Also ehrlich, ich dachte ja, ich weiß schon alles übers Angeln. Schließlich hab ich als Kind mehr Zeit am Wasser verbracht als in der Schule (was man an meinen Zeugnisnoten auch gesehen hat). Aber dann kam dieses Buch „Angeln“ von Will Millard daher und hat mir sowas von den Kescher über den Kopf gezogen! Ich hab's eigentlich für meinen Neffen gekauft, aber, Hand aufs Herz, ich hab’s heimlich zuerst selbst durchgeblättert. Und was soll ich sagen? Ich war sofort wieder der Junge, der mit Papa am See stand, die Füße im Wasser und das Warten auf den ersten Biss spannender fand als jeden Actionfilm.
Das Buch erklärt nicht einfach nur, wie man eine Rute zusammensteckt – nein, es nimmt dich mit auf ein richtiges Abenteuer. Ich hab noch nie ein Buch gesehen, das so kindgerecht (und trotzdem auch für uns Erwachsene nicht peinlich) erklärt, was ein ordentlicher Köder ist, warum der Respekt vor dem Fisch das Wichtigste überhaupt ist und dass Angeln mehr mit Achtsamkeit zu tun hat als mit Action. Da steckt richtig Herzblut drin! Und die Illustrationen? Ein Traum! Man will direkt die Gummistiefel anziehen und lostapern.
Besonders cool finde ich, dass der Ton nie von oben herab ist. Es wird nicht doziert, sondern erzählt – als würde ein guter Kumpel einem alles zeigen. Sogar mein notorisch technikverliebter Neffe hat beim Blättern sofort gesagt: „Opa, wann gehen wir angeln?“ Und das will was heißen.
Das Vorwort von Hubertus Massong ist das Sahnehäubchen obendrauf. Wer den Mann kennt, weiß: Der hat's drauf und schafft es, auch die Generation TikTok für einen Angelausflug zu begeistern.
Kurzum: Dieses Buch ist wie eine Einladung in eine Welt voller Ruhe, Abenteuer und glitzernder Fischschuppen. Für Kinder perfekt – und für uns große Jungs eine Erinnerung daran, warum wir dieses Hobby mal geliebt haben (und wieder lieben sollten). Klare fünf Sterne. Und jetzt entschuldigt mich bitte, ich muss Köder besorgen.











