Wilhelm Hankel Das Euro-Abenteuer geht zu Ende

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Inhaltsangabe zu „Das Euro-Abenteuer geht zu Ende“ von Wilhelm Hankel

Der Euro vernichtet Frieden und Wohlstand Der Euro werde gerettet, koste es, was es wolle. So lautet die Vorgabe aus Brüssel und den meisten Hauptstädten der Eurozone. In diesem Buch erfährt der Leser, dass die versuchte Rettungsaktion nicht nur astronomisch hohe Geldsummen verschlingt. Sie kostet noch viel mehr: Glaubwürdigkeit, weil Verträge und Zusagen gebrochen werden. Und sie kostet Europa die Zukunft, weil es seinen wirtschaftlichen Halt verliert. Vor dem Bundesverfassungsgericht klagen die fünf Autoren gegen den sogenannten Euro-Rettungsschirm. In diesem Buch entlarven sie die dreistesten Euro-Lügen. Und sie analysieren in einer auch für Nichtfachleute nachvollziehbaren Form die weitreichenden Folgen der brandgefährlichen »Euro-Rettung«. Dazu gehört nicht zuletzt die Belastung der Steuerzahler in den europäischen Geberländern. Sie müssen nach Einschätzung der Autoren Jahr für Jahr Hunderte von Milliarden Euro hart erarbeiteter Einkommen und Ersparnisse Politikern zur Verfügung stellen, die damit ihre Euro-Illusionen fortsetzten. Die fünf Professoren Wilhelm Hankel, Wilhelm Nölling, Karl Albrecht Schachtschneider, Dieter Spethmann und Joachim Starbatty stellen ihrem Buch einen leidenschaftlichen Appell an die Bürger voran. Darin warnen sie, Europa könne in wenigen Jahren als Folge der Euro-Reanimation unregierbar werden. »Wenn der Ertrinkende seinen Retter mit in die Tiefe reißt, kommen beide um. Dies ist das Schicksal Deutschlands und Europas, wenn dieser Politik nicht Einhalt geboten wird«, warnen die fünf »Eurofighter«. Die angebliche Euro-Rettung ist dabei keineswegs alternativlos, wie stereotyp aus den Staatskanzleien verlautbart wird. Selbst ein Auseinanderbrechen der Euro-Union wäre kein Unglück. Im Gegenteil: »Mit der Rückkehr zu nationalen Währungen würden für die europäische Staatenwelt die goldenen Zeiten zurückkehren. Die EU würde zum Staatenbund konkurrierender und prosperierender Volkswirtschaften«, stellt Wilhelm Hankel fest. Um den Euro zu retten (oder seinen Niedergang noch ein paar Monate oder Jahre aufzuhalten), seien eherne Grundsätze der Währungspolitik über Bord gegangen, schreibt Wilhelm Nölling und kritisiert die EZB, die mit ihrer Geldschöpfung die Märkte überflutet habe. Karl Albrecht Schachtschneider seziert gleichsam die Euro-Rettungspolitik seit 2010. Mit der geplanten Einführung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) werde aus der Währungsunion endgültig eine Haftungs-, Schulden- und Finanzunion – mit der Folge einer »enteignenden Inflation«, wenn nicht sogar einer Währungsreform. Der Pakt für den Euro werde teuer für Deutschland, warnt der Unternehmer Dieter Spethmann. Die hohen Milliardenbeträge, die auf die Bundesrepublik zukämen, fehlten für Investitionen in die Realwirtschaft. Schon nach Einführung des Euro habe Deutschland die schwächste Nettoinvestitionsquote in der gesamten Währungsunion ausgewiesen. Joachim Starbatty widerlegt die Mär, Deutschland sei der größte Profiteur der Währungsunion. Gewonnen hätten nur die leitenden Manager, nicht aber die breite Bevölkerung. EZB-Präsident Jean-Claude Trichet hat nach Ansicht Starbattys schon heute einen festen Platz in den Geschichtsbüchern sicher: als Totengräber des Euro und der Geldwertstabilität.

