Wilhelm Raabe Die Chronik der Sperlingsgasse

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Inhaltsangabe zu „Die Chronik der Sperlingsgasse“ von Wilhelm Raabe

Wenn es gewittert, verkriechen sich die Vögel unter dem Busch. Das wäre fast als ein gutes und warnendes Beispiel auch für dieses kleine Buch zu nehmen; es will sich aber nicht warnen lassen, und vielleicht darf es auch
nicht.
So beginnt ein Kleinod der deutschen Literatur, eine entzückende, zuweilen tieftraurige Miniatur des Lebens in einer Berliner Gasse um die Mitte des 19. Jahrhunderts. Poetisch und melancholisch, nachdenklich und dann wieder heiter wie ein plötzlicher Sonnenstrahl spiegelt der Erzähler in der kleinen Welt der Gasse die soziale und politische Situation der Zeit.
Raabes frühe Großstadterzählung war sein Erstling und zugleich sein erfolgreichstes Werk. Wer ihn noch nicht gelesen hat, wird bass erstaunt sein von der Schönheit dieses kleinen Romans. Für noch tiefere Einblicke in den Text und seine Entstehungsbedingungen sorgen Joachim Barks kundige Anmerkungen und sein schön zu lesendes Nachwort.

Schöne Beschreibung einer vergangenen Zeit, die (Beschreibung) deutlich vielschichtiger ist als auf den ersten Blick zu vermuten ist.

— Xirxe

Für mich war dieser mir bisher unbekannte Klassiker in bibliophiler Ausgabe eine wirkliche Entdeckung und ein literarisches Erlebnis!

— Barbara62

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  • Die Welt als Mikrokosmos

    Die Chronik der Sperlingsgasse

    Barbara62

    In der Reihe Erlesenes Lesen – Kröners Fundgrube der Weltliteratur veröffentlicht der Stuttgarter Alfred Kröner Verlag seit 2013 Klassiker in wunderbarer Aufmachung mit Leineneinband, Lesebändchen, Fadenheftung und auf hochwertigem Papier gedruckt, ein sinnliches Vergnügen bereits beim Entfernen der Folie. Die Büchlein liegen hervorragend in der Hand und die angenehme Schriftgröße sowie das wohlgestaltete Seitenlayout tragen maßgeblich zum Lesegenuss bei. Den vorliegenden Band Die Chronik der Sperlingsgasse runden ein Anhang mit hilfreichen Anmerkungen, einem informativen Nachwort von Joachim Bark, einer Bibliografie und einer Zeittafel sowie wunderschön feine Miniaturen aus der Hand Raabes ab. Es ist der erste Roman von Wilhelm Raabe (1831 – 1910) und erschien erstmals 1856. Raabe gehört neben Theodor Fontane zu den bedeutenden Erzählern des poetischen Realismus. Obwohl dieser Erstling dem Autor einige Anerkennung einbrachte, war er finanziell kein Erfolg. Der alte, einsame Johannes Wachholder ist der Chronist, der uns von den kleinen und großen Ereignissen in der Sperlingsgasse in Berlin Mitte des 19. Jahrhunderts erzählt. Er ist mit seinem „Leben da angelangt, wo, wie in jenem Übergang vom Wachen zum Schlaf, die Erlebnisse des Tages sich noch dumpf im Gehirn des Müden kreuzen, wo aber bereits die dunkle, traum- und geistervolle Nacht über alles, Gutes und Böses, ihren Schleier breitet...; es ist die Zeit, wo die Erinnerung an die Stelle der Hoffnung tritt.“ Vor etwa 30 Jahren ist Johannes Wachholder in diese Gasse gezogen und der Blick aus dem Fenster ersetzt ihm den Blick in die Welt, ist sein Mikrokosmos. Er berichtet von Alltäglichem, wirft Blicke zurück, erzählt aus dem Leben seiner Nachbarn, von Geburt und Tod, aber auch vom Weltgeschehen wie der Napoleonischen Zeit, der Revolution von 1848 oder der Auswanderungswelle nach Amerika, letzteres oft in kleinen Episoden und als bloße Andeutungen. Die rote Faden im Roman aber ist das große Glück im Leben des Chronisten, sein Pflegekind Elise, noch in der Wiege verwaiste Tochter seiner Freunde, für die er bis zu ihrer Verheiratung sorgt. Ihre Abreise mit ihrem Mann nach Italien stürzt Wachholder in tiefe Traurigkeit und Wehmut, die den Ton des Romans prägen. Immer wieder eingestreute fröhliche Passagen verhindern jedoch, dass die Schwermut sich allzu sehr auf den Leser überträgt. Den Stil, in dem Raabe seine Chronik zu Papier gebracht hat, möchte ich als pathetisch und entschleunigt bezeichnen. Die Ruhe und Lebensweisheit des alten Mannes, mit der von Unglücken, Tod, Armut, aber auch von fröhlichen Festen und über die Liebe berichtet wird, überträgt sich beim Lesen und macht die Lektüre zum Genuss. Besonders gut gefallen haben mir daneben seine poetischen Beobachtungen zu den Jahreszeiten seines Schreibens von November bis Mai mit der Aussicht auf das Wiedererwachen der Natur. Für mich war dieser mir bisher unbekannte Klassiker eine wirkliche Entdeckung und ein literarisches Erlebnis!

