Die Frau in Weiß

von Wilkie Collins 
4,2 Sterne bei46 Bewertungen
Die Frau in Weiß
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Ein Krimi, der zwar ein paar Schwächen hat, aber mit grandiosen Figuren, Geheimnissen, Intrigen, Liebe und etlichen Überraschungen aufwartet

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Wilkie Collins - die Entdeckung für mich. :-)

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Inhaltsangabe zu "Die Frau in Weiß"

Wilkie Collins - Die Frau in Weiß 'Die Frau in Weiß' ist eine Mystery-Novelle des Autors Wilkie Collins. Der Lehrer Walter Hartright soll zwei Halbschwestern im Limmeridge House im Zeichnen unterrichten. Am Abend vor seiner Abreise begegnet er vor den Toren Londons einer verängstigten 'Frau in Weiß' und begleitet sie in die Innenstadt. Viel erfährt er nicht über Sie, nur, dass sie wohl ihre Kindheit auch im Limmeridge House verbracht hat ... Für RUTHeBooks Klassiker lassen wir alte oder gar schon vergriffene Werke als eBooks wieder auferstehen. Wir möchten Ihnen diese Bücher nahe bringen, Sie in eine andere Welt entführen. Manchmal geht das einher mit einer für unsere Ohren seltsam klingenden Sprache oder einer anderen Sicht auf die Dinge, so wie das eben zum Zeitpunkt des Verfassens vor 100 oder mehr Jahren "normal" war. Mit einer gehörigen Portion Neugier und einem gewissen Entdeckergeist werden Sie beim Stöbern in unseren RUTHeBooks Klassikern wunderbare Kleinode entdecken. Tauchen Sie mit uns ein in die spannende Welt vergangener Zeiten!

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783959231824
Sprache:Deutsch
Ausgabe:E-Buch Text
Umfang:630 Seiten
Verlag:RUTHebooks
Erscheinungsdatum:10.09.2015

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    Betsyvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein Krimi, der zwar ein paar Schwächen hat, aber mit grandiosen Figuren, Geheimnissen, Intrigen, Liebe und etlichen Überraschungen aufwartet
    Wer es bislang nicht gelesen hat, hat etwas verpasst

    Der aus bescheidenen Verhältnissen stammende Zeichenlehrer Walter Hartright ist kurz davor eine neue Stelle in Limmeridge House anzutreten um dort 2 jungen Damen Unterricht zu geben. Kurz vor seinem Aufbruch begegnet er in der Nähe von London kurz nach Mitternacht einer seltsamen und geheimnisvollen Frau in Weiß und ohne es zu ahnen nimmt hier eine Geschichte ihren Lauf, die vor Geheimnissen, Intrigen, schwer durchschaubaren Charakteren, einigen amüsanten Momenten, einer Liebesgeschichte sowie aufrichtiger Freundschaft und Verbundenheit erzählt, mittels Berichten der beteiligten Personen, die hier Stück für Stück Einblick geben in die so komplexen Geschehnisse.

    Dieses Werk von Wilkie Collins, welches im Jahre 1860 erschien, gilt als Grundstein für die moderne Kriminalliteratur. Unglaublich wie spannend diese Geschichte erzählt wird und sich keineswegs vor aktuelleren Werken zu verstecken braucht.

    Wie schon in Jezebel’s Tochter wird auch hier die Geschichte in einzelnen Berichten geschildert durch die jeweils beteiligten Personen die hier nach und nach das komplette Bild entstehen lassen, die Walter hier zusammenfügt und damit die Lücken schließt, wo er selbst nicht direkt zugegen war.

