Willa Cather

 3,7 Sterne bei 64 Bewertungen
Autor von Meine Antonia, Mein ärgster Feind und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Willa Cather

Als Achtjährige übersiedelte Willa Cather (1873–1947) mit ihren Eltern von Virginia nach Nebraska, wo sie mit der unermesslichen Prärie, aber auch mit den dortigen Einwanderern aus der Alten Welt Bekanntschaft schloss. Diese Erfahrungen eines Neben- und Miteinander verschiedener Ethnien, Religionen und Kulturen prägten sie tief. Obwohl sie als Lehrerin, Redakteurin und später als erfolgreiche Schriftstellerin vor allem in New York lebte, spielen ihre Werke meist in der heroischen Weite der Prärie des amerikanischen Westens und Südwestens, der sie so ein literarisches Denkmal gesetzt hat. Willa Cather erhielt den Pulitzer-Preis und gilt als eine der großen amerikanischen Erzählerinnen.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Willa Cather

Cover des Buches Meine Antonia (ISBN: 9783442739981)

Meine Antonia

 (21)
Erschienen am 02.11.2009
Cover des Buches Mein ärgster Feind (ISBN: 9783442742202)

Mein ärgster Feind

 (9)
Erschienen am 09.05.2011
Cover des Buches Die Frau, die sich verlor (ISBN: 9783442741410)

Die Frau, die sich verlor

 (7)
Erschienen am 08.12.2010
Cover des Buches Sapphira und das Sklavenmädchen (ISBN: 9783442743049)

Sapphira und das Sklavenmädchen

 (6)
Erschienen am 11.10.2011
Cover des Buches Schatten auf dem Fels (ISBN: 9783717521938)

Schatten auf dem Fels

 (4)
Erschienen am 20.04.2009
Cover des Buches Lucy Gayheart (ISBN: 9783717521570)

Lucy Gayheart

 (3)
Erschienen am 14.04.2008
Cover des Buches Der Tod holt den Erzbischof. Roman (ISBN: 9783813534184)

Der Tod holt den Erzbischof. Roman

 (0)
Erschienen am 01.01.1990

Neue Rezensionen zu Willa Cather

Cover des Buches Meine Antonia (ISBN: 9783442742585)esmerabelles avatar

Rezension zu "Meine Antonia" von Willa Cather

Willa Cather - Meine Antonia
esmerabellevor 5 Monaten

Die 1880er. Nach dem Tod seiner Eltern zieht der junge Jim Burden zu seinen Großeltern nach Nebraska, das in dieser Zeit die Front der Pioniere, das neu erschlossene Land verkörpert. Dörfer und Städte entstehen, Menschen, vor allem aus den europäischen Ländern, lassen sich in der Hoffnung nieder, den Amerikanischen Traum zu leben und sich eine bessere Existenz aufzubauen, als die alte Heimat sie bieten konnte. So auch die Familie Shimerda aus Böhmen, die sich in der Nachbarschaft der Farm der Burdens niederlässt. Jim ist schnell von der Familie angetan, besonders von der ältesten Tochter Antonia, einem wilden und lebensfrohen Mädchen, das stolz darauf ist, wie ein Mann bei der Farmarbeit mit anpacken zu können. Doch die Shimerdas tun sich schwer mit ihrer neuen Existenz, scheinen kein Bein auf den Boden zu kriegen, und nach dem Verlust des Vaters sieht Antonia sich gezwungen, in der Stadt eine Stellung als Haushaltshilfe anzunehmen, um Geld für ihre Familie dazuzuverdienen.  Jim Burden, der mit seinen alternden Großeltern ebenfalls in die Stadt gezogen ist, um die Schule besuchen zu können, verlässt diese, als er alt genug ist, um auf die Universität zu gehen. Sein Lebensweg führt ihn immer seltener nach Nebraska zurück, aber er verfolgt den Lebenslauf Antonias, die nie aufgehört hat, ihn zu faszinieren, aus der Ferne. Bis er eines Tages, nach 20 Jahren Abwesenheit, doch noch einmal zurückkehrt, um Antonia wiederzusehen.   


Den Namen der Pulitzerpreisträgerin (1923) Willa Cather hatte ich bis vor einigen Jahren noch nicht gehört. Doch dann begegnete er mir häufiger, in erster Linie in Quellen, die sich mit amerikanischer Literatur beschäftigen, und besonders zwei ihrer Romane tauchten immer wieder auf, „Death Comes for the Archbishop“ und eben „My Ántonia“. Dementsprechend stieg in mir der Wunsch, endlich einmal etwas von ihr zu lesen. Doch leider hat mich die Lektüre von „Meine Antonia“ nur wenig angesprochen. Willa Cather greift in diesem Buch auf ihr eigenen Kindheitserlebnisse zurück, viele der Figuren, auch Antonia Shimerda, sind eine Homage an wichtige Menschen dieser Lebensphase (sie selbst ist in dem Jungen Jim Burden zu finden). Sie zeichnet ein Bild des Lebens in Nebraska im späten 19. Jahrhundert, und vielleicht liegt es daran, dass der Funken bei mir nicht übergesprungen ist, und sie hier in Europa keinen so großen Bekanntheitsgrad erlangt hat. Ihre Geschichte ist weder fremdartig genug, um neugierig zu machen, noch ist sie nah genug, um den Leser*innen hier die eigene Historie nahe zu bringen. Auch ein Spannungsbogen ist nicht wirklich gegeben. Die Lebenswege der Charaktere bleiben blass, die Tiefe ihrer Gefühle weitestgehend unberührt. Die auf dem Cover erwähnte ganz große Frauengestalt der amerikanischen Literatur habe ich in Antonia nicht gefunden.   


