Will Quadflieg

 4,6 Sterne bei 8 Bewertungen
Autor von »Ich will lieber schweigen«, Wir spielen immer und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Will Quadflieg (1914–2003) nahm schon während seiner Schulzeit Schauspielunterricht. 1936 kam er nach frühen Engagements nach Berlin, wo er an der Volksbühne und am Schiller-Theater seine Bühnenkarriere fortsetzte und zu einem bekannten Theaterschauspieler aufstieg. Will Quadflieg war während der NS-Zeit durch seine Bühnentätigkeit vom Kriegsdienst befreit und wirkte an Propagandafilmen mit, ohne selbst Parteimitglied zu sein. Während der Neuetablierung der Theaterkultur nach dem Krieg war Quadflieg ab 1947 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Schauspielhaus Zürich sowie bei den Salzburger Festspielen engagiert. Von 1956 bis 1962 arbeitete er unter der Intendanz von Gustaf Gründgens. In dessen erfolgreicher Kinoverfilmung »Faust« von Goethe spielte er 1957 die Titelrolle, die ihn international bekannt machte. Neben seiner Theaterarbeit trat er als Rezitator für Sprechplatten und Vortragsabende sowie als Film- und Fernsehdarsteller in Erscheinung. Quadflieg setzte sich sich nach dem Krieg selbstkritisch mit der NS-Zeit auseinander und engagierte sich im schon fortgeschrittenen Alter in der Friedensbewegung und für die Grünen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Will Quadflieg

Cover des Buches »Ich will lieber schweigen« (ISBN: 9783985681716)

»Ich will lieber schweigen«

(5)
Erschienen am 24.04.2025
Cover des Buches Wir spielen immer (ISBN: 9783596303151)

Wir spielen immer

(2)
Erschienen am 15.06.2015

Neue Rezensionen zu Will Quadflieg

Cover des Buches »Ich will lieber schweigen« (ISBN: 9783985681716)
Silberhauch04s avatar

Rezension zu "»Ich will lieber schweigen«" von Will Quadflieg

Silberhauch04
Eine interessante Lektüre

Nach dem Tod der Mutter, fand Roswitha Quadflieg, die jüngste von fünf Geschwistern, eine Kiste mit der Aufschrift „Briefe und Kurioses“. Erst Jahre später in der Corona Zeit packte sie diese Kiste aus und fand ein Tagebuch ihres Vaters, Will Quadflieg, aus den Jahren 1945 und 1946, als er von seiner Familie getrennt war. Da sich ihre Eltern scheiden ließen, als sie dreizehn Jahre alt war, kannte sie ihren Vater kaum. Mit dem Tagebuch und den Briefen versuchte sie Antworten auf unbeantwortete Fragen zu finden. Auf welcher Seite stand ihr Vater in Kriegszeiten oder wurde er protegiert, da er zu der Zeit schon ein berühmter Schauspieler war. 


Ich fand diese Lektüre sehr interessant. Die Tagebucheinträge wurden immer wieder durch Recherchen oder Inhalte, die in Briefen gefunden wurden, unterbrochen. Passten zum Beispiel die Auftrittsorte, die im Tagebuch standen mit den tatsächlichen Auftritten überein. War manches vielleicht erdacht? Es war schon ein wenig suspekt, wie es einem angesehenen Schauspieler in Kriegszeiten ging im Gegensatz zur restlichen Bevölkerung. Durch das im Krieg befindliche Land zu reisen, um Auftritte zu absolvieren und Essen im Offizierskasino einzunehmen, hörte sich überhaupt nicht nach Krieg an. Es gab zwar auch Szenen im Luftschutzbunker, trotzdem las es sich so „harmlos“. Allerdings habe ich auch schon einige andere Bücher über den zweiten Weltkrieg gelesen, die nicht von prominenten Menschen handelte. 


Deswegen fand ich diese Sicht äußerst interessant. Allerdings konnte sich auch die Autorin wenige Fragen beantworten, da dies wohl nur ihr Vater hätte tun können. 


Fazit:

Eine äußerst interessante Geschichte aus dem Tagebuch eines Vaters und Schauspielers. 

