Wilkie Collins Der Monddiamant

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Inhaltsangabe zu „Der Monddiamant“ von Wilkie Collins

In diesem Klassiker der englischen Kriminalliteratur dreht sich alles um den geheimnisvollen Monddiamanten aus Indien, der die Stirn der Mondgottheit schmückte, bevor er von einem britischen Kolonialoffizier unrechtmäßig erworben und Ende des achtzehnten Jahrhunderts mit nach England gebracht wurde. Zu ihrem einundzwanzigsten Geburtstag erhält Lady Rachel Verinder diesen Stein als Geschenk. Kurz darauf ist der kostbare Schmuck spurlos verschwunden. Kriminalinspektor Sergeant Cuff von Scotland Yard, ein ebenso melancholischer wie listiger Detektiv, der in seiner knapp bemessenen Freizeit leidenschaftlich Rosen züchtet, übernimmt den Fall. Doch seine gründlichen Recherchen bringen nur wenig Licht in das mysteriöse Dunkel. Im Kreis der Verdächtigen geschieht ein Mord, ein unerklärlicher Selbstmord bringt eine neue Spur. Wie auch in seinen anderen bekannten und erfolgreichen Romanen hat Wilkie Collins die Erzählung den beteiligten Personen selbst in den Mund beziehungsweise in die Feder gelegt. Anhand der verschiedenen "Zeugenaussagen" wird der Leser auf erfreuliche Weise genötigt, selbst den Detektiv zu spielen. Aber nicht allein die Jagd nach dem Täter, auch die Individualität der in den Fall verstrickten Personen fasziniert. Kuriose, liebenswerte, aber auch verdammungswürdige Charakterzüge zeichnen alle Beteiligten aus. Bis zur Lösung dieser auf geheimnisvolle Weise verwickelten Geschichte wird der Leser mit allen Künsten der amüsanten Spannungsliteratur auf die Folter gespannt.

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  • Ein Schaufenster ins viktorianische England

    Der Monddiamant
    Stefan83

    Stefan83

    08. October 2011 um 11:03

    \"Wer sich selbst als Anhänger und Freund des klassischen britischen Kriminalromans versteht, sollte zumindest ein Buch vom Mitbegründer des Genres, Wilkie Collins, gelesen haben.\" So zumindest die forsche Behauptung einer früheren Kollegin aus der Krimi-Abteilung unserer Buchhandlung, welche mir dieses Werk mit Wohlwollen empfohlen hatte. Nun ward das Buch gelesen und gleichzeitig einem näheren Blick unterworfen. Kurz zum Autor: Wilkie Collins, zeitlebens Freund und Konkurrent des großen Charles Dickens, machte sich im viktorianischen England einen Namen als Autor von Sensationsromanen. Er war einer der ersten, der kriminelle Themen wie Mord und Diebstahl in der Literatur gesellschaftsfähig machte und gilt daher als Pionier, der viele nachfolgende Autoren wie Sir Arthur Conan Doyle, G.K. Chesterton und Agatha Christie beeinflusst hat. \"Der Monddiamant\" ist eine seiner bekanntesten Geschichten, deren Inhalt schnell angerissen sei: London, im späten 19. Jahrhundert. An ihrem einundzwanzigsten Geburtstag wird Lady Rachel Verinder ein äußerst kostbares Geschenk gemacht. Sie erbt den geheimnisvollen und sagenumwobenen Monddiamanten, der einst die Stirn der Mondgöttin zierte, bis ihr Onkel, damals britischer Kolonialoffizier von zweifelhaftem Ruf, ihn unter dubiosen Umständen an sich und mit nach England brachte. Und die düstere Vergangenheit scheint auch bald ihre Fänge in die Gegenwart zu schlagen, denn noch in Nacht der Geburtstagsfeier verschwindet der Diamant spurlos. Wurde er, wie schon damals in Indien, gestohlen? Die herbeigerufene Dorfpolizei steht vor einem Rätsel und zieht Kriminalinspektor Sergeant Cuff von Scotland Yard hinzu, einen ebenso listigen wie melancholischen Detektiv, der sich in seiner Freizeit der Rosenzucht widmet und mit ähnlicher Sorgfalt die ihm anvertrauten Fälle behandelt. Doch auch seine gründlichen Recherchen können nur wenig Licht in das mysteriöse Dunkel bringen. Der Stein bleibt verschwunden. Allerdings geschieht im Kreis der vielen Verdächtigen dann auch ein Mord - und mit ihm gelangen nicht nur für Sergeant Cuff die Dinge ins Laufen. Aus heutiger Sicht betrachtet ist das Thema des \"Monddiamanten\" nur noch wenig sensationell. Wenngleich clever konstruiert, hat der Zahn der Zeit ziemlich an dieser Geschichte genagt, der einfach die Dynamik und Rasanz in der Handlung fehlt. Collins verliert sich zu sehr in den detailgetreuen Erklärungen, Figurenzeichnungen und Wiederholungen, opfert den roten Faden in vielen Passagen seiner Darstellung des damaligen Sittenbilds. Die eigentliche Kriminalromanhandlung gerät dadurch in den Hintergrund, weshalb sich selbst der geduldigste Whodunit-Leser das Vorblättern der Seiten mit viel Mühe verkneifen muss. Was also macht den \"Monddiamanten\" zu diesem Klassiker und auch heute noch lesenswert? Ein Punkt ist sicherlich der Aufbau des Romans. Wie auch in seinen anderen bekannten und erfolgreichen Romanen wird hier das Geschehen gleich von mehreren Ich-Erzählern geschildert - uns zwar den Beteiligten des Falls, welche allesamt unter Verdacht stehen. Es ist der Reiz dieser Geschichte, dass der Leser keinem von ihnen trauen kann und will, dass er quasi heimlich dazu gebracht wird, selbst Detektiv zu spielen. Aus der einfachen rückblickenden Erzählung wird schließlich eine Ansammlung von Zeugenaussagen, die zum Gedankenspiel anregt. Dank Collins\' stilistischer Finesse - ein großer Teil dieses langen Romans besteht aus Dialogen - findet man sich erstaunlich gut in der doch ziemlich verworrenen Handlung zurecht. Darüber hinaus ist seine Fähigkeit hervorzuheben, die Arbeitsweise des menschlichen Verstandes zu sezieren und sich in beiderlei Geschlechter hineinzuversetzen. Für einen männlichen Schriftsteller im 19. Jahrhundert ziemlich ungewöhnlich, erlaubt dies dem Leser einen Blick auf eine ganze Reihe verschiedenster Charaktere und ihre Motivationen. Viele der späteren Autoren sind von diesem Format schließlich abgewichen. Nicht zuletzt deshalb, da doch nicht selten die eigentliche Krimihandlung bei diesen vielen Figuren- und Schauplatzwechseln verloren geht. So exzellent die Dialoge auch sind. Der trockene Humor wirkt mittlerweile bieder und gestelzt. Nur selten kann man z.B. über die Aussprüche und inneren Monologe des loyalen, aber doch leicht zurückgebliebenen Verwalters Betteredge schmunzeln. Am Ende, dessen Auflösung mich persönlich nicht allzu sehr überrascht hat, steht fest, dass Collins ein ausgezeichneter Schriftsteller gewesen ist. Ihn als Urvater und Gründer des Kriminalromans zu bezeichnen geht jedoch zu weit. Ein Wegweiser und Vorreiter für die nachfolgende Schriftstellergeneration war er aber ganz sicher. Insgesamt ist \"Der Monddiamant\" ein Schaufenster ins viktorianische England mit einigen kriminalliterarischen Elementen, das aber über weite Strecken nur wenig unterhält und sich oftmals zäh und mehr wie eine historische Gesellschaftsanalyse liest. Ein Buch für Kenner, die den Wert zu schätzen wissen. Ganz sicher nichts für den Gelegenheitsleser.

