das man durchaus lesen kann, das man aber nicht unbedingt gelesen haben muss.

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  • Rezension zu "Mittelmäßiges Heimweh" von Wilhelm Genazino

    Mittelmäßiges Heimweh
    IREADmedia

    IREADmedia

    15. March 2007 um 17:44

    Leider war bei dem neuen Buch von Wilhelm Genazino der erzählerische Sog, den es auf mich ausübte, auch eher mittelmäßig. Das große Thema des Buches, der Ennui, die Gleichgültigkeit, die Frage, wie Schmerzen empfunden werden können, wir groß der Verlust sein muss, damit Existenz gespürt wird, ist allerdings - einmal angekommen - exzellent umgesetzt. Es ist ja - wie ich finde - unmöglich über das Buch zu schreiben, ohne etwas vorwegzunehmen. Greife ich nur die Handlung beim Schopfe, geht es um einen Mann über vierzig, der sich mit der Möglichkeit der Scheidung konfrontiert sieht. Er erlebt sich außerdem als hilfloses Opfer sehr außergewöhnlicher körperlicher Verluste. Die Story ist - ebenfalls wie immer - nicht das Entscheidende, sondern die Perspektive und der feine Sinn für alltagsphilosophische Situationen. Eine stille Tragödie, aber ein kleiner Lichtblick bleibt zum Schluss dann auch nicht verwehrt.

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