Willem Fr. Hermans Die Tränen der Akazien

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Inhaltsangabe zu „Die Tränen der Akazien“ von Willem Fr. Hermans

Ein großer europäischer Erzähler Das letzte Jahr des 2. Weltkriegs: Deutsche Truppen besetzen die Niederlande. Arthur Muttah ist durch den Krieg völlig entwurzelt. So sehr er versucht, sich neu zu orientieren, so wenig begreift er von dem, was um ihn herum passiert: Ist sein Freund Oskar ein Widerstandskämpfer, ein Opportunist oder ein Kollaborateur? Und seine Halbschwester eine Heldin der Résistance oder eine "Deutschdirne"? "Die niederländische Literatur des 20. Jahrhunderts ist ohne ihn undenkbar." Cees Nooteboom "Das genialische Frühwerk eines holländischen Céline … nach wenigen Seiten ist man süchtig." Süddeutsche Zeitung

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  • Rezension zu "Die Tränen der Akazien" von Willem Fr. Hermans

    Die Tränen der Akazien
    Zuellig

    Zuellig

    Inhalt: Arthur, ein 20jähriger Chemiestudent lebt in Amsterdam im letzen Kriegsjahr. Die Stadt ist von den Deutschen besetzt, die Leute hungern. Die Fronten sind unklar. Arthur begreift nicht, was um ihn herum geschieht. Wieso ist sein bester Freund Oskar von den Deutschen verhaftet worden? Ist seine Halbschwester Carola eine "Moffenhure" oder eine Heldin des Widerstands? Wieso hasst ihn seine Grossmutter? Warum liess ihn sein Vater nicht bei sich wohnen? Nach einer Affekthandlung kurz nach der Kapitulation der Wehrmacht flieht Arthur voller Angst nach Brüssel ins Haus seines Vaters, doch dort werden seine Fragen auch nicht beantwortet, im Gegenheil, es kommen noch mehr dazu: Wieso gibt es zwei Fraktionen in diesem Haus? Wieso weicht sein Vater ihm aus? Arthur sieht für sich keine Perspektiven mehr, lebt in dauernder Angst, verhaftet oder verrückt zu werden. Fühlt sich verfolgt und unverstanden. Sein Vater besorgt im die Papiere eines deportierten Juden. Damit meldet sich Arthur, jetzt Joseph, bei den Engländern, um als Dolmetscher nach Deutschland zu gehen. Er bekommt eine rudimentäre Ausbildung, wird aber auch da nicht glücklich, weil er jetzt nicht einmal mehr er selbst ist. Während eines Urlaubs kurz vor der Versetzung nach Deutschland reist er zurück nach Brüssel, um seine Geliebte (die Frau seines besten Freundes Oskar) wiederzusehen. Er erkennt alles wieder ohne sich zu Hause zu fühlen. Er fährt zurück nach Brüssel, wo er erfährt, dass die zweite Frau seines Vaters, der einzige Mensch, dem er sich nahe fühlte, am Tag zuvor gestorben ist. Er verliert endgültig den Boden unter den Füssen, flieht verzweifelt in den Alkohol und in die Arme einer Hure. Meine Meinung: Das war keine leichte Kost. Vor allem am Anfang hatte ich Mühe, der Handlung folgen zu können. Ähnlich wie Arthur hatte ich keine Ahnung, was los ist: Was Oskar treibt, wieso sich Halbschwester und Grossmutter so feindselig gegenüber Arthur verhalten. Die düstere Stimmung der Besatzungszeit legte sich auch auf mich als Leserin. Es gelingt dem Autor meisterhaft durch innere Monologe das Gefühlsleben seiner Protagonisten zu sezieren. Die Sprache hat mir ausgezeichnet gefallen (Bsp: S.17: Darum stellte er sich neben den Grammophonschrank, in dem eine krampfartige Mechanik mit leisem Surren langsam eine Platte umdrehte. Der Tonarm schwenkte mit beinahe unmerklichem Zittern aus, als wäre es ihm peinlich, dass er nicht anders konnte, als seine Nadel in die Rillen zu senken, und schlürfte dann gierig eine gellende Melodie aus der schwarzen Scheibe.") Manchmal waren allerdings gewisse Längen in dem Text, deren Sinn sich mir nicht immer ganz erschloss. Eindrücklich waren für mich viele Passagen in denen die Realität der Zeit um das Kriegsende herum ganz unaufgeregt beschrieben wird. Nichts heroisches ist in diesen Zeilen zu finden, sondern banaler, brutaler Alltag wie ihn die Menschen damals erlebt haben. Berührt haben mich die Gespräche zwischen Arthur und der kranken zweiten Frau seines Vaters (die dafür verantwortlich war, dass Arthur vor dem Krieg nicht im Haus seines Vaters bleiben durfte, sondern zu seiner Grossmutter fahren musste, von der er seelisch misshandelt wurde), über den Krieg oder das Wesen der Demokratie. Der Titel "Die Tränen der Akazien" blieb mir bis fast ganz zum Schluss des Buches ein Rätsel. Erst auf S. 511 wird es gelüftet. Insgesamt ein eindrückliches, aber auch forderndes Leseerlebnis. Ich schliesse nicht aus, dass ich wieder einmal einen Roman von Willem Frederik Hermans lesen werde.

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    Zuellig

    Zuellig

    13. January 2013 um 15:15