Will Quadflieg

 4,5 Sterne bei 17 Bewertungen

Lebenslauf

Will Quadflieg (1914–2003) nahm schon während seiner Schulzeit Schauspielunterricht. 1936 kam er nach frühen Engagements nach Berlin, wo er an der Volksbühne und am Schiller-Theater seine Bühnenkarriere fortsetzte und zu einem bekannten Theaterschauspieler aufstieg. Will Quadflieg war während der NS-Zeit durch seine Bühnentätigkeit vom Kriegsdienst befreit und wirkte an Propagandafilmen mit, ohne selbst Parteimitglied zu sein. Während der Neuetablierung der Theaterkultur nach dem Krieg war Quadflieg ab 1947 am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg und am Schauspielhaus Zürich sowie bei den Salzburger Festspielen engagiert. Von 1956 bis 1962 arbeitete er unter der Intendanz von Gustaf Gründgens. In dessen erfolgreicher Kinoverfilmung »Faust« von Goethe spielte er 1957 die Titelrolle, die ihn international bekannt machte. Neben seiner Theaterarbeit trat er als Rezitator für Sprechplatten und Vortragsabende sowie als Film- und Fernsehdarsteller in Erscheinung. Quadflieg setzte sich sich nach dem Krieg selbstkritisch mit der NS-Zeit auseinander und engagierte sich im schon fortgeschrittenen Alter in der Friedensbewegung und für die Grünen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Will Quadflieg

Cover des Buches Wir spielen immer (ISBN: 9783596303151)

Wir spielen immer

 (2)
Erschienen am 15.06.2015

Neue Rezensionen zu Will Quadflieg

Cover des Buches Mario und der Zauberer (ISBN: 9783829115179)
Mira123s avatar

Rezension zu "Mario und der Zauberer" von Thomas Mann

Mario und der Zauberer
Mira123vor 2 Jahren

Dieses Buch habe ich für mein Studium gelesen. In dieser Vorlesung haben wir uns mit dem Thema "Magie" beschäftigt und "Mario und der Zauberer" war einer unserer Beispieltexte, mit denen wir uns beschäftigt haben. Und es war einer meiner liebsten Texte des Semesters. Viele der anderen kannte ich schon (zum Beispiel "Faust" von Goethe oder "Harry Potter" von J.K. Rowling) oder ich konnte damit nur wenig anfangen (zum Beispiel "The Tempest" von Shakespeare).

"Mario und der Zauberer" habe ich verschlungen und innerhalb von zwei Tagen gelesen. Es ist jetzt auch kein besonders dickes Buch, hat gerade mal hundert Seiten, aber wenn ich bedenke, wie lange ich teilweise für andere kürzere Unitexte brauche, ist das recht schnell. Nach dem Lesen habe ich dann auch noch meinen Vater dazu gebracht, diesen Text ebenfalls zu lesen, da ich Redebedarf hatte. Und auch er war begeistert.

Hier geht es um eine Familie, die in den 1920ern Urlaub in Italien macht. Mann hat dieses Buch 1930 geschrieben, der Nationalsozialismus und Faschismus köchelte also in Europa schon vor sich hin. Und darauf bezieht er sich in diesem Text auch. Er zeigt zum Beispiel, wie diese Familie in ein anderes Hotel umziehen muss, da sie von den anderen Gästen und den Besitzern aus dem anderen Hotel hinausgeekelt werden. Den größten Teil der Geschichte nimmt aber Herr Cipolla, der Zauberer ein. Die Reisenden erlauben ihren Kindern, zu einer Vorstellung dieses Zauberers zu gehen. Natürlich glauben die Eltern nicht an Zauberer und erwarten daher die üblichen Tricksereien: Kartentricks, verschwundene Taschentücher, vielleicht zersägte Menschen. Doch so ein Zauberer ist Herr Cipolla nicht. Stattdessen hypnotisiert er in seinen Vorstellungen Menschen. Und mehr kann ich euch nicht verraten, wenn ich nicht das Ende spoilern möchte.