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  • Rezension zu "Der Monddiamant" von Wilkie Collins

    Der Monddiamant
    metalmueller1807

    metalmueller1807

    12. December 2009 um 19:31

    "Der Monddiamant" gilt heute als Mitbegründer des "Mystery Thrillers". Mit Recht! Das Buch ist spannend und hat einen tollen, kurzweiligen Schreibstil. Von Wilkie Collins kann man eigentlich alles lesen!

  • Rezension zu "Der Monddiamant" von Wilkie Collins

    Der Monddiamant
    firlefanz

    firlefanz

    14. June 2009 um 09:40

    Irgendwas ist schief gelaufen. Wahrscheinlich dachte ich, nach "The Woman in White" könnte noch eine Steigerung kommen, aber es sollte wohl nicht sein. Damit wir uns nicht falsch verstehen: Das Buch ist gut. Sehr sehr gut. Ein cleverer Plot, den sich Collins da ausgedacht hat. "The Moonstone" ist ein großer, gelber Diamant aus Indien, der von einem englischen Offizier gewaltsam aus dem Land geschafft wurde. Nun wird dieser Diamant der jungen Miss Verinder zum 18. Geburtstag geschenkt. In der Nacht darauf wird er gestohlen. Haben die drei Inder, die den Stein seit Jahren verfolgen, etwas damit zu tun? Oder Rosanna Spearman, Bedienstete im Hause Verinder und ehemalige Trickdiebin? Oder gar Rachel Verinder selbst? Das klingt jetzt alles recht simpel, ich weiß. Aber was Wilkie Collins uns dann vorführt ist alles andere als simpel. Und nicht mal ich bin drauf gekommen, wer das Ding letzten Endes gestohlen hat. Der Plot bleibt dabei aber auch immer plausibel und driftet nicht ins Schwachsinnige ab. Wie bei "The Woman in White" lässt Collins die Geschichte auch hier von verschiedenen Figuren erzählen, die das ganze "live" miterlebt haben. Da wäre zunächst Gabriel Betteredge, der alte Butler, der wahrscheinlich das Buchorakel erfunden hat (er beliebt alles in seinem Robinson Crusoe nachzuschlagen). Natürlich darf auch ein genialer Polizist nicht fehlen: Sergeant Cuff. Gefeierter Detektiv und Hobbyrosenzüchter (und Feind des Gärtners der Familie Verinder). Weitere Figuren, die es wert sind erwähnt zu werden: Miss Clack, Heilige. Immer darum bemüht, andere zum Glauben zu führen. Mr. Bruff, Anwalt ("...for the sake of peace and quietness be on the lawyer's side."), Mr. Francis Blake, möchte Rachel Verinder gerne heiraten. Übernimmt die Initiative bei der Suche nach dem Diamanten. Mr. Ablewhite. Möchte Rachel Verinder ebenfalls gern heiraten. Man kann sich wirklich königlich amüsieren über diese Figuren. Allein Miss Clacks Erzählung ist einfach, nun ja, göttlich. Nun, warum fand ich das Buch dann nicht SO toll, sondern nur toll? Warum konnte ich es problemlos weglegen und was anderes machen, anstatt es in einem Zug durchzulesen? Ich bin mir nicht sicher. Möglicherweise fehlte mir ein richtiger Bösewicht, der dem ganzen noch etwas Pfeffer gibt. Bei "The Woman in White" gab es den. Und was das für ein Dreckskerl war. Der fehlt hier einfach. Natürlich gibt es am Ende einen Bösen, aber der ist einfach nicht so ... böswillig.

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