Trotzdem wird das Buch allen, die sich eine realistische Beschreibung dieser Zeit und dieser Gegend wünschen, viel geben können. Denn den Leser*innen das Gefühl geben, dass sie vor Ort mit dabei sind, die Weite der Prärie, die Sonne und den Staub auf der Haut zu fühlen, das kann Willa Cather. Und damit hat sie für mich eine der wichtigsten Kriterien erfüllt, mir etwas mitgegeben, an das ich mich auch noch erinnern werde, wenn ich den Inhalt des Buches schon längst vergessen habe. Trotz aller Kritik ist für mich meine Reise mit Frau Cather noch nicht vorbei, ich werde bestimmt bald zu einem weiteren ihrer Roman greifen.

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Cover des Buches Mein ärgster Feind (ISBN: 9783442742202)JoBerlins avatar

Rezension zu "Mein ärgster Feind" von Willa Cather

Dein ärgster Feind bist Du
JoBerlinvor 5 Jahren


Willa Cather ist in Deutschland kaum bekannt - dass sie nicht weiter ins Vergessen rutscht ist den Randomhouse Verlagen btb und Manesse zu danken. In Amerika aber gilt sie als eine der bedeutendsten Schriftstellerinnen des frühen 20. Jahrhunderts. Viele von Cathers Romanen spielen im ländlichen Amerika und thematisieren das harte Leben der europäischen Einwanderer. „Mein ärgster Feind“ hat jedoch ein anderes Sujet, es ist die Entwicklungsgeschichte eines jungen Mädchens zur Ehefrau. 

Erzählt wird der Roman aus der Sicht der jungen Nellie. Im Hause ihrer Tante lernt sie Myra Driscoll kennen und ist sofort fasziniert von deren starker Persönlichkeit und ihrer Geschichte: Blutjung verlässt sie aus Liebe das ländliche Illinois und den reichen Onkel, sie verzichtet auf ihr Erbe, heiratet den geliebten Mann und geht mit ihm nach New York. Welch junges Mädchen wäre von so einer romantischen Liebe nicht entzückt? Jahrzehnte später trifft Nellie auf das nun ältere Ehepaar. Was ist aus ihnen, was aus ihrer Lebe geworden? Sind sie glücklich, zufrieden, froh? Nellie geht davon aus, doch was sie vorfindet ist desillusionierend. 

Willa Cather erzählt eindringlich von der zerstörerischen Kraft der Zeit, der Liebe, Gesundheit, Vermögen zum Opfer fallen. Sie zeigt die Missstimmungen des Alters, das Hadern um den einen Entschluss, der jetzt so tragisch falsch erscheint. Doch ist wirklich nur der Ehemann gemeint, wenn Myra von ihrem „ärgsten Feind“ spricht? Geht es nicht vielmehr um das Erkennen der Vergeblichkeit des Seins und dass jeder einzelne – für den gewählten Lebensweg verantwortlich – sich in dieser bitteren Aufrechnung selbst zum schlimmsten Feind wird?
Dieser gut geschriebene kleine Roman ist bestens geeignet, Willa Cather als kraftvoll erzählende Autorin neu zu entdecken.

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Cover des Buches Die Frau, die sich verlor (ISBN: 9783442741410)wlatatas avatar

Rezension zu "Die Frau, die sich verlor" von Willa Cather

Sprachlich beeindruckend, handlungstechnisch etwas schleppend
wlatatavor 6 Jahren

Zum Inhalt: Der Richterneffe Neil wächst in Sweet Water auf, das in seiner Jugend eine wichtige aufstrebende Pionierstadt mit einem großen Bahnhof ist. Mittelpunkt des gesellschaftlichen Lebens ist das Haus der Forresters, in dem ein alter Eisenbahnfunktionär mit seiner jungen charismatischen Frau Marian wohnt. Mrs Forrester wird von allen Männern bewundert und begehrt, da macht auch der junge Neil keine Ausnahme. Für ihn verkörpert sie Schönheit, Reinheit und Treue, bis der Tag kommt, an dem er entdeckt, dass sie nicht so perfekt ist wie er dachte... Von da an beginnt eine Abwärtsspirale für Mrs Forrester, ihren Mann und ganz Sweet Water.

Fazit: Ich hab sehr lange gebraucht, um in die Geschichte hereinzufinden und fand die Handlungsabfolge manchmal etwas wirr. Erzählerisch und sprachlich hat mir das Buch gut gefallen und auch die Thematik ist interessant, aber es ging mir auch alles etwas zu schnell, mir fehlten mehr Dialoge und längere Ausführungen. Wer sich für die Pionierzeit der USA und eine interessante gesellschaftliche Studie der Zeit interessiert, der wird sicherlich fündig werden, aber wer eine spannende Geschichte um Treue, Liebe und Affären sucht, der wird enttäuscht sein. Das Buch ist durchaus lesenswert und aufgrund des geringen Umfangs auch sehr schnell durchgelesen.  Nicht zuletzt auf Grund der Bedeutung der Autorin. Trotzdem würde ich vermutlich kein weiteres Buch von ihr lesen.

Lesenswert, wenn es nicht um Spannung, sondern vor allem um Interesse an der Gesellschaft der USA während des Eisenbahnbooms geht!

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