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    Das Euro-Abenteuer geht zu Ende
    R_Manthey

    R_Manthey

    03. July 2015 um 10:02

    Sehr zu Recht beklagen sich deutsche Politiker über die verantwortungslose Zockerei von Großbanken. Doch stellt nicht der sogenannte Euro-Rettungsschirm eine ebenso wahnwitzige und ziemlich hoffnungslose Wette mit Steuergeldern auf den Bestand der in Deutschland so ungeliebten Einheitswährung dar? Die fünf Autoren dieses Buches klagen bekanntlich vor dem Bundesverfassungsgericht gegen die mit dieser Wette verbundenen Vertragsbrüche. Ihr Werk beginnt mit einem gemeinsamen Appell an die Bürger Deutschlands, in dem die fünf Autoren uns auffordern, eine Volksabstimmung darüber zu erzwingen, ob wir "den Euro und die Eurorettungsmaßnahmen, welche unser Gemeinwesen tiefgehend verändern, akzeptieren". Nach diesem Appell findet der Leser Texte der fünf Autoren. Wilhelm Hankel beginnt mit einem ausführlich begründeten Aufruf zur Rückkehr zu den nationalen Währungen, so wie sich die Lage vor der Euro-Einführung darstellte. Staat und Währung könne man nicht trennen, meint Hankel. Das hätte noch nie funktioniert, weil unterschiedliche Volkswirtschaften unterschiedliche Außenwerte von Währungen implizieren. Einen imperialen europäischen Einheitsstaat über eine gemeinsame Währung erzwingen zu wollen, käme nach Hankel dem Versuch der Aushebelung ökonomischer Gesetze gleich, was immer schon nur in Katastrophen geendet hätte. Hankels sehr informativer Text liest sich leider nicht immer einfach, zumal er sich nicht entscheiden kann, ob wir nun in einer neoliberalen Wirtschaftsform oder im Währungssozialismus leben oder ob er nun der Österreichischen Schule der Nationalökonomie vertrauen oder besser Keynes glauben sollte, auf den sich die neuzeitlichen Gelddrucker und Schuldenmacher besonders gerne berufen. Aber immerhin wird dem Leser sehr deutlich gemacht, dass der Euro-Rettungsfond nichts weiter ist als eine irrwitzige Garantie für die Gläubiger der Schuldenstaaten. Gerettet werden also nicht die insolventen Länder, sondern wieder einmal die Banken, die dazu noch nicht einmal nachweisen müssen, dass sie überhaupt eine Rettung nötig haben. Anschließend erklärt Wilhelm Nölling, der ebenso wie Hankel einstmals dem Establishment von Regierung und Banken angehörte, dass die Deutsche Bundesbank sehr wohl die letztendlich schlimmen Folgen der Euro-Einführung für Deutschland realistisch einschätzte. Das hielt jedoch führende deutsche Politiker, insbesondere Helmut Schmidt und Helmut Kohl nicht davon ab, ihr politisches Lieblingsprojekt mit aller Kraft weiter zu verfolgen, erläutert Nölling. Europa wird bald unregierbar werden, weil wieder einmal der Versuch scheitern wird, ökonomische Gesetze mit politischer Macht ändern zu wollen. Karl Albrecht Schachtschneider dokumentiert nach Nölling zunächst "Sachverhalte zum Ende des Euro-Abenteuers". Dieser Teil des Buches enthält im Wesentlichen Dokumente, die sonst nur schwer zugänglich sind. Zunächst werden die Rahmenbedingungen der "Griechenland-Hilfe" erläutert. Insbesondere erklärt Schachtschneider, dass Griechenland durchaus in der Lage wäre, seine Schulden alleine zu begleichen, wenn es denn wie jeder ehrliche Schuldner erst einmal noch vorhandene Werte veräußern würde. Anschließend legt Schachtschneider die Grundlagen und Rahmenbedingungen des "Europäischen Stabilisierungsmechanismus (ESM)" und des "Europäischen Finanzstabilisierungsmechanismus (ESFM)" sowie der "Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (ESFS)"" offen. Am Ende dieses sehr trockenen juristischen Teils des Buches kann sich der Leser über die Verfassungsbeschwerden der fünf Professoren im Detail kundig machen. In einem weiteren Text erläutert Schachtschneider dann diese Verfassungsbeschwerden. Doch er selbst glaubt nicht an einen juristischen Erfolg und schreibt dazu: "Die Vertrags- und Verfassungswidrigkeit der Euro-Rettungspolitik nach der gegenwärtigen Rechtslage ist offenkundig. Aber es ist zweifelhaft, ob das Bundesverfassungsgericht dem Recht zum Siege verhelfen wird. Dessen Richter gehören in ihrer Mehrheit zur Parteinoligarchie, die für die verheerende Politik verantwortlich ist." Dem ist dann wohl nichts mehr hinzuzufügen. Unter dem Titel "Ideologie und Realwirtschaft" macht anschließend der Unternehmer Dieter Spethmann deutlich, dass der Euro für ihn ein ideologisches Projekt ist, das schon allein aus diesem Grunde scheitern muss. Wenn man den durch eigenes Verschulden in Schwierigkeiten geratenen Südländern der Eurozone wirklich helfen wolle, schreibt er, dann müsse dort die Wettbewerbsfähigkeit verbessert werden. Doch das geschieht nicht, weil die sogenannten Rettungsprogramme nicht die entsprechenden Länder, sondern lediglich die Gläubigerbanken retten sollen. Deren Macht und Einfluss gelte es aber zu beschneiden, denn zwischen Finanz- und Realwirtschaft besteht inzwischen eine gefährliche Kluft. Statt die Realwirtschaft mit Krediten zu versorgen, strömt das Geld der Finanzwirtschaft eher in spekulative Anlagen, wie zum Beispiel hochprozentige, aber riskante Staatsanleihen, die nur deshalb sicher seien, weil der Steuerzahler für sie letztendlich haftet. Der nach meiner Ansicht beste Teil des Buches kommt zum Schluss, denn hier befasst sich Joachim Starbatty mit der verlogenen Argumentation der Euro-Retter. Das ewige Mantra, dass Deutschland am meisten vom Euro profitieren würde, lässt sich leicht widerlegen, ebenso wie das Totschlagargument von der friedensstiftenden Rolle des Euro oder das Märchen vom schrecklichen Dominoeffekt, den allein ein Austritt Griechenlands aus der EWU auslösen würde. Die Tatsachen, so Starbatty, sprechen eine ganz andere Sprache. Während die Realeinkommen in Deutschland nur langsam, wenn überhaupt wuchsen, erfreuten sich die Südländer einer viel besseren Entwicklung, die nun auch noch mit deutschem Geld abgesichert werden solle. Wir liegen auch nicht mit Dänemark oder Schweden im Krieg nur, weil diese Länder den Euro nicht wollten und darüber nun sehr glücklich sind. Und sicher würden auch die Niederlande oder Finnland nicht in die Knie gehen, wenn die Griechen sich und uns endlich von ihrer Mitgliedschaft in der EWU befreien würden. Fazit. Dieses Buch enthält ganz unterschiedliche Texte der engagierten Kläger gegen den Euro-Rettungswahn. Auch wenn nicht jeder Beitrag einfach geschrieben ist, so besticht dieses Buch schon allein durch seinen Informationsgehalt. Der ist allerdings mitunter auch nicht ganz einfach zu erfassen, etwa wenn es um juristische Detailfragen geht. Der Euro war von Anfang an ein durch Lügen begleitetes politisches Projekt, das gegen ökonomische Gesetze in Stellung gebracht wurde. Es ist ein Verdienst der Autoren, dass sie genau das immer wieder deutlich zum Ausdruck bringen.

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