Will Self Regenschirm

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Inhaltsangabe zu „Regenschirm“ von Will Self

Eine literarischeTour de force von einem der wichtigsten zeitgenössischen Autoren Englands. 1918: Audrey Death, Feministin, Sozialistin und Arbeiterin in einer Londoner Munitionsfabrik, fällt der Europäischen Schlafkrankheit zum Opfer, eine Epidemie, die sich in ganz Europa ausbreitete, ein Drittel seiner Opfer tötete und ein zweites Drittel in die Irrenhäuser jener Zeit verbannte. 1971: Zachary Busner, Psychiater, entdeckt bei seinem Antrittsbesuch im Friern Mental Hospital eine ältere Frau, die dort seit 49 Jahren vor sich hin dämmert, kann ihre Krankheit richtig behandeln und holt sie ins Leben zurück - mit ungeahnten Folgen. Audreys Erinnerungen an eine untergegangene Welt, ihre Familie, die sie vergaß, ihre Liebhaber und ihr Engagement für die Sozialisten, verwebt Will Self mit Busners Versuchen, Licht in ihre verschattete Welt zu bringen, und mit den Erinnerungen, die der Jahrzehnte später pensionierte Psychiater hat an jene Zeit und seine Patientin, die er in ein Leben zurückgeholt hat, das nicht mehr ihres werden konnte.

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    Regenschirm
    sofie

    sofie

    „[…] weil die Bürokraten die ganze Klinik an sich gerissen haben, was eigentlich ganz passend ist, bedenkt man, dass Heilung, welcher Art auch immer, überhaupt nicht angestrebt wird, dass Ärzte und Pfleger über die Jahre – oder Jahrzehnte – zu Patientenschiebern verkommen sind, die ihr tägliches Pensum stapeln, lochen und binden, um es schließlich in diesem Fach abzulegen, in jener Schublade zu versenken.“ (S. 61) „Regenschirm“ ist ein faszinierendes Buch, das einen in seinen Bann zieht und viel mehr zu bieten hat, als der unscheinbare Titel vermuten lässt. Und das nicht nur, weil es auf fast 500 Seiten keine Kapitel und auch nur wenige Absätze gibt. So fehlen schon allein deshalb die natürlichen Fluchtpunkte, an denen man ein Buch weglegt. Es geht um Zack Busner, einen Arzt in einer Nervenklinik im London der 70er Jahre. Busner entdeckt eine mögliche Heilung für Patienten, die an der sogenannten Schlafkrankheit leiden und seiner Meinung nach seit Jahrzehnten falsch behandelt werden. Inspiriert wird er dabei von seiner Patientin Audrey Death, die ihm bzw. eher dem Leser so ihre Geschichte erzählen kann. Audrey arbeitete als sogenannte Munitionette während des ersten Weltkriegs in der Kriegsindustrie und engagierte sich in der Frauenbewegung. Die Perspektiven wechseln in diesem endlos scheinenden Bewusstseinsstrom ständig zwischen Busner und Death, manchmal mitten im Satz, und verweben diese beiden Geschichten so miteinander. Dabei wird sowohl London während des Ersten Weltkriegs lebendig als auch die Zustände in den Heilanstalten in den 70er Jahren. Patienten werden hier nicht behandelt, sie werden verwahrt. Alte Patienten bekommen immer mal wieder neue Diagnosen nach dem neuesten Stand der Forschung, aber Heilung ist nicht das Ziel. Busner versucht hier etwas zu ändern, scheitert aber an sich selbst und am System. Wenn ich etwas zu kritisieren habe, dann nur dass mir persönlich die Geschichte von Audrey zugunsten von Busner und Audreys Bruder Stanley etwas zu kurz kommt. Ich hätte gern mehr von ihr und ihren Erfahrungen erfahren, eine weibliche Perspektive auf diese Zeit. Trotzdem kann ich „Regenschirm“ sehr empfehlen, man sollte sich allerdings Zeit nehmen für diesen doch etwas anstrengenden Roman.

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