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    • 3
  • Ein sehr lesenswerter Klassiker

    Die Chronik der Sperlingsgasse

    SLovesBooks

    Meine Meinung: Es handelt sich bei dieser Ausgabe um etwas ganz besonderes. Das Buch ist hochwertig verarbeitet. Es kommt mit blauem Leineneinband und Lesebändchen sowie zahlreichen Illustrationen daher. Zudem enthält es Zusatzmaterial in Form eines Nachworts von Joachim Bark, Anmerkungen, einer Zeitleiste und vielem mehr. Der Druck ist angenehm lesbar und das verwendete Papier ist sehr hochwertig. Dieses Buch gehört eher zu den anspruchsvolleren Büchern, was alleine schon daran liegt, dass die Sprache von der heutigen erheblich abweicht. Es handelt sich um die typische Sprache, die in vielen Klassikern aus dieser Zeit zu finden ist. Jedoch findet man sich sehr gut zurecht, wenn man den Einstieg geschafft und sich daran gewöhnt hat. Die Geschichte ist sehr vielfältig und beschreibt das damalige Leben in seinen verschiedensten Facetten. Glückliche und traurige Momente wechseln sich ab. Auch auf geschichtliche bzw. politische Aspekte der Zeit wird eingegangen. Der Blick Raabes auf das Leben seines Protagonisten und mithin auf die damaligen Verhältnisse ist bisweilen poetisch und spiegelt sich in der Schreibweise wieder. Die Charaktere sind gut beschrieben und vor allem der Protagonist ist sehr aussagekräftig. Dieses Buch ist lesenswert nicht nur wegen seiner hervorragenden Aufmachung, sondern auch auf Grund der tollen Geschichte. Ein wahrer Klassiker!

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    • 2
  • Leserunde zu "Die Chronik der Sperlingsgasse" von Wilhelm Raabe

    Die Chronik der Sperlingsgasse

    Kroener_Verlag

    Liebe Leser, gerade ist bei uns diese Ausgabe von Raabes »Chronik der Sperlingsgasse« erschienen. Sie ist Teil der Reihe ›Erlesenes Lesen‹: Liebhaberausgaben mit Leineneinband und Lesebändchen, Bildern aus der Zeit, Anmerkungen, Nachwort und Zeittafel von Joachim Bark, die auch dem ganz normalen Leser einen tieferen Zugang zum Text ermöglichen sollen. Das Besondere hier ist außerdem, dass der Text mit Zeichnungen von Raabes eigener Hand illustriert ist. Und: Wer »Die Chronik der Sperlingsgasse« noch nicht kennt, sollte das unbedingt nachholen! Für uns die Wiederentdeckung des Jahres! Wir sind also sehr gespannt darauf, wie Euch diese Ausgabe gefällt. Mit herzlichen Grüßen Euer Alfred Kröner Verlag