Was an diesem Buch besonders spannend ist, ist, dass wir während der Vorstellung von Herrn Cipolla nie genau wissen, was denn jetzt eigentlich passiert und was da jetzt Herrn Cipollas Werk ist und was der freie Wille der Menschen, die er zu sich auf die Bühne lockt. Mann zeigte hier auch, warum große Gruppen an Menschen gefährlich und unberechenbar sein können - was er ja zur selben Zeit auch in der Realität miterleben musste.

Mein Fazit? Eine total spannende Lektüre, die mich fesseln konnte.

Cover des Buches Eine Weihnachtsgeschichte (ISBN: 9783837118162)
tragalibross avatar

Rezension zu "Eine Weihnachtsgeschichte" von Charles Dickens

Zeitloser Weihnachtsklassiker
tragalibrosvor 5 Jahren

Der geizige, grantige Ebenezer Scrooge hasst Weihnachten und alles, was damit zusammenhängt. Seine Verachtung für Menschen, die sich der Weihnachtsvorfreude hingeben, ist grenzenlos.
Als ihm jedoch eines Nachts der Geist seines Verstorbenen Kompagnon Marley erscheint und dieser ihm den Besuch drei weiterer Geister verkündet, beginnt sich Scrooges Meinung zu ändern. Als ihm die drei Geister der Weihnacht die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft zeigen, überdenkt der Geizhals seine Haltung...

Charles Dickens "Christmas Caroll" ist alle Jahre wieder eine Geschichte, die ich mir in der Weihnachtszeit anhörte (oder im Fernsehen anschaue).
Die Handlung präsentiert poetisch, manchmal gruselig und manchmal amüsant den Wandel eines verbitterten alten Mannes, zu einem Liebhaber der Weihnachtszeit.

Für mich gehört dieses (Hör-)Buch zu den ungeschlagenen Weihachtsklassikern und auf jeden Fall eine Empfehlung wert.

Cover des Buches Der kleine Herr Friedemann (ISBN: 9783932784477)
Alaiss avatar

Rezension zu "Der kleine Herr Friedemann" von Thomas Mann

Die bewegende Geschichte des kleinen Herrn Friedemanns in ungekürzter Lesung durch Will Quadflieg
Alaisvor 6 Jahren

Diese frühe Erzählung von Thomas Mann vereint alles, was mich an den Erzählungen dieses Schriftstellers immer besonders fasziniert hat: das feine Gespür für alles Menschliche, wunderbare, nahezu magische Momente, das Traurig-Beklemmende, das leider doch immer wieder das Schicksal der Menschen prägt, und zuletzt das Unheimliche, das Entsetzliche, das sich in der menschlichen Natur verbergen kann.
Zum Inhalt: Der kleine Herr Friedemann leidet seit seiner Kindheit, als er auf den Boden gefallen war, an einer Krankheit, ist schwächlicher als die anderen, verwachsen. Durch sein offensichtliches Leiden steht er etwas außerhalb der Gesellschaft, hat sich jedoch mit dem Mitleid der anderen und der Erkenntnis abgefunden, dass ihm wohl immer die Liebe und das Glück, das sich andere Menschen vom Leben erhoffen, verschlossen bleiben werden. Doch seine bescheidene Zufriedenheit wird ins Wanken gebracht, als von Rinnlingen und dessen Frau Gerda in die Stadt ziehen ...
Äußerlichkeiten spielen in der Welt, in der sich der kleine Herr Friedemann bewegt, eine große Rolle. Nicht nur er, auch seine Schwestern scheinen durch ihre angebliche Hässlichkeit an der Teilnahme an den Freuden des Lebens gehindert. Umso wunderbarer und hoffnungsvoller kam es mir vor, dass er dennoch seinen (bescheidenen) Weg durchs Leben gefunden zu haben scheint, und umso schrecklicher das, was dann geschieht ...
Der Stimme des inzwischen leider verstorbenen Sprechers Will Quadflieg hört man gerne zu. Ich finde, dass sie die Atmosphäre dieser Erzählung, die den Charme vergangener Zeiten hat und zugleich zeitlos erscheint, gut vermitteln kann. Diese ungekürzte Lesung dauert eine knappe Stunde und hat mir sehr gefallen.

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