    Teilweise ist die aufgebaute Spannung unerträglich und mach sehnt die Entladung geradezu herbei. Zwar gibt es ein paar Längen und am Ende wird einiges dann noch mal wiederholt um alles noch mal auf den Punkt zu bringen, aber Collins ist ein wahrer Meister darin den Leser in die Irre zu führen und in vielerlei Hinsicht zu überraschen. Sei es in Punkto Handlungsverlauf, den Figuren oder der Auflösung dieser komplexen Angelegenheit hier. Anfänglich hat man so einige Handlungsfäden, die sich mehr und mehr verknüpfen und teils entwickelt sich die Geschichte im Endeffekt simpler als erwartet von dem was man spekuliert hat und dann wiederum zum Ende hin fast schon ein wenig zu viel des Guten an Zufällen und Begebenheiten um wirklich glaubhaft zu wirken. Dennoch fiebert man mit und erst ganz zum Schluss hat man alle wichtigen Fakten zusammen und darf hier sogar noch einen sehr schönem Ende beiwohnen, das zwar teilweise vielleicht etwas zu perfekt ist, aber nach all dem Schrecken den Figuren durchaus vergönnt sei.

    Großartig gelingt auch hier dem Autor seine Charaktere darzustellen, bei denen man sich trotz einer gewissen Intention nicht sicher sein kann, ob sie wirklich so sind wie sie auf den ersten Blick erscheinen, bzw. denen man nicht nur obwohl sie nicht gerade zu den netten Menschen gehören Anerkennung zollen muss, wie intelligent, verschlagen, charmant und berechnend sie sind, sondern auch den Leser in ihrer Eitelkeit und ihrer ganzen Art einfach amüsieren. Collins überteibt hier teilweise vielleicht etwas in seinen Darstellungen, egal ob es hier um jemanden geht der geradezu verhätschelt und in Watte gepackt wird, weil außer dem Aussehen und dem sanften Gemüt wenig vorhanden ist, jemanden der sich selbst quasi als ein Opfer seiner Umgebung sieht, die scheinbar alle sein schwaches Nervenkostüm strapazieren wollen, jemand der kälter nicht sein kann und dennoch auch selbst einiges durchgemacht hat oder auch jemand den die Umstände dazu zwingen gewisse Dinge zu tun. Dann gibt es aber Phasen in denen gewisse Figuren einfach nur anstrengend sind und man fängt an zu hinterfragen, warum vieles so kompliziert angegangen wird, wo doch ein wenig Blutrünstigkeit bzw. Gewalt alles recht schnell hätte beenden können. Ob es wirklich Skrupel waren oder einfach eine unglaubliche Abgebrühtheit?

    Trotz der Länge der Geschichte und einigen Ungereimtheiten, ist die Handlung durchaus gut aufgebaut und als Leser erhofft man mit jedem Bericht mehr Informationen und auch spezielle Einblicke in Figuren. Zwar erfährt man nach recht kurzer Zeit bereits so einiges an spannendem Wissen und dennoch weiß man eigentlich noch recht wenig damit anzufangen. Hier zeigt sich dann auch das Talent des Autors den Leser bei der Stange zu halten und durch die Berichte in ihrem jeweiligen Stil der Figur gerecht zu werden und die Lücken die hier auftauchen in späteren Berichte gänzlich zu schließen.

    Die namensgebende Figur der Frau in Weiß ist hier natürlich Dreh- und Angelpunkt der Geschichte und trägt das ihrige zu den teilweise so mysteriösen Geschehnissen bei und obwohl eigentlich trotz des Titels fast nur eine Nebenrolle, ist sie doch diejenige die hier aufmischt und so einiges außer Kontrolle geraten lässt bzw. auch für die Aufklärung von immenser Bedeutung ist. Ihre Figur lässt einen wie so viele andere Charaktere nicht los und man erwartet sehnsüchtig was es mit ihr auf sich hat und warum sie scheinbar von manchen so gefürchtet wird.