Cover des Buches »Ich will lieber schweigen« (ISBN: 9783985681716)
Ina_Hs avatar

Rezension zu "»Ich will lieber schweigen«" von Will Quadflieg

Ina_H
Die Briefe und das Tagebuch ihres Vaters

Das Buch "Ich will lieber schweigen" von Roswitha Quadflieg beschreibt einen kurzen Teil des Lebens des Schauspielers Will Quadflieg. Den älteren Leser:Innen ist er wohl hauptsächlich als Dr. Faust in der Inszenierung von Gustav Gründgens bekannt.


Roswitha Quadflieg findet im Keller ihrer verstorbenen Mutter eine Kiste mit der Aufschrift Briefe und Kurioses". In ihr befinden sich Briefe ihres Vaters Will Quadflieg und sein Tagebuch aus den Jahren 1945/1946. Roswitha Quadflieg ist das jüngste Kind aus der Ehe von Will Quadflieg und seiner ersten Ehefrau Benita von Vegesack. Sie hat ihren Vater kaum gekannt. Sie ist 1949 geboren, hat den Krieg nicht miterlebt. Als sie 13 Jahre alt war, wurden ihre Eltern geschieden. Sie hat ihren Vater selten gesehen und sucht in den Briefen und vor allem im Tagebuch Antworten auf viele Fragen.


Das Tagebuch von Will Quadflieg ist immer in kurzen Abschnitten zu lesen, unterbrochen durch Auszüge aus Briefen an seine Frau und Fragen der Tochter an ihren Vater. Ich hätte mir in diesem Buch eine andere Reihenfolge gewünscht. Das Tagebuch in Bruchstücken zu lesen, hat den Lesefluss für mich gehemmt. Aus der Sicht der Tochter kann ich aber nachvollziehen, dass das Buch genau so geschrieben wurde. Die Fragen einer Tochter tauchen an anderen Stellen auf als die Fragen der Lesenden.. Roswitha Quadflieg geht der Frage nach, was ihr Vater im Krieg gemacht hat, war er ein Nazi oder nur Profiteur des Regimes, weil er ein herausragender Schauspieler war?


Es ist kein einfaches Buch, ich habe einige Male unterbrochen. Aber es ist ein weiteres Zeugnis über eine Zeit, die die wenigsten Menschen heute erlebt haben. Das Buch ist ergänzt durch Quellenangaben, eine Zeittafel und viele Fotos..


Eine Empfehlung von mir für Leser:Innen, die sich aus einer anderen Sicht mit dem Thema Schauspieler im Dritten Reich beschäftigen . Ein Buch für Menschen, die ihre Väter aufgrund der damaligen Situation nicht wirklich gekannt haben. Auch Roswitha bekommt wenig Antworten, obwohl sie viel recherchiert hat. Das kann allerdings ein persönliches Gespräch nie ersetzen.

Cover des Buches »Ich will lieber schweigen« (ISBN: 9783985681716)
yellowdogs avatar

Rezension zu "»Ich will lieber schweigen«" von Will Quadflieg

yellowdog
Tagebuch mit Kommentaren

Will Quadflieg war ein bedeutender Theater- und Filmschauspieler, dessen erste Erfolge in die Kriegszeit fielen.

 

Roswitha Quadflieg hat ihr Buch aufgrund gefundener Briefe und einem Tagebuch aus den Jahren 1945/46 ihres Vaters geschrieben. Die Abschnitte des Tagebuches werden von Roswitha Quadflieg unmittelbar kommentiert und diskutiert.

Durch diese Form hat man als Leser wenig den Eindruck eines kompletten Tagebuchs, das ich eigentlich auch gerne am Stück gelesen hätte. Aber es ist verständlich, dass Roswitha Quadflieg so vorgeht, denn sie will ihren überwiegend fremden Vater dadurch ein Stück verstehen. Es ist der Versuch eines Gesprächs.

Wills stimmungsvollen Tagebuchtext sind Roswitha eher nüchterne Bemerkungen entgegengesetzt. Auch eine Spur Bitterkeit ist zu spüren.

Es ist ein nachdenkliches Buch, dass ich mit Interesse gelesen habe.

Gespräche aus der Community

Bisher gibt es noch keine Gespräche aus der Community zum Buch. Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Welche Genres erwarten dich?

Community-Statistik

8 Bibliotheken

1 Merkzettel

1 Leser*innen

Worüber schreibt Will Quadflieg?

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freund*innen und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber*innen und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Hol dir mehr von LovelyBooks