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    • 83
  • Leben in der Sperlingsgasse - im 19. Jahrhundert

    Die Chronik der Sperlingsgasse

    Xirxe

    21. December 2015 um 23:07

    Wilhelm Raabe lässt in 'Die Chronik der Sperlingsgasse' einen älteren Mann von seinem Leben und dem der Menschen die ihn in dieser Gasse umgaben, erzählen, während er zeitgleich aktuelle Erlebnisse miteinbezieht. Es ist keine chronologisch verlaufende Geschichte, von der hier berichtet wird, stattdessen lässt sich Wachholder (so sein Name) vom Moment inspirieren, etwa beim Blick aus dem Fenster auf die Sperlingsgasse oder wenn er alte Aufzeichnungen durchsieht. Das Geschehen, sowohl vergangen wie auch gegenwärtig, ist nichts Aufsehenerregendes. Es geht um eine unglückliche Jugendliebe, eine dennoch fortdauernde Freundschaft, ein Kind, das Wachholder anvertraut wird und dessen Erwachsenwerden er begleitet. Naturerlebnisse werden beschrieben wie auch Ereignisse bei der Arbeit und in seiner Umgebung. Nun mögen Manche fragen, ob es sich überhaupt lohnt diese Chronik zu lesen. Ich kann nur schreiben: Ja! Denn Raabe gelingt es, in diese so alltäglichen Geschichten das ganze Weltgeschehen miteinfließen zu lassen, ohne dass man sich dessen groß bewusst wird. Für seine Zeitgenossen mag dies offensichtlicher gewesen sein als für uns, mehr als 150 Jahre später. Doch die recht umfangreichen Erläuterungen und insbesondere das schöne Nachwort von Joachim Bark helfen hierbei weiter, wobei ich persönlich Manches aus dem Nachwort noch lieber in den Erläuterungen vorgefunden hätte. Sei's drum, in jedem Fall erhält man durch das Lesen dieses Büchleins einen weitaus tieferen Einblick in die Verhältnisse dieser damaligen Gesellschaft als man das auf den ersten Blick vermuten würde. Und nicht ganz unerheblich: Gut geschrieben ist es zudem. Zu Beginn mag es für unsere heutigen Ohren etwas ungewöhnlich klingen, doch ich war bald mit Wachholders bzw. Raabes Erzählstil vertraut und freute mich an seinen bildhaften Beschreibungen ebenso wie an seinen humorvollen und auch selbstironischen Sätzen. Gelegentlich geraten sie vielleicht etwas ausschweifend, sodass ich Manches zweimal lesen musste, doch es ist der Mühe wert. Schade, dass dieser Klassiker fast schon vergessen scheint und deshalb ist es umso schöner, dass der Alfred Kröner Verlag dieses Frühwerk in einer kleinen und feinen Ausgabe mit blauem Leineneinband herausgebracht hat. Neben den Erläuterungen und dem Nachwort ist das Ganze noch mit diversen Zeichnungen von Raabe versehen - eine wirklich schöne Ausgabe, die auch noch lesenswert ist ;-)

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  • ein Klassiker neu verpackt

    Die Chronik der Sperlingsgasse

    Mrs. Dalloway

    12. December 2015 um 22:15

    Eine wunderschöne Ausgabe dieses Klassikers, die perfekt zum Verschenken ist und sich auch gut im eigenen Bücherregal macht Ich habe das Buch nicht in der Schule oder Uni gelesen, es war also komplett neu für mich, aber es gefiel mir gut. Natürlich ist es anspruchsvoll und man muss sich sehr viel Zeit nehmen beim Lesen, aber wenn man einmal in die Geschichte abgetaucht ist, macht es richtig Spaß, sie immer weiter zu verfolgen. Der Schreibstil ist schön und man bekommt das Gefühl, dass man mal von der Hektik der heutigen Zeit abschalten und in eine längst vergessene Zeit versinken kann... Sicherlich keine Lektüre für jedermann, aber einen Versuch ist es wert :)

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