Wilhelm Raabe

 3.7 Sterne bei 160 Bewertungen
Autor von Stopfkuchen, Die schwarze Galeere und weiteren Büchern.
Wilhelm Raabe

Lebenslauf von Wilhelm Raabe

Wilhelm Raabe, auch unter dem Pseudonym Jakob Corvinus bekannt. * 8. September 1831 in Eschershausen † 15. November 1910 in Braunschweig Raabe war ein mehrfach ausgezeichneter deutscher Schriftsteller/ Erzähler und Vertreter des peotischen Realismus mit Hang zur Gesellschaftskritik. Nach dem Tod des Vaters zog er mit seiner Familie nach Wolfenbüttel. Er brach sowohl Schule und Buchhandelslehre ab und scheiterte beim Versuch, das Abitur zu machen. Dennoch studierte er als Gasthörer Philologie an der Friedrich-Wilhelms-Universität, der heutigen Humboldt-Universität. Hier entstand sein Pseudonym, mit dem er "Die Chronik der Sperlingsgasse" veröffentlichte, was sein größter Erfolg blieb. Er heiratete 1862 Berta Emilie Wilhelmine Leiste und hatte mit ihr vier Töchter. Raabe verfasste im Laufe der Zeit noch 86 Romane, Erzählungen und Novellen, sowie einige Gedichte, um sich damit das Leben als freier Schriftsteller finanzieren zu können. Er lebte sowohl in Wolfenbüttel als auch in Stuttgart, verbrachte aber 40 Jahre seines Lebens in Braunschweig, wo er zuletzt auch gestorben ist. Er lebte dort im sogenannten Raabe-Haus, in dem sich heute eine Ausstellung über ihn, wie auch eine Raabe-Forschungsstelle befindet.

Alle Bücher von Wilhelm Raabe

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Die Chronik der Sperlingsgasse

Die Chronik der Sperlingsgasse

 (6)
Erschienen am 01.03.2018
Holunderblüte

Holunderblüte

 (6)
Erschienen am 01.01.1991
Die schwarze Galeere /Stopfkuchen

Die schwarze Galeere /Stopfkuchen

 (5)
Erschienen am 07.07.2008
Hastenbeck – Altershausen – Gedichte

Hastenbeck – Altershausen – Gedichte

 (3)
Erschienen am 12.04.2001
Der Hungerpastor

Der Hungerpastor

 (3)
Erschienen am 01.03.2013
Stopfkuchen: Eine See- und Mordgeschichte

Stopfkuchen: Eine See- und Mordgeschichte

 (2)
Erschienen am 15.10.2010
Meistererzählungen

Meistererzählungen

 (2)
Erschienen am 01.09.1998
Stopfkuchen. Gutmanns Reisen

Stopfkuchen. Gutmanns Reisen

 (2)
Erschienen am 12.06.1969

Neue Rezensionen zu Wilhelm Raabe

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Rezension zu "Holunderblüte" von Wilhelm Raabe

Erinnerung aus dem 'Hause des Lebens'...
pardenvor 8 Monaten

ERINNERUNG AUS DEM 'HAUSE DES LEBENS'...

Von der Begegnung des lebensunerfahrenen Medizinstudenten Hermann mit dem elfenhaften jüdischen Mädchen Jemima Löw auf dem Friedhof Beth-Chaim in Prag im Frühling des Jahres 1819 erzählt Raabes kunstvoll gebaute Novelle, in welcher der alt gewordene Arzt sich seiner früh verstorbenen Jugendliebe erinnert. Mit dem Eingeständnis persönlicher Schuld verbindet sich das Erkennen der tragischen Züge jüdischen Lebens durch die Jahrhunderte.

Diese Novelle, die zum großen Teil auf dem Prager Judenfriedhof spielt, hat einer der bedeutendsten Vertreter des poetischen Realismus, Wilhelm Raabe (1831-1910), geschrieben. Raabe, der während einer langen Reise zwischen April und Juli 1859 auch Aufenthalt in Prag machte, verarbeitete diese Erlebnisse in der Geschichte von "Der Holunderblüte". Aus der Erinnerungsperspektive eines älteren Arztes wird eine Jugendgeschichte erzählt, die sich 40 Jahre zuvor zugetragen hat.