    Fazit: Heute genauso empfehlenswert für Krimifans wie anno dazumal. Eine sehr komplexe Geschichte mit großartigen und teils wirklich genial angelegten Figuren, sowie einer enorm spannungsgeladenen Handlung, die einen fast schon in punkto Geduld auf die Probe stellt, so sehr wartet man zumindest auf einen Teil dieser Entladung. Zwar gibt es einige Längen, ein paar Kritikpunkte innerhalb der Handlung (besonders zum Ende hin) und teilweise können manche Figuren schon etwas anstrengend werden, dennoch kann man das Buch fast nicht mehr weglegen, da man einfach wissen will was genau hinter allem steckt und wie alles letztendlich zusammenhängt. Eine tolle Mischung aus Spannung und Gefühl, dank der verschiedenen Berichte und Personen, den Intrigen, Geheimnissen und den teils dramatischen Geschehnissen sowie der Ungewissheit auf ein Happy End für alle.

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    Buchgespensts avatar
    Buchgespenstvor einem Jahr
    Kurzmeinung: Ein großartiger Krimi mit tollen Charakteren. Düster, mystisch und lebendig.
    Mystery and Crime

    Als Walter Hartright die Stelle als Zeichenlehrer antritt, die ihm ein Freund verschaffte, ist er sofort von der Tochter des Hauses, Laura Fairlie, verzaubert. Zutiefst getroffen, dass sie bereits verlobt ist, verlässt er England und sucht auf Reisen das Mädchen zu vergessen. Laura indessen reicht ihre Hand dem ihr bestimmten Mann und ein Albtraum beginnt.

    Die Geschichte, mit der Collins Ruhm begann, vermag es auch heute noch den Leser zu fesseln. Subtile Andeutungen bauen eine düstere, bedrückende Atmosphäre auf, die ohne viel Action den Leser fesselt. Die Erwartung des unausweichlichen Grauens hält einen in Atem. Stets auf dem Sprung, hinter jedem Wort, jedem sich bewegenden Vorhang das Verhängnis vermutend erlebt man die stilvolle Unterhaltung des 19. Jahrhunderts. Wilkie Collins hat eine intelligente und ausgefeilte Geschichte vorgelegt, die sehr viel mehr als ein Krimi ist. Aus unterschiedlichen Perspektiven lässt er den Leser erleben, was geschieht und bei allen Details, allen umfassenden Berichten bleibt er doch völlig im Dunkeln, was der Kern der Sache ist bis es Collins gefällt den Schleier zu lüften. Ein außergewöhnliches Buch, das großartige Unterhaltung bietet. Mystery und Krimi, Romantik und Gesellschaftskritik – lebendige Charaktere führen durch ein Kaleidoskop von Zufällen und Plänen, Schicksal und handfester Befreiung. Ein zeitloses Meisterwerk, dem man den etwas überraschenden Schluss gerne verzeiht.

    Eine klare Leseempfehlung!

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    FabAustens avatar
    FabAustenvor 5 Jahren
    Die Frau in Weiß


    Achtung Klassiker 

    Wilkie Collins gilt als Begründer des Genres des Mystery Thrillers und wer wissen möchte warum, sollte diesen Roman, der zum Klassiker wurde, lesen. 

    Die Frau in Weiß erschien im Jahr 1859 in Form von Fortsetzungen in einer von Charles Dickens herausgegebenen Zeitschrift. Dies merkt man dem Roman an, denn er ist überaus spannend. Es gibt überraschende Wendungen, düstere Ahnungen und bedrohliche Charaktere. Klar, die Leser sollten auch die nächste Zeitschriftenausgabe kaufen. 

    ES geht um eine reiche Erbin, eine geheimnisvolle Fremde „in Weiß“, einen fiesen Ehemann und dessen mysteriösen Freund, einen überspannten Onkel sowie um einen verliebten Zeichenlehrer aus dessen Sicht die Geschichte hauptsächlich, aber nicht ausschließlich, erzählt wird. Außerdem wirft ein großes dunkles Geheimnis seine Schatten. Es gibt überraschende Wendungen, geheimnisvolle Begebenheiten und spannende Momente. Alles entwickelt sich natürlich in einem gemächlicheren Tempo als man es von heutigen Thrillern gewohnt ist. Ein Thriller ist das hier eben nicht.

