Will Self Leberknödel

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Inhaltsangabe zu „Leberknödel“ von Will Self

Wie lebt man weiter, wenn das Todesurteil aufgehoben zu sein scheint? Die englische Witwe Joyce Beddoes leidet an Leberkrebs und fliegt mit ihrer alkoholsüchtigen Tochter in die Schweiz, um dort 'in Würde' zu sterben. In letzter Minute verweigert sie jedoch das tödliche Gift und verlässt die Sterbeklinik. Sie driftet durch Zürich, und während sie sich von ihrer Tochter immer mehr entfernt, geht es ihr von Tag zu Tag besser. Als die Ärzte den Tumor nicht mehr nachweisen können, glauben die Mitglieder einer katholischen Gemeinde an ein Wunder. Aber je mehr sich ihre körperliche Verfassung bessert, desto entschiedener verweigert Joyce dieses geschenkte Leben. - Will Self, brillanter Chronist der Neurosen unserer Zeit,
erzählt von einer Frau, der die allgegenwärtige Sinnsuche in einer Extremsituation zur Farce gerät.

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  • Will Self | LEBERKNÖDEL

    Leberknödel

    Bookster_HRO

    26. September 2017 um 15:53

    INHALT: Die siebzigjährige Engländerin Joyce fliegt nach Zürich, um ihrem Leben ein Ende zu setzen. Sie hat Leberkrebs, starke Schmerzen, ihr Körper ist am Ende und solange sie noch klar bei Verstand ist, wählt sie den bewussten Freitod durch Sterbehilfe in einem Hospiz. Doch als Dr. Hohl ihr das Glas mit dem letalen Cocktail überreicht, wird sie von einer Flut von Erinnerungen überwältigt. Sie lehnt das Gift ab und verlässt das Hospiz. Am nächsten Morgen schon geht es ihr besser. Sie nutzt die neu gewonnene Kraft und zieht in immer größeren Kreisen durch die Stadt. Aus Tagen werden Wochen und ihr Leiden ist wie verflogen. Als sie mit den Gemeindemitgliedern Ulrich Weiss und seiner Partnerin Marianne Kreutzer Bekanntschaft macht, wird die katholische Kirche auf ihren Fall aufmerksam und wittert ein Wunder. Der päpstliche Ehrenkaplan Reiter wird auf sie angesetzt, um weitere Untersuchungen mit ihr durchzuführen und genügend Beweise für eine eventuelle Seligsprechung zu sammeln. Doch davon will Joyce nichts wissen; sie will ihr geschenktes Leben in allen Zügen genießen. FORM: Will Self schreibt gekonnt verschlungene Sätze voller Informationen und Einschübe, selbst Joyce‘ eigene Gedanken sind kursiv in den erzählenden Text eingeflochten. Diesen Stil hält Self bis zum Schluss aufrecht, und gepaart mit seiner Metaphorik, bei der jedes Bild sitzt, und seinem feinen, ganz leisen Humor, ist dieser schmale Roman ein kleines Meisterstück geworden. (Vergleiche sind auf eine Art immer unpassend, aber irgendwie hat mich diese Prosa an die Harry Mulischs erinnert.) Die sieben Kapitel folgen den sieben Sätzen aus Mozarts Reqiuem in d-Moll, dessen Verse immer wieder auftauchen und die Handlung bestimmen. Was ich an diesem Roman sehr schätze, ist, dass Self auf eine moralische Bewertung verzichtet. Es geht ihm nicht darum, das Thema Sterbehilfe auf den Prüfstand zu heben oder die Ansichten der katholischen Kirche in Frage zu stellen (obwohl deutlich wird, auf welcher Seite er steht). Self will einfach eine gute Geschichte mit allen Facetten erzählen, und das gelingt ihm einfach wunderbar. Joyce hatte das Alter und ihre Krankheit als Normalität empfunden, die sich eingeschlichen hatten wie eine schlechte Angewohnheit. Man schluckte seine Pillen und ging zur Therapie, weil man es so machte. Und wenn man vielleicht auch mit der Idee spielte, dem Ganzen ein Ende zu setzen, wenn es zu schlimm würde, musste man doch feststellen, dass der Tag, an dem es schlimm genug war, niemals kam, denn viel besser war es in den Tagen zuvor ja auch nicht gewesen. (Seite 200 f.) Ein großes Lob auch an den Verlag Hoffmann und Campe und an das Favoritbuero München für das Layout: Der gold-bronzene Einband ist ein echter Hingucker. FAZIT: Das war mein erster Roman von Will Self, mit Sicherheit aber nicht der letzte. Nach allem was ich so von ihm in Erfahrung bringen konnte, handelt es sich um einen höchst interessanten Autor, dem ich mit Freude folgen werde und guten Gewissens weiterempfehlen kann – fünf Sterne. *** Diese und viele weitere Rezensionen könnt Ihr in meinem Blog Bookster HRO nachlesen. Ich freue mich über Euren Besuch ***

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