Als junger Student, der bislang ein rechtes Lotterleben in Wien führte, fährt der Ich-Erzähler Hermann nach Prag, das seines medizinischen Lehrstuhls wegen berühmt war, um seine Studien ernsthaft fortzusetzen. Kaum in Prag angekommen, möchte er dem "berühmten Kirchhof der Juden" einen Besuch abstatten. 


"Seit tausend Jahren hatten sie hier die Toten des Vokes Gottes zusammengedrängt, wie sie die Lebenden eingeschlossen hatten in die engen Mauren des Ghetto. Die Sonne schien wohl, und es war Frühling, und von Zeit zu Zeit bewegte ein frischer Windhauch die Hulunderzweige und -blüten, dass sie leise über den Gräbern rauschten und die Luft mit süßem Duft füllten; aber das Atmen wurde mir doch immer schwerer und sie nennen diesen Ort Beth-Chaim, das Haus des Lebens?! Aus dem schwarzen, feuchten, modrigen Boden, der so viele arggeplagte, misshandelte, verachtete, angstgeschlagene Generationen lebendiger Wesen verschlungen hatte, in welchem Leben auf Leben versungen war wie in einem grundlosen, gefräßigen Sumpf, - aus diesem Boden stieg ein Hauch der Verwesung auf, erstickender als von einer unbeerdigten Walstatt, gespenstisch genug, um allen Sonnenglanz und allen Frühlingshauch und allen Blütenduft zunichte zu machen..."



Dort begegnet der junge Student jedoch dem jungen Mädchen Jemima Löw. Gemeinsam mit ihr erkundet Hermann den Friedhof, und bald schon erliegt der junge Mann immer mehr der Faszination des geheimnisvollen Ortes, in dessen Geheimnisse und Geschichte er  geduldig eingeführt wird. So vergeht der Sommer, bis Jemima schließlich an einem Tage mitten im Herbst auf den Grabstein der Tänzerin Mahalath deutet, die hier 1780 beerdigt wurde, und dem Studenten bekennt, dass sie das sei. Auf die ungläubige Nachfrage was es damit auf sich habe, antwortet sie dem Erschrockenem: "Sie hatte ein krankes Herz, und es zersprang." Sie gesteht dem Studenten ihre Krankheit und spricht davon, nicht mehr lange zu leben. Die Ankündigung ihres eigenen Todes für den nächsten Frühjahr läßt Hermann seine tiefe Liebe zu dem Mädchen spüren. Aufgewühlt verlässt er nach einem gutgemeinten Ratschlag Prag und setzt seine Studien in Berlin fort.

Hermann vertieft sich während des Herbstes und Winters in seine Studien, und erst im kommenden Frühjahr kehrt durch das Lachen eines Mädchens seine Erinnerung an Prag, den Judenfriedhof und vor allem an Jemima zurück. Plötzlich spürt er, dass er nach Prag zurückfahren muss. Dort angekommen, erhält er Gewissheit: Jemima ist acht Tage zuvor verstorben, genau wie sie es angekündigt hatte.

Dies war meine erste Begegnung mit einem Werk von Wilhelm Raabe. Die Gestaltung der Novelle fand ich ansprechend: die Erlebenisse des alternden Arztes als Rahmenhandlung, darin eingebettet seine Erinnerung an den Prager Judenfriedhof und an seine Jugendliebe, als Kernstück darin die Erzählung von der Tänzerin Mahalath, die auf dem jüdischen Friedhof in Prag begraben liegt. Neben der tragisch-melancholischen Geschichte selbst erfährt der Hörer hier auch einges zum Leben der Juden in Prag im 18. und 19. Jahrhundert - wieder einmal als unerwünschtes Volk, das zusammengepfercht in einem Ghetto leben musste und dafür auch noch kräftig zur Kasse gebeten wurde. Wilhelm Raabe setzt hier den Studenten Hermann mit einer sehr toleranten Haltung dem allgemeinen Zeitgeist entgegen.

Heinz Kilian liest die 1 Stunde 14 Minuten lange Hörbuchfassung getragen und ist die passende Stimme für die Erinnerungen eines alternden Arztes. Die Aufnahme selbst ist jedoch stellenweise merkwürdig hallend, was den Hörgenuss etwas mindert. Durch die sehr altertümliche Sprache - die Novelle entstand zwischen November 1862 und Januar 1863 - war es anfangs etwas mühsam, in die Erzählung hineinzufinden, doch dann konnte ich die sorgfältig gesetzten Worte wirklich genießen. Stets jedoch war höchste Konzentration gefordert, um den Anschluss nicht zu verlieren.