    Der Roman weist viele Seiten auf und viele davon sind mit Beschreibungen gefüllt. Diese sind aber nicht langweilig, sondern schaffen eine ganz eigene Atmosphäre, die den Leser direkt ins 19. Jahrhundert zurückversetzt. Dies trifft gleichermaßen auf die Sprache zu, die altertümlich wirkt und wunderbare Wörter zurück in Erinnerung bringt. Nebenbei wird  deutlich, wie platt unsere heutige Sprache vielfach ist. 

    Empfehlenswert ist dieses Werk für Leser, die sich in eine andere Zeit versetzen lassen wollen, was wie erwähnt, zu einem Großteil der Sprache zuzuschreiben ist. Ebenfalls sollten sie sich nicht von den vielen Seiten mit Beschreibungen und Umschreibungen irritieren lassen. Der Roman ist einfach großartig und steht nicht von ungefähr am Anfang eines neuen Genres .

    Die Frau in Weiß wurde mehrfach verfilmt, u.a. gibt es eine deutsche Umsetzung, und er wurde sogar zur Grundlage eines von Andrew Lloyd Webber geschriebenen Musicals. Der nutzt auch jede Vorlage :)

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    Arizonas avatar
    Arizonavor 6 Jahren
    Rezension zu "Die Frau in Weiss" von Wilkie Collins

    Dieser Klassiker erschien im Original 1860 in England und 1965 in Deutschland. Er handelt von den zwei Halbschwestern Marian Halcombe und Laura Fairlie, die im Haus ihres reichen Onkels auf dem Lande leben. Dort werden sie von dem Zeichenlehrer Walter Hartright unterrichtet, wobei sich dieser in Laura verliebt, die jedoch bereits mit Sir Percival verlobt ist. Nun nimmt das Unglück seinen Lauf, wobei eben auch die Frau in Weiss noch eine wichtige Rolle spielt. Es gibt doch einige Verwickungen in diesem dicken Roman (870 Seiten), und es kommt eben auch zu einem Verbrechen. Es handelt sich ja hier quasi um den Prototyp eines Kriminalromans, auch wenn der Ermittler eben noch kein Detektiv ist, sondern eben der Zeichenlehrer Walter. Und die Liebe spielt natürlich auch eine wichtige Rolle.

    Die Handlung des Romans ist schon spannend. Und esi st eine Zeitreise ins viktorianische England, in die Welt des Adels. Interessant fand ich den Aufbau des Buches, und zwar berichten verschiedene Personen von den Ereignissen in Form von Briefen, Tagebucheintragungen oder Berichten - dadurch ist es wie ein Puzzle. Auch die altmodische Sprache ist schön und man kann darin eintauchen. Nun zum Minuspunkt: Mir wurde es irgendwann zu langatmig und konnte mich nicht mehr so richtig fesseln. Daher kann ich keine Empfehlung aussprechen, es war mir enfach zu lang.

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    Sokratess avatar
    Sokratesvor 7 Jahren
    Rezension zu "Die Frau in Weiss" von Wilkie Collins

    Nachdem ich durchweg positive Rezensionen dieses Buches gelesen hatte, dachte ich nun, eine sehr spannende und gelungene Lektüre vor mir zu haben. Leider sprang bei mir aber einfach nicht der Funke über. Die Handlung ist für meine Begriffe schleppend, als spannend könnte ich nur wenige Passagen aufzählen. Zu allem Übel hat mich ab der Mitte alle Lust verlassen und ich habe das Buch beiseite gelegt. Also bei allem Optimismus - es muss nicht allen Lesern gefallen... Schade für Wilkie Collins, der an sich ein Klassiker ist.

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    Heldin-mit-Happy-Ends avatar
    Heldin-mit-Happy-Endvor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Frau in Weiß" von Wilkie Collins

    Der Zeichenlehrer Walter Hartright verliebt sich in seine junge Schülerin Laura Fairlie. Obwohl diese Zuneigung auf Gegenseitigkeit beruht, ersticken Standesunetrschiede und Lauras Verlobung mit Sir Percival jede Hoffnung auf Zweisamkeit im Keim. Doch nach der Ehe entpuppt sich Sir Percival seiner Frau gegenüber als kaltherziger, unberechenbarer Patriarch. Während Laura und ihre Schwester sich gegen seine Unterdrückung zu behaupten versuchen und Hartright die Liebe zu seiner Schülerin zu vergessen will, braut sich über diesen Protagonisten eine Verschwörung zusammen, in dessen Zentrum eine geheimnisvolle Fremde im weißen Kleid zu stehen scheint...
    _______________
    Dieses Buch hat mir sehr gut gefallen. Es besticht durch eine gelungene Mischung aus altenglischem Schauerroman und Detektivgeschichte. Trotz der sehr ausführlichen und realistischen Beschreibung aller Protagonisten, Schauplätze und Gedankengänge bleibt die Geschichte von der ersten bis zur letzen Seite spannend.
    Zu Beginn des Buches fesselt die sehr gut geschilderte düstere Atmosphäre und die diffuse Ahnung eines nahenden Unheils den Leser. Laura und ihre Schwester Marian haben als Frauen im 19. Jahrhundert wenig Rechte und Möglichkeiten, sich gegen eheliche Unterdrückung zu wehren und scheinen den Fängen der Verschwörung hilflos ausgeliefert zu sein. Durch den plasrischen Schreibstil Collins´ wird der Leser sehr gut in das viktorianische England versetzt, der uheimlichen Flair der Handlung fühlbar gemacht.
    Im zweiten Teil rückt die Detektivgeschichte und ein klug kombinierender „Ermittler“ Hartright in den Vordergrund. Spannung wird hier vor allem durch die langsame Entwirrung der Machenschaften Sir Percivals vermittelt.

    Besonderes Lob verdient Wilkie Collins außerdem dafür, dass er die Geschichte von mehreren Personen erzählen lässt, und zwar so, dass immer der aktuelle Augenzeuge eines Geschehens zu Wort kommt. Das Buch erhält so eine ganz besondere Dynamik , der Leser kann sich in verschiedene Personen gut hineinversetzen und sprachlich gewinnt das Buch durch diesen Kunstgriff allemal. Jeder einzelne Charaktere hat einen individuellen Schreibstil, der sie ganz unverwechselbar macht und darüber hinaus auch noch Teile ihrer Persönlichkeit freilegt, die der Leser sonst nicht erfahren hätte.
    _____
    Fazit: Ein rundum gelungenes Buch für alle, die sich für das England des 19. Jahrhunderts interessieren und bereit sind, sich auf Spannung einzulassen, die sich langsam und schrittweise aufbaut. Liebhabern rasanter Action und/oder besonders blutdrünstiger Verbrechen sei abgeraten.

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    Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Frau in Weiss" von Wilkie Collins

    Der viktorianische Riesenkrimi voll von pittoresken Schurken, Nacht und Nebel, Friedhofsgeheimnissen und Seelenfolter weckt schönere Schauer als die meisten Mordfabeln der Gegenwart. (Der Spiegel)

    Als der junge Zeichenlehrer Walter Hartright den Auftrag erhält zwei jungen Damen in Limmeridge House Unterricht zu erteilen, verliebt er sich Hals über Kopf in seine Schülerin Laura Fairlie. Die unschuldige Liebe beruht auf Gegenseitigkeit, doch Walter muss sich eingestehen, dass sie keine Zukunft hat. Während er nur ein mittelloser Künstler ist, ist Laura eine wohlhabende Erbin und zudem noch mit einem Baronet verlobt. Schweren Herzens verlässt er Limmeridge House, doch mysteriöse Ereignisse lassen ihm keine Ruhe. Was hat es mit dem anonymen Brief auf sich, in dem Laura vor ihrem Verlobten gewarnt wird. Und wer ist die seltsame Frau in Weiß wirklich, der Laura so verblüffend ähnlich sieht und die Walter mitten in der Nacht über den Weg lief und ihn verstört um Hilfe bat? Walter setzt alles daran, um das Geheimnis der Frau in Weiß zu lüften und die junge Laura zu schützen.