Ein besonderes Hörerlebnis, das einmal mehr zeigt, wie gut es ist, dass alte Texte nicht verloren gehen, sondern immer einmal wieder neu aufgelegt werden.


© Parden

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Rezension zu "Die Gänse von Bützow" von Wilhelm Raabe

Satire von W. Raabe (um 1865) "Die Gänse von Bützow"
Nelingvor 8 Monaten

Die Gänse von Bützow ist eine historische Erzählung von Wilhelm Raabe, die um 1865 entstand, aber um 1794 spielt. 

Hinter der „verruchten Gänsegeschichte“ aus dem Jahr 1794 steckt eine 35 Jahre alte Jungfrau. Die agierenden Herren erscheinen meistenteils als Marionetten jener energischen Mamsell Hornborstel aus Bützow.

Raabe nimmt die Wirkungen der von Frankreich ausgehenden weltgeschichtlichen Ereignisse in der Mecklenburg. Provinz aufs Korn. 

Mich hat diese Geschichte interessiert, weil ich diese Mecklenburg. Kleinstadt kenne, von dem Klassiker Wilhelm Raabe, aber noch nichts gelesen habe.

Es ist natürlich nicht einfach zu lesen, aber durchaus lesenswert und zwar nicht nur für Gänseliebhaber und Mecklenburger. 

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S

Rezension zu "Höxter und Corvey" von Wilhelm Raabe

Raabe lohnt sich mal wieder!
sKnaerzlevor einem Jahr

Zunächst: Wir nicht bereit ist, den ein oder anderen Satz und vielleicht auch die ganze Erzählung zweimal zu lesen, braucht dieses Buch gar nicht erst anzufangen. Wie immer macht es Raabe seinen Lesern nicht unnötig leicht und wenn seine Geschichte in der frühen Neuzeit spielt, imitiert er die Sprache der frühen Neuzeit und das heißt nun einmal: Barock. Und wenn er findet, die Herrschaftsverhältnisse in Höxter sind verwirrend, dann erklärt er sie haarklein und so, dass sie völlig verwirrend sind.

Das hat jetzt niemanden abgeschreckt, oder? Auch Leser lieben doch Herausforderungen!


Dafür gibt es ein Dutzend interessante Personen und großartige Massenszenen. Im Mittelpunkt der Erzählung beschreibt Raabe, wie sich aus verzweifelter Armut und religiösem Eifer ein Gewaltausbruch entwickelt, der sich schließlich in einem Judenpogrom einen Ausweg sucht. Der Autor erklärt dabei zwar, woher die Brutalität kommt, aber er verurteilt sie dennoch. Man erfährt also ziemlich gut, wie Massen funktionieren - als Hinweis für die Freunde von aktuellen Themen.

Als Kontrapunkt zu diesen Massen- und Gewaltszenen gibt es freundschaftliche Begegnungen am Rande und vor allem ein ungewöhnliches Gespräch. Am Totenbett einer alten Jüdin müssen sich ein alter Mönch und ein junger Student plötzlich fragen, ob sie den Sinn ihres Lebens gefunden haben. Das ist sehr berührend.

Ich jedenfalls wusste nach der Lektüre, warum ich Raabe mag. 

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Gespräche aus der Community

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Kroener_Verlags avatar
Liebe Leser,

gerade ist bei uns diese Ausgabe von Raabes »Chronik der Sperlingsgasse« erschienen. Sie ist Teil der Reihe ›Erlesenes Lesen‹: Liebhaberausgaben mit Leineneinband und Lesebändchen, Bildern aus der Zeit, Anmerkungen, Nachwort und Zeittafel von Joachim Bark, die auch dem ganz normalen Leser einen tieferen Zugang zum Text ermöglichen sollen. Das Besondere hier ist außerdem, dass der Text mit Zeichnungen von Raabes eigener Hand illustriert ist. Und: Wer »Die Chronik der Sperlingsgasse« noch nicht kennt, sollte das unbedingt nachholen! Für uns die Wiederentdeckung des Jahres!
Wir sind also sehr gespannt darauf, wie Euch diese Ausgabe gefällt.

Mit herzlichen Grüßen
Euer
Alfred Kröner Verlag
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Wilhelm Raabe wurde am 08. September 1831 in Eschershausen (Deutschland) geboren.

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