    Wilkie Collins' "Die Frau in Weiß" gilt als der erste Detektivroman der Weltliteratur und auch wenn es sich bei Walter Hartright um keinen "echten" Detektiv handelt, so geht er doch mit der Beobachtungs- und Kombinationsgabe eines solchen an das Lösen der Rätsel, die sich ihm stellen.
    Das Besondere an dem Buch ist wohl die Tatsache, dass es sich nicht um eine "normale" runtererzählte Geschichte handelt, sondern, dass diese in Berichtform der unterschiedlichsten Leute vorliegt, die ihre relevanten Beobachtungen und Meinungen schildern. Das verschafft einem einen recht interessanten Einblick auf die unterschiedlichen Sichtweisen der Charaktere und unterstreicht die Vielschichtigkeit und Tiefe, die Wilkie Collins seinen Personen zu verschaffen weiß.
    Nach und nach kommen immer mehr Intrigen und Verstrickungen ans Licht und werden Stück für Stück von den agierenden Charakteren aufgedröselt. Nur langsam erschließt sich dem Leser das gesamte Ausmaß des Lügennetzes, welches hier so sorgfältig gesponnen wurde und es ist eine wahre Freude, sich von Collins immer wieder an der Nase herumführen zu lassen.
    Doch neben Verrat und Intrigen erhält man auch einen interessanten Einblick in die Gesellschaft der damaligen Zeit. Wilkie Collins belässt es jedoch nicht dabei, denn bei ihm stehen nicht die gewöhnlichen wohlhabenden Herrschaften im Mittelpunkt, eine genauso große - teilweise größere - Rolle spielen Frauen, Ausländer und einfache Angestellte.
    Mit Marian Halcombe, Lauras Halbschwester, hat Collins eine willensstarke und selbstsichere Frau erschaffen, die sich ihrem als Frau eher niederem gesellschaftlichem Rang durchaus bewusst ist und diesen oft genug auf die Schippe nimmt. Ebenso schafft es Collins immer wieder auf die Ausländerfeindlichkeit vieler seiner Landsleute zurückzukommen und diesen entgegenzuwirken.
    Das Buch ist spannend bis zur letzten Seite und bietet immer wieder verblüffende Überraschungen und Wendungen, mit denen man als Leser nicht gerechnet hätte. Wer eine reine Detektivgeschichte erwartet, könnte jedoch etwas enttäuscht werden, da der "Detektiv" der Geschichte - Walter Hartright - nach seinem Auftritt am Anfang erst wieder zum letzten Viertel des Buches auftaucht und sich daran macht, die Rätsel, die davor aufgekommen sind, zu lüften.
    Trotzdem alles in allem ein geschickt konstruiertes, spannendes und äußerst lesenswertes Buch. "Der Monddiamant" steht bereits auf meinem Wunschzettel!

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    esmerabelles avatar
    esmerabellevor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Frau in Weiß" von Wilkie Collins

    Als der junge Zeichenlehrer Walter Hartright sich in seine hübsche Schülerin Laura Fairlie verliebt, weiß er, dass diese unstandesgemäße Liebe keine Zukunft haben kann. Was er nicht ahnt, ist, in welche Intrigen und Gefahren die Frau, die er liebt, geraten wird und mit was für einem ausgefeilten Plan ihre Gegner vorgehen werden. Als sich die Ereignisse überschlagen, bleiben für Hartright viele Fragen offen. Wer ist die Frau in Weiß, die Laura so verblüffend ähnlich sieht und sie verzweifelt zu verfolgen scheint? Was für Geheimnisse verbirgt Lauras Verlobter, Sir Percival Glyde? Und welche Rolle spielt sein undurchschaubarer Freund, der Italiener Conte Fosco? Hartright ist bereit, mit Hilfe von Marian Halcomb, der klugen und ebenso mutigen Halbschwester Lauras, alles zu riskieren, um sämtliche Rätsel, die sich um Lauras Schicksal ranken, zu lösen.

    Wilkie Colllins gilt als der Vater der „Mystery Novel“, seine „Frau in Weiß“ als Vorläufer der klassischen Detektivgeschichten, auch wenn sein Protagonist Hartright kein professioneller Ermittler mit langjähriger Erfahrung ist, sondern allein seinen Gefühlen und seinem Verstand folgt. Wie auch in anderen seiner Romane lässt Collins in der „Frau in Weiß“ die Geschichte durch Berichte und Tagebucheinträge von Augenzeugen erzählen, deren Direktheit den Leser das Gefühl vermitteln, an einer wahren Begebenheit und nicht nur an einer Fiktion teilzuhaben. Dabei gelingt es ihm, jedem einzelnen Berichterstatter seine eigene Stimme zu geben, die so unverwechselbar ist, dass der Leser, auch ohne Überschrift, nach wenigen Zeilen wüsste, mit wem er es gerade zu tun hat.

    Collins ist ohne Frage ein Meister des Erzählens. Er versteht sich darauf, Menschen und Landschaften vor dem inneren Auge entstehen zu lassen, als wären sie einem schon lange bekannt, und Stimmungen zu erschaffen, die beinahe zu eigenen Erinnerungen werden. Scheinbar mühelos füllt er 650 Seiten, ohne dass dem Leser eine Gelegenheit gegeben wird, sich der Spannung und der Nähe zu den Protagonisten zu entziehen. Immer wieder meint man, nun die Lösungen sämtlicher Rätsel zu kennen, nur um unvermittelt in eine neue Enthüllung gezogen zu werden, die einen dazu veranlasst, die Augen weit aufzureißen, und „Oh!“ zu flüstern. Und das Verblüffendste: er schafft all das ohne die alptraumhaften Gewaltszenarien, die für die meisten Kriminalautoren heute unverzichtbar zu sein scheinen.

    „Die Frau in Weiß“ ist nicht nur ein Krimi, sie ist auch eine Geschichte über Liebe und freundschaftliche Treue, über moralische Werte und nicht zuletzt eine kleine Studie der Gesellschaft des 19. Jahrhunderts. Und auch jenen, die meinen, zu einem Krimi gehöre mindestens ein blutiger Mord und Spannung wäre nur mit Gewalt, Horror und entfesselten Psychopathen zu erzielen, sei Wilkie Collins wärmstens ans Herz gelegt. Er wird den Zweifler eines Besseren belehren.

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    banditsandras avatar
    banditsandravor 8 Jahren
    Rezension zu "Die Frau in Weiss" von Wilkie Collins

    ein Klassiker...auch von der Sprache und deshalb hang ich relativ lang an dem Buch. Aber, es hat sich gelohnt. Die Art wie die ganze Geschichte erzählt wird ist einfach toll und man will das alles aufgeklärt wird und ich habe schon ziemlich mit Walter, Marian und Laura mitgelitten.

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    metalmueller1807s avatar
    metalmueller1807vor 9 Jahren
    Rezension zu "Die Frau in Weiß" von Wilkie Collins

    An sich ein schönes Buch; allerdings in der ungekürzten Fassung auch etwas langatmig... Dennoch snd die Landschaftsbeschreibungen mal wieder gewohnt top. Wilkie Collins halt. Wer auf Spannung nicht so viel wert legt, oder der Meinung ist, dass ein toller Schreibstil auch mal ausschlaggebend für ein gutes Buch ist, der sollte "Die Frau in Weiß" ruhig mal lesen.

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